Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Psychology - Diagnostics

Schulreife und Schulfähigkeit: Über das Kieler Einschulungsverfahren

Title: Schulreife und Schulfähigkeit: Über das Kieler Einschulungsverfahren

Term Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 1

Autor:in: Yvonne Sindermann (Author)

Psychology - Diagnostics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Zu einem bestimmtem Termin wird in Deutschland jedes Kind schulpflichtig. Als problematisch erweist sich, dass jährlich ca. 10% der schulpflichtigen Kinder zurückgestellt werden. Sie sind nicht schulfähig, was immer dies auch bedeuten mag.

Faust-Siehl plädiert für eine Abschaffung des Begriffs „Schulfähigkeit“ und fordert einen integrierten Schulanfang. Für Nickel ist der Begriff nicht so entscheidend, sondern das Konstrukt, welches dahintersteht. Richter stellt die „Schulfähigkeit des Kindes“ oder die „Kindfähigkeit der Schule“ zur Diskussion. Kammermeyer, orientiert am Modell Nickels, welches später noch erläutert wird, möchte diesen Begriff beibehalten, denn er beinhaltet ein grundlegendes pädagogisches Ziel: die Zusammenarbeit aller an der Erziehung Beteiligten. Der Begriff von Schenk-Danzinger „Schulbereitschaft“, welcher neben dem Kinde auch weitere Faktoren zu berücksichtigen versucht (Motivation, Lernanregung,...) konnte sich nicht durchsetzen.

Um Verfahren zur Schuleingangsdiagnostik, wie das KEV, bewerten zu können und insgesamt in der Schulfähigkeitsdikussion einen Überblick behalten zu können bedarf es vor einer näheren Betrachtung des Kieler Einschulungsverfahrens (KEV) einer Auseinandersetzung mit dem Wandel der Konzepte von Schulfähigkeit.

Neben der genauen Beschreibung des Wandels der Schulfähigkeitsdikussion wird in meiner Arbeit das KEV in seiner Gesamtheit vorgestellt und auch hinsichtlich der Gütekriterien kritisch betrachtet. Des weiteren werden neuere Ansätze in diesem Bereich aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Schulreife, Schulfähigkeit, Schulbereitschaft

1. Allgemeine Problematik

2. Der Wandel der Schulfähigkeitsdiskussion

2.1. Schulreife

2.2. Der Wandel zur Schulfähigkeit

2.3. Schulfähigkeit auf der Grundlage der Lerntheorie

2.4. Schulfähigkeit aus ökosystemischer Perspektive

2.5. Schulfähigkeit als Entwicklungsaufgabe sowie als soziokulturelles Konstrukt

II. Das Kieler Einschulungsverfahren

1. Hintergrundinformationen

1.1. Begründung des Verfahrens

1.2. Die Inhaltsbereiche

2. Die 3 Bausteine des Verfahrens

2.1. Das Elterngespräch

2.1.1. Allgemeine Hinweise

2.1.2. Durchführung

2.2. Das Unterrichtsspiel

2.2.1. Allgemeine Hinweise

2.2.2. Durchführung

2.2.3. Darstellung der Aufgaben

2.2.3.1. Das Spiel zum Kennenlernen

2.2.3.2. Malen und Ausschneiden eines Hauses

2.2.3.3. Zeichnen von Formen und Linien in den Wegen

2.2.3.4. Arbeit mit Käfern

2.2.3.5. Erzählen zu einem Wandbild

2.2.3.6. Legen und Erzählen einer Bildergeschichte

2.2.3.7. Turnen

2.3. Die Einzeluntersuchung

3. Die Auswertung und Entscheidungsfindung

4. Betrachtung der Gütekriterien

4.1. Objektivität

4.2. Reliabilität

4.3. Validität

5. Kritische Betrachtung

5.1. positive Aspekte

5.2. negative Aspekte

6. Neuere Ansätze zur Diagnose und Förderung von Schulfähigkeit

III. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das "Kieler Einschulungsverfahren" (KEV) vor dem Hintergrund des wissenschaftlichen Wandels vom Konzept der "Schulreife" hin zu einem ökosystemischen Verständnis von "Schulfähigkeit". Es wird untersucht, ob und wie das KEV als Diagnoseinstrument geeignet ist, die Gesamtpersönlichkeit des Kindes zu erfassen, und welche Kriterien dabei für eine fundierte Einschulungsentscheidung relevant sind.

  • Historische Entwicklung der Schulfähigkeitsdiskussion (von Schulreife bis zur ökosystemischen Perspektive).
  • Aufbau und methodische Umsetzung des Kieler Einschulungsverfahrens (Elterngespräch, Unterrichtsspiel, Einzeluntersuchung).
  • Die 10 Inhaltsbereiche der Schuleingangsdiagnostik (Wahrnehmung, Motorik, sozialer Bereich etc.).
  • Kritische Reflexion der Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) des KEV.
  • Einordnung aktueller Trends wie Förderdiagnostik und die Bedeutung von Vorläuferfähigkeiten (z.B. phonologische Bewusstheit).

Auszug aus dem Buch

2.2. Das Unterrichtsspiel

Für diesen Baustein mit insgesamt sieben Aufgaben benötigt man zirka 75 Minuten. Pausen sollten hierbei nach Bedarf (Empfehlung: nach Aufgabe 4) eingelegt werden. Generell sind 2 Lehrer aktiv. Einer leitet den Unterricht (Empfehlung: zukünftiger Erstklasslehrer), der zweite führt die systematischen Beobachtungen durch. Vier Lehrkräfte eignen sich auch sehr gut, denn so können Beobachtungs- und Beurteilungsfehler (z.B. Strengefehler, Fehler der zentralen Tendenz, etc.) durch den gegenseitigen Austausch der Informationen und die dadurch angeregt Reflexion abgemildert werden. Dies erscheint meines Erachtens besonders bedeutsam zu sein bei Grenzfallentscheidungen.

