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Kognitive und interaktionistische Theorien des Alterns

Título: Kognitive und  interaktionistische Theorien des Alterns

Trabajo Escrito , 2002 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Roland Mersch (Autor)

Psicología - Psicología del desarrollo
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Um die Besonderheit von kognitiven und interaktionistischen Theorien he rvorzuheben ist es zunächst sinnvoll, die Theorien von den bisher im Seminarverlauf besprochenen Theorien abzugrenzen. Die sogenannten „Theorie n des erfolgreichen Alterns“ wie die Disengagementtheorie 1 (Cumming/Henry 1961) als auch die Aktivitätstheorie 2 (Tartler 1961 u.a.m.) versuchten, allgemeingültige Merkmale des Alterns im sozial-psychologischen Kontext he rauszustellen. Die Gefahr bei solche n Theorie-Ansätzen besteht darin, dass sehr leicht Altersstereotype gebildet werden, die sich dann wie es gesellschaftlich bis heute noch der Fall ist, in vielen Köpfen manifestieren. Verstärkt wurde dieser Effekt der Stereotypenbildung sicherlich durch empirische Befunde, die fälschlicherweise ein sehr defizitorientiertes Altersbild hinterlassen haben. Der Versuch, allgemeingültige Aussagen über ein erfolgreiches Altern treffen zu können, wurde schließlich noch einmal in der Kontinuitätstheorie 3 (Atchley 1989) verwirklicht, die eine Art Synthese der Aktivitätsund Disengagementtheorie darstellt. Das neue an dieser Theorie war, dass sie den individuellen Lebenslauf stärker berücksichtigt, insofern, als dass sie die Fortführung des bisherigen Lebensstils, ob aktiv oder eher passiv, als Bedingung für erfolgreiches Altern voraussetzt. Neben den besagten Alternstheorien, wurden entwicklungspsychologische Theorien weiterentwickelt, die sich an dem psycho-sozialen Phasenmodell von E.H. Erikson (1950)4 orientieren. So hat schließlich R.J. Havighurst in seinem Konzept der Entwicklungsaufgaben5 gezielt auf soziale, kulturelle und individuelle Einflussfaktoren hingewiesen, aus deren Interaktion sich gewisse entwicklungsabhängige Aufgaben und Thematiken ergeben. Aus den vorangegangenen Schilderungen lässt sich bereits erkennen, dass in der Theoriebildung im Bezug auf das Leben im Alter immer mehr Aspekte und Einflussfaktoren berücksichtigt werden. [...] 1 vgl. Lehr, Ursula 2000: „Psychologie des Alterns“, S. 58 2 vgl. Lehr, Ursula 2000: „Psychologie des Alterns“, S. 56 3 vgl. Lehr, Ursula 2000: „Psychologie des Alterns“, S. 63 4 vgl. Lehr, Ursula 2000: „Psychologie des Alterns“, S. 52 5 vgl. Lehr, Ursula 2000: „Psychologie des Alterns“, S. 52/53

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE KOGNITIVE PERSÖNLICHKEITSTHEORIE VON HANS THOMAE

2.1 GRUNDZÜGE UND BEGRIFFE DER KOGNITIVEN PERSÖNLICHKEITSTHEORIE

2.2 DIE ZENTRALE BEDEUTUNG VON ÜBERZEUGUNGEN

2.2.1 Mögliche Konsequenzen für den Umgang mit alten Menschen am Beispiel der Heimsituation

2.3 ERLEBEN KÖRPERLICHER VERÄNDERUNGEN IM ALTER

2.4 KOGNITIVE REPRÄSENTATION EINER PHYSISCHEN ERKRANKUNG

2.5 THEMEN UND IHRE KOGNITIVE REPRÄSENTATION

2.6 REAKTIONSFORMEN UND IHRE VERÄNDERUNG BEIM ÜBERGANG INS HÖHERE ALTER

3 EIN INTERAKTIONISTISCHES MODELL DER BEDINGUNGEN VON LANGLEBIGKEIT

4 ABSCHLIEßENDE WORTE ZUR ZIELSETZUNG VON KOGNITIVEN THEORIEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Komplexität des Alterns durch die Vorstellung und Verknüpfung der biographisch fundierten Persönlichkeitstheorie von Hans Thomae mit interaktionistischen Modellen zu erfassen, wobei das Individuum und dessen subjektive Wahrnehmung in den Mittelpunkt gestellt werden.

