Sporttourismus Gesundheit und Wellness Motive und Anforderungen an das Destinationsmanagement


Seminararbeit, 2005

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung

2 Tourismus und Reisen
2.1 Rahmenbedingungen
2.2 Freizeitverhalten
2.3 Motive

3 Motive der Gesundheit- und Wellness- Nachfrage

4 Zwischenfazit

5 Anforderungen an das Destinationsmanagement
5.1 Dienstleistungsqualität
5.2 Kundenerwartungen
5.3 Erfolgsfaktor Personal
5.4 Erfolgsfaktor Kooperationen

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Motive des Gesundheit- und Wellness-Tourismus

Abb. 2: Dienstleistungsqualität und ökonomischer Erfolg

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Mit dem Wohlstand der Nachkriegsjahre entsteht in der Tourismusbranche ein einzigartiger Verkäufermarkt. Angezogen von der hohen und lukrativen Nachfrage treten immer mehr Anbieter in den Markt. Für die Kosten eines Gesundheitsurlaubs wurden bis zur Gesundheitsreform 1996/97 zumeist die Leistungsträger (Krankenkassen) verpflichtet. Mit dem Trend der geringeren Kostenübernahme durch die Leistungsträger sind die Destinationsanbieter zunehmend auf selbstzahlende Privatgäste angewiesen und müssen ihre Positionierung und ihr Angebot verstärkt an diesen ausrichten[1], d.h. der Leistungsaustausch mit dem Markt steht im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns.

In dieser Arbeit soll untersucht werden, welches die Motive und Ziele der Gesundheits- und Wellnesstouristen sind und welchen Anforderungen das Destinationsmanagement begegnen muss, um diesen Motiven Rechnung tragen zu können.

Im ersten Teil der Arbeit werden sowohl die Beweggründe für die Tourismus- und Reiseaktivitäten als auch die Motive der Nachfrage nach Gesundheit- und Wellnessleistungen dargestellt. Im Zweiten Teil wird auf den Zusammenhang von Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit eingegangen sowie Einflussparameter auf die Dienstleistungsqualität analysiert. Die Arbeit endet mit einem Fazit.

2 Tourismus und Reisen

„Tourismus umfasst alle Reisen, unabhängig von ihren Zielen und Zwecken, die dem Zeitweisen Aufenthalt an einem anderen als dem Wohnort einschließen und bei denen die Rückfahrt Bestandteil der Reise ist.“[2] In dieser weiten Tourismus-

definition werden Zeit und Reisedauer, Reiseziel und Entfernung sowie die Motive der Reisetätigkeit ausgegrenzt. Während Reisen in der Vor- und Anfangsphase (bis ca. 1914) nicht Selbstzweck, sondern Handel, Entdeckung, Bildung und Religion die treibende Motivation bzw. nur der privilegierten Oberschicht zum Vergnügen vorenthalten war, entwickelte sich ab 1945 die Hochphase des Tourismus.

2.1 Rahmenbedingungen

Der Massentourismus als Vergnügungs- und Erholungsreise begann mit der industriellen Entwicklung. Nach dem 2. Weltkrieg stiegen sowohl (Real-) Einkommen als auch Wohlstand und damit auch die privaten Konsumausgaben für Reisen. Der stetige Ausbau des Verkehrswesens (Strassen, Schienen, Luft- und Seefahrt) verbesserte die bequeme und einfache Erreichbarkeit von Reisezielen. Die durch Verstädterung geprägten Lebensbedingungen wecken bei vielen Menschen das Bedürfnis nach Erholung und Distanz.[3]

Die durch Tarifverhandlungen gesunkene Arbeitszeite und gesetzlicher Anspruch auf (bezahlten) Urlaub verschob das Verhältnis von Arbeit und Freizeit (1960: ca. 43:26 Stunden, 2000: ca. 38:39 Stunden pro Woche).[4]

„Die touristische Nachfrage wird aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens beeinflusst.“[5] Die gesellschaftlich-soziale Umwelt prägt das Verhalten, Denken und Handeln der heutigen Menschen entscheidend mit.[6] Umweltbedingte Faktoren wie Klimaverhältnisse, Lage und Landschaft des Wohngebietes, aber auch die Infrastrukturbedingungen am Wohnort sowie ökonomische Faktoren (konjunkturelle Veränderungen, Einkommensänderungen) haben ebenfalls Einfluss auf die touristische Nachfrage.[7]

Einen entscheidenden Punkt stellen die individuellen Einflüsse in der Tourismusnachfrage dar, die auch als ‚Motive des Reisens´ bezeichnet werden können.

2.2 Freizeitverhalten

Die Reduzierung der Arbeitszeit und die Zunahme der Freizeit hat zu einem Bewusstseinswandel in der Gesellschaft geführt und den Drang nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung gesteigert. Freizeit und Urlaub bilden heute den Mittelpunkt des Lebens.

Die Zunahme der Freizeit und der Wandel gesellschaftlicher Werte, von der „Arbeitsgesellschaft“ zur „Arbeits-, Konsum-, Freizeit- und Multioptionsgesellschaft“[8], verstärken den Trend zu verreisen, wobei neben der Haupt- Urlaubsreise vermehrt auch Zweit- und Dritt-Urlaubsreisen sowie Kurzreisen unternommen werden. Auch die ökonomische Situation unterstreicht diesen Trend. Da die Menschen selbst in Zeiten finanzieller Engpässe nicht auf ihren Urlaub verzichten möchten, werden sie preisbewusster und unternehmen statt einer „größeren“ Urlaubsreise ins Ausland, kürzere Reisen in heimatliche Naherholungsgebiete.

