Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Thema „Einführung von Praxisgebühr, Kostenerstattung und höhere Zuzahlung – Hintergründe, Maßnahmen, Widerstände“. Grundlage ist das so genannte Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Modernisierungsgesetz), das in der Bundesrepublik Deutschland am 01.01.2004 in Kraft getreten ist. Dabei soll zunächst darauf eingegangen werden, welche Umstände die Einführung des Gesetzes notwendig gemacht haben. Im zweiten Teil werden die wesentliche n Maßnahmen vorgestellt. Der dritte Teil der Arbeit beschreibt die zahlreichen Widerstände, die das Gesetz bei den unterschiedlichen Adressaten und Interessengruppen hervorgerufen hat. An dieser Stelle sei bemerkt, dass Literatur zu diesem Thema wegen der Aktualität teilweise nur sporadisch herangezogen werden konnte. Umso mehr wurde auf Quellen aus dem Internet zurückgegriffen, wobei mit besonderer Sorgfalt darauf geachtet wurde, dass die Quellen in puncto Seriosität und Qualität dem Anspruch für wissenschaftliches Arbeiten genügen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergründe
2.1. Ausgewählte Zahlen des Gesundheitswesens
2.2. Ökonomische Gegebenheiten
2.3. Reformnotwendigkeit und Zielbindung
2.4. Reformansätze
2.4.1 Sachverständigenrat für konzertierte Aktion im Gesundheitswesen
2.4.2 Fritz Beske Institut (Konzept „Kieler Alternative“)
2.4.3 Rürup-Kommission (Regierung-nah)
2.4.4 Herzog-Kommision (CDU-nah)
3. Durch die Gesundheitsreform bedingte wichtige Veränderungen
3.1 Praxisgebühr
3.1.1 Gründe für die Einführung der Praxisgebühr
3.1.2 Wann sind Praxisgebühren zu entrichten?
3.1.3 Kritik an der Praxisgebühr
3.1.4 Erfolge der Praxisgebühr
3.2 Höhere Zuzahlungen
3.2.1 Was hat sich geändert?
3.2.2 Auswirkungen der höheren Zuzahlungsregelungen
3.3 Kostenerstattung
3.3.1 Modell der Kostenerstattung (Rahmenbedingungen)
3.3.2 Vorteile der Kostenerstattung
3.3.3 Mögliche Gefahren der Kostenerstattung
4. Widerstände
4.1 Umfragen als Überblick über die Meinung der Bevölkerung
4.2 Hausarztmodell
4.3 Klagen
4.3.1 Kassenärztliche Bundesvereinigung
4.3.2 Einzelne Ärzte
4.4 Sonstige Aktionen
4.5 Analyse der Widerstände – Sind die Bedenken eingetreten?
5. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Hintergründe, Maßnahmen und Widerstände im Kontext des GKV-Modernisierungsgesetzes von 2004, mit besonderem Fokus auf die Einführung der Praxisgebühr, veränderte Zuzahlungen und das Kostenerstattungsprinzip.
- Analyse der Notwendigkeit und der Rahmenbedingungen der Gesundheitsreform.
- Detaillierte Untersuchung der neuen Zuzahlungs- und Praxisgebührenregelungen.
- Evaluierung des neuen Wahlrechts der Kostenerstattung für gesetzlich Versicherte.
- Aufarbeitung des Widerstands bei Bevölkerung und Ärzteschaft.
Auszug aus dem Buch
3.3 Kostenerstattung
Im Zuge des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes soll auch gesetzlich Krankenversicherten mehr Patientensouveränität eingeräumt werden. Einen Schritt in diese Richtung eröffnet unter anderem das seit dem 01. Januar 2004 bestehende Wahlrecht der Versicherten, womit sie zwischen dem alten Sachleistungs- (Abrechnung der Krankenkassen mit den Ärzten über Chipkarte) und dem Kostenerstattungsprinzip entscheiden können. Dieses Recht hatten zuvor nur freiwillig Versicherte.