Für aussagekräftige Beurteilungen sollte die Gruppe aus nicht mehr als 6 Teilnehmern bestehen. Es besteht die Möglichkeit, auf diesen Baustein bei der Diagnose der Schulfähigkeit zu verzichten, wenn bereits Entscheidungen a. G. des Elterngesprächs und eines Berichts vorschulischer Institutionen getroffen werden konnten. Jedoch sollte wie oben erwähnt aus motivationalen Gründen bzgl. des neuen Lebensabschnittes nicht darauf verzichtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Allgemeine Problematik: Die Einführung thematisiert die Herausforderungen der Schulpflicht und die Problematik der Zurückstellung von Kindern, wobei verschiedene wissenschaftliche Positionen zur Schulfähigkeit gegenübergestellt werden.

Der Wandel der Schulfähigkeitsdiskussion: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung vom starren Begriff der "Schulreife" (reifungsbedingt) hin zu einem dynamischen, ökosystemischen Verständnis, das Umweltfaktoren und Förderung miteinbezieht.

Das Kieler Einschulungsverfahren: Das Kapitel bietet eine detaillierte Einführung in die Struktur, die theoretischen Hintergründe und die 10 Inhaltsbereiche des KEV als Instrument der Schuleingangsdiagnostik.

Die 3 Bausteine des Verfahrens: Hier werden die praktische Durchführung des Elterngesprächs, das unterrichtsähnliche Spiel und die bei Bedarf folgende Einzeluntersuchung methodisch erläutert.

Die Auswertung und Entscheidungsfindung: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess der Urteilsbildung, bei dem Lehrkräfte ihre Erfahrungen und Beobachtungen gewichten, statt sich auf einen starren Gesamtpunktwert zu verlassen.

Betrachtung der Gütekriterien: Eine wissenschaftliche Überprüfung der Objektivität, Reliabilität und Validität des Verfahrens im Kontext pädagogischer Diagnostik.

Kritische Betrachtung: Eine Analyse der Stärken (breite Basis, kindgemäße Situation) und Schwächen (Subjektivität der Entscheidung, zu wenig Fokus auf direkte Förderansätze) des KEV.

Neuere Ansätze zur Diagnose und Förderung von Schulfähigkeit: Ein Ausblick auf moderne, proximale Kriterien wie die phonologische Bewusstheit als notwendige Ergänzung zur klassischen Diagnostik.

Schlüsselwörter

Schulfähigkeit, Schulreife, Kieler Einschulungsverfahren, Schuleingangsdiagnostik, Ökosystemisches Modell, Schulanfang, Förderdiagnostik, Beobachtungskriterien, Unterrichtsspiel, Elterngespräch, Selektionsdiagnostik, Kindfähigkeit der Schule, pädagogische Diagnostik, Vorläuferfähigkeiten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Kieler Einschulungsverfahren (KEV) als diagnostisches Instrument zur Feststellung der Schulfähigkeit bei Kindern vor ihrem Schuleintritt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die historische Wandlung der Schulfähigkeitsbegriffe, die methodische Struktur des KEV sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Zuverlässigkeit und Zielsetzung derartiger Diagnoseverfahren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das KEV theoretisch und praktisch zu durchleuchten und zu bewerten, inwiefern es dem Anspruch gerecht wird, das Kind ganzheitlich in seinem sozialen und ökologischen System zu erfassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine systematische Aufarbeitung der Konzept- und Verfahrensbeschreibungen des Kieler Einschulungsverfahrens, ergänzt um pädagogisch-psychologische Diskursansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Schulfähigkeitswandels, die detaillierte Beschreibung der drei KEV-Bausteine und eine kritische Überprüfung der wissenschaftlichen Gütekriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Schulfähigkeit, ökosystemische Perspektive, Schuleingangsdiagnostik und Förderdiagnostik.

Warum sollte der zukünftige Klassenlehrer das Einschulungsverfahren leiten?

Der Autor argumentiert, dass der zukünftige Klassenlehrer die Möglichkeiten einer speziellen Lehrkraft am besten einschätzen kann und somit Defizite des Kindes besser im Kontext des eigenen Unterrichtskonzepts beurteilen kann.

Inwiefern beeinflusst der "Spielcharakter" der Aufgaben das Ergebnis?

Durch den spielerischen Charakter der Aufgaben in einem sinnvollen Gesamtzusammenhang werden Leistungsängste abgebaut, was zu einer realistischeren Erfassung der tatsächlichen Kompetenzen führt, da das Kind motivierter agiert.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Schulreife und Schulfähigkeit: Über das Kieler Einschulungsverfahren
College
University of Regensburg  (Psychologie)
Course
Testanwendungen in der Schule
Grade
1
Author
Yvonne Sindermann (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V41044
ISBN (eBook)
9783638393973
ISBN (Book)
9783638939058
Language
German
Tags
Schulreife Schulfähigkeit Kieler Einschulungsverfahren Testanwendungen Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Sindermann (Author), 2004, Schulreife und Schulfähigkeit: Über das Kieler Einschulungsverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41044
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  26  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint