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Koedukation - Rückschritt oder neue Chance?

Title: Koedukation - Rückschritt oder neue Chance?

Term Paper , 2000 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sabine Pfisterer (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Abstract
KOEDUKATION: RÜCKSCHRITT ODER NEUE CHANCE?
Lange Zeit galt es als Errungenschaft, dass Mädchen den gleichen Unterricht wie Jungen erhalten und somit keine formalen Schranken im Bildungssystem mehr bestehen. Heute wird die Koedukation – die gemeinsame Erziehung von Jungen und Mädchen – jedoch wieder kontrovers diskutiert.
So bestehen Unterschiede in der Studien- und Berufswahl und im Fachinteresse, je nachdem ob Frauen koedukativ oder monoedukativ beschult wurden. Es gibt jedoch widersprüchliche Ergebnisse zur Wirkung der Koedukation auf fachliche Leistungen und es scheinen auch andere Faktoren außer der Schulform eine Rolle zu spielen.
Als mögliche Ursachen der Geschlechtsunterschiede werden angeborene Leistungsunterschiede, aber auch die Auswirkung von unterschiedlichen Interaktionen im Unterricht, von Lernmaterial und von unterschiedlicher Sozialisation diskutiert. Möglich wären auch unterschiedliche Lernstrategien.
Zusammenfassend wird angenommen, dass der Effekt der Schulform begrenzt ist und sich hauptsächlich auf eine breitere Interessensentwicklung bei Monoedukation bezieht. Eventuell könnte phasenweise getrennter Unterricht sinnvoll sein, doch neben der Unterrichtsstruktur sollten auch inhaltliche, didaktische und soziale Aspekte beachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Begriffsklärung

1.2 Historischer Rückblick

2 Kritik an der Koedukation

2.1 Unterschiede in Berufs- und Studienwahl, Leistung und Interesse

2.1.1 Berufs- und Studienwahl

2.1.2 Leistung

2.1.3 Interesse

2.2 Mögliche Ursachen der Unterschiede

2.2.1 Natürliche Unterschiede

2.2.2 Unterschiedliche Interaktionen im Unterricht

2.2.3 Unterrichtsmaterial

2.2.4 Unterschiedliche Sozialisation

2.2.5 Verschiedene Lernstrategien

3 Zusammenfassung

3.1 Einfluss der Schulform auf genannte Unterschiede

3.2 Die Lösung: Koedukation oder Monoedukation?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den Erfolg der Koedukation im Schulsystem, insbesondere im Hinblick auf Geschlechterunterschiede bei Leistungen, Interessen sowie der Berufs- und Studienwahl. Das primäre Ziel ist es, zu erörtern, ob die Koedukation Mädchen tatsächlich die angestrebte Gleichstellung und Chancen bietet oder ob sie einen Rückschritt darstellt, der eine Modifikation oder Abkehr zur Monoedukation rechtfertigen würde.

  • Historische Entwicklung der Koedukation und ihre Einführung
  • Empirische Analyse von Geschlechterunterschieden in Leistung und Interesse
  • Identifikation möglicher Ursachen: Interaktionsmuster und Sozialisation
  • Einfluss von Unterrichtsmaterial und dem "heimlichen Lehrplan"
  • Bewertung von monoedukativen Ansätzen als mögliche Lösung

Auszug aus dem Buch

1.2 HISTORISCHER RÜCKBLICK

Über Jahrtausende stellte Bildung und damit auch schulische Erziehung ein männliches Privileg dar. Zwar forderte z.B. schon Comenius 1638 in seiner „Didactica magna“ den Schulbesuch auch für Mädchen (zit. nach Richter, 1996, S. 70), doch erst mit Einführung der allgemeinen Schulpflicht erhielten auch Mädchen grundsätzlich eine Elementarbildung (in Preußen 1717). Die Volks- und Elementarschulen wurden weitgehend koedukativ geführt. Ab 1893 wurden in manchen Städten Gymnasien für Mädchen eingerichtet, deren Abschluss aber nicht zum Studium berechtigte. Ab 1918 wurden dann Mädchen auch an Jungenschulen zugelassen bzw. koedukative Schulen genehmigt (Hertel, 1995, S. 21).

