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Gemeinsamkeit in der Gemeinschaft?!

Title: Gemeinsamkeit in der Gemeinschaft?!

Essay , 2005 , 8 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Timo Nitz (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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John Stuart MILL und John RAWLS: beide gehen sie der Frage nach, wie eine Gesellschaft organisiert werden sollte, um eine gerechte Gemeinschaft zu erzielen. Nach MILL ist "das gemeinschaftliche Leben dem Menschen so vertraut, daß er sich niemals [...] anders denn als das Glied eines Ganzen denkt; ...". Und das auf die utilitaristische Moral aufbauende "unerschütterliche Fundament sind die Gemeinschaftsgefühle der Menschen", so MILL. Und auch RAWLS möchte zeigen, dass "sich die Gerechtigkeit mit dem Ideal einer sozialen Gemeinschaft verbindet". Eine Gesellschaft im Sinne der Gerechtigkeit als Fairness ist für ihn "selbst eine Form der sozialen Gemeinschaft." Mehr noch, macht RAWLS das Gelingen gesellschaftlicher Regelungen davon abhängig, ob eine Gesellschaft es schafft, das Gut der Gemeinschaft zu verwirklichen oder nicht.
Wir finden also im "Utilitarismus" von MILL wie auch in der "Theorie der Gerechtigkeit" von RAWLS die "Gemeinschaft" als ein zentrales Moment der Untersuchung wieder. Sind sich RAWLS und MILL in dieser Hinsicht dann etwa einig? Wohl kaum! So lassen sich bis auf den gleich verwendeten Begriff der "Gemeinschaft" keine Gemeinsamkeiten im Begriff der beiden Autoren finden. Vielmehr lassen sich insbesondere anhand des Gemeinschaftsbegriffes von MILL und RAWLS zwei grundverschiedene Ansätze herausarbeiten, die letzten Endes in zwei konträre Auffassungen von einem sozialen Miteinander münden. Aus diesem Grund scheint eine nähere Auseinandersetzung mit dem in beiden Theorie-Entwürfen verwendetem Begriff der "Gemeinschaft" aufschlussreich. Dieser Essay wird zunächst darzulegen, was bei unseren beiden Autoren unter dem Begriff der Gemeinschaft gefasst wird, um anschließend exemplarisch anhand der Erziehung als elementarer Bestandteil einer Gemeinschaft die Ausgangsthese zu stützen, dass sich hinter diesem Verständnis zwei grundsätzlich verschiedene "Gemeinschaftsideale" verbergen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff der Gemeinschaft bei Mill und Rawls

3. Die Erziehung als fester Bestandteil der Gemeinschaft

4. Der Mensch ist Mittelpunkt. Oder: Der Mensch ist Mittel. Punkt. Eine Zusammenfassende Betrachtung.

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Auffassungen des Begriffs „Gemeinschaft“ bei John Stuart Mill und John Rawls, um herauszuarbeiten, wie diese theoretischen Konzepte das Verständnis des Individuums und die Rolle der Erziehung in einer gerechten Gesellschaft prägen.

  • Vergleich utilitaristischer versus gerechtigkeitstheoretischer Ansätze
  • Analyse des Menschenbildes: Individuum als Teil des Ganzen vs. autonomes Subjekt
  • Die Rolle der Erziehung zur Etablierung gesellschaftlicher Ideale
  • Der Konflikt zwischen kollektivem Wohlergehen und individueller Freiheit

Auszug aus dem Buch

Die Erziehung als fester Bestandteil der Gemeinschaft

Nach MILL ist es einer der Hauptaufgaben der utilitaristischen Gesellschaft, die „Interessen jedes einzelnen so weit wie möglich mit dem Interesse des Ganzen in Übereinstimmung (zu) bringen.“ Im Vordergrund steht hierbei wiedermals das Interesse des Ganzen – also das Interesse der Gemeinschaft – gegenüber dem Interesse des Einzelnen. Es kommt darauf an, Formen und Möglichkeiten zu entwickeln, die dabei helfen, dass der Einzelne optimaler Weise das Interesse der Gemeinschaft als sein eigenes Interesse begreift. Habe ich es erst einmal geschafft, in voller Identität in der Gemeinschaft aufzugehen, wäre ein glückliches und wahrscheinlich konfliktfreies Leben möglich.

