Verletzungen zählen in der Karriere eines Sportlers immer wieder zu einschneidenden Erlebnissen.
Kaum eine Sportler und kaum eine Sportart bleibt für immer von Verletzungen verschont. So verhält es sich auch beim Sportspiel Volleyball. Obwohl Volleyball eine Sportart ohne direkte Gegnerberührung ist, zählt es doch zu den "gefährlichen" Sportarten.
Die Gründe mich mit dieser Thematik zu befassen sind vielfältig. Einerseits bin ich persönlich schon seit langem im Volleyballsport als Trainer tätig, und die Liste der Spieler die an Verletzungen oder chronischen Schäden leiden, bestimmt nur allzu oft die Aufstellung und auch das Spielergebnis.
Andererseits betreibe ich diesen Sport auch aktiv und habe im laufe meiner sportlichen Karriere mehr als einmal mit einer "schweren" Verletzung (zur Begriffsabgrenzung später) pausieren müssen.
Aus diesen persönlichen Erfahrungen ergaben sich einige Fragestellungen:
· Gibt es volleyballspezifische Verletzungen? Wenn ja welche sind diese?
· Welche Ursachen haben diese Verletzungen?
· Was sind die verletzungsträchtigsten Elemente beim Volleyball?
· Welche Möglichkeiten gib t es, das Verletzungsrisiko zu minimieren?
In der vorliegenden Arbeit werde ich versuchen, einige Antworten auf diese Fragen zu finden. Dabei möchte ich zunächst einmal eine Begriffsbestimmung vor allem der Begriffe Sportverletzung und Sportschaden durchführen. Danach soll die Struktur des Volleyballspiels analysiert werden, um ein Verständnis für die Handlungsabläufe in diesem Sport zu vermitteln. Anschließend werde ich auf die Arten und Häufigkeiten von Sportverletzungen im allgemeinen und im Volleyball im speziellen eingehen, wobei auch ihre Diagnose und Behandlung zumindest kurz abgehandelt werden sollen.
Weiters möchte ich versuchen die Ursachen für Verletzungen im Volleyball zu klären. Abschließend werde ich einige Möglichkeiten zur Verletzungsprävention anführen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1 SPORTVERLETZUNG
2.2 SPORTSCHADEN
2.3 BAGATELLSCHÄDEN
3 STRUKTUR DES VOLLEYBALLSPIELS
3.1 GRUNDIDEE DES VOLLEYBALLSPIELS
3.2 GRUNDSTRUKTUR DES VOLLEYBALLSPIELS
3.3 BELASTUNGSSTRUKTUR IM VOLLEYBALL
3.3.1 Allgemeine physische Anforderungen
3.3.2 Lauf- und Sprunghandlungen im Volleyball
3.3.3 Psychische Belastung
4 ARTEN VON SPORTVERLETZUNGEN UND SPORTSCHÄDEN
4.1 SPORTVERLETZUNGEN
4.1.1 Prellung
4.1.2 Zerrung
4.1.3 Muskel(faser)riß
4.1.4 Sehnenriß
4.1.5 Verstauchung (Distorsion)
4.1.6 Verrenkung (Luxation)
4.1.7 Knochenbrüche
4.2 SPORTSCHÄDEN
4.2.1 Sehnenreizung (Tendinose)
4.2.2 Sehnenscheidenentzündung(Synovitis)
4.2.3 Chronische Fußbeschwerden
5 VERLETZUNGSHÄUFIGKEITEN IM VOLLEYBALL
6 VOLLEYBALLTYPISCHE SPORTVERLETZUNGEN UND -SCHÄDEN
6.1 SPRUNGGELENK
6.1.1 Supinationstrauma
6.1.2 Achillessehnenverletzungen und -reizungen
6.2 KNIEGELENK
6.2.1 Patellaspitzensyndrom
6.2.2 Chondropathia patellae
6.2.3 Kniearthrose
6.2.4 Meniskusschädigung
6.2.5 Menikusriß, Innenbandriß, Kreuzbandriß
6.3 WIRBELSÄULE
6.3.1 Bandscheibenbedingte Rückenschmerzen