2.3 Motive

Schwierigkeiten bestehen in der Abgrenzung der Motive, da Touristen oft gleichzeitig unterschiedliche Motive für die Reisetätigkeit haben. Nach Kaspar lassen sich die Motive in 5 Motivationsgruppen einteilen.[9]

Physische motiviert zur Regeneration der Kräfte, Heilung der körperlichen Gesundheit und sportlichen Aktivität. Psychisch motivierte Reisetätigkeit soll den Ausbruch aus der täglichen Routine erleichtern, den Erlebnisdrang befriedigen und das Abschalten vom Alltag ermöglichen. In der Literatur wird dies auch unter Weg-von-Theorien (Push-Faktoren) diskutiert. Hier wird vor allem die Flucht aus dem Alltag betont. Zwänge, Eile, Stress, Pflichten aber auch die Routine der Arbeitswelt sind die belastenden Faktoren die es hinter sich zu lassen gilt. Auch Wunschvorstellungen, die in der heimischen Umgebung nicht erfüllt sind, wie z.B. klimatischen Bedingungen oder Freizeitangebote veranlassen die Menschen, dieses Defizit durch die Urlaubsreise zu kompensieren. Die Reiseanalyse hat in der BRD über Jahrzehnte die Motive

- Entspannung/ Erholung/ Gesundheit,
- Abwechslung/ Erlebnis/ Geselligkeit,
- Natur erleben/ Umweltbewusstsein/ Wetter,
- Bewegung/ Sport,
- Eindrücke/ Entdeckung/ Bildung,
- Selbstständigkeit ,

als Faktoren für das Urlaubsreiseverhalten ausgemacht.[10]

Hin-zu-Theorien (Pull-Faktoren) beschreiben mehr die originären Aspekte des Reisens. Bei der interpersonellen Motivation steht der Verwandtschaftsbesuch bzw. der Besuch von Freunden aber auch der Aufbau sozialer Kontakte und Geselligkeit im Vordergrund. Kulturelle Motivation: Hier sind Forscher- und Entdeckungsdrang, die Suche nach neuen Eindrücken und Kulturen, die Freude an anderen Menschen und Ländern das Motiv. Dazu zählen auch Besichtigungsreisen und Pilgerfahrten wie z.B. der Sankt Jacobsweg nach „Santiago de Compostela“. Manche Dinge/ Orte muss man gesehen haben.[11]

Status- und Prestigemotivation, d.h. die persönliche Entfaltung und das Streben nach Anerkennung durch demonstrativen Konsum von Dienstleistungen und Gütern. Die Urlaubsreise soll als Prestigesymbol wahrgenommen werden, mit der man sich in der Gesellschaft hervorheben und seine Position in der Gesellschaft unterstreichen kann.[12] In der Literatur findet man diesbezüglich auch eine Unterscheidung nach intrinsischer und extrinsischer Motivation. Während intrinsische Motivation rein zweckbezogen ist, d.h. der Bedürfnisbefriedigung des Konsumenten dient, ist die extrinsische Motivation kontextbezogen. Der Konsum dient dem Streben nach Anerkennung innerhalb einer sozialen Bezugsgruppe.[13]

Neben den Urlaubsreisen bzw. privaten Reisen und ihren vielfältigen Motivations- gründen, existieren die geschäftsbedingten Reisen; deren Motivation ist jedoch meist „produktionsbedingt“.[14] Im Vordergrund stehen hier Messen/ Ausstellungen, Seminare, „B2B“-Kommunikation, Kongresse, etc. Geschäftsreisen sind Bestandteil der Arbeitswelt, private Interessen stehen zumeist im Hintergrund. In den nachfolgenden Ausführungen werden sie daher nicht weiter betrachtet.

3 Motive der Gesundheit- und Wellness- Nachfrage

In einer immer komplexeren und schnelllebigeren Gesellschaft steigen die Anforderungen sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Die Menschen sorgen sich um ihre soziale und gesellschaftliche Sicherheit.

Der Alltag wird zur Belastung und das Bedürfnis nach innerem Frieden verstärkt sich. Gleichzeitig geht ein Wertewandel durch die Gesellschaft. Nicht mehr Beruf, Familie, Tradition oder Religion, sondern das Bewusstsein für das eigene Ich und die eigene Gesundheit rücken stärker in den Vordergrund.

[...]


[1] Vgl. Rulle (2003), S. 228.

[2] Vgl. Mundt (1998), S. 3.

[3] Vgl. Freyer (1998), S. 4-24; Vgl. Althof (2000), S. 63-67.

[4] Vgl. Kremb (2004), S. 4.

[5] Vgl. Freyer (1998), S. 50.

[6] Vgl. Kaspar (1996), S. 44.

[7] Vgl. Freyer (1998), S. 62-64.

[8] Vgl. Mundt (1998), S. 43.

[9] Vgl. Kaspar (1996), S. 74.

[10] Vgl. Mundt (1998), S. 120.

[11] Vgl. Freyer (1998), S. 57; Vgl. Althof (2000), S. 46-47.

[12] Vgl. Kaspar (1996), S. 43-43.

[13] Vgl. Mundt (1998), S. 115.

[14] Vgl. Freyer (1998), S. 76.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Sporttourismus Gesundheit und Wellness Motive und Anforderungen an das Destinationsmanagement
Hochschule
Universität Bayreuth  (Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V40891
ISBN (eBook)
9783638392921
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sporttourismus, Gesundheit, Wellness, Motive, Anforderungen, Destinationsmanagement
Arbeit zitieren
Fabio Di Gregorio (Autor), 2005, Sporttourismus Gesundheit und Wellness Motive und Anforderungen an das Destinationsmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40891

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