Vor einem großen, grauen Computer sitzt ein fünfjähriges Kind und schießt am Bildschirm Flugzeuge ab. Seine Augen, die hinter dicken Brillengläsern stecken, sind starr auf das Spiel gerichtet. Es ist blass, weil es seit Tagen nicht draußen gespielt hat. Computer und Kinder - dabei haben manche Eltern ein solches Bild vor Augen. Sie haben Angst, dass ihr Kind keine Freundschaften mehr pflegt und den Bezug zur Realität verliert. Sie fürchten, dass es keinen Spaß mehr an Spiel, Bewegung und Sport hat. Für andere Eltern jedoch kann die Begegnung mit dem Computer nicht früh genug stattfinden. Sie setzen ihre Kleinkinder vor speziell für Babys entwickelte Programme, in der Meinung, nur so könnten diese auf die heutige Gesellschaft vorbereitet werden. Und auch die Experten streiten: Ab welchem Alter kann ein Kind mit dem Computer umgehen? Sollte man den Kleinen nicht ihre Kindheit lassen, bevor sie die schwierige Welt der "künstlichen Intelligenz" betreten, in der ihnen möglicherweise alle Kreativität genommen wird? Oder ist ein spielerischer Umgang mit den neuen Medien schon im Kindergartenalter und in der Schule ein Muss, wenn aus den Kleinen mal etwas werden soll? Fest steht: Der Computer ist heute zum Alltagsmedium geworden. Und er wird in den nächsten Jahrzehnten eine noch größere Rolle in unseren Leben spielen. Für Kinder ist er eines von vielen Freizeitmedien, die beinnahe in jedem Haushalt zur Verfügung stehen. Er ist ihnen nicht weniger vertraut als der Fernseher oder das Radio. Kinder haben keine Angst vor Technik und wollen den Umgang mit dem Computer! Die eigentliche Frage lautet: „Wie gehen die Erwachsenen damit um?“ [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Computer, Erwachsene und Kinder
1.1 Die häufigsten Vorurteile und Ängste der Erwachsenen
1.2 Vorteile - die vor allem für die Kinder sprechen
2. Didaktische Überlegungen zum Einsatz des Computers in der Grundschule
2.1 Allgemeine Lehrplanbestimmungen für den Einsatz
2.2 Die Rolle des Lehrers
2.3 Alles rund um die Ausstattung
2.4 Unterrichtsformen für den Computereinsatz
2.5 Einführung des Computers
3. Methodisch-didaktische Unterrichtsbeispiele
3.1 Themenvorschläge für die Praxis
3.1.1 Mathematikunterricht
3.1.2 Deutschunterricht
3.1.3 Sachunterricht
3.1.4 Bildnerische Erziehung
3.2 Der Einsatz von Lernsoftware
3.3 Der Computer und seine Möglichkeiten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, methodisch-didaktische Ansätze für die sinnvolle Integration von Computern in den Volksschulunterricht aufzuzeigen, wobei die psychologische Barriere der Erwachsenen als zentraler Faktor für den erfolgreichen Einsatz identifiziert wird.
- Psychologische Aspekte: Abbau von Vorurteilen und Ängsten bei Lehrern und Eltern
- Didaktische Einordnung: Integration des Computers in den Grundschullehrplan
- Unterrichtsmethodik: Praktische Anwendungsformen für den Schulalltag
- Material und Software: Kriterien für die Auswahl geeigneter Lernsoftware und Medien
- Einführungsprozesse: Strategien für den Start des Computereinsatzes in der Klasse
Auszug aus dem Buch
1.1 Die häufigsten Vorurteile und Ängste der Erwachsenen
Viele Lehrer und Eltern stehen dem Einsatz von Computern im Unterricht und Zuhause ablehnend oder ängstlich gegenüber. Dieses weit verbreitete Phänomen ist jedoch kein Problem der Kinder, sondern der Erwachsenen. Nicht selten ist der wirkliche Grund für die Ablehnung der Erwachsenen mangelnde persönliche Erfahrung, die Unwissenheit und damit die Angst vor dem Umgang mit dem Computer. Hinzu kommen unüberprüfte Vorurteile und falsche Annahmen. Solche häufig unüberprüften Vorurteile, die den Erwachsenen Kopfschmerzen bereiten sind z.B. folgende:1
> Der Computer macht einsam! Die Erfahrung und wissenschaftliche Studien zeigen hier jedoch, dass Kinder und Jugendliche es meist bevorzugen zu zweit oder zu dritt vor dem Computer zu sitzen. Es kommt erstaunlicherweise selten zu Streitereien. Sie beraten sich, wechseln sich ab und schätzen Programme, bei denen sie mit- oder gegeneinander spielen können. Der Computer ist also eher kommunikationsfördernd. Es gibt natürlich auch die sogenannten Einzelgänger, wie in jedem anderen Bereich auch.
> Die Kinder lesen keine Bücher mehr! Wer Computer spielt, sieht höchstens weniger fern. Es liegt in den Händen der Eltern und auch der Lehrer, dass Kind möglichst bald an das Buch heranzuführen. Kinder die am Computer spielen können trotzdem Spaß am Lesen haben.
> Der Computer hemmt die Kreativität! Ganz im Gegenteil. Die vielen abwechslungsreichen Programme sind durchaus in der Lage, die kreativen Potentiale der Kinder im Denken und Handeln zu unterstützen. Wichtig ist, welche Programme wie und wann benützt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Computer, Erwachsene und Kinder: Beleuchtet die Sorgen von Eltern und Lehrkräften bezüglich des Computerkonsums und stellt diesen die tatsächlichen Bedürfnisse sowie Vorteile für die kindliche Entwicklung gegenüber.
2. Didaktische Überlegungen zum Einsatz des Computers in der Grundschule: Analysiert den Lehrplanbezug, die Anforderungen an die Lehrperson, technische Rahmenbedingungen sowie konkrete Organisationsformen für den Unterricht.
3. Methodisch-didaktische Unterrichtsbeispiele: Bietet praxisorientierte Ansätze für verschiedene Unterrichtsfächer und erläutert die Auswahlkriterien sowie Einsatzmöglichkeiten für spezifische Lernsoftware.
Schlüsselwörter
Grundschule, Computereinsatz, Medienpädagogik, Didaktik, Lernsoftware, Unterrichtsplanung, Elternarbeit, Wissensvermittlung, digitale Kompetenz, interaktives Lernen, Projektunterricht, Anlauttabelle, Lernpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration des Computers als pädagogisches Werkzeug in der Volksschule und untersucht, wie Vorurteile abgebaut und ein sinnvoller, didaktisch begleiteter Einsatz gelingen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Sichtweise von Erwachsenen, den didaktischen Anforderungen an den Lehrplan, der praktischen Unterrichtsgestaltung und der Auswahl geeigneter Software.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Lehrkräften Sicherheit im Umgang mit neuen Medien zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie Computer das selbstständige und lustbetonte Lernen in der Grundschule fördern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Auswertung existierender Fachliteratur, aktueller Lehrplanbestimmungen sowie auf die Analyse von erprobten Unterrichtsszenarien und Medienberichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für die Fächer Mathematik, Deutsch, Sachunterricht und Bildnerische Erziehung sowie Kriterien für die Evaluation von Lernsoftware vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Grundschulunterricht, Medienkompetenz, interaktive Lernmethoden, Lehrerrolle und konstruktivistisches Lernen definieren.
Warum spielt die Rolle der Lehrkraft eine so wichtige Rolle?
Der Autor betont, dass der Computer den Lehrer nicht ersetzen kann, sondern eine kritische und kompetente Begleitung erfordert, um den Lernprozess individuell zu steuern und bloßstellende Situationen zu vermeiden.
Welche konkrete Rolle spielt der Wochenplan bei der Computereinführung?
Der Wochenplan dient als offene Unterrichtsform, in der Kinder selbstbestimmt am Computer arbeiten können, was dem Lehrer Freiräume für die individuelle Betreuung einzelner Schüler oder Gruppen schafft.
Was unterscheidet gute Lernsoftware von bloßem Zeitvertreib?
Gute Lernsoftware zeichnet sich laut Text durch unmittelbare Rückmeldung, Hilfefunktionen, variable Schwierigkeitsgrade und die Möglichkeit zur aktiven Auseinandersetzung mit Inhalten aus.
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- Doris Lindner (Author), 2005, Computer in der Volksschule. Methodisch-didaktische Überlegungen zur Einführung und zum Einsatz des Computers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40502