Friedrich List - Leben und Werk im Überblick


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000
35 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der erste Lebensabschnitt des Friedrich List
A. Jugend- und Lehrjahre (1789-1814)
1. Schulzeit und Lehre
2. Weiterbildung und Studienzeit
B. Akademischer und politischer Aufstieg (1814-1821)
1. Der Beamte mit Sonderaufgaben
2. Die Staatswirtschaftliche Fakultät an der Universität Tübingen
3. Der Deutsche Handels- und Gewerbeverein
4. Der kritische Politiker
C. Flucht und Gefangenschaft (1822-1825)

III. Der zweite Lebensabschnitt des Friedrich List
A. Emigration in die USA (1825-1832)
1. Der Farmer und Redakteur
2. Die „Outlines of American Political Economy“
3. Der Unternehmer
4. Die Ernennung zum amerikanischen Konsul
B. Die Rückkehr nach Deutschland (1832-1837)
1. Der Eisenbahnbau in Leipzig und der Zollverein
2. Das „National-Magazin“ und das „Staatslexikon“
C. Der zweite längere Auslandsaufenthalt
1. Das Eisenbahnwesen Belgiens und Frankreichs
2. „Das natürliche System der politischen Ökonomie“
3. „Das nationale System der politischen Ökonomie“
D. Die letzten Jahre in Deutschland
1. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes in Deutschland
2. Die „Agrarverfassung“ und das „Zollvereinsblatt“
3. Der Kampf für die wirtschaftliche Einigung und den Eisenbahnbau

IV. Schlußbetrachtung

Abkürzungsverzeichnis

Anhang

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Friedrich List – eine bewegte Biographie. So oder ähnlich lautet der Titel vieler Monographien über sein Leben. Denn die Geschichte des Friedrich List liest sich wie ein spannender Abenteuerroman. Neben seinem Engagement als Staatswirtschaftsprofessor, Wirtschaftspolitiker, Unternehmer, Publizist, Eisenbahnpionier und Verfechter des Deutschen Zollvereins ist vor allem sein wirtschaftstheoretisches Werk zu erwähnen.

Thema der vorliegenden Seminararbeit sind das Leben und das Werk des Friedrich List. Die Darstellung erfolgt in einer chronologischen Abfolge, in der die Stationen seines Lebens und deren Bedeutung für seine wirtschaftstheoretischen Erkenntnisse sowie seine literarischen Produkte betrachtet werden.

Der erste Lebensabschnitt befaßt sich mit seiner Ausbildung und dem akademischen und politischen Aufstieg, dem alsbald aufgrund seiner demokratischen Gesinnung der Fall folgte. Anschließend werden im zweiten Lebensabschnitt seine Erfahrungen in Amerika dargestellt, die er nach seiner Rückkehr auch in Deutschland anwendet. Es werden seine Hauptwerke sowie sein Einsatz für den Eisenbahnbau und den Zollverein vorgestellt. Die Umstände seines Todes und ein Resümee beschließen die Seminararbeit.

II. Der erste Lebensabschnitt des Friedrich List

A. Jugend- und Lehrjahre (1789-1814)

Am 6. August 1789[1], im Jahr der Französischen Revolution, wurde Daniel Friedrich List als achtes Kind des Weissgerbers Johannes List und seiner Frau Maria Magdalena in der freien Reichsstadt Reutlingen geboren. Sein Vater, ein wohlhabender und angesehener Bürger, war im politischen Leben seiner Stadt als stellvertretender Bürgermeister aktiv und bekleidete mehrere Ehrenämter. List wurde schon als Jugendlicher stark durch die demokratische Verfassung und die Unabhängigkeit seiner Heimatstadt Reutlingen geprägt, so daß er sein Leben lang ein Gegner der absolutistischen Herrschaft und ein Befürworter repräsentativer Institutionen blieb.[2]

