[...] Die Klasse 8FL besteht aus 19 Schülerinnen und 11 Schülern. Ich befinde mich seit Februar 2005 in der Klasse im Ausbildungsunterricht bei Dr., der die Klasse seit November 2004 unterrichtet. Nach Fachkonferenzplan werde ich im Schuljahr 2005/2006 die Klasse im eigenverantwortlichen Unterricht übernehmen. Die Klasse ist sehr motiviert und nahezu alle Schüler haben bei einfachen Fragen Redebedarf. Dies macht das Unterrichten z. T. schwierig, weil viel Zeit verloren geht, wenn man bei Fragen jedem den Raum zum Sprechen gibt. Andererseits sind die nicht drangekommenen Schüler sichtlich enttäuscht, wenn man sie übergeht. Es muss also sorgfältig abgewogen werden, wann der Schlusspunkt gesetzt wird. Häufig kommt es zu Doppel- oder Dreifachbeiträgen, was in den Augen der Schüler allerdings nicht der Fall ist. So ist auf die Bezugnahme zu entscheidenden Dingen hinzuarbeiten. Bemerkenswert ist das scharfe Beobachtungsvermögen der Klasse. Bei Beobachtungen von Versuchen entgeht dieser Klasse nahezu nichts, egal wie unwichtig Beobachtungen sind. Auch das macht den Unterricht schwierig, weil die Beobachtungen ja gemacht wurden und den Schülern es nicht bewusst ist, dass dies oder jenes keine Rolle spielt. Die Lerngruppe zeichnet sich auch durch eine rege Fantasie in Bezug zur Deutung von Versuchsergebnissen oder Aufstellen von Hypothesen aus. Das ist zwar wünschenswert, aber auch sehr zeitintensiv. Die Klasse war rechtslastig, was heißt, dass sich besonders die Mädchen auf der Fensterseite stark am Unterrichtsgespräch beteiligen, während die Jungen im hinteren Teil der rechten Seite des Raumes zwar auch häufig gute Beiträge liefern, aber auch durch Unruhe auffielen. Die Sitzordnung wurde vor kurzem geändert, so dass es zu einer Durchmischung der Jungen und Mädchen, aber auch der leistungsstarken und leistungsschwachen Schüler kam. Zu bemerken ist, dass die Schüler aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen in der Schule bisher sehr wenig
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Unterrichtseinheit
2. Thema der Unterrichtsstunde
3. Bemerkungen zur Lerngruppe
4. Bemerkungen zum Unterrichtszusammenhang
5. Überlegungen zur Didaktik
5.1 Legitimation
5.2 Motivation
5.3 Sachanalyse
5.4 Transformation
6. Lernziele
6.1 Hauptziel der Stunde
6.2 Teilziele
7. Überlegungen zur Methodik
8. Geplanter Unterrichtsverlauf
Zielsetzung und Themen
Der Unterrichtsentwurf hat zum Ziel, den Schülerinnen und Schülern einen experimentellen Zugang zur Bestimmung der unterschiedlichen Verhältnisformeln von rotem Kupfer(I)-oxid und schwarzem Kupfer(II)-oxid zu vermitteln, um ein tieferes Verständnis für Atomzahlverhältnisse in chemischen Verbindungen zu schaffen.
- Problemorientierte Erarbeitung chemischer Fragestellungen
- Experimentelle Bestimmung von Atomzahlverhältnissen mittels Redoxreaktionen
- Verknüpfung von theoretischem Vorwissen (Dalton, Massenverhältnisse) mit praktischer Anwendung
- Methodenkompetenz durch selbstständige Versuchsplanung in Gruppen
Auszug aus dem Buch
5.3 Sachanalyse
Wasserstoff ist aufgrund seines unedleren Charakters befähigt, Kupferoxid zu reduzieren. Als Produkte entstehen Wasserstoffoxid (Wasser) und Kupfer. Schwarzes Kupferoxid (Kupfer(II)-oxid) hat die Verhältnisformel NKupfer : NSauerstoff = 1:1. Rotes Kupferoxid (Kupfer(I)-oxid) hat die Verhältnisformel NKupfer : NSauerstoff = 2:1. Kupferoxidpulver wird in einem vorher ausgeglühten Porzellanschiffchen im Reaktionsrohr im Wasserstofffluss unter Wärmezuführung zur Reaktion gebracht. Das Porzellanschiffchen wird ohne Kupferoxid gewogen (m1), dann wird es mit Kupferoxid gewogen (m2). Nach der Reaktion wird das Porzellanschiffchen mit dem entstandenen Kupfer gewogen (m3). Es lässt sich so die Masse an in den Kupferoxiden enthaltenem Sauerstoff ermitteln (m4). Durch Division der Masse von Kupfer durch die Masse von Sauerstoff erhält man das Massenverhältnis der Kupferoxide. Über einen Dreisatzberechnung erhält man das Atomzahlverhältnis.