Ein Weg, wie der Einzelne zu dieser gemeinschaftlichen Identität gelangt, ist nach MILL die Erziehung. Eine Erziehung, die so angelegt ist, dass der Einzelne geradezu unfähig gemacht werden soll, „die Möglichkeit eines Glücks für sich selbst mit einer Handlungsweise, die dem Gemeinwohl zuwider ist, zusammenzudenken...“ Das Ziel der Erziehung ist demnach die absolute Identität mit dem Ganzen, die eine Differenzierung zwischen einem „Eigenglück“ und dem Glück der Gemeinschaft unmöglich machen soll und somit zur allumfassenden Einheit von Gemeinschaft und Individuum wird. So ist es mit MILLs Worten die Aufgabe der Erziehung, „in der Seele jedes einzelnen eine unauflösliche gedankliche Verknüpfung herzustellen zwischen dem eigenen Glück und dem Wohl des Ganzen [...].“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Frage nach einer gerechten Gesellschaft ein und stellt die theoretischen Ansätze von Mill und Rawls als konträre Positionen zur Gemeinschaftsgestaltung vor.

2. Zum Begriff der Gemeinschaft bei Mill und Rawls: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Gemeinschaftsideale der Autoren beleuchtet, wobei Mills Idealismus Rawlss Fokus auf die wohlgeordnete Gesellschaft gegenübergestellt wird.

3. Die Erziehung als fester Bestandteil der Gemeinschaft: Das Kapitel analysiert, wie beide Denker Erziehung instrumentalisieren, um ihre jeweiligen gesellschaftlichen Zielsetzungen – Identität mit dem Ganzen versus Autonomie – zu erreichen.

4. Der Mensch ist Mittelpunkt. Oder: Der Mensch ist Mittel. Punkt. Eine Zusammenfassende Betrachtung.: Die Schlussbetrachtung kontrastiert das utilitaristische Menschenbild als Instrument der Gemeinschaft mit Rawlss Fokus auf das Individuum innerhalb gerechter Institutionen.

Schlüsselwörter

Gemeinschaft, Utilitarismus, Theorie der Gerechtigkeit, John Stuart Mill, John Rawls, Gesellschaft, Individuum, Erziehung, Gemeinwohl, Autonomie, soziale Natur, Gerechtigkeit als Fairness, Gerechtigkeitssinn, Wohlgeordnete Gesellschaft, Interessenharmonie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit vergleicht die Theorien von John Stuart Mill und John Rawls hinsichtlich ihrer Definition und Anwendung des Begriffs „Gemeinschaft“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft, die Rolle der Erziehung bei der Formung des gesellschaftlichen Bewusstseins sowie der Gegensatz zwischen Utilitarismus und der Theorie der Gerechtigkeit als Fairness.

Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche philosophische Grundannahmen bei Mill und Rawls zu konträren Gemeinschaftsidealen führen und welche Rolle das Individuum in diesen Konstruktionen spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende theoretische Analyse, die auf der exegtischen Auseinandersetzung mit den Originaltexten beider Autoren basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Begriff der Gemeinschaft, die spezifische Funktion der Erziehung in beiden Modellen sowie die Konsequenzen für die Stellung des Individuums detailliert gegenübergestellt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Gemeinschaftsgefühl, Autonomie, Utilitarismus, Gerechtigkeit, soziale Natur und das wohlgeordnete gesellschaftliche Zusammenleben.

Wie unterscheidet sich Mills Sicht auf die Erziehung von derjenigen bei Rawls?

Mill sieht Erziehung als Instrument, um das Individuum vollständig mit dem Gemeinwohl zu identifizieren, während Rawls Erziehung zur Förderung der Autonomie und zum Verständnis der Gerechtigkeitsgrundsätze einsetzt.

Was bedeutet das Fazit des Autors „Herrschaft der Gemeinschaft gegen eine gemeinschaftliche Herrschaft“?

Dies fasst den Kernunterschied zusammen: Während Mill das Individuum dem Wohl der Gesamtheit unterordnet, strebt Rawls nach Institutionen, die ein gerechtes, gemeinschaftliches Handeln bei Erhalt der individuellen Freiheit ermöglichen.

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Details

Title
Gemeinsamkeit in der Gemeinschaft?!
College
University of Tubingen  (Philosophische Fakultät)
Course
Theorien der Gerechtigkeit
Grade
1,5
Author
Timo Nitz (Author)
Publication Year
2005
Pages
8
Catalog Number
V40540
ISBN (eBook)
9783638390354
Language
German
Tags
Gemeinsamkeit Gemeinschaft Theorien Gerechtigkeit Rawls Mill Gerechtigkeit als Fairness Utilitarismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Nitz (Author), 2005, Gemeinsamkeit in der Gemeinschaft?!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40540
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