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Die politikwissenschaftliche Relevanz des „Europäischen Traums“ . Gegenüberstellung mit dem „Amerikanischen Traum“

Title: Die politikwissenschaftliche Relevanz des „Europäischen Traums“ . Gegenüberstellung mit dem „Amerikanischen Traum“

Seminar Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Oliver Westerwinter (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts läßt sich die Welt als eine Pluralität der sich auf verschiedenen Ebenen manifestierenden Risiken, Vielfalten und Interdependenz-zusammenhänge charakterisieren. Die jeweiligen Manifestationsebenen können subnationaler und nationaler, aber auch – und dieses trifft zunehmend zu – transnationaler und globaler Art sein. Eine auf diese Weise zu charakterisierende Welt läßt den Begriff des Politischen, als dessen Kern die „Herstellung kollektiv verbindlicher Entscheidungen“ verstanden werden kann , zunehmend als problematisch erscheinen. Diese Problematik des Begriffs des Politischen resultiert vor allem aus dem Gleichsetzen des Politischen mit dem Staat, der als zentraler Ort des Herstellens kollektiv verbindlicher Entscheidungen angesehen wird. Der Staat – verstanden als Nationalstaat – wird zu einem wesentlichen Teil territorial definiert , so daß der auf den Staat bezogene Begriff des Politischen ebenfalls einen territorial-exklusiven und daher in einer in vielfältiger Hinsicht sich pluralisierenden Welt anachronistischen Charakter aufweist. Der „Amerikanische Traum“ beziehungsweise das Konzept, welches sich aus diesem extrahieren läßt, kann als ein Vehikel für diese territorial-exlkusive und vertikal-hierarchisch gefaßte Variante des Begriffs des Politischen verstanden werden. In einer sich pluralisierenden Welt büßt jedoch der Nationalstaat auf subnationaler und nationaler sowie in gewisser Weise auch auf transnationaler und globaler Ebene kontinuierlich Steuerungspotential ein und Grenzen als Demarkationslinien nationalstaatlicher Exklusivität verlieren zunehmend an Bedeutung. Daher scheint das Konzept des „Amerikanischen Traums“ und mit diesem die skizzierte Variante des Begriffs des Politischen als problematisch. Nach Jeremy Rifkin läßt sich am Anfang des 21. Jahrhunderts das Heraufdämmern eines zwar noch diffusen „Europäische(n) Traum(s)“ , welcher ebenfalls in Form eines Konzeptes systematisiert werden kann, als eine potentielle Alternative zum „Amerikanischen Traum“ konstatieren. Rifkin zufolge scheint dieses europäische Konzept eher als sein amerikanisches Pendant mit der Welt des beginnenden 21. Jahrhunderts kompatibel.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ein politikwissenschaftlicher Zugang zu „Träumen“ – einige begriffstheoretische Vorüberlegungen

3 Das Konzept des „Amerikanischen“ und das des „Europäischen Traums“ im Vergleich – Darstellung, Kritik und politikwissenschaftliche Relevanz

3.1 Das Konzept des „Amerikanischen Traums“ – Versuch einer Skizze

3.2 Das Konzept des „Europäischen Traums“ – Versuch einer systematischen Skizze

3.3 Eine kritische Betrachtung der politikwissenschaftlichen Relevanz der Rifkin´schen „Traumgegenüberstellung“ – einige Schlaglichter

3.4 Die dem amerikanischen und europäischen Konzept jeweils inhärenten Umrisse einer Variante des Begriffs des Politischen

4 Kontinuität im Wandel – eine veränderte Modalität des Politischen und neue Probleme?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit das „europäische Konzept“ (basierend auf Jeremy Rifkin) als Vehikel für eine veränderte Variante des Begriffs des Politischen dienen kann, und vergleicht diese kritisch mit dem „amerikanischen Konzept“, um den Wandel des Politikbegriffs zu analysieren.

  • Gegenüberstellung des „Amerikanischen Traums“ und des „Europäischen Traums“.
  • Analyse der zugrunde liegenden Raum- und Zeitbegriffe sowie Sicherheits- und Freiheitsverständnisse.
  • Kritische Reflexion der politikwissenschaftlichen Relevanz dieser Traum-Gegenüberstellung.
  • Untersuchung des Paradigmenwechsels von „government“ zu „governance“.
  • Diskussion über die Rolle des Nationalstaats in einer zunehmend vernetzten Welt.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Konzept des „Amerikanischen Traums“ – Versuch einer Skizze

Der „Amerikanische Traum“ kann nicht als Einheit aufgefaßt werden. Er ist vielmehr aus verschiedenen von zahlreichen Amerikanern gemeinsam geteilten Ideen , die sich in unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Kontexten herausgebildet und weiterentwickelt haben, zusammengesetzt. Bezogen auf diese Entwicklungskontexte kann der „Amerikanische Traum“ als ein Amalgam aus Ideenfragmenten der Reformation und der Aufklärung, die in Amerika zu einer spezifischen Ausformung gelangten, verstanden werden: „Generationen von Amerikanern [...] (lebten; Anm. d. Verf.) sowohl die Reformation als auch die Aufklärung in jeweils reinster Form simultan aus und wurden zu den frömmsten Protestanten sowie den entschiedensten Naturwissenschaftlern zugleich und unterwarfen sich der Herrschaft des Privateigentums, des Marktkapitalismus und der Ideologie des Nationalstaats.“9 Der „Amerikanische Traum“ ist demnach als das Resultat des Transfers ursprünglich europäischer Vorstellungen auf den amerikanischen Kontinent zu verstehen.

