Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften


Bachelorarbeit, 2003

44 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

EINLEITUNG

1. Begriffsklärungen
1.1. Kultur
1.2. Individuum und Kultur
1.3. Eine Kultur „verstehen“
1.4. Kulturschock
1.5. Das Verhältnis von Kultur und Land

2. Interkulturelle Kommunikation
2.1. Verbale Kommunikation
2.1.1. Sprache
2.1.2. Nonverbale Kommunikation
2.1.2.1 Mimik
2.1.2.2. Gestik
2.1.2.3. Paralinguistik
2.2. Zeit- und Raumerleben
2.2.1. Zeiterleben
2.2.2. Raumerleben

3. Strukturmerkmale westlicher und japanischer Kulturen
3.1. Was ist der Westen?
3.2. Verschiedene Betrachtungsweisen der unterschiedlichen Kulturen
3.3. Hofstedes vier Dimensionen von Kultur
3.3.1. Machtdistanz
3.3.2. Individualismus vs. Kollektivismus
3.3.3. Männlich vs. weiblich
3.3.4, Konfuzianismus
3.4. Das Konzept des „Selbst“ in unterschiedlichen Kulturen
3.5. „Low-Context“ Kultur versus „High-Context“ Kultur
3.6. Japanische Mentalität und Kultur – zwei untrennbare Welten

4. Kommunikationsprobleme zwischen Japanern und Europäern
4.1. Direkter versus indirektem Kommunikationsstil

5. Geschlechterrollen in einer japanischen Familie
5.1. Wandel des japanischen Familiensystems
5.2. Die Rolle der Frau in einer japanischen Familie
5.3. Die Rolle des Mannes in einer japanischen Familie
5.4. Die Rollenverteilung zwischen Ehemann und Ehefrau in einer japanischen Familie

6. Interkulturelle westlich-japanische Ehen
6.1. Konfliktsituationen in westlich-japanischen Ehen aufgrund der unterschiedlichen Kulturen
6.1.1. Unterhaltung
6.1.2. Äußerung von Komplimenten und Gefühlen
6.1.3. Äußerung von Kritik und Meinungen

SCHLUSS

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das unabhängige Selbst versus das abhängige Selbst nach Markus und Kitayama (1991: 226)

Abbildung 2: Integratives Modell der Entwicklung des Menschenbilds in östlichen und westlichen Kulturen (nach Oerter u.a. 1996 Abb. 2)

EINLEITUNG

Mein Thema lautet: Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften aufgrund der unterschiedlichen Kulturen. Ich habe dieses Thema gewählt, weil das Überthema des interpretativen Seminars „Interkulturelle Partnerschaft“ war und dadurch, dass mein Zweitstudium Japanologie ist und hier ein Spezialgebiet von mir die interkulturelle Kommunikation ist, wollte ich mich näher mit diesem Thema auseinandersetzen.

Bevor ich nun auf spezifische japanisch-westliche Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft eingehen möchte, werde ich verschiedene Begriffsklärungen meinem eigentlichen Thema voranstellen. Das ist mir insofern wichtig, da ich denke, dass in einem interpretativen Prozess, häufig verwendete, quasi „Schlüsselbegriffe“ für meine Arbeit von zentraler Bedeutung sind und diese einer näheren Erklärung bedürfen. So werde ich mich zuerst mit den Begriffen Kultur, dem Verstehen einer Kultur und dem Begriff Kulturschock auseinandersetzen.

Ich denke, dass vor allem der Begriff Kulturschock ein bedeutendes Kriterium für das Verständnis von interkulturellen Partnerschaften sein kann. Eine andere Kultur zu verstehen ist sicher ein oft nicht einfacher Prozess und kann viele Missverständnisse mit sich ziehen. Je unterschiedlicher eine Kultur ist, desto schneller können solche Missverständnisse auftreten und desto eher kann es zu Meinungsverschiedenheiten in interkulturellen japanisch-westlichen Ehen führen.

Da ein weiteres Schlüsselwort die interkulturelle Kommunikation ist, werde ich mich im nächsten Kapitel meiner Arbeit mit diesem Begriff genauer auseinandersetzen. Hier gehe ich auf verschiedene Teilbereiche, wie z.B. der Sprache als direkte Kommunikationsform, aber auch auf die Bedeutungen und Dimensionen von nonverbalen Kommunikationsformen ein.

