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Stilistische Aspekte der Jugendsprache

Hintergründe – Merkmale – Textbeispiele

Title: Stilistische Aspekte der Jugendsprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ulrike Manhardt (Author)

German Studies - Linguistics
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Das Thema „Jugendsprache“ ist heute ein vieldiskutiertes. Große Tageszeitungen wie die „Bild-Zeitung“ bringen Artikel heraus, um es den Erwachsenen leichter zu machen, Jugendliche zu verstehen. „Verstehen Sie Ihre Kinder noch?“ war im Jahr 2000 jener Titel (Neuland 2003, 269). Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit einem Trend-Büro recherchiert und ist nur ein Teil des Marktes zum „Verstehen von Jugendlichen“. Seit 1983 gibt es verschiedene Wörterbücher mit dem gleichen Ziel, nämlich die Sprache der Jugendlichen zu dekodieren und allgemein verständlich zu machen. Jugendsprache wird dadurch zum „Konsumgut“ (Neuland 2003, 265), die Wörterbücher zum „Schlüssel für die Szene“ (ebd., 265). Problematisch ist allerdings, dass Jugendsprache nie Allgemeingültigkeit besitzt. Was in Hamburg als „szenischer“ Ausdruck benutzt wird, kann ein Jugendlicher in Dresden vielleicht schon nicht mehr verstehen (siehe dazu 2.1). In diesen Wörterbüchern werden Wörter auch erfunden, so dass sie kein Jugendlicher versteht. Ebenso kritisch zu sehen ist, dass Jugend immer mehr zum Prestigeobjekt wird. Viele Erwachsene wollen sich durch das Verstehen von Jugendlichen ihre eigene „Jugendlichkeit zurückerobern“ (ebd., 267). Hier ist zu erwähnen, dass die „Verjugendlichung“ der Gesellschaft auch in anderen Bereichen zu sehen ist. Warum sonst würden sich so viele Menschen einer Schönheitsoperation unterziehen?
Jugendsprache wurde durch Publikationen in Zeitungen und Wörterbüchern schon Gegen-stand der „öffentlichen Diskussion, noch bevor sie Gegenstand sprachwissenschaftlicher Forschung war“ (ebd., 264). Die Geschichte der Jugendsprache und ihre Erforschung ist Gegenstand von 2.2 und wird hier nur eingebracht, um die oben aufgezeigten Probleme deutlich zu machen. Durch Artikel in Zeitungen wurden bestimmte Ansätze gegeben und diskutiert, die aber durch linguistische Forschungen noch nicht belegt sind. Den Medien wurde dadurch Raum für Spekulationen gelassen.
Im folgenden werde ich die Stilmittel von Jugendlichen aufbereiten (Punkt 3.). Diese werden vorrangig aus der gesprochenen Sprache übernommen und anschließend auf die geschriebene Sprache übertragen (Punkt 4.) und dort an Jugendromanen und Zeitschriften aufgezeigt. Der Einfluss dieser Medien ist spürbar und auch in der Fachliteratur oft beschrieben worden. Interessant ist es zu wissen, welches dieser Medien aber den größten Einfluss auf die Jugendlichen und somit auf ihre Sprache hat (Punkt 4.3).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergründe der Jugendsprache

2.1 Definition Jugendsprache

2.2 Geschichtliche Entwicklung der Jugendsprache

2.3 Wie entwickelt sich ein Stil?

3. Merkmale der Jugendsprache

3.1 Stilmittel

3.2 Möglichkeiten des Stilgebrauches

4. Textbeispiele

4.1 Die Betrachtung der Entwicklung des Sprachstils in Jugendromanen.

4.1.1 Fischer, Marie Louise: Ulrike, das schwarze Schaf im Internat

4.1.2 Pruetz, Sigurd: Falsch gedacht

4.1.3 Chidolue, Dagmar: Lady Punk

4.1.4 Schuster, Gaby : Casting

4.1.5 Zusammenfassung

4.2 Die Betrachtung des Sprachstils von Jugendzeitschriften.

4.2.1 Bravo

4.2.2 Mädchen

4.2.3 Zusammenfassung

4.3 Welches Medium wird von Jugendlichen eher angenommen?

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die stilistischen Ausprägungen der Jugendsprache sowie deren Hintergründe und Einflussfaktoren. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche durch gezielte Sprachbastelei ihre Identität konstruieren, sich von Erwachsenen abgrenzen und in welchen Medien diese sprachlichen Muster besonders stark in Erscheinung treten.