  • Grundzüge der kognitiven Persönlichkeitstheorie
  • Die Bedeutung von Überzeugungen und Coping-Strategien im Alter
  • Kognitive Repräsentation körperlicher Veränderungen und Erkrankungen
  • Wechselwirkung zwischen thematischen Strukturen und kognitiven Prozessen
  • Interaktionistische Erklärungsansätze für Langlebigkeit

Auszug aus dem Buch

2.2 Die zentrale Bedeutung von Überzeugungen

Überzeugungen oder „beliefs“ werden von Thomae als besondere Elemente von kognitiven Theorien hervorgehoben, da sie das menschliche Verhalten in entscheidender Rolle beeinflussen. Beliefs können dabei sowohl bewusst als auch unbewusst vorhanden sein. Außerdem müssen sie nicht auf Dauer gelten, sondern können sich im Laufe der Zeit auch wieder verändern. In dem Zusammenhang ist es wichtig, dass beliefs, aber auch entsprechende Einstellungen und Erwartungen, an ein bestimmtes Überzeugungssystem gebunden sind. Diese vorhandenen Überzeugungen werden zumindest zu einem gewissen Zeitpunkt von der Person als gültig und wahr angesehen, während andere Einstellungen konträrer Systeme als unwahr abgetan werden.

Überzeugungssysteme können entweder „offen“ oder „geschlossen“ sein, womit der Grad der Annahmebereitschaft von neuen Einstellungen u.ä. bezeichnet werden soll. Zur Änderung einer vorhandenen Überzeugung kann es kommen, sobald ein Widerspruch zu einer dem gleichen System angehörigen Einstellung auftritt. In diesem Fall spricht Thomae von der Isolierung der Überzeugung. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass sich beliefs weiter ausdifferenzieren und damit an Komplexität und Reichweite innerhalb des Überzeugungssystems zunehmen. In der Theorie wird davon ausgegangen, dass Gefühle, langjährige Erfahrungen und Einsichten, sowie von anderen Personen nahegelegte Einstellungen und Meinungen sich letztlich zu einem belief verfestigen können und damit als Vorstufen von Überzeugungsbildung gelten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Grenzt kognitive und interaktionistische Theorien von klassischen Theorien des Alterns ab und begründet die Notwendigkeit, individuelle biographische Faktoren in der Gerontologie zu berücksichtigen.

2 DIE KOGNITIVE PERSÖNLICHKEITSTHEORIE VON HANS THOMAE: Detaillierte Darlegung der Theorie, die das Individuum und seine bewusste Informationsverarbeitung in den Mittelpunkt stellt.

2.1 GRUNDZÜGE UND BEGRIFFE DER KOGNITIVEN PERSÖNLICHKEITSTHEORIE: Einführung in zentrale Konzepte wie Schemata, Prototypen und den subjektiven Lebensraum.

2.2 DIE ZENTRALE BEDEUTUNG VON ÜBERZEUGUNGEN: Erläutert die Funktion und Veränderbarkeit von "beliefs" als verhaltenssteuernde Persönlichkeitsvariablen.

2.2.1 Mögliche Konsequenzen für den Umgang mit alten Menschen am Beispiel der Heimsituation: Transfer der Theorie auf die Praxis der Altenpflege und den Abbau von Altersstereotypen.

2.3 ERLEBEN KÖRPERLICHER VERÄNDERUNGEN IM ALTER: Untersuchung, wie körperliche Alterungsprozesse je nach individueller Ausgangssituation unterschiedlich kognitiv repräsentiert werden.

2.4 KOGNITIVE REPRÄSENTATION EINER PHYSISCHEN ERKRANKUNG: Analyse, wie Patienten Krankheiten und Symptome in Modellen verarbeiten und welche Rolle dabei die subjektive Wahrnehmung spielt.

2.5 THEMEN UND IHRE KOGNITIVE REPRÄSENTATION: Diskutiert die Bedeutung von "dominant concerns" und deren Einfluss auf das Erleben und Verhalten in verschiedenen Lebensphasen.

2.6 REAKTIONSFORMEN UND IHRE VERÄNDERUNG BEIM ÜBERGANG INS HÖHERE ALTER: Klassifikation von 20 Reaktionsformen (Coping-Strategien) und deren Verschiebung im Alter.

3 EIN INTERAKTIONISTISCHES MODELL DER BEDINGUNGEN VON LANGLEBIGKEIT: Vorstellung eines Modells, das genetische, soziale und ökologische Faktoren unter der zentralen Rolle der Persönlichkeit integriert.

4 ABSCHLIEßENDE WORTE ZUR ZIELSETZUNG VON KOGNITIVEN THEORIEN: Resümee über die Bedeutung des Individuums als Analyseeinheit und die notwendige Ergänzung von kognitiven und interaktionistischen Modellen.

Schlüsselwörter

Kognitive Persönlichkeitstheorie, Hans Thomae, Altern, Interaktionismus, Überzeugungen, Beliefs, Schemata, Subjektiver Lebensraum, Coping, Reaktionsformen, Langlebigkeit, Gerontologie, Kognitive Repräsentation, Entwicklungspsychologie, Psychosoziale Modelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit kognitiven und interaktionistischen Theorien des Alterns, wobei die biographisch fundierte Persönlichkeitstheorie von Hans Thomae im Zentrum steht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die kognitive Verarbeitung von Lebensereignissen, die Bedeutung von Überzeugungen, der Umgang mit körperlichen Veränderungen und Krankheiten sowie interaktionistische Bedingungen für Langlebigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen und die Komplexität dieser Theorien darzulegen, um ein tieferes Verständnis für das individuelle Altern zu entwickeln, jenseits allgemeingültiger Alterstereotypen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Literatur, insbesondere der Theorie von Hans Thomae, und verknüpft diese mit Ergebnissen aus psychologischen Forschungsstudien wie der BOLSA-Studie.

Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?

Der Hauptteil behandelt die kognitiven Grundlagen der Wahrnehmung, die Rolle von "beliefs", die Bedeutung persönlicher Themen ("dominant concerns"), Coping-Reaktionshierarchien und ein Modell, das verschiedene Einflüsse auf die Langlebigkeit integriert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie kognitive Repräsentation, subjektiver Lebensraum, Überzeugungssysteme, Persönlichkeitstheorie und interaktionistische Modellentwicklung prägen die wissenschaftliche Ausrichtung der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Theorie von Thomae von klassischen Alternstheorien?

Im Gegensatz zu Theorien wie der Disengagement- oder Aktivitätstheorie, die auf allgemeingültige Merkmale des Alterns abzielten, stellt Thomae das Individuum und seine subjektive, biographisch geprägte Wahrnehmung als Grundeinheit der Analyse in den Mittelpunkt.

Welche Bedeutung hat das "subjektive Lebensraum"-Konzept für die Altenpflege?

Es verdeutlicht, dass Personal in der Pflege verstehen muss, dass Heimbewohner Situationen basierend auf ihren individuellen, früheren Erfahrungen und Überzeugungen bewerten, was einen einfühlsameren und differenzierteren Umgang erfordert.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Kognitive und interaktionistische Theorien des Alterns
Universidad
University of Vechta  (FIG)
Calificación
1,0
Autor
Roland Mersch (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
20
No. de catálogo
V40962
ISBN (Ebook)
9783638393423
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kognitive Theorien Alterns
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Roland Mersch (Autor), 2002, Kognitive und interaktionistische Theorien des Alterns, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40962
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