Die Religion der Blackfoot-Indianer


Referat (Ausarbeitung), 2003

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.) Das Leben in den Plains

2.) Die soziale Organisation der Blackfoot
a) Die soziale Struktur des Stammes
b) Das Zusammenleben von Mann und Frau

3.) Die Religion der Blackfoot
a) Geheimbünde / Männerbünde
b) Das religiöse Weltbild
c) Träume und Visionen
d) Rituale und Zeremonien

Schlußwort

Literaturliste

Die Blackfoot – Indianer

Einleitung

Im Rahmen des Seminars über die Indianer Nordamerikas werde ich in meinem Referat die Blackfoot – Indianer behandeln, die zu den sogenannten Plains – Stämmen zählten. Dabei werde ich zunächst das Leben der Blackfoot in den Plains und das Zusammenleben im Stamm beschreiben, bevor ich auf die religiöse Weltanschauung und die damit verbundenen Rituale eingehen und das Ergebnis meiner Arbeit am Ende des Referats zusammenfassend auf das bereits im Seminar Gelernte beziehen werde.

Im Voraus möchte ich noch erwähnen, daß ich selbstverständlich nur einen kurzer Abriß über das Leben und die Religion der Blackfoot vermitteln kann; alle verfügbaren Informationen zu verwerten, würde mit Sicherheit weit über den Rahmen eines Referats hinausgehen.

1.) Das Leben in den Plains

Die Plains sind ein Gebiet im Norden Amerikas, das sich auf einer Länge von mehr als 3000 km von Kanada bis nach Mexiko erstreckt. Begrenzt wird es durch das Mississippi – Missouri –Tal und die Vorberge der Rocky Mountains. Die Fläche dieses riesigen Gebietes beträgt insgesamt mehr als 2,5 Millionen km .

Der Stamm der Blackfoot – Indianer (auch Blackfeet genannt) besiedelte im 18. und 19. Jhd. einen Teil der nördlichen Plains, das heute ungefähr in den Bundesstaaten British Columbia, Alberta und Idaho liegen würde. Im Norden grenzte ihr Gebiet an das der Sarcee, im Süden an das der Gros Ventre und im Osten an das Territorium der Plains Cree, denen aufgrund archäologischer Funde eine enge Verbindung mit den Blackfoot nachgesagt wird[1]. Alle eben genannten Stämme gehörten zur Algonkin – Sprachgruppe.

Obwohl die Blackfoot ein großes Gebiet bewohnten und auch als eine der größten Gruppen der nördlichen Plains galten, war die Bevölkerungsdichte gering. 1870 wurde die Anzahl der dort lebenden Blackfoot auf nicht mehr als 15000 Personen geschätzt[2].

Aufgrund der Größe und Gebirgsdichte des Gebietes ist das Klima in den Plains keineswegs einheitlich. Während im Westen und Süden kaum Niederschlag fällt und dort sogenannte „badlands“ („vegetations – und wasserarme Ödnisse, durch auffällige Hügel – und Felsformationen gekennzeichnet“[3] ) auftreten, ist der Osten (d.h. das Mississippi – Missouri – Tal) eine humide Zone mit grüner Prärie und starkem Graswuchs.

Die Fauna ist dem Klima angepaßt. Alle vorkommenden Tierarten sind in der Lage, längere Zeit ohne Wasser auszukommen, und bis auf Wolf und Coyote sind alle Tiere Pflanzenfresser, die sich hauptsächlich von Gras ernähren.

Diesen Umständen entsprechend waren die in den Plains lebenden Indianergruppen größtenteils Jäger, die allerdings auch mit den wenigen Gartenbauern Handel trieben und auf diese Weise Fleisch und Felle gegen Mais, Kürbisse und Bohnen tauschen konnten[4]. Hauptsächliche Jagdbeute waren die Prärie – oder Gabelantilope und der Büffel, die beide im 19. Jhd. in den Plains weit verbreitet waren. Von diesen Tieren wurde aber nicht nur das Fleisch als Nahrungsquelle geschätzt, sondern auch Hörner und Felle wurden verwendet, um beispielsweise Schmuck und Kleidung daraus zu gewinnen.

Besonders die Büffeljagd, welche aufgrund der schlechten Hör – und Sehfähigkeit der Tiere weitaus einfacher war als die Antilopenjagd, war bei den Blackfoot nicht nur bloße Nahrungsbeschaffung, sondern hatte auch rituelle Bedeutung. Die Plätze, an denen die Büffel von den Jägern über eine Klippe in den Tod getrieben wurden, wurden Estipah – Siki – Kini - Kots („Wo- ihm – der Schädel – eingeschlagen – wird“[5] ) genannt. Dort verband sich die Jagd mit Ritualen und Gebeten an höhere Mächte.