  • Definition und historische Entwicklung der Jugendsprache
  • Stilistische Merkmale und Mechanismen der Wortbildung
  • Analyse der Sprachstile in ausgewählten Jugendromanen
  • Vergleich der medialen Sprachprägung durch Jugendzeitschriften
  • Einfluss der Peer-Group und Medien auf die sprachliche Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

3. Merkmale der Jugendsprache

Die Jugendsprache bedient sich der verschiedensten Arten von Stilmitteln. Zunächst die Wortbildung. Der Begriff beschreibt die Möglichkeit der Bildung von neuen Wörtern aus vorhandenem Wortmaterial. Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten Wörter zu bilden. Zunächst die Modifikation, in der die semantische Differenzierung des Grundmorphems mit Hilfe von Wortbildungsmorphemen, vor allem Präfixe, vorgenommen wird („vor-lesen“, „ein-pennen“). Als zweites stellt die Komposition eine Wortbildung dar, indem zwei Morpheme verknüpft werden („Unfruchtbarkeit-s-gottheit“). Dritte Möglichkeit ist die Derivation, wo der Wortstamm mit einem Wortbildungsmorphem verknüpft wird („Gott-heit“).

Die Morpheme, die für die Wortbildung verwendet werden, können gegliedert werden in Grundmorphem oder Wortkern („Family-Atmo“), Wortbildungsmorpheme (Präfixe: „un-geil“ und Suffix: „punk-ig“), gebundene Grundmorpheme (-thek in „Disko-thek“), Halbsuffixe („liebe-voll“) und reihenbildende Konstituenten („ami-typisch“).

Vor allem Präfixe in Verbindung mit Verben werden von den Jugendlichen benutzt (Verbmodifikation). Die Palette der benutzten Morpheme geht von an-, ab- über ein-, hin-, zu bis raus-. Einige häufig benutzte Beispiele sind „ab-gehen“, „an-machen“, „ein-pennen“, „hin-wichsen“, „raus-hauen“ und „zu-dröhnen“ (Androutsopoulos, 1998, 90-92). Aber nicht nur die Präfixe sind häufig benutzte Silben, auch bestimmte Basisverben werden in Verbindung mit ihnen benutzt (gehen: ab-, aus-, be-, hin-, los-, raus-, rein-, runter-, weggehen sind nur einige Beispiele für das große Spektrum an Begriffen).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Wahrnehmung der Jugendsprache als „Konsumgut“ und diskutiert die Problematik ihrer Erforschung sowie die Rolle der Medien.

2. Hintergründe der Jugendsprache: Dieses Kapitel definiert Jugendsprache als Gruppensprache, untersucht ihre historische Entwicklung und den Prozess der individuellen Stilbildung.

3. Merkmale der Jugendsprache: Hier werden die linguistischen Werkzeuge wie Wortbildung, Phraseologie und syntaktische Muster detailliert analysiert.

4. Textbeispiele: Dieses Kapitel prüft den Sprachgebrauch in verschiedenen Jugendromanen und Zeitschriften auf authentische jugendsprachliche Elemente.

5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Sprache ein zentrales Identitätsinstrument für Jugendliche ist und betont die Notwendigkeit, sie im schulischen Kontext zu fördern.

Schlüsselwörter

Jugendsprache, Gruppensprache, Wortbildung, Stilmittel, Identitätsfindung, Jugendroman, Jugendzeitschrift, Anglizismen, Sprachstil, Peer-Group, Medienwirkung, Phraseologismen, Soziolekt, Sprachbastelei, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den stilistischen Aspekten der Jugendsprache, analysiert deren Entstehung, Merkmale und ihre Manifestation in verschiedenen Medien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die linguistische Definition von Jugendsprache, der Einfluss von Alter, Geschlecht und Gruppe sowie der Vergleich von Sprachstilen in Literatur und Printmedien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Phänomen der „Sprachbastelei“ bei Jugendlichen zu verstehen und aufzuzeigen, wie diese zur Abgrenzung von Erwachsenen genutzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine linguistische Analyse von Textbeispielen (Jugendromane, Zeitschriften) auf Basis bestehender fachwissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Sprachmerkmale sowie eine empirische Betrachtung konkreter Textbeispiele aus Jugendromanen und Zeitschriften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Jugendsprache, Identitätsfindung, Sprachbastelei, Medienwirkung und Soziolekt.

Welche Rolle spielen Anglizismen in der heutigen Jugendsprache laut der Autorin?

Anglizismen gelten als Zeichen von Progressivität und Trendbewusstsein; sie werden verstärkt in Medien wie der „Bravo“ eingesetzt, um Modernität zu vermitteln.

Warum ist das Genre „Jugendzeitschrift“ laut der Arbeit so einflussreich?

Ihre hohe Schnelllebigkeit erlaubt es den Zeitschriften, schneller auf Trends zu reagieren als Bücher und somit aktiv Sprache zu prägen, statt sie nur abzubilden.

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Details

Title
Stilistische Aspekte der Jugendsprache
Subtitle
Hintergründe – Merkmale – Textbeispiele
College
University of Flensburg
Grade
1,3
Author
Ulrike Manhardt (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V41110
ISBN (eBook)
9783638394482
Language
German
Tags
Stilistische Aspekte Jugendsprache Hintergründe Merkmale Textbeispiele
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Manhardt (Author), 2004, Stilistische Aspekte der Jugendsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41110
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