Einen großen Teil meiner Arbeit möchte ich den Strukturmerkmalen von westlichen und japanischen Kulturen widmen und anhand einiger kultureller Analysen, die Unterschiede dieser beiden Kulturkreise herausarbeiten. Ich denke es gibt zwischen der östlichen und der westlichen Welt starke Diskrepanzen. Diese Diskrepanzen und die unterschiedlichen Strukturmerkmale programmieren meiner Meinung nach Kommunikationsprobleme, sowohl auf der sprachlichen, als auch auf der nonverbalen Dimension, vor.
Schließlich möchte ich auf das Rollenverhalten der Eheleute in einer japanischen Ehe eingehen, da ich denke, dass es zu westlichen Familien sehr unterschiedlich ist. Kommt es nun zu einer Beziehung zwischen Japaner bzw. Japanerinnen und westlichen Menschen, dann kann es auch sehr schnell zu unterschiedlichen Rollenerwartungen kommen, da beide von ihrem Kulturkreis anders sozialisiert wurden und andere Werte über das familiäre Zusammenleben verinnerlicht haben. Japaner die sehr auf eine sorgende Ehefrau wert legen, werden mit einer emanzipierten westlichen Frau nicht ihre Erfüllung finden. Sie müssen ihre eigenen Erwartungen zurücknehmen und möglicherweise ihre eigenen Wertigkeiten, die sie von ihrer Kultur vermittelt bekommen haben ignorieren und sich komplett neu verhalten um eine japanisch-westlich Partnerschaft ohne gravierender Konflikte führen zu können.

Mein letztes Kapitel widme ich dann ganz spezifischen Fallbeispielen japanisch-westlicher Partnerschaften. Ich werde mich hier auf mehrere Konfliktbereiche beschränken und jeweils Beispiele anführen, die ich mit meinen bisherigen Analysen veranschaulichen möchte.

1. Begriffsklärungen

1.1. Kultur

Zu Beginn habe ich mich intensiv mit dem Begriff „Kultur“ auseinandergesetzt, da meine These von einer interkulturellen Partnerschaft ausgeht. Bevor ich auf den interkulturellen Aspekt eingehe, habe ich mir die Frage gestellt, wie Kultur in der Literatur definiert wird. Das Phänomen „Kultur“ hat zahlreiche Menschen beschäftigt, so etwa zB Leibniz, Voltaire, Herder, Wilhelm von Humboldt, Kant, Freud, Jung, Adorno, Marcuse, Luhmann.[2] [1]

„Kultur“ ist ein oft verwendetes Wort; aber durchaus ist nicht immer klar, was gemeint ist. Wie zahlreiche abstrakte Begriffe dieser Art ist „Kultur“ vieldeutig; und das heißt: je nach Kontext und Benutzer variiert die Bedeutung – auch in den Wissenschaften. Eine einheitliche, allgemein anerkannte Definition von Kultur gibt es nicht. Folglich muss jeder, der von Kultur redet möglichst präzise festlegen, was darunter zu verstehen ist.

Um eine Definition zu verwenden, gebrauche ich Kultur im Sinne der Definition des britischen Ethnologen Edward B. Tylor von 1871:

... Kultur ist jenes komplexe Gebilde, welches Wissen, Glaube, Kunst, Moral, Recht, Sitte und Brauch und alle anderen Fähigkeiten und Gewohnheiten einschließt, welche der Mensch als Mitglied der Gesellschaft erworben hat ...[3]

Diese Definition macht den Umstand deutlich, dass Kultur nicht angeboren ist, sondern erworben und erlernt wird. Kultur bleibt aber nicht über alle Zeiten hinweg gleich, sondern entwickelt sich dynamisch weiter. Kultur ist etwas spezifisch Menschliches. Nur dem Menschen schreiben wir Kultur zu. Der Mensch schafft Kultur, und er wird von ihr geprägt. Der Mensch ist ein Tier unter Tieren; doch unterscheidet er sich von anderen Tieren dadurch, dass er weniger und zugleich mehr Fähigkeiten aufweist. Der Mensch schafft sich eine Welt abstrakter Symbole, nämlich in der Sprache. Durch Sprache macht der Mensch aus dem Chaos einen Kosmos; ohne Sprache wäre er nicht in der Lage, sich in dieser Welt zu orientieren und funktionierende Gemeinwesen aufzubauen.[4]

