Der Lebensstandard in den Industrieländern ist in den vergangenen Jahrzehnten ständig gestiegen. Allerdings hat die Verbesserung der Lebensqualität, worunter die meisten Menschen die Nutzung möglichst vieler Konsum- und Dienstleistungsangebote verstehen, auch einen Preis, der über dem Konsumieren oft vergessen wird: den Verbrauch natürlicher Ressourcen und seine ökologischen Folgen. Unbestreitbar hat das wirtschaftliche Wachstum vielen Menschen vor allem in den Industrieländern ein hohes Maß an Wohlstand gebracht. Gleichzeitig aber wurde und wird der Planet Erde durch Wachstum, Produktion, Dienstleistungen und Konsum ausgebeutet, die einen verstärkten Zugriff auf Quellen und Senken der Natur mit sich bringen. Heute wird zwar über Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung geredet, doch ein umfassender Strukturwandel bleibt aus.
Auch wenn das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung gewachsen ist und weiter wächst, werden weiterhin natürliche Lebensgrundlagen extensiv genutzt und teilweise zerstört.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick über Globalisierung
3. Ressourcen und Senken (Begriffsbestimmung)
4. Verteilung der Ressourcen in der Welt
5. Weltweite Expansion
6. Nachfrage steigt weiter- Stoffströme der Metallurgie
7. Eingriffe in die Landschaft durch den Bergbau
7.1 Goldbergbau
7.2 Umweltzerstörung durch den Uranabbau
8. Einfluss des Ölabbaus auf die Umwelt
8.1 Ölförderung in Südamerika – Eine Pipeline für Ecuador
8.2 Ölabbau in Nigeria – multinationale Konzerne und die Umwelt
9. Der Treibhauseffekt
10. Globale Ökologische Folgen und Probleme
10.1 Saurer Regen
10.2 Ozonloch
11. Nachhaltigkeit
12. Umweltschutzmaßnahmen beim Ressourcenverbrauch und –abbau
13. Quellen und weiterführende Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen des globalen Ressourcenverbrauchs sowie die damit verbundenen Eingriffe in natürliche Lebensgrundlagen und Senken. Im Zentrum steht die kritische Analyse, wie wirtschaftliches Wachstum und industrieller Raubbau in engem Zusammenhang mit globalen Umweltproblemen und einer ungleichen Ressourcenverteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern stehen.
- Die globale Verflechtung von Ressourcenverbrauch und ökologischen Folgeschäden.
- Die Rolle der Rohstoffgewinnung (Bergbau und Ölindustrie) für die Zerstörung lokaler Ökosysteme.
- Die Auswirkungen der ungleichen Ressourcenverteilung auf den sogenannten Globalen Süden.
- Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger Lösungsstrategien im Bergbau und der Umweltpolitik.
Auszug aus dem Buch
7.1 Goldbergbau
Die Goldgewinnung ist ein sehr mühsames Unterfangen, jedoch heute ist der Goldbergbau sehr profitabel, vor allem wegen der Entwicklung immer kostengünstiger Verfahren. Bei der neusten Goldgewinnungsmethode wird mit dem hochgiftigen Zyanid gearbeitet, mit dessen Hilfe das Gold aus dem gemahlenen Gestein extrahiert wird. Die dabei entstehenden hochgiftigen Abfälle werden meist fatal entsorgt bzw. niemand weiß genau, was mit ihnen in der Zukunft geschehen soll. Hier gelangen und verteilen sich die Giftstoffe in der Umgebung bei Dammbrüchen.
In einigen Gebieten erfolgt die Goldgewinnung im Übertagebau, womit die landwirtschaftliche Nutzung sehr stark eingeschränkt wird wie z. B. in Ghana, wo bereits Schlürflizenzen für 70% der Wassa West District –Region im Westen des Landes- an großproduzierende Goldunternehmen vergeben wurden. Dieses Gebiet wird auch als „Brotkorb“ Ghanas bezeichnet, daher sind die Folgen der weiteren Expansion der Goldgewinnung nicht nur für die Ökologie verheerend, sondern auch ökonomische und soziale Probleme würden zu Konflikten führen. Wenn man bedenkt, dass bei Übertagebau sehr große Flächen beansprucht werden und schon ab 2 Gramm Gold pro Tonne Erz das Verfahren der industriellen Goldgewinnung mit Zyanid verwendet wird, so kann man sich vorstellen, was für große Mengen an Böden in einem Goldanbaugebiet verseucht werden.
Gewonnen wird das Gold, indem Steine abgetragen, zermahlen und auf wasserdichte Folien geschüttet werden. Anschließend löst Zyanidlauge selbst kleinste Goldbrösel noch aus den Steinen. Der übriggebliebene Steinschlamm allerdings ist hochgiftig, das sich schnell abbauende Zyanid selbst noch das kleinste Problem. Bei der Lagerung löst sich eine ganze Palette an Giftstoffen: Schwermetalle, Säuren und Arsen. Diese hochgiftige Mischung landet im Rückhaltebecken, wo sie meistens untersorgt liegen bleibt. In manchen Fällen werden diese Abfälle direkt in ein Flusssystem geleitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den wachsenden Ressourcenverbrauch der Industrieländer und den fehlenden Strukturwandel trotz wachsenden Umweltbewusstseins.
2. Überblick über Globalisierung: Analysiert den Begriff der Globalisierung und dessen Verknüpfung mit weltweiten ökologischen Problemstellungen.
3. Ressourcen und Senken (Begriffsbestimmung): Definiert die zentralen Fachbegriffe wie Rohstoffe, Ressourcen, Reserven und Senken im ökologischen Kontext.
4. Verteilung der Ressourcen in der Welt: Beleuchtet die ungleiche Verteilung von Rohstoffen und deren Verbrauch zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden.
5. Weltweite Expansion: Erläutert die Ausweitung der Ressourcenabbaugebiete in neue, oft indigene Territorien durch liberalisierte Gesetzgebungen.
6. Nachfrage steigt weiter- Stoffströme der Metallurgie: Diskutiert den steigenden globalen Rohstoffbedarf und die damit verbundenen massiven Gesteinsbewegungen.
7. Eingriffe in die Landschaft durch den Bergbau: Untersucht die physischen Auswirkungen des Bergbaus auf Landschaft, Vegetation und Wasserhaushalt.
8. Einfluss des Ölabbaus auf die Umwelt: Behandelt die spezifischen ökologischen und sozialen Folgen der Erdölförderung, exemplifiziert durch Fallstudien in Ecuador und Nigeria.
9. Der Treibhauseffekt: Erklärt die Ursachen und Folgen der anthropogenen Erwärmung durch Treibhausgase und fossile Brennstoffe.
10. Globale Ökologische Folgen und Probleme: Fasst Auswirkungen wie sauren Regen und Ozonabbau als direkte Folge industrieller Prozesse zusammen.
11. Nachhaltigkeit: Kritisiert das Leitbild der Nachhaltigkeit im Kontext der tatsächlichen Unternehmenspraxis in der Bergbauindustrie.
12. Umweltschutzmaßnahmen beim Ressourcenverbrauch und –abbau: Listet technische und legislative Maßnahmen zur Minimierung von Umweltschäden auf.
Schlüsselwörter
Ressourcenverbrauch, Rohstoffe, Globalisierung, Umweltschäden, Bergbau, Erdölförderung, Treibhauseffekt, Nachhaltigkeit, Entwicklungsländer, Artenvielfalt, Uranabbau, ökologischer Fußabdruck, Giftstoffe, indigene Völker, Stoffkreisläufe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem globalen Ressourcenverbrauch, dem wirtschaftlichen Wachstum und den daraus resultierenden gravierenden ökologischen sowie sozialen Folgeschäden für den Planeten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte umfassen die Rohstoffgewinnung, die Auswirkungen des Bergbaus und der Ölindustrie, globale Stoffströme sowie das Problem der Ressourcenverteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die ökologischen Konsequenzen des unkontrollierten Ressourcenverbrauchs aufzuzeigen und die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Interessen und der Notwendigkeit für einen umfassenden Strukturwandel zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Basis geographischer Daten, Statistiken und fachwissenschaftlicher Literatur globale Zusammenhänge und Fallbeispiele auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Abbauformen (Gold, Uran, Öl), deren Auswirkungen auf lokale Ökosysteme und indigene Völker sowie globale ökologische Phänomene wie der Treibhauseffekt detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Schlüsselwörter sind Ressourcenverbrauch, Nachhaltigkeit, globale Ungleichheit, Bergbaufolgen, ökologische Katastrophen und Stoffströme.
Welche Rolle spielt die Ölförderung in Ecuador?
Die Arbeit verdeutlicht am Beispiel Ecuadors, wie schlecht gewählte Trassenführungen für Pipelines sensible Schutzgebiete wie den Yasuni-Nationalpark bedrohen und die Wasserversorgung großer Städte gefährden.
Warum ist die Situation im Nigerdelta besonders problematisch?
Das Nigerdelta dient als Beispiel für das Scheitern von Umweltschutzmaßnahmen durch multinationale Konzerne, bei denen Lecks nur unzureichend beseitigt werden und die lokale Bevölkerung massiv unter den Folgen leidet.
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- Arthur Benisch (Author), 2002, Auswirkungen von Ressourcenverbrauch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4110