Diese Arbeit wird im Rahmen der Vorlesung Arbeitswissenschaften im siebten Semester an der FHT Esslingen verfasst. Die Autoren gehen dabei auf aktuelle Zahlen, die wirtschaftliche und politische Lage in Deutschland sowie auf soziale und gesellschaftliche Auswirkungen ein und erörtern einen innerdeutschen Vergleich zwischen einer strukturstarken und einer strukturschwachen Region. Dazu werden verschiedene Arten der Arbeitslosigkeit beschrieben
und individuelle Gegenmaßnahmen erörtert. Laut rechtlicher Definition im Sozialgesetzbuch1 sind Arbeitslose Personen, die wie beim Anspruch auf Arbeitslosengeld entweder vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei einer Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. In § 16 Abs. 2 ist ferner geregelt, dass Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht als arbeitslos gelten. Weiters zählen Schüler, Studenten, Schulabgänger, die eine Ausbildungsstelle suchen oder Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, nicht arbeitsunfähig erkrankt, nicht Empfänger von Altersrente sind und für eine Arbeitsaufnahme als Arbeitnehmer sofort zur Verfügung stehen. 2 [...] 1 Vgl.: § 16 Abs. 2 SGB III 2Quelle:www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000200/html/sgb2/arbeitslosenbegriff_unter_sgb_2_und_sg
b_3.pdf
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Einleitung
2. Aktuelle Zahlen
3. Verschiedene Formen der Arbeitslosigkeit und ihre individuellen Gegenmaßnahmen
3.1. Saisonale Arbeitslosigkeit
3.2. Technologische Arbeitslosigkeit
3.3. Strukturelle Arbeitslosigkeit
3.4. Friktionelle Arbeitslosigkeit (Sucharbeitslosigkeit)
3.5. Regionale Arbeitslosigkeit
3.6. Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
3.7. Mindestlohn-Arbeitslosigkeit
4. Soziale und wirtschaftliche Auswirkungen
4.1. Gesellschaftliche Auswirkungen
4.1.1. Hartz IV
4.1.2. Ein–Euro-Jobs
4.2. Auswirkungen auf Einzelpersonen
4.3. Auswirkungen auf den Staat
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Problematik der Arbeitslosigkeit in Deutschland im Jahr 2005. Ziel ist es, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zu beleuchten, verschiedene Arten der Arbeitslosigkeit zu differenzieren und deren spezifische Gegenmaßnahmen sowie die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen kritisch zu hinterfragen.
- Aktuelle Arbeitsmarktstatistiken und regionaler Vergleich
- Klassifizierung der Arbeitslosigkeit nach Ursachen
- Politische Gegenmaßnahmen und Reformansätze
- Sozioökonomische Folgen für Individuen und Staat
- Kritische Würdigung der Hartz IV-Reform und Ein-Euro-Jobs
Auszug aus dem Buch
3.1. Saisonale Arbeitslosigkeit
Diese Arbeitslosigkeit wird durch klimatische Faktoren bestimmt. Leider hat man keinen Einfluss auf die Klimabedingungen in Deutschland, somit lässt sich die saisonale Arbeitslosigkeit nicht stoppen.
Ein Wintersportbetrieb wird im Winter mehr Umsatz verbuchen als im Sommer. Im Winter werden also mehr Arbeitskräfte benötigt. Was kann nun aber gegen die saisonale Arbeitslosigkeit unternommen werden? Ein Saison-Arbeiter muss dazu bereit sein einen Zweit-Job anzunehmen. Zudem muss er mobil und flexibel sein. Möglichkeiten, wie die Tarifpartner der saisonalen Arbeitslosigkeit entgegen wirken können sind zum Beispiel
• die Zahlung eines tariflichen Überbrückungsgeldes,
• eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, d.h. um bei dem Beispiel mit dem Wintersportbetrieb zu bleiben, dass im Winter länger gearbeitet wird und diese angesparten Überstunden dann im Sommer abgefeiert werden können.
• Kündigungsschutz der Arbeitnehmer.