Jeder Mensch wird durch die Kultur, in der er aufwächst, entscheidend geprägt. Allerdings, im normalen Alltag weiß er davon nichts. Die kulturspezifischen Eigenarten sind für ihn Selbstverständlichkeiten, und da für die Menschen seiner Umgebung die gleichen Selbstverständlichkeiten gelten, gibt es keinen Anlass, darüber nachzudenken. Begegnet man jedoch Menschen anderer Kulturen, so stellt man fest, dass es auch andere Arten und Formen des Erlebens, Denkens und Verhaltens gibt, Formen, die sich mit den gewohnten, eingefahrenen Schemata nicht vereinbaren lassen. Als kulturelle Strukturmerkmale sind zu nennen:

- Nationalcharakter, Basispersönlichkeit
- Wahrnehmung
- Zeiterleben
- Raumerleben
- Denken
- Sprache
- Nichtverbale Kommunikation
- Wertorientierungen
- Verhaltensmuster: Sitten, Normen, Rollen
- Soziale Gruppierungen und Beziehungen[5]

Die Strukturmerkmale sind zu verstehen als Komponenten, die untereinander funktional verbunden sind und ihren Stellenwert erst im Gesamtzusammenhang, in der Struktur des Ganzen finden.

Die meisten Menschen sehen die eigene Kultur als den Mittelpunkt der Welt und als den Maßstab aller Dinge. Diese Einstellung wird durch den Ethnozentrismus beschrieben und spielt bei der interkulturellen Begegnung eine außerordentlich bedeutsame Rolle. Der Begriff Ethnozentrismus wurde im Jahre 1906 von W.G. Sumner geprägt. Unter anderem haben sich R.A. Levine und D.T. Campbell damit beschäftigt.

Ethnozentrismus ist „eine unbewusste Tendenz, andere Völker aus der Sicht der eigenen Gruppe zu betrachten und die eigenen Sitten und Normen zum Standard aller Beurteilungen zu machen. Wir stellen uns selbst, unsere rassische, ethnische oder soziale Gruppe, in den Mittelpunkt des Universums und stufen alle anderen dementsprechend ein.

Beim Ethnozentrismus sind zwei Komponenten zu unterscheiden: Zum einen ist die eigene Kultur gekennzeichnet durch „Selbstverständlichkeiten“, und zum anderen ist der Ethnozentrismus meist verbunden mit einem „Überlegenheitsbewusstsein“ gegenüber anderen Völkern, Nationen, Kulturen.[6]

Da in interkulturellen Partnerschaften die Partner von ihrer eigenen Kultur ausgehen, entstehen Rollenkonflikte.

1.2. Individuum und Kultur

Man versteht unter dem Verhältnis zwischen einem Individuum und seiner Kultur ein komplexes System von Wechselbeziehungen. Einerseits wird der Mensch durch seine Kultur geprägt, aber andererseits prägt er auch seine eigene Kultur.

Den Prozess des Hineinwachsens des Individuums in seine Kultur, des Übernehmens und Verinnerlichens bezeichnet man als „Enkulturation“. Mit dieser Enkulturation gehen viele Vorgänge einher. Man lernt verschiedene Dinge, z.B. wie man mit anderen verbal und nicht verbal kommuniziert, was man positiv oder negativ zu bewerten hat oder wie man sein eigenes Verhalten kontrolliert und seine Emotionen angemessen nutzt[7].

1.3. Eine Kultur „verstehen“

Mit dem Begriff des „Verstehens“ haben sich vor allem die Geisteswissenschaften beschäftigt. Sie wollten sich damit vor allem von der kausalistischen Erklärung der Naturwissenschaften[8] abgrenzen. Wilhelm Dilthey prägte den Ausspruch: „Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.“[9]

Um eine Kultur zu verstehen, kommt es darauf an, das zu erfassen was der Gesprächspartner „meint“, aber auch darauf, das Neue in bereits Bekanntes einzufügen.

Kommt es zu einem interkulturellen Gespräch, so prallen oft vollkommen unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Die Gesprächspartner sind sich dies oft nicht bewusst – sie halten ihre eigene Sichtweise für „normal“. So kommt es häufig zu Missverständnissen bei der Kommunikation.

