1. Einleitung:
Die Schweizer sprechen , obschon sie nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung Europas ausmachen, nicht die selbe Sprache, sondern gehören vier eigenständigen Kultur- und Sprachkreisen an. In den nördlichen, östlichen und zentralen Landesteilen leben die Deutschschweizer, im Westen und Südwesten die französischsprachigen Welschen, und die auf der Alpensüdseite italienischsprachigen Tessiner und im bergigen Südosten die Rätoromanen.
Die vier Sprachen der Schweiz sind keineswegs völlig homogene Gebilde, sondern weisen eine Fülle von Varianten auf. Neben den Standardsprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch ) gibt es auch lokale Dialekte, sogenannte Mundarten.
Die Dialekte, die in der Deutschschweiz gesprochen werden, unterscheiden sich zum Teil erheblich von der deutschen Standardsprache, dem sogenannten Hochdeutsch.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Sprachgebiete
3 Innerschweizerische Kommunikationsprobleme
4 Das Schweizerdeutsche
5 Deutschschweizer und die Hochsprache
6 Deutschschweizer und der Dialekt
7 Die Unterschiede:
(a) Laute:
Verteilung der Laute
Die langen Vokale
Die kurzen Vokale
Die Diphtonge
Die Konsonanten
(b) Deutsch-schweizerische Lautentsprechungen
(c) Betonung
(d) Sandhi
(e) Assimilation
(f) Fremdwörter
(g) Formen
(h) Wortbildung
(i) Satzbau
(j) Wortschatz
(k) Idiotismen
(l) Wortschatzausgleich
8 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Situation in der deutschsprachigen Schweiz mit einem Fokus auf die Rolle des Schweizerdeutschen als gesprochene Sprache im Kontrast zur Hochsprache. Das Ziel ist es, die strukturellen Besonderheiten, die lautlichen Charakteristika und die soziolinguistische Funktion der verschiedenen Dialekte zu beleuchten.
- Die funktionale Trennung von Mundart und Hochsprache (Diglossie).
- Die lautlichen Unterschiede und Konsonantenphänomene im Schweizerdeutschen.
- Einflüsse von Lehnwörtern und Prozesse des Wortschatzausgleichs.
- Die soziokulturelle Bedeutung des Dialekts als Identitätssymbol.
Auszug aus dem Buch
Die Konsonanten
Die meisten europäischen Sprachen unterscheiden zwischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten (sonores et sourdes, voiced and voiceless). Die deutsche Bühnenaussprache unterscheidet zwischen stimmhaften b d g s und stimmlosen p t k ss. Der schweizerdeutsche Konsonantismus unterscheidet sich grundlegend hievon, da die angeführte Konsonantenreihe b d g s ohne Mitwirkung der Stimmbänder gesprochen wird. Der Unterschied liegt nur in der Intensität der Artikulation. Die wissenschaftliche Bezeichnung für einen schlaff artikulierten Konsonanten ist Lenis und für einen straff artikulierten Fortis.
Lenes sind b d g fs sch eh r l m n ng
Fortes sind p t gg ff ss schsch chch ll mm nn nng.
Es sei hier ausdrücklich gesagt, dass Fortis und Lenis nichts mit der Länge des vorangehenden Vokals zu tun hat. Eine Fortis kann auch nach langem Vokal stehen, zum Beispiel pfyffe, suuffe, gröössi. Man lasse sich nicht dadurch verwirren, daß in der Duden-Orthographie die Verdoppelung eines Konsonanten dazu dient, die Kürze des vorangegangenen Vokals zu bezeichnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die sprachliche Vielfalt der Schweiz und definiert die Grundproblematik der sprachlichen Situation der Deutschschweiz.
2 Die Sprachgebiete: Dieses Kapitel erläutert die geografische Verteilung der Sprachregionen und die Rolle des Schweizerdeutschen als regionale Dialektvielfalt.
3 Innerschweizerische Kommunikationsprobleme: Es werden die Spannungsfelder zwischen den Sprachgruppen und die Herausforderungen in der Kommunikation durch unterschiedliche Sprachsysteme analysiert.
4 Das Schweizerdeutsche: Das Kapitel differenziert zwischen Schweizerdeutsch, Schriftdeutsch und Schweizer Hochdeutsch.
5 Deutschschweizer und die Hochsprache: Diese Sektion untersucht das oft schwierige Verhältnis zur Hochsprache und die emotionalen Hemmschwellen beim Gebrauch.
6 Deutschschweizer und der Dialekt: Hier wird die Mundart als Identitätssymbol und Ausdruck von Heimatlichkeit dargestellt.
7 Die Unterschiede: Dieses umfangreiche Kapitel detailliert die linguistischen Divergenzen auf phonetischer, morphologischer und syntaktischer Ebene.
8 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Bedeutung des Schweizerdeutschen als gesprochene Nationalsprache im öffentlichen Leben.
Schlüsselwörter
Schweizerdeutsch, Dialekt, Hochsprache, Diglossie, Phonetik, Konsonanten, Vokale, Wortbildung, Identität, Soziolinguistik, Idiomatismus, Mundart, Sprachpolitik, Assimilation, Lautlehre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der sprachlichen Situation in der deutschsprachigen Schweiz und der Abgrenzung zwischen den verschiedenen sprachlichen Varietäten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Struktur des Schweizerdeutschen, die Diglossie-Situation (Dialekt vs. Hochsprache) sowie die lautlichen und grammatikalischen Eigenheiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist eine wissenschaftliche Untersuchung der Unterschiede zwischen Dialekt und Standardsprache und der Funktion des Schweizerdeutschen im Alltag.
Welche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Analyse, die lautliche Regeln, Wortbildungen und syntaktische Besonderheiten gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt primär die Lautlehre (Vokale, Konsonanten), Sandhi-Phänomene, Assimilationsregeln sowie morphologische und syntaktische Merkmale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schweizerdeutsch, Diglossie, Phonetik, Dialektvielfalt und sprachliche Identität charakterisiert.
Was versteht man unter dem Sandhi-n?
Das Sandhi-n ist eine für das Schweizerdeutsche typische Überbrückung des Hiatus zwischen Vokalen durch ein Gleit-n, um den Redefluss zu glätten.
Welchen Stellenwert hat die Hochsprache für Schweizer?
Hochdeutsch wird primär als Schriftsprache sowie für formelle Kontexte gelernt und genutzt, wird jedoch von vielen Deutschschweizern als Fremdsprache wahrgenommen.
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- Klaudia Mayr (Author), 2002, Die sprachliche Situation in der Schweiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4099