6.3.2 Facettenbedingte Rückenschmerzen
6.4 SCHULTER
6.4.1 Impingement-Syndrom
6.4.2 Instabilität
6.4.3 Suprascapularis-Syndrom (Volleyballschulter)
6.4.4 Tendinitis der Bizepssehne
6.5 FINGER
6.5.1 Fingergelenkdistorsion, - luxation
6.5.2 Sehnenriß
6.5.3 Fingerfraktur
7 URSACHEN FÜR VERLETZUNGEN
7.1 ENDOGENE URSACHEN
7.2 EXOGENE URSACHEN
8 MÖGLICHKEITEN DER PRÄVENTION
8.1 ALLGEMEINE VERLETZUNGSVORBEUGENDE MAßNAHMEN
8.2 SPEZIELLE MAßNAHMEN ZUR VERMEIDUNG VON SPRUNGGELENKVERLETZUNGEN
8.2.1 Sprunggelenksorthesen
8.2.2 Tapeverband
8.2.3 Volleyballschutzplane
9 ZUSAMMENFASSUNG
10 LITERATUR
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifische Verletzungsproblematik im Volleyball, analysiert die Ursachen für akute Sportverletzungen sowie chronische Sportschäden und evaluiert präventive Maßnahmen zur Minimierung des Verletzungsrisikos.
- Analyse der physischen und psychischen Belastungsstruktur des Volleyballspiels.
- Differenzierung zwischen traumatischen Sportverletzungen und belastungsbedingten Sportschäden.
- Identifikation volleyballtypischer Verletzungsmuster an Sprunggelenk, Knie, Wirbelsäule, Schulter und Fingern.
- Evaluierung präventiver Strategien wie Muskeltraining, Orthesen und technischer Anpassungen.
Auszug aus dem Buch
6.1.1 Supinationstrauma
Verletzungen im oberen Sprunggelenk entstehen meist am Ende der Flugphase, wenn der Fuß Bodenkontakt bekommt. Oft ist eine Landung auf dem Fuß eines Mit- oder Gegenspielers für ein Umknicken verantwortlich. Auch schnelle Side-Step-Bewegungen beim Block oder in der Verteidigung können Ursachen sein. Es kommt zu einer großen Krafteinwirkung auf die Außenbänder. Je nach Stärke dieser Kraft, ergeben sich dann die unterschiedlichen Schweregrade der Verletzung. Bei einer nur geringen Gewalteinwirkung bleibt es bei einer Überdehnung des Bandapparates. Größere Kräfte führen dann zu Rissen (Rupturen) von 1-3 Bändern.
Die Grenze zwischen Distorsion , Kapselriß und einfachem Bänderriß sind fließend und eine genaue Diagnose oft schwierig. Je schwerer die Verletzung, um so größer ist aber die Aufklappbarkeit des Gelenkes, die mit einer sogenannten gehaltenen Röntgenaufnahme festgestellt werden kann und in Grad angegeben wird (bis zu 30° bei Riß aller 3 Bänder). Die auftretenden Hämatome und Schmerzen müssen nicht mit der Schwere der Verletzung übereinstimmen. Bänderdehnungen schmerzen manchmal mehr als Risse und bilden große Hämatome.
Selten aber doch immerhin möglich sind, beim selben Unfallhergang auch Knochenbrüche (Frakturen). Dabei reißen die Bänder nicht, und die Kraft wird auf das Wadenbein übertragen, welches dann brechen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der persönlichen Motivation sowie Definition der zentralen Fragestellungen und Zielsetzungen bezüglich Verletzungen im Volleyball.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Abgrenzung der medizinischen Begriffe Sportverletzung, Sportschaden und Bagatellschaden zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.
