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Die Rehabilitation der Marxschen sozialen Evolution

Titel: Die Rehabilitation der Marxschen sozialen Evolution

Hausarbeit , 2005 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Martin Meingast (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was ist Geschichte? Wie verläuft sie? Wer gestaltet sie? Wird sie überhaupt gestaltet? Welche Regeln liegen ihr zu Grunde? Diese Frage stellt sich der Mensch bereits seit Jahrhunderten. Eine mögliche Antwort auf die obigen Fragen lieferte der Historische Materialismus, den Karl Marx mit Friedrich Engels in seinen Werken erläuterte.
Lange Zeit wurde dieser Theorie in den Ländern des ehemaligen Ostblocks das Primat unter den Geschichtsphilosophien zugeschrieben, wurde doch hier die Produktion, die nach marxistischem Verständnis die Grundlage aller Gesellschaftsbereiche bildet, auch zum bestimmenden Element der Geschichte. Doch nicht nur das: Die Geschichte erhielt durch den Historischen Materialismus einen tieferen Sinn. Die Gesellschaftsform wurde zum Ausdruck des menschlichen Fortschritts erhoben, wobei die Weiterentwicklung bis zur perfekten Gesellschaft, nämlich dem weltumspannende Sozialismus, das Telos vorgab.
Es ist nicht weiter verwunderlich, dass diese Art der Geschichtsphilosophie in den nicht-kommunistischen Ländern lange Zeit weit weniger Zuspruch fand. Das Verständnis (oder vielleicht eher Missverständnis?) des Historischen Materialismus als deterministische Geschichtsphilosophie war in den meisten demokratischen Ländern schlichtweg nicht vereinbar mit dem Freiheitsgedanken und damit verbundenen Menschenbild. Doch auch Befürworter gab es – vor allem innerhalb der sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Unter ihnen ist Habermas sicherlich einer der bekanntesten. In seinen Schriften der 80er Jahre plädierte er mehrmals für eine Erneuerung des Historischen Materialismus, wobei ihm die Probleme dieser marxistischen Geschichtsbetrachtung durchaus bewusst waren. In seinen Werken versuchte er diese Probleme zu beheben und die Philosophie Marx’ zu rehabilitieren.
Die Modifikationen, die Habermas an der Marxschen Philosophie vornahm, sind Thema dieser Arbeit, wobei das Konzept des sozialen Lernens im Vordergrund stehen wird. Zunächst soll jedoch ein kurzer Überblick zur Geschichtsphilosophie folgen, um den Begriff des Determinismus verständlich zu machen. Denn dieser ist unverzichtbar in dem darauffolgenden Kapitel zum Historischen Materialismus bei Marx. Anschließend sollen die Anknüpfungs-punkte Habermas’ untersucht werden, um dann die Entwicklungsstadien im Denken des Menschen zu erarbeiten, die wiederum im letzten Kapitel in Habermas’ Theorie des sozialen Lernens gebündelt und kontextualisiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ein Abriss zur Geschichtsphilosophie

1.2 Interpretationsansätze zum Verlauf der Geschichte

2 Marx’ Historischer Materialismus

2.1 Das Wesen des Historischen Materialismus – Ein kurzer Überblick

2.2 Der Historische Materialismus beim späten Marx

2.3 Die Unzulänglichkeit des Historischen Materialismus bei Marx

3 Habermas’ Rekonstruktion des Historischen Materialismus

3.1 Der Begriff der Gattungsgeschichte

3.2 Die Teleologie bei Habermas

3.3 Die Entwicklungsstadien beim Menschen

3.3.1 Kognitives Wissen

3.3.2 Interaktives Wissen

3.3.3 Die Rollenkompetenz

3.4 Das Konzept des sozialen Lernens und der Ablauf sozialer Umwälzungen

4 Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Modifikationen, die Jürgen Habermas an der marxschen Philosophie vornahm, um den Historischen Materialismus für zeitgenössische sozialwissenschaftliche Diskurse zu rehabilitieren. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwiefern das Konzept des sozialen Lernens die Schwächen einer deterministischen Geschichtsbetrachtung bei Marx beheben kann.

  • Kritische Analyse des Historischen Materialismus bei Karl Marx.
  • Habermas’ Rekonstruktion als Antwort auf geschichtsphilosophische Probleme.
  • Integration entwicklungspsychologischer Stadien (nach Piaget) in die Gesellschaftstheorie.
  • Bedeutung von Interaktionsstrukturen und kommunikativem Handeln.
  • Die Rolle des Wissenswachstums bei gesellschaftlichen Transformationsprozessen.