Aber auch dann kommt es vielfach nicht etwa zu einem Relativieren der eigenen Selbstverständlichkeiten, sondern man hält lieber am Ethnozentrismus fest und unterstellt dem anderen Dummheit, Ignoranz oder böse Absicht.[10]

Für meine These ist diese mikrosoziologische Betrachtungsweise zentral. Sie besagt, dass es durch unterschiedliche Kulturen und eben dadurch resultierende unterschiedliche Sichtweisen zu Kommunikationsproblemen kommt. Da aber in interkulturellen japanisch-westlichen Partnerschaften solche Missverständnisse durch gegenseitige Toleranz sicher gering gehalten werden, kann man in solchen Partnerschaften wahrscheinlich nicht mehr von Ethnozentrismus sprechen.

1.4. Kulturschock

Ein wichtiges Schlüsselwort, das es näher zu betrachten gilt, ist das des Kulturschocks. Wenn Menschen in ein anderes Land kommen und ein neue Kultur vor sich haben, kann das eine Art „Schock“ für sie bedeuten, weil sie sich möglicherweise nicht sofort zurecht finden.

Jeder Mensch internalisiert im Laufe der eigenen Sozialisation die Werte und Verhaltensweisen seiner eigenen Kultur. Dadurch nimmt er seine Außenwelt als kulturelle Selbstverständlichkeiten wahr und reagiert darauf.

„Wird er jedoch mit fremdkulturellen Normen und Verhaltensmustern konfrontiert, werden diese Selbstverständlichkeiten grundlegend in Frage gestellt, woraus tiefgreifende Verunsicherungen, Angstgefühle, Depressionen und regelrechte Identitätskrisen resultieren können.“[11]

Diese Form von Stress wird als Kulturschock bezeichnet. Er wird durch einen Wechsel von einer bekannten zu einer völlig unbekannten kulturellen Umgebung ausgelöst, die zu Orientierungsverlust führen kann.

Man unterscheidet vier Phasen des Kulturschocks:[12]

1) Die Honeymoon-Phase (euphoria) ist geprägt von Aufregung, Neugier und Interesse am Land, seiner Kultur, den Bräuchen und Traditionen. Der Aufenthalt wird völlig begeistert und optimistisch erlebt. „Ist ja alles viel angenehmer als befürchtet“.
2) Während der Ernüchterungs- bzw. Enttäuschungsphase (culture shock, stage of hostility) beginnt das tägliche Leben im Gastland. Es gestaltet sich aber beruflich wie auch privat nicht so einfach, woraus Frustrationen, Ohnmachtgefühle, Einsamkeit und Feindseligkeit gegenüber der gesamten Kultur entstehen. „Ich werd die hier nie verstehen“. Vermehrt wird der Kontakt zu gleichkulturellen Kollegen gesucht. In dieser Phase wird häufig sogar der Aufenthalt abgebrochen.
3) In der Phase der beginnenden Lösungen (acculturation, recovery stage) findet eine langsame Eingliederung in und Anpassung an die neue Umgebung statt, da der Besucher angepasste Verhaltens- und Umgangsformen gelernt hat. Es kommt zu vermehrtem Kontakt zu den Einheimischen, deren Kultur er nun zu verstehen versucht. Sein Selbstbewusstsein wächst wieder.
4) In der letzten Phase, der effektiven Funktionsphase (stable bzw. final stage), fühlt sich der „Fremde“ in der neuen Kultur mehr oder weniger wohl.

1.5. Das Verhältnis von Kultur und Land

Nachdem ich mich mit dem Begriff Kultur beschäftigt habe, frage ich mich jetzt ob man Kultur durch Landesgrenzen abgrenzen kann. Spiegl schreibt, dass die sichtbaren Grenzen einer Kultur meist nicht ident mit Landesgrenzen sind. Einerseits können Menschen über die Staatsgrenzen hinweg Kulturgemeinschaften bilden, andererseits bestehen innerhalb der Staaten kulturelle Unterschiede zwischen den Menschen, die eine Vielfalt von Kulturgemeinschaften zur Folge haben. In nur sehr seltenen Fällen decken sich die Grenzen einer Kultur auch mit den Landesgrenzen. Aus diesen Gründen dürfen die Begriffe „Kultur“ und „Land“ nicht gleichgesetzt werden.[14] [13]

Problematisch ist außerdem die Übersetzung des Begriffes „culturespecific“. Karl Heinz Fechsig übersetzt diesen Ausdruck bewusst mit dem Begriff „länderspezifisch“, da ein Land mehrere Elemente aus unterschiedlichen Kulturen enthalten kann. „Es gilt zu vermeiden, dass die Grenzen von Kulturen mit den Grenzen von Ländern identisch sind und dass alle Menschen, die in einem Land leben, nur einer oder gar der gleichen Kulturgemeinschaft angehören“.[15]

Das führt mich zu dem Schluss, dass interkulturelle Partnerschaften nicht durch Landesgrenzen festgelegt werden können.

