Pflegeprozess und Ergebnisqualität. Nach wie vor in Schieflage?


Hausarbeit, 2003

18 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung

2 Rechtliche Entwicklung

3 Qualitätsebenen

4 Prozess –und Ergebnisqualität
4.1 Dokumentation und Möglichkeiten zur Qualitätskontrolle
4.2 Selbsteinschätzung der Mitarbeiter
4.3 Auswertung der Umfrage
4.4 Resultat der Umfrage

5 Neue Inhalte
5.1 Dienstbesprechung
5.2 Arbeitsgruppen
5.3 Stationsleiterrunde
5.4 Fortbildung
5.5 Personaleinsatzplan
5.6 Beschwerdemanagement

6 Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Anhang:
1. Inhalte des Qualitätshandbuches
2. Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Mitarbeiter

1 Einleitung

Schon vor fast 20 Jahren begannen die Diskussionen um die Reform der Dokumentation in der Pflege. Zum Schutz der Rechte des Pflege-bedürftigen soll die Pflegequalität nachweisbar und kontrollierbar gemacht werden – durchschaubar und verständlich.

Die Träger der Pflegeeinrichtungen sind für die Sicherung und für die Weiterentwicklung der Qualität ihrer Leistungen verantwortlich. Sie müssen in der Lage sein, die geleistete Pflege lückenlos und korrekt nachzuweisen.

In der BURGHOLTE Seniorenwohnanlage in Osterode werden 60 pflege-bedürftige Menschen aller Pflegestufen von 34 Pflegekräften auf 4Stationen betreut. Die Qualitätssicherung findet im Qualitätszirkel statt, der sich wöchentlich mit der Aktualisierung und der Anpassung der Pflegedokumentation an die Vorgaben der Kontrollbehörden beschäftigt. Die Pflegequalität wird hier definiert, fixiert und weiterentwickelt.

Was aber bedeutet das für die eigentliche Pflege? Wie viel Verständnis und wie viel Kenntnis haben die einzelnen Mitarbeiter? Worauf lassen sich Fehler im Dokumentieren der Pflegeleistungen zurückführen, die immer wieder zu beobachten sind?

Mit diesen Fragen möchte ich mich im Rahmen meiner Hausarbeit beschäftigen.

Dazu beschreibe ich in Kapitel2 kurz die rechtliche Entwicklung. Kapitel3 stellt die einzelnen Ebenen der Qualität vor. Da ich im darauffolgenden Teil meiner Ausführungen näher darauf eingehen möchte, welche Schwierigkeiten die Dokumentation der Pflege in der Praxis aufweist und wodurch diese möglicherweise entstehen, werde ich erst dort die „Werkzeuge“ für die Prozess- und Ergebnisqualität erläutern.

Anhand eines „Selbsteinschätzungsbogen“, in dem die Mitarbeiter zu einigen Fragen Stellung nehmen, versuche ich in diesem Teil meiner Arbeit die Problematik in der Dokumentation des Pflegeprozesses und der Qualitätssicherung festzustellen. Ich hoffe zum Abschluss meiner Ausführungen in Kapitel5 einige Möglichkeiten aufzeigen zu können, die den Schwierigkeiten der Mitarbeiter entgegenwirken könnten, denn

„ MitarbeiterInnen, die Klarheit über die Qualitätspolitik, die Qualitätsziele, Zuständigkeiten und Strukturen haben, sind viel stärker in der Lage und auch bereit, das System zu tragen, offen miteinander zu kommunizieren und an Qualitätsverbesserungsprozessen mitzuwirken “ (Schmitz / Hofmann 2000, S.23).

2 Rechtliche Entwicklung

Krankenpflegegesetz von 1985:

In § 4 wird als Ausbildungsziel insbesondere die sach- und fachkundig geplante Pflege des Patienten genannt, sowie die Beobachtung und die Weitergabe der Beobachtungen ( vgl. Riffel 1997 ).

Urteil des Bundesgerichtshofes vom 19.3.1986:

Alles was nicht dokumentiert ist, wurde nicht geleistet. Das unsachgemäße Führen von Pflegedokumentation ist ein Pflegefehler

(vgl. Riffel 1997 ).

Gesundheitsstrukturgesetz, Pflegepersonalregelung von 1993:

Die Pflegepersonalregelung verlangt die Nachweisbarkeit der Zuordnung der Patienten in Pflegestufen aufgrund einer ausreichenden, zweckmäßigen, wirtschaftlichen und an einem ganzheitlichen Pflegekonzept ausgerichteten Pflege ( §1) sowie den Nachweis notwendiger Pflege ( §4) in der Pflegedokumentation ( vgl. Riffel 1997 ).

Pflegeversicherung SGB XI 1995:

Nach den Ausführbestimmungen zu § 80 wird die Pflegeprozessdokumentation gesetzliche Bemessungsgrundlage für die Qualität der Umsetzung des Pflegeauftrages in der Praxis

( vgl. Klie 1999, S. 295 ff ).

Novelliertes Krankenpflegegesetz 2004

§ 3 definiert als Ausbildungsziel die Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, die Evaluation der Pflege, sowie die Sicherung und Entwicklung der Pflegequalität ( vgl. Ärztliche Ausbildung in der Bundesrepublik Deutschland, 2003 ).

3 Qualitätsebenen

Die Qualität der Pflege lässt sich grob in drei einzelne Teilbereiche gliedern, die ineinander übergreifend eine messbare Größe zur Beurteilung der Pflege darstellen sollen.

Strukturqualität:

Hier werden die Rahmenbedingungen definiert unter denen Pflege stattfindet und geleistet wird.

Der Rahmen wird bestimmt durch die Organisationsform und den Betriebstyp der jeweiligen Einrichtung. So ist unter anderem das Pflegeleitbild, die Hausphilosophie und das Pflegekonzept der Einrichtung Teil der Strukturqualität. Ebenso fällt die Anzahl der Mitarbeiter, deren Ausbildungsgrad und ihre jeweiligen Kompetenzen in diesen Bereich.

Nicht zuletzt werden im Rahmen der Strukturqualität die räumlichen Bedingungen der Einrichtung, das Angebot an Pflegehilfsmitteln und die Infrastruktur der Institution verdeutlicht.

Prozessqualität:

Die Prozessqualität wird maßgeblich durch das Pflegekonzept der Einrichtung bestimmt und bezieht sich gezielt auf das pflegerische Handeln selbst. Individuell für jeden Bewohner wird Pflege geplant und Pflegeziele werden festgeschrieben. Zur Nachweisbarkeit der Leistungen werden diese präzise und lückenlos dokumentiert.

Ergebnisqualität:

Das Ergebnis des Pflegeprozesses mit seinen festgelegten Zielen wird in regelmäßigen Abständen überprüft. Unstimmigkeiten zwischen Pflege und Ergebnis werden deutlich und können neu formuliert werden.

Eingebunden werden hier zur Überprüfung auch die Bewohner mit ihren speziellen Wünschen und die Angehörigen oder Betreuer.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Pflegeprozess und Ergebnisqualität. Nach wie vor in Schieflage?
Veranstaltung
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V41103
ISBN (eBook)
9783638394420
ISBN (Buch)
9783638762861
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pflegeprozess, Ergebnisqualität, Schieflage, Fachkraft, Leitungsaufgaben, Pflege
Arbeit zitieren
Corinna Wagner (Autor), 2003, Pflegeprozess und Ergebnisqualität. Nach wie vor in Schieflage?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41103

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