Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - School System, Educational and School Politics

Die Gesamtschule. Konzept, Leistung, Probleme

Title: Die Gesamtschule. Konzept, Leistung, Probleme

Term Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sean Miller (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Jahr 1968 wurden in der Bundesrepublik Deutschland die ersten Gesamtschulen gegründet. Voraus ging ein jahrzehntelanger Prozess der Bemühungen, Überlegungen und unzähliger Versuche seitens der Wissenschaft und Politik, das deutsche Bildungssystem zu reformieren. Unlängst wurde erkannt, dass das bestehende dreigliedrige Schulsystem rückständig war, den Ansprüchen der gegenwärtigen Gesellschaft nicht gerecht wurde und ein Umdenken, was die Konzeption des Schulsystems betrifft, notwendig war. Diese Kehrtwende in der Bildungspolitik war allerdings kein einzigartiges Phänomen in Europa, sondern bedeutete lediglich einen Weg einzuschlagen, den andere Industrienationen schon seit längerer Zeit beschritten hatten. Die Entwicklung der Gesamtschule, die nach dem Deutschen Bildungsrat zur `Einrichtung von Schulversuchen mit Gesamtschulen´ entworfen wurde um das gegliederte Schulwesen zu ersetzen, war allerdings nicht mit der Einführung der ersten Gesamtschulen beendet (vgl. Gudjons 1996, S.64).
Im Gegenteil, nur wenn die Gesamtschule weiterhin Ausgangspunkt bildungspolitischer Interessen bleibt, von effektiven Reformen und pädagogischen Erkenntnissen profitiert, kann sie den Erwartungen der ersten Befürworter und Gründer gerecht werden. Nur dann hat sie eine reelle Chance das bisher dominierende dreigliedrige Schulsystem zu ersetzen. Bis dahin gilt es die Gesamtschule als innovative Schule zu bestärken und weiterzuentwickeln.
Dass die Strukturveränderung des deutschen Schulsystems und die damit verbundene Debatte um die Notwendigkeit einer Gesamtschule kein `alter Hut´ ist liegt auf der Hand.
Denn die jüngsten Ergebnisse der PISA-Studie (2000) zeigen, dass die Infragestellung des vertikalen Schulsystems ihre Berechtigung hat. Mit Finnland macht uns ein Land vor, was eine Gesamtschule zu leisten im Stande ist. Finnland hat Anfang der 70er Jahre die Gesamtschule anstelle des gegliederte Schulwesen eingeführt, die Früchte dafür ernten sie schon seit mehreren Jahren. So ist es nicht verwunderlich, dass die finnischen Schüler u.a. Dank des Gesamtschulsystems bei der PISA-Studie die besten Ergebnisse erzielten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Schulsystem Deutschlands im Umbruch

3 Die Gesamtschule als Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem

3.1 Gründe für die Gesamtschuldiskussion

3.2 Ziele der Gesamtschule

3.3 Das Konzept der integrierten Gesamtschule

3.4 Ausbau des Gesamtschulwesens

4 Pro und Contra Gesamtschule

4.1 Leistungen der Gesamtschule

4.2 Probleme der Gesamtschule

5 Perspektive der Gesamtschule in Deutschland

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der integrierten Gesamtschule als bildungspolitische Alternative zum traditionellen dreigliedrigen Schulsystem in Deutschland, analysiert deren Leistungen sowie bestehende Probleme und beleuchtet ihre zukünftigen Perspektiven.

  • Historische Einordnung des deutschen Schulsystems und der Gesamtschulbewegung.
  • Die pädagogischen und bildungspolitischen Ziele der integrierten Gesamtschule.
  • Strukturmerkmale, Organisation und differenzierte Unterrichtsformen.
  • Kritische Reflexion der Stärken und Herausforderungen der Gesamtschule.
  • Ausblick auf die zukünftige Rolle der Gesamtschule im deutschen Bildungswesen.

Auszug aus dem Buch

3.3 Das Konzept der Gesamtschule

Um die Gesamtschule in ihrer Schulform darstellen und vom dreigliedrigen Schulwesen abgrenzen zu können ist es notwendig, einen Blick auf das Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland zu werfen (vgl. Nöth 1979, S. 16). Die Grundschule wird vom ersten bis zum vierten Schuljahr besucht. Danach stehen Hauptschule, Realschule und Gymnasium als weiterführende Schulen zur Auswahl. Den Abschluss der Hauptschule erreicht man durch erfolgreiche Beendigung der neunten Klasse. Hier besteht die Möglichkeit, abhängig vom Abschlusszeugnis, das zehnte Schuljahr zu besuchen und zusätzlich den Realschulabschluss zu erlangen. Der direkte Weg zum Realschulabschluss führt über einen sechsjährigen Besuch der Realschule ab der fünften Klasse. Der Wechsel von der Realschule ist grundsätzlich mit dem Realschulabschluss möglich, Voraussetzung sind gute Leistungen und eine zweite Fremdsprache. Mit dem Wechsel ist der Schüler in die Oberstufe des Gymnasiums eingetreten. In der Regel wird das Abitur allerdings erworben durch einen durchgehenden Besuch des Gymnasiums von der fünften bis zur 13. Klasse (vgl. Nöth 1979, S. 9).