Losgelöst von ihren ursprünglichen historischen und gesellschaftlichen Entstehungskontexten entwickelten sich diese Vorstellungen in den Vereinigten Staaten von Amerika weiter. Der „Amerikanische Traum“ ist somit ein sehr alter – ursprünglich von Europa ausgehender – „Traum“.10 Das korrespondierende Konzept variiert bestimmte Fassungen der Begriffe „Raum“ und „Zeit“ sowie Umrisse einer bestimmten Variante des Eigentumsbegriffs. Die darüber hinausgehenden Kernelemente des amerikanischen Konzepts sind bestimmte Varianten des Freiheits- und mit diesem zusammenhängend des Sicherheitsbegriffs, ferner die Überzeugung zahlreicher Amerikaner, Angehörige eines von Gott auserwählten Volkes zu sein, ein mitunter aus dieser Überzeugung hervorgehender Patriotismus samt einer protestantischen Arbeitsethik.11

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass der traditionelle, staatszentrierte Begriff des Politischen in einer globalisierten Welt anachronistisch wird, und stellt den „Amerikanischen“ sowie den „Europäischen Traum“ als Konzepte zur Analyse dieses Wandels vor.

2 Ein politikwissenschaftlicher Zugang zu „Träumen“ – einige begriffstheoretische Vorüberlegungen: In diesem Kapitel wird dargelegt, wie die diffusen kollektiven „Träume“ analytisch in präzise Konzepte überführt werden, um ihre politikwissenschaftliche Relevanz bezüglich Raum, Autonomie und Freiheit untersuchen zu können.

3 Das Konzept des „Amerikanischen“ und das des „Europäischen Traums“ im Vergleich – Darstellung, Kritik und politikwissenschaftliche Relevanz: Dieses zentrale Kapitel analysiert und vergleicht die Konzepte des amerikanischen und europäischen Traums, hinterfragt deren theoretische Fundierung kritisch und leitet daraus unterschiedliche Varianten des Begriffs des Politischen ab.

4 Kontinuität im Wandel – eine veränderte Modalität des Politischen und neue Probleme?: Das Fazit stellt fest, dass sich der Begriff des Politischen primär in seiner Modalität verändert, und veranschaulicht diesen Prozess als Paradigmenwechsel vom „government“ zum „governance“.

Schlüsselwörter

Amerikanischer Traum, Europäischer Traum, Politikbegriff, Nationalstaat, Gouvernance, Government, Jeremy Rifkin, Globalisierung, Netzwerk, Interdependenz, politische Modalität, Kollektivität, Kontingenz, Raum, Zeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Gegenüberstellung des „Amerikanischen Traums“ und des „Europäischen Traums“ dazu dienen kann, einen Wandel im Verständnis des Politischen zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Transformation des Politikbegriffs, der Vergleich verschiedener gesellschaftlicher Leitbilder sowie die sich wandelnde Rolle des Nationalstaats in einer global vernetzten Welt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den „Europäischen Traum“ als ein Konzept zu identifizieren, das eine alternative, prozessuale Variante des Politischen verkörpert, und diese mit der traditionell staatszentrierten Variante des „Amerikanischen Traums“ zu kontrastieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine theoretische Konzeptanalyse, bei der Rifkins Thesen kritisch geprüft, systematisierte Begriffsmodelle extrahiert und mit politikwissenschaftlichen Paradigmen (wie „governance“) in Verbindung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Skizzierung der Konzepte, ihre kritische Überprüfung sowie die Ableitung spezifischer Varianten des Politikbegriffs, die aus den jeweiligen Raum-Zeit-Verständnissen der Konzepte resultieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „governance“, „government“, „Netzwerk“, „Nationalstaat“, „Kontingenz“ und „politische Modalität“.

Wie unterscheidet sich laut Autor das amerikanische vom europäischen Konzept?

Das amerikanische Konzept basiert auf einer vertikal-hierarchischen, exklusiven „top-down“-Variante, während das europäische Konzept durch eine horizontale, inklusive, prozessuale „bottom-up“-Variante geprägt ist.

Welchen Stellenwert nimmt der Nationalstaat in dieser Untersuchung ein?

Der Nationalstaat wird nicht als obsolet betrachtet, aber er verliert seine exklusive Stellung als alleiniger Ort des Politischen und wird zunehmend in netzwerkartige Strukturen eingebunden.

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Details

Title
Die politikwissenschaftliche Relevanz des „Europäischen Traums“ . Gegenüberstellung mit dem „Amerikanischen Traum“
College
University of Münster  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar: Einführung in die Politische Soziologie
Grade
1,0
Author
Oliver Westerwinter (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V40571
ISBN (eBook)
9783638390620
Language
German
Tags
Konzept Europäischen Traums Vehikel Begriffs Politischen Versuch Relevanz Gegenüberstellung Amerikanischen Europäischen Traums Seminar Einführung Politische Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Westerwinter (Author), 2005, Die politikwissenschaftliche Relevanz des „Europäischen Traums“ . Gegenüberstellung mit dem „Amerikanischen Traum“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40571
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