Die Politik kann als Maßnahmen, die zur Senkung der saisonalen Arbeitslosigkeit dienen, zum Beispiel Staatsaufträge an Firmen erteilen, die saisonbedingt gerade wenige Aufträge haben oder die Infrastruktur ausbauen um den Tourismus zu fördern. Das Winterausfallgeld ist eine Maßnahme die saisonale Arbeitslosigkeit verhindern soll. Sie besagt, dass der Arbeitnehmer die ersten dreißig durch Schlechtwetter bedingten Ausfallstunden von seinem bei gutem Wetter angesparten Arbeitszeitkonto abfeiert. Ab der 31. bis zur 100. Ausfallstunde zahlt das Arbeitsamt Winterausfallgeld in Höhe des Arbeitslosengelds, aus der von den Bauarbeitgebern finanzierten Winterbauumlage. Die ersten 100 Ausfallstunden kosten den Betrieb also keinen Cent. Nach der 100. Ausfallstunde finanziert die Bundesanstalt für Arbeit das Schlechtwettergeld aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung. Die Beiträge zur Kranken-, Renten-, und Pflegeversicherung trägt jedoch der Arbeitgeber.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitung in den Kontext der Seminararbeit und Ausblick auf die behandelten Themenschwerpunkte.
1. Einleitung: Definition des Arbeitslosenbegriffs nach dem Sozialgesetzbuch und Einordnung der deutschen Arbeitsmarktsituation im europäischen Vergleich.
2. Aktuelle Zahlen: Analyse der Arbeitsmarktstatistiken aus dem Jahr 2005 inklusive eines Vergleichs zwischen strukturstarken und strukturschwachen Regionen.
3. Verschiedene Formen der Arbeitslosigkeit und ihre individuellen Gegenmaßnahmen: Detaillierte Betrachtung verschiedener Arbeitslosigkeitstypen und der jeweils passenden strategischen Bekämpfungsansätze.
4. Soziale und wirtschaftliche Auswirkungen: Untersuchung der Folgen von Arbeitslosigkeit und Strukturwandel auf Gesellschaft, Individuum und staatliche Finanzhaushalte.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktpolitik, Hartz IV, Ein-Euro-Jobs, Sozialgesetzbuch, Konjunktur, Arbeitslosenquote, Strukturwandel, Beschäftigung, Regionaler Vergleich, Wirtschaftswachstum, Tarifpartner, Arbeitslosenversicherung, Flexibilisierung, Fachkräftemangel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation der Arbeitslosigkeit in Deutschland im Jahr 2005 und beleuchtet deren Ursachen sowie die Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Ebenen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Kategorisierung verschiedener Arten von Arbeitslosigkeit, politische Reformmaßnahmen, ökonomische Folgen sowie regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands ab.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Analyse der Arbeitsmarktlage und die Erörterung, inwieweit individuelle Gegenmaßnahmen und staatliche Reformen wie Hartz IV effektiv auf die verschiedenen Formen der Arbeitslosigkeit reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Literaturrecherche, Analyse aktueller statistischer Daten und einem vergleichenden Ansatz zwischen verschiedenen Wirtschaftsregionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil differenziert zwischen den Formen der Arbeitslosigkeit (saisonal, technologisch, strukturell etc.) und analysiert detailliert die sozioökonomischen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit sowie politisch induzierte Reformkonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Ein-Euro-Jobs, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenquote und regionaler Strukturwandel.
Wie unterscheidet sich die Arbeitsmarktsituation in Ost- und Westdeutschland laut der Arbeit?
Die Arbeit weist auf eine deutliche Kluft hin, bei der die Arbeitslosenquoten in Ostdeutschland teils doppelt so hoch sind wie in den südlichen Bundesländern.
Welche Kritik üben die Autoren an den „Ein-Euro-Jobs“?
Die Autoren kritisieren die Gefahr des Missbrauchs und die Verdrängung regulärer Arbeitsplätze durch staatlich geförderte Ein-Euro-Jobber in Bereichen wie dem Straßenbau oder der Verwaltung.
Warum wird die Hartz IV-Reform in der Arbeit problematisiert?
Die Reform wird kritisiert, da die erhofften Kosteneinsparungen ausblieben und stattdessen aufgrund gestiegener Antragszahlen und des Bedarfs an zusätzlichem Personal hohe Mehrausgaben für den Staat entstanden sind.
- Quote paper
- Sven Mohr (Author), Christoph Gelzer (Author), 2005, Arbeitslosigkeit - Auswirkungen und Gegenmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40975