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Die Utopia des Thomas Morus im Vergleich zum frühneuzeitlichen England

Title: Die Utopia des Thomas Morus im Vergleich zum frühneuzeitlichen England

Seminar Paper , 2005 , 13 Pages

Autor:in: Demir Cesar (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Im Jahre 1516 veröffentlicht der englische Humanist Thomas Morus (1478- 1535) ein Werk, das eine neue literarische Ära einleiten sollte. Mit der „Utopia“, oder wie sie im Original heißt „De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia“1, schuf Thomas Morus eine Schrift, deren Typus viele weitere Arbeiten nachfolgender Schriftsteller prägte. Die Schwierigkeit der Utopia besteht in der eindeutigen Interpretation, warum Morus dieses Buch geschrieben hat. Einig sind sich viele Wissenschaftler zumindest in dem Punkt, dass die „Utopia“ aktuelle gesellschaftliche Probleme zu Anfang des 16. Jahrhunderts in England anprangert.2 Dieser Eindruck wird durch einen spiegelbildlichen Gegensatz der vorherrschenden sozialen Zustände in der Utopia geschaffen. Außerdem werden im ersten Buch der Utopia, die Probleme der sozialen Lage im frühneuzeitlichen England in einem fiktiven Gespräch zwischen Thomas Morus, Kardinal Morton und Hythlodeus noch genauer erwähnt und diskutiert.3 Somit stellt die Utopia keine reine Phantasiewelt dar, sondern schlägt Modelle und Grundsätze vor, die beispielsweise die Behandlung von Armen und Kranken, die Betonung von Bildung und Erziehung und eine intelligente Kriegspolitik betreffen. Als soziales Grundprinzip gilt die Abschaffung des Privateigentums, um eine gerechte Aufgabenteilung und Gleichheit unter den Bürgern Utopias zu gewährleisten. Auch die humanistisch gebildeten Rezipienten des 16. Jahrhundert verstanden die Utopia nicht als ein literarisches Werk, sondern empfanden die aufgezeigten Gegensätze als gesellschaftskritisch.4 In meiner vorliegenden Arbeit vergleiche ich den von Morus aufgezeigten fiktiven Staat mit den zeitgenössischen politisch-sozialen Verhältnissen. Ich zeige in dem ersten Teil einen Einblick in die allgemeine Struktur des utopischen Staates auf, um dann im zweiten Teil die realen Missstände gegenüberzustellen. Dabei konzentriere ich mich auf die sozialen Aspekte der Utopia und inwieweit diese als ein wichtiges Element zur Bewältigung der damaligen Probleme hilfreich gewesen wären.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Utopia als staatskritisches Werk

1.1 Einleitung

1.2 Der utopische Staat

2. Utopia und die soziale Realität Englands

2.1 Familie

2.2 Medizinische Versorgung

2.3 Landwirtschaft und die Probleme der Bauern

2.4 Verbrechensbekämpfung und Armengesetzgebung

3. Abschluss

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

4.1 Quellenverzeichnis

4.2 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk „Utopia“ von Thomas Morus als staatskritisches Dokument und vergleicht den darin entworfenen fiktiven Idealstaat mit den realen politisch-sozialen Verhältnissen im frühneuzeitlichen England des 16. Jahrhunderts. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die sozialen Aspekte der Utopie als Lösungsvorschläge für die damaligen gesellschaftlichen Missstände, wie Armut, Kriminalität und soziale Ungerechtigkeit, zu verstehen sind.

  • Strukturelle Analyse des utopischen Staates als Gesellschaftsentwurf.
  • Gegenüberstellung der sozialen Realität Englands (Armut, Arbeitslosigkeit, Rechtssystem).
  • Die Rolle der Familie und der Bildung im utopischen Vergleich.
  • Analyse der Verbrechensbekämpfung und der Wirksamkeit von Strafmaßnahmen.
  • Evaluierung von Morus' Idealbild im Spannungsfeld zwischen humanistischer Vision und konservativer christlicher Ethik.

Auszug aus dem Buch

1.2 Der utopische Staat

Das Werk „Utopia“ ist in 2 Bücher aufgeteilt.