Mit der Wahl des Kostenerstattungsprinzips wird ein gesetzlich Versicherter einem Privatversicherten in seinen Rechten und Pflichten nahezu gleich gestellt. Der Versicherte ist nicht mehr an die Leistungsbegrenzungen der gesetzlichen Krankenversicherung gebunden, das heißt, er ist in seiner Arztwahl und Behandlungsweise nicht mehr eingeschränkt. Genau wie ein Privatpatient erhält er nach der Behandlung eine Rechnung über die von ihm in Anspruch genommenen Leistungen. Nachdem er mit der Begleichung der Rechnung in Vorleistung getreten ist, kann er diese zur Kostenerstattung bei der Krankenkasse einreichen. Allerdings können nur Kosten bis zur Höhe der Kassenleistung von der Krankenkasse erstattet werden.
Die Kostenerstattung gilt auch für Leistungserbringer der Europäischen Gemeinschaft. Die Wahl der Kostenerstattung ist für den Versicherten für ein Jahr verbindlich, er kann also nicht beliebig zwischen den beiden von der Krankenversicherung angebotenen Prinzipien wechseln. Er hat allerdings die Möglichkeit, Kostenerstattung sowohl für stationäre als auch für ambulante Behandlungen festzulegen oder diese nur auf ambulante Behandlung zu beschränken.
Die Krankenkasse hat dabei die Pflicht, den Versichten vor seiner Entscheidung umfassend zu beraten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Thematik des GKV-Modernisierungsgesetzes und Abgrenzung der Arbeit von historischen Reformen sowie sozialstaatlichen Prinzipien.
2. Hintergründe: Analyse der finanziellen Situation des Gesundheitswesens, der demografischen Entwicklung und der von der Regierung konsultierten Expertengruppen.
3. Durch die Gesundheitsreform bedingte wichtige Veränderungen: Detaillierte Darstellung der neuen Praxisgebühr, der angepassten Zuzahlungsregelungen sowie der Einführung des Kostenerstattungsprinzips.
4. Widerstände: Betrachtung der Reaktionen aus der Bevölkerung, der Ärzteschaft sowie gerichtliche Auseinandersetzungen und alternative Protestaktionen.
5. Ausblick: Einschätzung der ersten Auswirkungen der Reform sowie die Prognose zur zukünftigen finanziellen Entlastung des Systems.
Schlüsselwörter
Gesundheitsreform, GKV-Modernisierungsgesetz, Praxisgebühr, Zuzahlung, Kostenerstattung, Gesundheitswesen, Patientenrechte, demografischer Wandel, Ärzteschaft, Lohnnebenkosten, Sozialgesetzbuch, Solidarität, Krankenversicherung, Beitragszahler, Gesundheitsbewusstsein.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einführung des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Modernisierungsgesetz) vom 01.01.2004 und die damit verbundenen Hintergründe, Maßnahmen und Reaktionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Praxisgebühr, veränderte Zuzahlungsregelungen bei Medikamenten und Behandlungen sowie die Einführung des Wahlrechts zur Kostenerstattung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Notwendigkeit der Reform durch ökonomische Fakten zu begründen und die Auswirkungen sowie den Widerstand bei den verschiedenen Interessengruppen objektiv darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine schriftliche Ausarbeitung auf Basis aktueller Quellen, Internet-Recherchen und fachwissenschaftlicher Literatur zur Gesundheitsökonomie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen, die spezifischen Maßnahmen wie Praxisgebühr und Zuzahlungen sowie eine detaillierte Analyse der Widerstände von Bevölkerung und Ärzten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Gesundheitsreform, Praxisgebühr, Zuzahlungsregelung, Kostenerstattung und der demografische Wandel im Gesundheitssystem.
Welche Rolle spielt das Kostenerstattungsprinzip für Versicherte?
Es ermöglicht gesetzlich Versicherten, eine Behandlung wie Privatversicherte abzurechnen, wobei sie zunächst in Vorleistung treten und die Kosten bis zur Höhe der Kassenleistung erstattet bekommen.
Warum leistet die Ärzteschaft so großen Widerstand?
Der Hauptgrund ist der zusätzliche Verwaltungsaufwand beim Einzug der Praxisgebühr, für den sie keine finanzielle Kompensation erhalten, sowie die Sorge um die Patientenbindung.
- Quote paper
- Stephanie Heberer-Wilhelm (Author), 2004, Die Einführung von Praxisgebühr, Kostenerstattung und höherer Zuzahlung: Hintergründe, Widerstände, Maßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40683