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Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften

Title: Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften

Bachelor Thesis , 2003 , 44 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag. B.A. Priska Lautner (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

Ich bin an das Thema „Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften aufgrund der unterschiedlichen Kulturen“ sehr unterschiedlich herangegangen. Zuerst war mir wichtig die Dimensionen rund um den Begriff Kultur näher zu betrachten. Ich fragte nach dem Verstehen von Kultur. Außerdem wurde ich bei meiner Recherche oft mit dem Begriff „Kulturschock“ konfrontiert, so dass es mir wichtig war sich diesen näher anzusehen.
Schließlich habe ich mich mit Kommunikation beschäftigt und hier vor allem mit der interkulturellen Kommunikation, die man durch mehrere Dimensionen, wie verbale Kommunikation und nonverbale Kommunikation näher definieren kann.
Dann habe ich mich sehr ausführlich mit den Strukturmerkmalen der westlichen und der japanischen Kultur auseinandergesetzt. Ich habe festgestellt, dass es sich um sehr konträre Kulturen handelt. Es gibt sehr unterschiedliche Charakteristika der beiden Kulturkreise. Diese habe ich näher betrachtet und jeweils immer angegeben inwiefern es dann in interkulturellen Beziehungen zu Missverständnissen führen kann, wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen aufeinander treffen.
Besonders wichtig war mir auch, ein Bild der japanischen Familie zu geben. Dieses ist sehr unterschiedlich zu westlichen Familien. Die japanische Frau ist noch nicht so emanzipiert wie eine westliche Frau und erfüllt in einer japanischen Ehe sehr oft nur Haushalts- und Mutterpflichten. Ein westlicher Mann, der sich eine sorgende Ehefrau sucht, wird in einer japanischen Frau möglicherweise eine Erfüllung finden. Ein japanischer Mann hingegen, der an den Werten der Familie festhält, wird es mit einer deutschen emanzipierten Frau womöglich schwer haben. Diese Erklärungen ergeben sich, wenn man das Kapitel zur japanischen Familie liest und dann die Konfliktsituationen in deutsch-japanischen Ehen, die ich ihm letzten Kapitel meiner Arbeit näher analysiere. Hier wird auch deutlich, dass die Analysen zu den Strukturmerkmalen von westlichen Ländern und Japan sehr bedeutend sind für ein näheres Verständnis von Interkulturalität dieser beiden Kulturkreise.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. BEGRIFFSKLÄRUNGEN