In dem ersten Buch findet ein ausführliches Gespräch über die sozialen Probleme des frühneuzeitlichen Englands statt. Die Wissenschaftler sind sich heute auch einig, dass die in dem Gespräch vertretene Meinung auch der von Morus entspricht. Da er das erste Buch nachträglich verfasst hat, wollte er seine Absicht der Utopia in diesem Buch verdeutlichen.5 Im zweiten Buch schildert der Weltreisende Hythlodeus seine Eindrücke dieses fiktiven Staates. Zu Anfang beschreibt Hythlodeus die Insel wie folgt:

„Die Insel der Utopier dehnt sich in der Mitte, wo sie am breitesten ist, zweihundert Meilen weit aus, ist eine weitere Strecke lang nicht viel schmäler und spitzt sich dann gegen die beiden Enden hin allmählich zu.“6

Gegründet wurde die Insel von einem Herrscher namens Utopus, der die Insel vom Festland Europas trennen ließ. Die Insel ist durch „tückische Klippen“ 7 sicher vor einem fremden Eindringen geschützt und nur die Utopier selber kennen den ungefährlichen Weg dorthin. Insgesamt besteht der Staat aus 54 Städten, die alle dezentralistisch umschlossen sind. Die Hauptstadt ist Amaurotum, in der Hythlodeus auch gelebt haben will. Jede Stadt ist in seinem Aussehen und der herrschenden Gesetzgebung identisch. Das Gleichheitsprinzip gilt auch für die Rechte und Pflichten der dort lebenden Bürger, somit wird niemand benachteiligt, sofern er tugend- und gewissenhaft seine Zeit in der Gemeinschaft verbringt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Utopia als staatskritisches Werk: Einführung in das Werk von Thomas Morus und Darlegung der staatlichen Struktur des utopischen Modells.

2. Utopia und die soziale Realität Englands: Vergleichende Untersuchung spezifischer Lebensbereiche wie Familie, Gesundheit, Landwirtschaft und Rechtsprechung zwischen der Utopie und dem historischen England.

3. Abschluss: Fazit zur Relevanz von Morus als kritischer Humanist und Bewertung seines Werks als innovative Gesellschaftsutopie.

4. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Thomas Morus, Utopia, frühneuzeitliches England, Sozialkritik, Humanismus, Privateigentum, Armengesetzgebung, soziale Realität, Verbrechensbekämpfung, Staatsstruktur, Landwirtschaft, Gleichheitsprinzip, historische Analyse, Idealstaat, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit?

Die Arbeit analysiert Thomas Morus' „Utopia“ als staatskritisches Werk und stellt das darin beschriebene Gesellschaftsmodell den sozioökonomischen Verhältnissen des Englands im 16. Jahrhundert gegenüber.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Im Zentrum stehen die soziale Lage, das Familiengefüge, die medizinische Versorgung, die Agrarwirtschaft sowie die Mechanismen der Kriminalitätsbekämpfung und Armengesetzgebung.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Morus durch seinen fiktiven Entwurf die realen Missstände seiner Zeit anprangert und welche innovativen Lösungsansätze er für die Probleme seiner Epoche anbietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Der Verfasser nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem er die fiktiven Beschreibungen aus der „Utopia“ direkt den historischen Gegebenheiten und zeitgenössischen sozialen Problemen Englands gegenüberstellt.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des utopischen Staates sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der sozialen Lebenswirklichkeiten, insbesondere im Hinblick auf soziale Ungerechtigkeit und staatliche Ordnung.

Welche Begriffe charakterisieren den Inhalt am besten?

Wichtige Begriffe sind Sozialkritik, Utopie, Humanismus, Privateigentum, soziale Realität und Reformansätze.

Warum war laut der Arbeit die Einführung des Privateigentums in der Utopie ein zentrales Thema?

Die Abschaffung des Privateigentums wird als soziales Grundprinzip dargestellt, um eine gerechte Aufgabenteilung und Gleichheit unter allen Bürgern zu gewährleisten, im Gegensatz zur damaligen englischen Gesellschaft.

Wie bewertet der Autor Morus' Haltung zur Todesstrafe im historischen Kontext?

Der Autor stellt fest, dass Morus die Todesstrafe, die im England seiner Zeit auch für kleinere Delikte verhängt wurde, als ineffektiv ablehnte und stattdessen die zugrunde liegende Verelendung der Bevölkerung als Ursache für die hohe Kriminalität identifizierte.

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Details

Title
Die Utopia des Thomas Morus im Vergleich zum frühneuzeitlichen England
College
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Course
Das Mittelalter als Vorläufer des Wohlfahrtsstaates
Author
Demir Cesar (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V40788
ISBN (eBook)
9783638392174
Language
German
Tags
Utopia Thomas Morus Vergleich England Mittelalter Vorläufer Wohlfahrtsstaates
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Demir Cesar (Author), 2005, Die Utopia des Thomas Morus im Vergleich zum frühneuzeitlichen England, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40788
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