Während im 19. Jh. ein Mindestmaß an Bildung bei den sog. höheren Töchtern erwünscht war - sie sollten ihre späteren Männer nicht langweilen und sie „angenehm und nützlich“ unterhalten können (Stalmann, 1992, S. 23), - stießen Forderungen nach Koedukation auf enormen Widerstand: Es wurde bezweifelt, dass Mädchen den gleichen Stoff verstehen könnten, befürchtet, dass ihre natürliche Bestimmung als Hausfrau und Mutter unterlaufen werde und dass sie durch ihre körperliche Schwäche dem Unterricht nicht gewachsen seien. Gleichzeitig wurden sie als potentielle Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt betrachtet (trotz Schwäche und geistiger Unterlegenheit), und es wurden negative Einflüsse auf die Knabenbildung und die Moral im allgemeinen gesehen (S. 27ff). Noch Anfang des 20. Jh. glaubte man, dass die geistige Überforderung bei den Mädchen zu Unfruchtbarkeit oder Psychosen führen könnte; die Frauen sollten auch nicht zu gebildet werden, damit sie weiterhin bereit seien, die ihnen zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen (Spender, 1989, S. 46).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Definiert den Begriff Koedukation und gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung der Mädchenbildung bis zur Etablierung koedukativer Schulen.

2 Kritik an der Koedukation: Analysiert empirische Daten zu Leistungs- und Interessenunterschieden zwischen Mädchen und Jungen und untersucht Ursachen wie Interaktionsmuster, Lehrmaterial und Sozialisation.

3 Zusammenfassung: Reflektiert die Ergebnisse zur Schulform und diskutiert, ob eine monoedukative Trennung eine sinnvolle Lösung zur Chancengleichheit darstellt.

Schlüsselwörter

Koedukation, Monoedukation, Geschlechterunterschiede, Bildungsbeteiligung, Schulform, Mädchenschulen, Geschlechtsrollen, Sozialisation, Lehrerinteraktion, Unterrichtsmaterial, Leistungsunterschiede, Interessenentwicklung, Chancengleichheit, feministische Pädagogik, Studienwahl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit?

Die Arbeit untersucht die Effektivität der Koedukation im Schulsystem und hinterfragt, ob das Konzept der gemeinsamen Erziehung von Mädchen und Jungen die erhoffte Gleichstellung und Chancengleichheit tatsächlich erreicht hat.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Berufs- und Studienwahl, Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern, die Auswirkungen von Lehrerinteraktionen, der Einfluss von Unterrichtsmaterialien sowie die Rolle der sozialen Prägung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Koedukation einen "Rückschritt oder eine neue Chance" darstellt, basierend auf empirischen Befunden zu den Unterschieden in Leistung und Interesse.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine schriftliche Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener empirischer Studien zur Koedukation und Geschlechterdifferenzierung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Kritik an der Koedukation, eine Analyse von Leistungsdaten, eine Untersuchung der Ursachen (wie natürliche Faktoren, Interaktionen und Sozialisation) sowie eine Bewertung monoedukativer Ansätze.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Koedukation, Geschlechterrolle, Sozialisation, Leistungsunterschiede und Interessenentwicklung.

Welche Rolle spielen Lehrer im Unterricht laut der Untersuchung?

Studien zeigen, dass Lehrer Jungen oft häufiger aufrufen, mehr loben und ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken, während Mädchen häufiger als Gruppe oder als weniger leistungsfähig wahrgenommen werden, was den "Pygmalioneffekt" verdeutlicht.

Warum wird Monoedukation in der Arbeit als Lösungsansatz diskutiert?

Monoedukation wird als Möglichkeit diskutiert, Vergleichsdruck in geschlechtsstereotypen Fächern zu mindern, um Mädchen eine breitere Interessenentwicklung abseits traditioneller Rollenzuweisungen zu ermöglichen.

Welches Fazit zieht die Autorin zur Koedukation?

Die Autorin schließt, dass eine vollständige Abschaffung der Koedukation nicht sinnvoll ist. Stattdessen sollten gezielte didaktische Maßnahmen und eine Sensibilisierung der Lehrkräfte erfolgen, um die Koedukation als echte Chance für alle Kinder zu gestalten.

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Details

Title
Koedukation - Rückschritt oder neue Chance?
College
University of Hagen  (Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung)
Grade
1,0
Author
Sabine Pfisterer (Author)
Publication Year
2000
Pages
19
Catalog Number
V40798
ISBN (eBook)
9783638392259
ISBN (Book)
9783638790383
Language
German
Tags
Koedukation Rückschritt Chance Unterricht Geschlecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Pfisterer (Author), 2000, Koedukation - Rückschritt oder neue Chance?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40798
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