Im Rahmen unseres Seminars „Lyrik im Französischunterricht“ haben wir Beispiele der französischen Lyrik für den Französischunterricht besprochen. Es wurde sich die Frage gestellt, wie ich den oft unbeliebten Unterrichtsinhalt der französischen Lyrik an die Schüler vermittle, ohne dass sie ihr Engagement und ihre Lust verlieren. Die Erfahrungen mit der Lyrik in anderen Fächern führt häufig zu einer ablehnenden Einstellung gegenüber dieser Textsorte, so dass man nicht einfach so zur Lyrik übergehen kann, sondern dieses Unterrichtsthema gewissenhaft vorbereiten muss. Diese negativen Erfahrungen sollten am Anfang der Stunde durch einen ungewohnten Einstieg überwunden werden. Gedichte werden in den Französisch Lehrbüchern in der Regel nicht behandelt, so dass in diesem Fall ein Arbeiten außerhalb des Lehrbuches notwendig ist.
Natürlich ist das Französisch – Buch nicht aus dem Unterricht wegzudenken, aber alternative Texte und Kreativität sind sowohl für Schüler, als auch für Lehrer motivierend. Die Texte aus den Schulbüchern sind zum größten Teil extra für diese und damit für den Unterricht geschrieben und zielen auf neue Grammatikthemen oder ein spezielles Vokabular ab. Die Schüler finden durch Zeitungsartikel, Literatur, Musik, Theater oder andere Medien auch einen anderen Zugang zur Sprache. Der Lerner wird durch die Gedichte von den didaktischen oder didaktisierten Texten weg hin zu authentischen Texten geführt und so mit der Sprachwirklichkeit des anderen Landes vertraut gemacht.
Im folgenden werde ich ein surrealistisches Gedicht von Paul Éluard aus dem Buch „L’Amour la poésie“ vorstellen. Dieses Buch besteht aus vier Teilen „Premièrement“ mit 29 Gedichten, „Second nature“ mit 22 Gedichten, „Comme une imgae“ mit 14 Gedichten und „Défense de savoir“ mit 17 Gedichten und ist im Jahre 1929 erschienen. Das folgende Gedicht ist aus dem ersten Band „Premièrement“.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Ein Gedicht von Paul Éluard
1.1. Für welche Jahrgangsstufe eignet sich dieser Text und welche Voraussetzungen müssen die Schüler haben?
1.2.Welche Möglichkeit besteht, den Text einzuführen?
2. Bearbeitung des Textes
2.1 Die formale Bearbeitung des Gedichtes
2.2 Die inhaltliche Bearbeitung des Gedichtes
3. Eingeplante Zeit dieses Gedichtes
4. Schlußbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, didaktische Strategien aufzuzeigen, wie französische Lyrik im Fremdsprachenunterricht motivierend vermittelt werden kann, um eine ablehnende Haltung gegenüber dieser Textsorte abzubauen. Im Zentrum steht dabei die Einbettung eines surrealistischen Gedichts von Paul Éluard in einen größeren thematischen Kontext, um den Schülern einen lebendigen Zugang zur authentischen Sprache zu ermöglichen.
- Didaktik der französischen Lyrik im Unterricht
- Surrealismus als motivierender Rahmen für Gedichtanalysen
- Methoden der Texteinführung und formalen Bearbeitung
- Förderung der Schülermotivation durch authentische Texte
- Strukturierung von Gedichtinterpretationen in der Oberstufe
Auszug aus dem Buch
1. Ein Gedicht von Paul Éluard
Je te l’ai dit pour les nuages
Je te l‘ai dit pour l’arbre de la mer
Pour chaque vague pour les oiseaux dans les feuilles
Pour les cailloux du bruit
Pour les mains familières
Für l’œil qui devient visage ou paysage
Et le sommeil lui rend le ciel de sa couleur
Pour toute la nuit bue
Pour la grille des routes
Pour la fênetre ouverte pour un front découvert
Je te l’ai dit pour tes pensées pour tes paroles
Toute caresse toute confiance se survivent
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Problematik der unbeliebten Lyrik im Französischunterricht dargelegt und die Notwendigkeit motivierender, authentischer Einstiege betont.
1. Ein Gedicht von Paul Éluard: Das gewählte surrealistische Gedicht wird präsentiert und hinsichtlich der Zielgruppe sowie möglicher didaktischer Einstiegsszenarien analysiert.
2. Bearbeitung des Textes: Dieser Abschnitt unterteilt sich in die Untersuchung formaler Aspekte wie Metrik und Stilmittel sowie eine inhaltliche Interpretation im Kontext des Surrealismus.
3. Eingeplante Zeit dieses Gedichtes: Der Autor schlägt einen Zeitrahmen von zwei bis drei Unterrichtsstunden vor, wobei er die Flexibilität bei der Schülerbeteiligung hervorhebt.
4. Schlußbemerkungen: Es wird resümiert, dass eine Beschränkung auf Teilaspekte und eine motivierende Atmosphäre der Schlüssel sind, um die Abneigung gegen Lyrik zu überwinden.
Schlüsselwörter
Französischunterricht, Lyrik, Paul Éluard, Surrealismus, Didaktik, Vers libre, Gedichtanalyse, Schülermotivation, Metrik, Stilmittel, authentische Texte, Oberstufe, Interpretation, Interpunktion, Fremdsprachenerwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Vermittlung von französischer Lyrik, um die häufige Ablehnung der Schüler gegenüber dieser Gattung durch motivierende Unterrichtskonzepte zu überwinden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themenfelder umfassen die Fachdidaktik der französischen Lyrik, die Einbettung surrealistischer Texte in den Unterricht und die praktische Gestaltung von Gedichtanalysen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Schüler durch authentische Texte und einen kreativen Zugang zur Sprache für Lyrik begeistert werden können, statt diese stur nach Lehrbuchvorgaben zu behandeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet eine fachdidaktische Analyse, bei der er ein konkretes Gedicht von Paul Éluard als Fallbeispiel nutzt, um methodische Schritte für den Unterricht zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird die formale und inhaltliche Bearbeitung eines surrealistischen Gedichts detailliert dargestellt, einschließlich der Planung des Unterrichtsverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Lyrik, Surrealismus, Fachdidaktik, Schülermotivation und die methodische Herangehensweise an die Textinterpretation.
Warum ist laut Autor die fehlende Interpunktion im Gedicht wichtig für den Unterricht?
Die fehlende Interpunktion fordert die Schüler dazu auf, selbst aktiv an der Strukturierung und Sinngebung des Textes mitzuwirken, was den Interpretationsspielraum erheblich erweitert.
Wie sollte laut Autor mit der Zeitplanung umgegangen werden?
Es wird empfohlen, zwei bis drei Unterrichtsstunden einzuplanen, jedoch die Kreativität der Schüler nicht durch zu strikte Zeitvorgaben zu unterbinden, um ein "Totinterpretieren" zu vermeiden.
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- Michael Willmann (Author), 2004, Lyrik im Französischunterricht - hier: Ein Gedicht von Paul Èluard, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40924