Die drei Schulen haben einen eigenen Schulbetrieb, mit drei Schulleitern und unabhängigen Lehrplänen. Dieses getrennte Schulwesen wird als dreigliedriges Schulsystem bezeichnet. Bei der integrierten Gesamtschule, nur auf die soll das Augenmerk liegen, wird keine Unterscheidungen zwischen Hauptschule, Realschule und Gymnasium gemacht. Alle Schüler werden in einem Schulbetrieb zusammengefasst, der über eine Schulleitung und einen Lehrplan verfügt. Um jedoch den Lehrplan und Organisatorisches umzusetzen hat die Gesamtschule Stufenleiter eingesetzt. „Die Abteilungsleiter sind für Schulstufen und nicht für Schularten zuständig“ (Nöth 1979, S. 13). Im Falle des Orientierungsstufenleiters bedeutet dies, dass die Klassen fünf und sechs unter seiner Verantwortung stehen. Die Zuteilung setzt sich bis zur Oberstufe fort. Somit ist gewährleistet, dass jede Stufe einen Lehrer als Ansprechperson besitzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die historische Notwendigkeit der Gesamtschulentwicklung als Antwort auf ein rückständiges dreigliedriges Schulsystem und formuliert die Fragestellung der Arbeit.

2 Das Schulsystem Deutschlands im Umbruch: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Vorläufer der Gesamtschule und internationale Einflüsse, die zur Reformdiskussion im 20. Jahrhundert führten.

3 Die Gesamtschule als Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem: Hier werden die Ursachen für die Gesamtschuldiskussion, die pädagogischen Ziele, die organisatorische Konzeption der integrierten Gesamtschule sowie die historische Entwicklung ihres Ausbaus in den Bundesländern dargelegt.

4 Pro und Contra Gesamtschule: Dieses Kapitel bewertet die Stärken der Gesamtschule in Bezug auf individuelle Förderung und Durchlässigkeit, stellt diesen jedoch die organisatorischen und soziologischen Probleme gegenüber.

5 Perspektive der Gesamtschule in Deutschland: Der Abschnitt reflektiert die bisherige Leistung der Gesamtschule und diskutiert deren Chancen angesichts des demographischen Wandels und des Bedarfs an pädagogischer Weiterentwicklung.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Bedeutung der Gesamtschule als Antwort auf soziale Selektivität und betont, dass ihr Erfolg von gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen abhängt.

Schlüsselwörter

Gesamtschule, Bildungssystem, dreigliedriges Schulsystem, Reformpädagogik, integrierte Gesamtschule, Chancengleichheit, Leistungsdifferenzierung, Schullaufbahnberatung, Sekundarstufe I, Bildungsreform, Inklusion, soziale Integration, PISA-Studie, Bildungsstandard, Kernunterricht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die konzeptionelle Ausrichtung, die historischen Entwicklungsphasen sowie die pädagogischen Leistungen und strukturellen Herausforderungen der integrierten Gesamtschule als Alternative zum deutschen dreigliedrigen Schulwesen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Notwendigkeit von Reformen im deutschen Bildungssystem, der Vergleich zwischen gegliedertem Schulsystem und Gesamtschule, das Konzept der Leistungsdifferenzierung sowie die bildungspolitische Expansion dieser Schulform.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Gesamtschule als innovative Antwort auf das als selektiv empfundene traditionelle Schulwesen zu untersuchen und zu reflektieren, ob sie die Erwartungen an Chancengleichheit und individuelle Förderung erfüllen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene bildungswissenschaftliche Quellen, Gutachten, Bildungsberichte und Studien auswertet, um eine theoretische Fundierung zum Thema Gesamtschule zu liefern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung der Gesamtschuldiskussion, die Zielsetzung, die organisatorische Umsetzung des integrierten Modells (inklusive Fachleistungsunterricht) und eine kritische Gegenüberstellung von Vorteilen und Problemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildungsgerechtigkeit, integrierte Gesamtschule, Leistungsdifferenzierung und schulisches Reformwesen geprägt.

Welche Rolle spielt das Fachleistungs- und Niveaukurssystem?

Dieses System ist für die integrierte Gesamtschule essenziell, um Schüler unterschiedlicher Leistungsniveaus innerhalb einer Schulform zu fördern und gleichzeitig eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Kursen zu gewährleisten.

Warum wird der "creaming-effect" als problematisch angesehen?

Der "creaming-effect" beschreibt die Tendenz, dass Gesamtschulen Schwierigkeiten haben, leistungsstarke Schüler zu gewinnen, da diese häufig von Gymnasien "abgezogen" werden, was die Leistungsanforderungen und die soziale Zusammensetzung in der Gesamtschule negativ beeinflussen kann.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Die Gesamtschule. Konzept, Leistung, Probleme
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Bildungssysteme der Bundesrepublik Deutschland
Grade
1,3
Author
Sean Miller (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V41063
ISBN (eBook)
9783638394147
ISBN (Book)
9783640765492
Language
German
Tags
Gesamtschule Konzept Leistung Probleme Bildungssysteme Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sean Miller (Author), 2003, Die Gesamtschule. Konzept, Leistung, Probleme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41063
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint