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Schulverweigerung und Schulabsentismus. Ursachen und Möglichkeiten zur Prävention

Title: Schulverweigerung und Schulabsentismus. Ursachen und Möglichkeiten zur Prävention

Term Paper , 2005 , 33 Pages , Grade: 2

Autor:in: Marjan Rosetz (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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„Pisagebeutelte Nation“ belegte Platz 3 bei der Wahl zum Wort des Jahres 2004 der Gesellschaft für deutsche Sprache. Nach gleich mehreren PISA- und IGLU-Schocks ist das deutsche Bildungswesen stark in den Blickpunkt der gesellschaftlichen Diskussion gerückt und durch die Offenlegung der Unterdurchschnittlichkeit der deutschen SchülerInnen ist auch das Thema Schulverweigerung und Schulabsentismus in den Fokus der Medien und der Wissenschaft geraten. Während sich bis vor einigen Jahren lediglich Sonderpädagogen und Kriminologen, die nach einer Korrelation von Schulabsentismus und abweichendem Verhalten suchten, für diese Thematik interessierten, blickt nun die breite Öffentlichkeit auf dieses Problem.

Da im globalisierten, ökonomischen Wettbewerb die westlichen Industrienationen in einer „Konkurrenz der Köpfe“ stehen, wie es in der Politik häufig geäußert wird, interessiert sich nun auch diese für die Gründe von Schulverdrossenheit. Aber vor allem die schulabsenten SchülerInnen selbst sind später die Leidtragenden ihrer Schulverweigerung, da ohne guten, oder gar ohne jeglichen Schulabschluss der Zugang zum hart umkämpften Arbeits- und Ausbildungsmarkt verwehrt bleibt und das Resultat einer gescheiterten Schullaufbahn meistens der soziale Abstieg ist.

„Die mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel verbundenen objektiven Entwicklungen führen zu ständig steigenden Qualifikationsanforderungen, die nicht ohne subjektive Folgen bleiben, denn im Wettlauf um höhere Abschlüsse gibt es „trotz aller schulischen Bemühungen immer auch Verlierer. Das sind vor allem jene Schülerinnen, die nach Vollendung der Schulpflicht die allgemein bildende Schule ohne Abschluss verlassen. Je höher das durchschnittliche formale Bildungsniveau der Bevölkerung steigt, desto mehr werden diese Schulversager zu einer stigmatisierten Gruppe" (Arbeitsgruppe Bildungsbericht am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 1994, S. 276)“

Sind Schulverweigerer nun einfach alles faule „Null-Bock Kandidaten“, oder gibt es differenzierte Gründe, warum junge Menschen die Schule meiden? Hat Schulverweigerung im Vergleich zu „früher“ in den letzten Jahren zugenommen, oder hat die mediale Berichterstattung das Thema hochstilisiert? Vor allem: Wie kann man präventiv vorbeugen, um junge Menschen vor Schulabsentismus zu bewahren?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Begrifflichkeit „Schulabsentismus“

3. Die Problematik der Erfassung von Schulabsentismus

4. Gründe für Schulabsentismus

4.1 Angst als Schulverweigerungsgrund

4.2 Schulische Ursachen als Schulverweigerungsgrund

4.3 Soziales Milieu und Schulverweigerung

4.4 Peergroup und Schulverweigerung

4.5 Familie und Schulverweigerung

5. Folgen von Schulabsentismus

6. Umgang mit und Prävention von Schulverweigerung

6.1 Repressive Maßnahmen

6.2 Schulverweigererprojekte

6.2.1 Das „Kidz3“ / Bremen

6.2.2. Projekt „Schulverweigerer“ / „Together e.V.“, Berlin

6.2.3. Projektklasse des Berufskollegs Fichtenhain / Krefeld

6.2.4. Zentrum für alternatives Lernen / "Rückenwind" e. V. ,Schönebeck

6.2.5. FLEX – Fernschulprojekt / Breisach

6.3 Prävention von Schulabsentismus in der Regelschule

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe von Schulverweigerung und Schulabsentismus, analysiert deren soziale Auswirkungen sowie die Möglichkeiten der pädagogischen Prävention und Intervention in Deutschland.

  • Begriffsbestimmung und Messbarkeit von Schulabsentismus
  • Ursachenanalyse: Von psychischen Ängsten bis zu sozialen und familialen Faktoren
  • Soziale Folgen und das Risiko von Bildungsabbruch und Arbeitslosigkeit
  • Kritik an rein repressiven Maßnahmen („Law and Order“)
  • Modellvorstellung alternativer Schulprojekte und Reformbedarf der Regelschule

Auszug aus dem Buch

4.1 Angst als Schulverweigerungsgrund

Schulverweigerung beruht nicht selten auf psychischen Problemen und hat oft konkrete Ursachen, die eine lange Vorgeschichte haben. Ängste vor dem Schulbesuch haben unterschiedliche Hintergründe:

- „Angst vor Lehrerinnen,

- Angst vor den Eltern,

- Angst vor Leistungsversagen,

- Angst vor Mitschülerinnen (Mobbing),

- Angst vor rivalisierenden Gruppen (vgl. DJI 2000).“6

Ängste sind nicht selten ein Grund des Fernbleibens von der Schule, wobei Angst als ein Schulverweigerungsgrund von vielen dasteht, jedoch dieser nicht als dominierender, oder einziger Grund anzusehen ist, was häufig behauptet wird.

Angst als Hauptgrund der Schulverweigerung ist vermehrt bei den SchülerInnen zu beobachten die allein schwänzen, aufgrund von Konflikten mit MitschülerInnen und dem Lehrpersonal. Diese SchülerInnen haben häufig eine Außenseiterrolle und Ihre Verweigerung ist als Flucht vor dem für sie bedrohlichen Schulalltag zu sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Anstieg der öffentlichen Aufmerksamkeit für Schulverweigerung durch PISA-Schocks und den daraus resultierenden sozialen Risiken für betroffene Schüler.

2. Zur Begrifflichkeit „Schulabsentismus“: Es gibt keine einheitliche Definition, jedoch lassen sich aktive Formen des Fernbleibens von passiven Formen des inneren Ausklinkens abgrenzen.

3. Die Problematik der Erfassung von Schulabsentismus: Eine valide Erfassung scheitert oft an der Schwierigkeit, den Beginn und das Ausmaß des Fehlens exakt zu definieren oder zu messen.

4. Gründe für Schulabsentismus: Die Ursachen sind vielfältig und umfassen Ängste, schulische Defizite, das soziale Umfeld, die Peergroup sowie familiäre Verhältnisse.

5. Folgen von Schulabsentismus: Langanhaltendes Fernbleiben führt oft zu einem sozialen Abstieg, Bildungsabbruch und erhöht das Risiko für abweichendes Verhalten im Erwachsenenalter.

6. Umgang mit und Prävention von Schulverweigerung: Während repressive Maßnahmen oft den Interessen der Erwachsenen dienen, bieten spezifische Schulverweigererprojekte alternative pädagogische Wege.

7. Fazit: Die Arbeit plädiert für eine Reform des deutschen Schulsystems in Richtung eines angstfreien und attraktiven Lernraums, um Schulverweigerung präventiv zu bekämpfen.

Schlüsselwörter

Schulabsentismus, Schulverweigerung, Schulschwänzen, Bildungsabbruch, soziale Exklusion, Prävention, Pädagogik, Jugendsozialarbeit, PISA, Schulausstieg, Peergroup, Leistungsdruck, Schulerfolg, Regelschule, Lernumfeld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Folgen von Schulverweigerung und Schulabsentismus bei Jugendlichen und bewertet verschiedene Ansätze zum Umgang mit diesem Phänomen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der Definition des Begriffs fokussiert die Arbeit auf Angstfaktoren, soziale Einflüsse, familiäre Hintergründe, die Folgen des Schulaussteigs sowie die Wirksamkeit pädagogischer vs. repressiver Projekte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Schulabsentismus kein individuelles Versagen ist, sondern oft ein Symptom struktureller Defizite, und zu verdeutlichen, warum Prävention in der Regelschule notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender empirischer Untersuchungen, Expertenberichte und Praxisberichte verschiedener Schulverweigererprojekte.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil besonders im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der vielfältigen Ursachen des Fernbleibens sowie eine kritische Auseinandersetzung mit "Law and Order"-Maßnahmen gegenüber innovativen Alternativschulkonzepten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt zusammenfassen?

Wichtige Begriffe sind Schulabsentismus, Schulverweigerung, soziale Exklusion, Bildungsabbruch, Prävention und pädagogische Reform.

Welche Kritik übt die Autorin am "Nürnberger Modell"?

Sie kritisiert, dass dieses Modell auf Einschüchterung und polizeilicher Repression basiert und nicht auf der pädagogischen Lösung der zugrunde liegenden Probleme der Schüler.

Warum wird die Regelschule als Teil des Problems betrachtet?

Die Autorin kritisiert die starre, "preußische" Struktur der Regelschule, die bei vielen Schülern zu Desinteresse, Leistungsdruck und dem Gefühl führt, lediglich eine "unwichtige Nummer" zu sein.

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Details

Title
Schulverweigerung und Schulabsentismus. Ursachen und Möglichkeiten zur Prävention
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft)
Course
Internationale Diskussion zu Schule und sozialer Exklusion
Grade
2
Author
Marjan Rosetz (Author)
Publication Year
2005
Pages
33
Catalog Number
V40518
ISBN (eBook)
9783638390163
ISBN (Book)
9783638653589
Language
German
Tags
Schulverweigerung Schulabsentismus Internationale Diskussion Schule Exklusion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marjan Rosetz (Author), 2005, Schulverweigerung und Schulabsentismus. Ursachen und Möglichkeiten zur Prävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40518
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