Auszug aus dem Buch

Die Unzulänglichkeit des Historischen Materialismus bei Marx

Problematisch ist die Geschichtsphilosophie Marx’ im Rahmen dieser Arbeit vor allem unter einem Gesichtspunkt: Sie ist nicht in der Lage, zu erklären, wie der Wandel der Gesellschaft vollzogen wird, wenn Produktionskräfte und –Verhältnisse nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis stehen. Von der Aussage abgesehen, dass die veränderte Basis den Überbau umstürzen kann und neue gesellschaftliche Strukturen forciert, bleibt gerade die heiße Phase, also die Zeitspanne die den Umbruch von einer Gesellschaftsform in die nächste beschreibt, ausgespart. Marx’ Historischer Materialismus ist eben keine Revolutionstheorie, wobei selbst die Aussage, bei jedem Umbruch handele es sich um eine Revolution, recht fraglich erscheint (siehe 2.2). Wie kommt es also nun zu Umbrüchen innerhalb der Gesellschaft? Inwiefern ist es möglich, dass die neue Gesellschaftsform tatsächlich dem Veränderten Verhältnis von Produktionskräften und Produktionsverhältnissen entspricht? Woher stammt also das „Wissen“, dass die Menschen an den Wendepunkten der Geschichte scheinbar haben, um eine dem Telos des Historischen Materialismus entsprechende Entscheidung zu fällen? Genau an diesen Punkten knüpft Habermas an.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die geschichtsphilosophische Thematik ein und erläutert die Motivation, den Historischen Materialismus durch Habermas' Konzepte zu erneuern.

2 Marx’ Historischer Materialismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundlogik der marxschen Theorie, betont die Bedeutung der materiellen Produktion und diskutiert die Problematik des Determinismus.

3 Habermas’ Rekonstruktion des Historischen Materialismus: Hier wird dargelegt, wie Habermas durch die Einbeziehung sozialer Lernprozesse und Interaktionsstrukturen eine teleologische, aber nicht deterministische Theorie entwickelt.

4 Schluss: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass Habermas den Überbau als aktives Element bei der Problemlösung würdigt und das Produktionskonzept um die Dimension des Lernens erweitert.

Schlüsselwörter

Historischer Materialismus, Karl Marx, Jürgen Habermas, soziale Evolution, Geschichtsphilosophie, Produktion, soziales Lernen, Entwicklungsstadien, Determinismus, Interaktionsstrukturen, Rollenkompetenz, Gattungsgeschichte, gesellschaftlicher Wandel, Teleologie, Basis-Überbau-Theorem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Auseinandersetzung zwischen Marx’ Historischem Materialismus und Habermas’ Rekonstruktion dieser Theorie zur sozialen Evolution.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichtsphilosophie, dem Verhältnis von Produktionskräften und Produktionsverhältnissen, der Entwicklungspsychologie des Kindes und deren Übertragung auf gesellschaftliche Lernprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Habermas durch das Konzept des sozialen Lernens die Schwächen des marxschen Determinismus überwindet und eine moderne Theorie der gesellschaftlichen Entwicklung begründet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literarische Rekonstruktion und theoretische Analyse, indem sie die Schriften von Marx und Habermas sowie interpretative Sekundärliteratur vergleicht und synthetisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Wesen und die Schwachstellen des Historischen Materialismus bei Marx analysiert, gefolgt von einer detaillierten Darstellung von Habermas’ Rekonstruktionsansatz und der Anwendung von Entwicklungsmodellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Historischer Materialismus, Soziale Evolution, Soziales Lernen, Habermas, Marx, Determinismus und Gattungsgeschichte.

Wie unterscheidet Habermas die Entwicklung nach der Produktion?

Habermas erweitert die Dimension des instrumentellen Handelns um die Dimension der Interaktionsstrukturen, in der sich moralisch-praktisches Bewusstsein entwickelt.

Warum ist das "Wissen" für den gesellschaftlichen Wandel bei Habermas entscheidend?

Das Wissen ermöglicht es der Gesellschaft, in Krisensituationen auf Basis eines angehäuften kognitiven Potentials neue institutionelle Rahmen zu schaffen, die die Produktivkräfte weiter entfalten.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rehabilitation der Marxschen sozialen Evolution
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Klassische Soziologische Theorie I
Note
1,3
Autor
Martin Meingast (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V40858
ISBN (eBook)
9783638392716
ISBN (Buch)
9783656854302
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rehabilitation Marxschen Evolution Klassische Soziologische Theorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Meingast (Autor:in), 2005, Die Rehabilitation der Marxschen sozialen Evolution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40858
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Leseprobe aus  20  Seiten
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