1.1. KULTUR

1.2. INDIVIDUUM UND KULTUR

1.3. EINE KULTUR „VERSTEHEN“

1.4. KULTURSCHOCK

1.5. DAS VERHÄLTNIS VON KULTUR UND LAND

2. INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION

2.1. VERBALE KOMMUNIKATION

2.1.1. Sprache

2.1.2. Nonverbale Kommunikation

2.1.2.1 Mimik

2.1.2.2. Gestik

2.1.2.3. Paralinguistik

2.2. ZEIT- UND RAUMERLEBEN

2.2.1. Zeiterleben

2.2.2. Raumerleben

3. STRUKTURMERKMALE WESTLICHER UND JAPANISCHER KULTUREN

3.1. WAS IST DER WESTEN?

3.2. VERSCHIEDENE BETRACHTUNGSWEISEN DER UNTERSCHIEDLICHEN KULTUREN

3.3. HOFSTEDES VIER DIMENSIONEN VON KULTUR

3.3.1. Machtdistanz

3.3.2. Individualismus vs. Kollektivismus

3.3.3. Männlich vs. weiblich

3.3.4, Konfuzianismus

3.4. DAS KONZEPT DES „SELBST“ IN UNTERSCHIEDLICHEN KULTUREN

3.5. „LOW-CONTEXT“ KULTUR VERSUS „HIGH-CONTEXT“ KULTUR

3.6. JAPANISCHE MENTALITÄT UND KULTUR – ZWEI UNTRENNBARE WELTEN

4. KOMMUNIKATIONSPROBLEME ZWISCHEN JAPANERN UND EUROPÄERN

4.1. DIREKTER VERSUS INDIREKTEM KOMMUNIKATIONSSTIL

5. GESCHLECHTERROLLEN IN EINER JAPANISCHEN FAMILIE

5.1. WANDEL DES JAPANISCHEN FAMILIENSYSTEMS

5.2. DIE ROLLE DER FRAU IN EINER JAPANISCHEN FAMILIE

5.3. DIE ROLLE DES MANNES IN EINER JAPANISCHEN FAMILIE

5.4. DIE ROLLENVERTEILUNG ZWISCHEN EHEMANN UND EHEFRAU IN EINER JAPANISCHEN FAMILIE

6. INTERKULTUR ELLE WESTLICH-JAPANISCHE EHEN

6.1. KONFLIKTSITUATIONEN IN WESTLICH-JAPANISCHEN EHEN AUFGRUND DER UNTERSCHIEDLICHEN KULTUREN

6.1.1. Unterhaltung

6.1.2. Äußerung von Komplimenten und Gefühlen

6.1.3. Äußerung von Kritik und Meinungen

SCHLUSS

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften, die auf tiefgreifenden kulturellen Unterschieden und Differenzen im Rollenverständnis basieren. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern die unterschiedlichen kulturellen Strukturmerkmale und Sozialisationen in japanisch-westlichen Ehen zu Missverständnissen führen und welche spezifischen Konfliktbereiche dabei dominieren.

  • Interkulturelle Kommunikation und verbale/nonverbale Codes
  • Strukturmerkmale westlicher vs. japanischer Kulturen
  • Rollenbilder in der japanischen Familie im Wandel
  • Konfliktdynamiken in deutsch-japanischen Ehen
  • Einfluss von Ethnozentrismus und Kulturschock auf Partnerschaften

Auszug aus dem Buch

6.1.1. Unterhaltung

Diese konfliktträchtige Situation wurde sehr häufig bei Ehepaaren mit japanischen Männern und deutschen Frauen feststellt. Untersucht wurde die alltägliche Unterhaltung zwischen den Eheleuten. Es geht um die unterschiedlichen Verhaltenserwartungen an den Partner. So ist es von Bedeutung, ob man vom Partner die Unterhaltungsrolle erwartet oder ob man vom Partner Verständnis dafür erwartet, nicht viel reden zu müssen.

Eine 57-jährige Deutsche die mit ihrem japanischen Mann in Japan lebt, fasst dieses Problem folgendermaßen zusammen:

„Ein japanischer Mann sieht sehr gerne Fernsehen sehr lange. Die deutsche Frau will sich lieber mit dem Mann unterhalten. Der Fernseher ist oft Entspannungsmaßnahme für den Mann, der abends müde von der Arbeit nach Hause kommt, nicht sprechen zu müssen. Aber die Frau kann das nicht verstehen, sie hat den ganzen Tag gewartet und will sich unterhalten. Darüber ist sie sehr traurig.“

Ein japanischer Ehemann hat damit argumentiert, dass die Ehefrau, wenn sie nur zu Hause sitzt nicht wirklich ausgelastet ist und ein größeres Bedürfnis zur Unterhaltung mit dem Ehemann aufweist. Die Frau im vorigen Beispiel hat insofern eine Lösung für das Kommunikationsproblem gefunden, indem sie sich mit ihrem Mann Sendungen ansieht, die beide interessieren und, um sich daran anknüpfend, doch mit ihrem Mann unterhalten zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. BEGRIFFSKLÄRUNGEN: Einführung in die theoretischen Grundlagen wie Kultur, das Verstehen von Kulturen und das Phänomen des Kulturschocks als Basis für interkulturelle Studien.

2. INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION: Analyse von verbalen und nonverbalen Kommunikationsformen sowie der Einflüsse von Zeit- und Raumerleben auf zwischenmenschliche Interaktionen.