3 STRUKTUR DES VOLLEYBALLSPIELS: Analyse der sportartspezifischen Anforderungen, Belastungsstrukturen und Handlungsabläufe im Volleyball.
4 ARTEN VON SPORTVERLETZUNGEN UND SPORTSCHÄDEN: Klassifizierung und Beschreibung allgemeiner Verletzungsformen am Bewegungsapparat als theoretische Basis.
5 VERLETZUNGSHÄUFIGKEITEN IM VOLLEYBALL: Auswertung statistischer Daten und Studien zur Häufigkeitsverteilung von Verletzungen in verschiedenen Spielklassen und Positionen.
6 VOLLEYBALLTYPISCHE SPORTVERLETZUNGEN UND -SCHÄDEN: Detaillierte Untersuchung spezifischer Verletzungen an Sprunggelenk, Knie, Wirbelsäule, Schulter und Fingern hinsichtlich Diagnose und Behandlung.
7 URSACHEN FÜR VERLETZUNGEN: Unterteilung der Ursachenkomplexe in endogene Faktoren des Spielers und exogene, sportartspezifische Einflüsse.
8 MÖGLICHKEITEN DER PRÄVENTION: Vorstellung präventiver Ansätze durch Training, medizinische Versorgung und technische Hilfsmittel wie Orthesen.
9 ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Beantwortung der einleitenden Fragestellungen.
10 LITERATUR: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Fachpublikationen.
Schlüsselwörter
Volleyball, Sportverletzung, Sportschaden, Prävention, Supinationstrauma, Patellaspitzensyndrom, Belastungsstruktur, Überlastung, Muskeltraining, Sprunggelenk, Schulter, Wirbelsäule, Fingerverletzung, Sportmedizin, Leistungsdiagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Verletzungsrisiko im Volleyballsport und analysiert systematisch, warum Verletzungen auftreten und wie sie kategorisiert werden.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Im Fokus stehen die Belastungsanalyse der Sportart, die Typologie der Verletzungen (akut vs. chronisch) sowie Strategien zur Verletzungsprävention.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, volleyballspezifische Verletzungsmuster zu identifizieren und auf Basis der Literatur praxisnahe Empfehlungen zur Risikominimierung zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einem hermeneutischen Ansatz, bei dem bestehende Literatur, Statistiken und Studien ausgewertet und interpretiert werden.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Spielstruktur, eine medizinische Aufarbeitung der typischen Verletzungen nach Körperregionen sowie eine Untersuchung der Ursachen und Präventionsmöglichkeiten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Sportverletzung, Volleyball, Prävention, Überlastung und Bewegungsapparat beschreiben.
Warum treten Sprunggelenksverletzungen so häufig auf?
Laut den Untersuchungen sind vor allem Landephasen bei Block- und Angriffshandlungen, oft in Verbindung mit Kollisionen an der Mittellinie, für die hohe Anzahl an Sprunggelenksverletzungen verantwortlich.
Welchen Stellenwert nimmt die „Volleyballschutzplane“ ein?
Die Schutzplane soll das Übertreten an der Mittellinie verhindern. Während sie im Training als wirksame Präventionsmaßnahme bewertet wird, ist ihr Einsatz bei offiziellen Wettkämpfen derzeit nicht zugelassen.
Welche Rolle spielt die Muskulatur bei der Verletzungsentstehung?
Muskuläre Dysbalancen und eine instabile Rumpfmuskulatur werden als wesentliche endogene Ursachen für chronische Sportschäden (insbesondere an Wirbelsäule und Schulter) identifiziert.
Sind Volleyballerinnen und Volleyballer gleichermaßen gefährdet?
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass sich Männer statistisch gesehen häufiger verletzen als Frauen, wobei auch die Spielklasse einen signifikanten Einfluss auf die Verletzungsrate hat.
- Citar trabajo
- Martin Plessl (Autor), 1999, Verletzungen im Volleyball, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40566