Die vorliegende Hausarbeit soll Möglichkeiten aufzeigen, Fragestellungen aus dem Bereich des Marketings mittels der Theorie der zellularen Automaten (Cell ular Automata – im weiteren als CA bezeichnet) einer Antwort zuzuführen. Hierzu wird in einem ersten Schritt eine Definition für CA gegeben und die Entwic klungsgeschichte erläutert. Das zweite Kapitel stellt verschiedene Darstellungsvar ianten von CA dar. Mit Hilfe einer einfachen „Schachbrettsimulation“ wird der theoretische Ansatz dieses Simulationsverfahren als nicht-rechnergestützte Version kurz beschrieben, wobei jedoch auf komplexe mathematische Hintergründe dieser Theorie zu Gunsten der allgemeinen Verständlichkeit nicht weiter eingegangen wird. Außerdem werden verschiedene Darstellungsarten mittels Comp uterunterstützung vorgestellt. Im dritten Kapitel werden mit CA-Simulationen, die für den Einsatz auf Fragestellungen des Marketings ausgelegt sind, einige Simulationen durchgeführt. Die Ergebnisse hieraus werden in Diagrammform dargestellt. Das letzte Kapitel fasst die in der Hausarbeit gewonnenen Erkenntnisse kurz zusammen und weist auf zu beachtende Restriktionen beim Einsatz von Simulationen mittels CA hin.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in Cellular Automata
1.1 Vorgehensweise
1.2 Die grundlegende Theorie der Cellular Automata
1.3 Die geschichtliche Entwicklung von Cellular Automata
2 Darstellungsvarianten von Cellular Automata
2.1 Nicht-rechnergestützte Darstellungsweise
2.2 Rechnergestützte Darstellungsweisen
3 Cellular Automata im Marketing
3.1 Cellular Automata Simulation für Netzeffekte
3.1.1 Der Einfluss von Werbung bei Netzeffekten
3.1.2 Der Einfluss von Kommunikation bei Netzeffekten
3.2 Cellular Automata Simulation für Innovationen
3.2.1 Betrachtung absoluter Zelländerungswerte
3.2.2 Betrachtung relativer Zelländerungswerte
3.3 Erkenntnisse für das Marketing
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht, inwieweit die Theorie der zellulären Automaten als Simulationsmethode auf marketingrelevante Fragestellungen, wie die Ausbreitung von Innovationen und die Wirkung von Netzeffekten, angewendet werden kann.
- Theoretische Grundlagen und Entwicklung zellulärer Automaten
- Methodische Darstellungsvarianten (rechnergestützt und nicht-rechnergestützt)
- Simulationsszenarien zu Netzeffekten und Kommunikation
- Analyse der Marktdurchdringung von Innovationen
- Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für das Marketing
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Der Einfluss von Werbung bei Netzeffekten
In einem ersten Schritt soll der Einfluss von Werbung simuliert werden. Dazu werden die beiden Inputparameter „Weak Ties“ und „Strong Ties“ auf den Wert Null gesetzt. Der Parameter „Advertising“ kann Werte zwischen Null und eins annehmen. Bei einem Wert von Null treten keinerlei Änderungen der Zellwerte über alle 25 Generationen auf, bei einem Wert von eins haben bereits in der ersten Generation alle Zellen ihren Wert geändert. In der Ausgangstabelle (Step = 0) haben alle Zellen einen identischen Status (Zellstatus = Null). Als Inputwert für „Advertising“ werden 0,001 / 0,250 / 0,500 / 0,750 und 0,999 gewählt.
Bei einem Werbeeinsatz von 0,001 haben nach 25 Generationen nur 13 Zellen ihren Status geändert (entspricht 2,1%). Bereits mit einem Werbeeinsatz von 0,250 ist es möglich, in der elften Generation bei über 600 Zellen den Status zu ändern (genauer Wert ist 601 bzw. 96,2%). Eine Verdoppelung des Werbeeinsatzes führt lediglich dazu, dass die Marke von 600 geänderten Zellen von der elften auf die fünfte Generation vorverlagert wird (606 Zellen bzw. 97%). Die genauen Anzahlen der veränderten Zellen sind der Übersicht I im Anhang zu entnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in Cellular Automata: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die theoretischen und historischen Grundlagen der zellulären Automaten.
2 Darstellungsvarianten von Cellular Automata: Hier werden verschiedene Möglichkeiten zur Visualisierung zellulärer Automaten vorgestellt, sowohl durch manuelle Simulationen als auch durch computergestützte Verfahren.
3 Cellular Automata im Marketing: Das Hauptkapitel wendet die Simulationsmethode auf spezifische Marketing-Szenarien wie Netzeffekte und Innovationsdiffusion an und analysiert die Ergebnisse.
4 Fazit: Die Arbeit resümiert die Anwendbarkeit von zellulären Automaten im Marketing und diskutiert kritisch die notwendigen Vereinfachungen bei der Modellbildung.
Schlüsselwörter
Zelluläre Automaten, Marketing, Netzeffekte, Innovationsdiffusion, Simulation, Marktsegmentierung, Kommunikation, Werbewirkung, Modellbildung, komplexe Märkte, Early Market, Main Market, Cross-Market-Communication, Handlungsempfehlungen, Spiel des Lebens.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Eignung der mathematischen Theorie der zellulären Automaten, um komplexe Prozesse im Marketing, wie etwa die Verbreitung von Produkten, zu visualisieren und zu analysieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Modellierung von Netzeffekten, den Einfluss von Kommunikationsströmen (Strong und Weak Ties) sowie die Diffusion von Innovationen in verschiedene Marktsegmente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie komplexe, durch Interaktionen zwischen Marktteilnehmern geprägte Prozesse durch Simulationsmodelle besser verständlich gemacht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Theorie der zellulären Automaten, wobei Tabellenkalkulationen als Simulations-Tool eingesetzt werden, um die Entwicklung von Marktteilnehmer-Zuständen über Zeitgenerationen hinweg abzubilden.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Darstellung von Simulationsvarianten und die praktische Durchführung von Simulationen für die Szenarien „Netzeffekte“ und „Einführung von Innovationen“.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind zelluläre Automaten, Marktsimulation, Innovationsmanagement, Netzeffekte, Interaktionsanalyse und Marketingmodellierung.
Wie beeinflusst der Faktor „Werbung“ die Simulation der Netzeffekte?
Es zeigt sich, dass eine Erhöhung der Werbeausgaben die Marktdurchdringung deutlich beschleunigt, wobei die Effizienzsteigerung bei sehr hohen Werten jedoch abnimmt.
Was besagt die „Sattelbildung“ im Kontext von Innovationen?
Es handelt sich um ein Phänomen in den relativen Absatzwerten, bei dem die Wachstumsrate im Gesamtmarkt zwischenzeitlich stagniert, bevor sie durch den Main Market wieder stark ansteigt.
- Quote paper
- Harald Bembom (Author), 2004, Der Einsatz von Cellular Automata im Marketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40934