Die Häute der getöteten Büffel erfüllten eine ganz bestimmte Funktion. Sie wurden als Zeltdecken für die Tipis (Stangenzelte) benutzt, die bei den

Plains – Stämmen und besonders auch bei den Blackfoot eine bedeutsame Rolle spielten. Ohne schnell auf – und abzubauende und leicht transportable Zelte wäre das Nomadenleben, das diese Indianergruppen führten, kaum denkbar gewesen. Die Tipis der Blackfoot wurde häufig mit religiösen Symbolen bemalt, die vor Krankheit und Unglück schützen sollten und Aussagen über den sozialen Status des Besitzers machten[6].

Typisches Charakteristikum der Nomaden war z. B. die große Bedeutung des Kriegertums. Die Blackfoot – Krieger schmückten sich mit auffälligem Kopfschmuck, der aus Adlerfedern und Fellen bestand, und genossen ein extrem hohes Ansehen. Den unterliegenden Feinden wurde meist eine Trophäe abgenommen. Dabei handelte es sich z.B. um ein Stück der Kleidung oder eine Waffe, oder aber auch um den Skalp des Betreffenden[7].

Das Kriegertum als auch der Handel erreichten ihren Höhepunkt allerdings erst, als im 18. Jhd. der Gebrauch von Pferden und Feuerwaffen aus dem Osten Nordamerikas adaptiert wurden. Den einst unberittenen Blackfoot gelang es nun, den Stamm der Shoshoni zu bekämpfen und schließlich ganz aus den Plains zu vertreiben. Auch das Zurücklegen längerer Strecken und der Transport größerer Mengen Handelsgüter war erst durch die Benutzung der Pferde möglich geworden. Häufig galten Pferde auch als die wertvollste Kriegsbeute.

2.)Soziale Organisation der Blackfoot

a) Die soziale Struktur des Stammes

Die Blackfoot waren (besonders im 19. Jhd.) kein einheitlich zusammenlebender Stamm, sondern in drei eigenständige Stämme unterteilt, die Piegan, Blood und Siksika genannt wurden. Jede Gruppe lebte weitgehend unabhängig von den anderen und hatte ihren eigenen Stammeshäuptling, einen alle vereinenden „Oberhäuptling“ gab es nicht.

Innerhalb dieser Gruppen lebten mehrere Familien gemeinsam und gründeten auf diese Weise eine sogenannte Jagdgruppe, in welcher die Männer gemeinsam jagten und die Frauen sich ihrerseits um Haushalte und Kinder kümmerten. Die Zugehörigkeit einer Person zu einer Jagdgruppe war nicht durch gemeinsame Ahnen oder ein gemeinsames Totem bestimmt; obwohl jeder einzelne wußte, welcher Gruppe er angehörte, waren die Gründe dafür nicht geklärt[8]. So stand es auch jedem frei, die Jagdgruppe bei Bedarf zu wechseln.

Jede Jagdgruppe, von denen es insgesamt über zwanzig gegeben haben soll[9], hatte ihr eigenes Oberhaupt. Das Amt des Häuptlings war weder erblich, noch wurde es durch eine Wahl weitergegeben; es beruhte allein auf der Popularität des Betreffenden. Der Mann, welcher am meisten Autorität und Führungsqualitäten besaß und selbstverständlich auch über ein gewisses Maß an Reichtum verfügte, wurde als Häuptling anerkannt. Größere Jagdgruppen allerdings besaßen oft mehrere Häuptlinge, und es war nicht selten, daß sich ein Teil der Gruppe von den anderen trennte und unter einem anderen (stärkeren) Oberhaupt eine neue Jagdgruppe gründete.

Die Aufgaben des Häuptlings lagen hauptsächlich im sozialen und politischen Bereich. Auch hierbei ist anzumerken, daß seine Macht nicht von seinem Amt selbst, sonders ausschließlich von seiner persönlichen Autorität ausging. Er mußte „die sozialen Beziehungen innerhalb der Gruppe und zu den anderen Gruppen des Stammes regeln“[10], wobei er allerdings nicht das Recht hatte, Entscheidungen, die die gesamte Gruppe betrafen, allein zu fällen. Dies war die Aufgabe des Stammesrates, der aus angesehenen Männern bestand, die gegebenenfalls über „die Verlegung des Camps, gemeinschaftliche Jagd-, Raub- und Kriegszüge, die Veranstaltung von religiösen Zeremonien und Festen, die Art der Beziehungen zu anderen Gruppen und Stämmen sowie das Verhältnis zu den Weißen“[11] berieten und entschieden.

[...]


[1] Taylor, Colin, „Der große Bildatlas : Indianer : Die Plains“, S. 63

[2] s. o. , S. 62

[3] s. o. , S. 62

[4] s. o. , S. 68

[5] s. o. , S. 63

[6] s. o. , S. 67

[7] s. o. , S. 65

[8] Gerhard, Eva, „Blackfoot - Indianer“ ,S. 66

[9] s. o. , S. 66

[10] s. o. , S. 67

[11] s. o., S. 67

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Religion der Blackfoot-Indianer
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Seminar für Religionswissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V40555
ISBN (eBook)
9783638390477
ISBN (Buch)
9783640856756
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Religion, Blackfoot-Indianer
Arbeit zitieren
Magister Silke Labudda (Autor), 2003, Die Religion der Blackfoot-Indianer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40555

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