3. STRUKTURMERKMALE WESTLICHER UND JAPANISCHER KULTUREN: Gegenüberstellung westlicher und japanischer Kulturkonzepte unter Nutzung soziologischer Modelle wie Machtdistanz, Individualismus und Konfuzianismus.

4. KOMMUNIKATIONSPROBLEME ZWISCHEN JAPANERN UND EUROPÄERN: Darstellung der Kontraste zwischen direkten und indirekten Kommunikationsstilen sowie der unterschiedlichen Selbstdarstellung der Partner.

5. GESCHLECHTERROLLEN IN EINER JAPANISCHEN FAMILIE: Untersuchung des Wandels des japanischen Familiensystems und der spezifischen Rollenerwartungen an Mann und Frau innerhalb der japanischen Gesellschaft.

6. INTERKULTUR ELLE WESTLICH-JAPANISCHE EHEN: Analyse von konkreten Konfliktsituationen in deutsch-japanischen Ehen, insbesondere in den Bereichen Unterhaltung, Komplimente und Kritik.

SCHLUSS: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse und Bestätigung, dass kulturelle Strukturunterschiede ein hohes Konfliktpotenzial für interkulturelle Partnerschaften bergen.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kommunikation, Japanische Kultur, Westliche Kultur, Rollenverhalten, Familiensystem, Kulturschock, Ethnozentrismus, Konfuzianismus, Individualismus, Kollektivismus, Interkulturelle Ehe, Kommunikation, Nonverbale Kommunikation, Sozialisation, Konfliktmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kommunikationsschwierigkeiten in japanisch-westlichen Partnerschaften, die durch unterschiedliche kulturelle Prägungen und Erwartungshaltungen entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die Definition von Kultur, interkulturelle Kommunikation, kulturelle Strukturmerkmale, Geschlechterrollen in Japan und Konflikte in binationalen Ehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche kulturelle Konzepte und Sozialisationen die Kommunikation in Partnerschaften beeinflussen und welche Konfliktpotenziale sich daraus ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einem interpretativen soziologischen Ansatz, der soziologische und sozialpsychologische Studien sowie Interviews mit deutsch-japanischen Ehepaaren auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Unterschiede zwischen individualistischen und kollektivistischen Kulturen, das japanische Familienmodell sowie spezifische Konfliktsituationen in der alltäglichen Interaktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Interkulturelle Kommunikation, Rollenverhalten, japanische Familie, Individualismus, Konfuzianismus, Kulturschock und Partnerkonflikte.

Welche Rolle spielt das "amae"-Konzept?

Das Konzept beschreibt die Abhängigkeit und wechselseitige Sorge als Grundlage japanischer Beziehungen, was im Kontrast zum westlichen Autonomiestreben steht.

Warum gibt es Schwierigkeiten bei Komplimenten in deutsch-japanischen Ehen?

Es liegt an unterschiedlichen Kommunikationsmustern: Während westliche Partner direkte verbale Bestätigung suchen, schätzen Japaner oft Zurückhaltung oder indirekte Signale, was zu Fehlinterpretationen führt.

Was bedeutet "Low-Context" vs. "High-Context" in diesem Kontext?

Japan als "High-Context"-Kultur erfordert viel implizites Wissen, während westliche "Low-Context"-Kulturen eine explizite verbale Ausdrucksweise bevorzugen.

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Details

Title
Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften
College
University of Vienna  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar Interpretative Soziologie 2
Grade
1
Author
Mag. B.A. Priska Lautner (Author)
Publication Year
2003
Pages
44
Catalog Number
V40854
ISBN (eBook)
9783638392686
ISBN (Book)
9783638706391
Language
German
Tags
Kommunikationsprobleme Partnerschaften Kulturen Seminar Interpretative Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. B.A. Priska Lautner (Author), 2003, Kommunikationsprobleme in japanisch-westlichen Partnerschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40854
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