2. Interkulturelle Kommunikation

Der Begriff interkulturelle Kommunikation wurde erstmals 1959 von Edward T. Hall in „The Silent Language“ verwendet.[17] [16]

Wenn Menschen verschiedener Kulturen einander begegnen, bezeichnen wir die Prozesse, die dabei ablaufen, als „interkulturelle Kommunikation“ oder auch als „interkulturelle Interaktion“. Manche Forscher haben versucht, Begriffsunterschiede zwischen Kommunikation und Interaktion herauszuarbeiten, etwa in dem Sinne, dass der Schwerpunkt in der Kommunikation mehr bei der wechselseitigen Verständigung und in der Interaktion beim Verhalten und Handeln liegt.[18]

Von interkultureller Interaktion und Kommunikation sprechen wir, wenn die Begegnungspartner verschiedenen Kulturen angehören und wenn sich die Partner der Tatsache bewusst sind, dass der jeweils andere „anders“ ist, wenn man sich also wechselseitig als „fremd“ erlebt. Interkulturell sind all jene Beziehungen, in denen Eigenheit und Fremdheit, Identität und Andersartigkeit, Familiarität und Bedrohung, Normalität und Neues zentrale Verhalten, Einstellung, Gefühle und Verstehen bestimmen. Interkulturell sind alle jene menschlichen Beziehungen, in denen die kulturelle Systemhaftigkeit durch die Überschreitung der Systemgrenzen erfahren wird.[19]

Neben dem Begriff „interkulturelle Kommunikation“ finden wir in der sozialwissenschaftlichen Literatur häufig auch das Wort von der „internationalen Kommunikation“. Im einen Fall begegnen sich Menschen verschiedener Kulturen, im anderen Fall Menschen verschiedener Nationen.[20]

Nach Asante/Gudykunst bedeutet intrakulturelle Kommunikation die Verständigung zwischen Menschen derselben kulturellen Herkunft. Sie definieren interkulturelle Kommunikation als „interpersonal communication between members of different cultures, races or ethnic groups“. Diese Definition betont den Unterschied zwischen „ interpersoneller “ und „interkultureller“ Kommunikation. Bei interpersoneller Kommunikation stehen die Personen bzw. Individuen im Vordergrund, bei interkultureller jedoch ihre Kultur.[21]

[...]


[1] Vgl. Haas u.a., 2004

[2] Vgl. Maletzke, 1996, S. 15

[3] Vgl. Spiegl, 2001, S. 3

[4] Vgl. Maletzke, 1996, S. 21

[5] Vgl. Maletzke, 1996, S. 42

[6] Vgl. Maletzke, 1996, S. 23

[7] Vgl. Maletzke, 1996, S. 22

[8] Vgl. Maletzke, 1996, S. 35

[9] Siehe Dilthey, S. 143f

[10] Vgl. Maletzke, 1996, S. 35-36

[11] Siehe Spiegl, 2001, S.6f

[12] Vgl. Spiegl, 2001, S.7-8

[13] Vgl. Haas u.a., 2004

[14] Vgl. Spiegl, 2001, S. 4

[15] Vgl. Spiegl, 2001, S. 4

[16] Vgl. teilweise Haas u.a., 2004

[17] Vgl. Spiegl, 2001, S. 5

[18] Vgl. Maletzke, 1996, S. 37

[19] Vgl. Maletzke, 1996, S. 37

[20] Vgl. Maletzke, 1996, S. 37

[21] Vgl. Spiegl, 2001, S. 5

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Seminar Interpretative Soziologie 2
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
44
Katalognummer
V40854
ISBN (eBook)
9783638392686
ISBN (Buch)
9783638706391
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikationsprobleme, Partnerschaften, Kulturen, Seminar, Interpretative, Soziologie
Arbeit zitieren
Mag. B.A. Priska Lautner (Autor), 2003, Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40854

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