Bei der Reaktion handelt es sich um eine exotherme Reaktion, die aufgrund des geringen Unterschieds von Oxidations- und Reduktionsmittel in der Spannungsreihe eine hohe Aktivierungsenergie benötigt und der damit ständig Wärme zugeführt werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Unterrichtseinheit: Definiert das übergeordnete Ziel der Ermittlung von Atomzahlverhältnissen im Chemieunterricht.
2. Thema der Unterrichtsstunde: Präzisiert das Stundenziel auf die experimentelle Unterscheidung von Kupfer(I)-oxid und Kupfer(II)-oxid.
3. Bemerkungen zur Lerngruppe: Analysiert die Motivation, das Sozialverhalten und den Leistungsstand der Klasse 8FL.
4. Bemerkungen zum Unterrichtszusammenhang: Bettet das Thema in den bisherigen Unterrichtsverlauf ein, insbesondere in Bezug auf Daltons Atomtheorie und das Gesetz der konstanten Massenverhältnisse.
5. Überlegungen zur Didaktik: Begründet die Wahl des Themas hinsichtlich der fachlichen Legitimation, der Motivationsmöglichkeiten, der wissenschaftlichen Sachanalyse und der didaktischen Transformation.
6. Lernziele: Definiert die angestrebten Kompetenzen, unterteilt in Haupt- und Teilziele für die Schülerinnen und Schüler.
7. Überlegungen zur Methodik: Erläutert das problemorientierte Verfahren mit den Phasen Einstieg, Problematisierung, Hypothesenbildung, Erarbeitung und Sicherung.
8. Geplanter Unterrichtsverlauf: Skizziert tabellarisch die zeitliche und methodische Abfolge der Unterrichtsstunde.
Schlüsselwörter
Chemieunterricht, Kupferoxid, Atomzahlverhältnis, Redoxreaktion, Reduktion, Verhältnisformel, Experiment, Gruppenarbeit, Dalton, Wasserstoff, Massenverhältnis, Problemorientierung, Stöchiometrie, Naturwissenschaften, Unterrichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf beschreibt die Planung einer Chemieunterrichtsstunde für eine 8. Klasse zum Thema Kupferoxide und deren unterschiedliche Atomzahlverhältnisse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Atomtheorie nach Dalton, das Gesetz der konstanten Massenverhältnisse und die experimentelle Analyse chemischer Verbindungen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schüler sollen selbstständig einen Versuchsaufbau planen, um experimentell zu klären, warum sich rotes und schwarzes Kupferoxid in ihrer Zusammensetzung unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das problemorientierte Unterrichtsverfahren angewendet, welches durch eigenständige Gruppenarbeit und schülerzentrierte Hypothesenbildung geprägt ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der fachdidaktischen Begründung, der Sachanalyse der Redoxreaktion und der methodischen Strukturierung der Erarbeitungsphase.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kupferoxid, Atomzahlverhältnis, Redoxreaktion, problemorientierter Unterricht und experimentelle Versuchsplanung.
Warum wird Wasserstoff als Reduktionsmittel gewählt?
Wasserstoff ist notwendig, da bei der Reaktion als Nebenprodukt Wasser entsteht, das verdampft, wodurch die Masse des verbleibenden Kupfers exakt bestimmt werden kann.
Wie gehen die Schüler mit den unterschiedlichen Kupferoxiden um?
Sie vergleichen die Stoffproben, formulieren die Problematik der unterschiedlichen Farben bei gleicher stofflicher Bezeichnung und stellen Hypothesen zum Atomzahlverhältnis auf.
Wie wird die Gruppenarbeit strukturiert?
Die Schüler arbeiten in Vierergruppen, entwerfen auf Basis von Arbeitsblättern einen Lösungsansatz und präsentieren diesen anschließend mittels Overhead-Projektor.
- Quote paper
- Robert Kirchner (Author), 2005, Ermittlung eines experimentellen Weges zur Klärung der Verhältnisformel von Kupfer(I)-oxid und Kupfer(II)-oxid (8. Klasse Gymnasium), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40897