1. Schulzeit und Lehre

Seine Eltern sorgten dafür, daß er eine gute Schulbildung geniessen konnte und schickten ihn auf die Lateinschule in Reutlingen. Doch List war kein guter Schüler. Er zeigte weder großen Fleiß noch besondere Interessen. Nachdem er die letzte Klasse absolviert hatte, verließ er die Schule im Alter von 14 Jahren und begann eine Gerberlehre im elterlichen Betrieb. Der junge List fand jedoch wenig Gefallen an diesem handwerklichen Beruf. Seiner Ansicht nach sollten Maschinen die anfallenden Arbeiten übernehmen, wodurch die Grundlage für einen seiner viele Jahre später erscheinenden Artikel über Arbeitssparende Maschinen im Staatslexikon gelegt wurde. Anstatt in der Werkstatt seines Vaters zu arbeiten, beschäftigte sich List lieber mit Büchern. So verließ er schließlich die Weissgerberei und verbrachte seine Zeit mit dem Lesen von Reise- und Länderbeschreibungen und Romanen.[3]

Im Herbst 1805 nahm List die Möglichkeit wahr, als Inzipient, d.h. als Lehrling des Schreibberufes, in die Stadt- und Amtsschreiberei in Blaubeuren einzutreten. Durch die jüngste Erweiterung des württembergischen Staatsgebietes ab 1803, die auch seiner Heimatstadt Reutlingen die Unabhängigkeit nahm, und die Gründung des Rheinbundes 1806[4] entstand ein großer Bedarf an Verwaltungsbeamten, so daß die Berufsaussichten für den Schreibberuf gut waren.[5]

Während seiner Ausbildung in Blaubeuren wurde List erstmals mit den Mißständen in der Verwaltung des Königreiches Württemberg konfrontiert, die ihn während seiner Zeit als Beamter weiterhin begleiten sollten.

2. Weiterbildung und Studienzeit

Nach erfolgreich abgeschlossener dreijähriger Lehre im Herbst 1808 und einem weiteren Jahr als Substitut in Blaubeuren nahm er zur Vertiefung seiner Kenntnisse Verwaltungsstellen in Schelklingen und Wiblingen an. Zusammen mit seinem neuen Vorgesetzten August Schuster[6] ging er im November 1810 nach Ulm, wo er sich um die Neuordnung des Steuer- und Einnahmewesen bemühte. In dieser Zeit entstand das erste literarische Produkt Lists, der Plan zur Organisation der Formen des Steuerwesens,[7] und es manifestierten sich, wie Gehring pointiert darstellt, seine Charakteristika: „...die spontane Initiative, die Selbstsicherheit, das Bewußtsein, etwas grundstürzend Neues zu bringen, das Bedürfnis, seine Auffassung zu propagieren...“[8].

Im Oktober 1811 zog List nach Tübingen, um die Stelle eines Oberamts-Aktuars anzutreten, obwohl er die dafür benötigte Staatsprüfung noch nicht abgelegt hatte. Er wartete nahezu drei Jahre auf die Zulassung zum Aktuars-Examen, da die Bedingungen für den Staatsdienst die Vollendung des 25. Lebensjahres vorsahen. Neben seiner kommissarischen Arbeit als Oberamts-Aktuar besuchte er juristische und staatswissenschaftliche Vorlesungen als Gasthörer an der Universität Tübingen, um sich auf die Prüfung vorzubereiten und Denkanstöße zu erhalten. Am 28. März 1813 gab er die Verwaltungstätigkeit auf und konzentrierte sich nunmehr nur auf seine universitären Studien.[9] In dieser Zeit entstand Lists zweite literarische Arbeit mit dem Titel Gedanken über die Notwendigkeit einer Reform der den Oberämtern subordinierten Amtsstellen, insbesondere des Stadt- und Amtsschreibereiwesens, von einem Geschäftsmann. Darin wandte er sowohl seine praktischen Erfahrungen aus seiner Beamtenlaufbahn als auch die theoretisch erworbenen Kenntnisse aus der Studienzeit an. Die Schrift befaßte sich äußerst kritisch mit der Leistungsfähigkeit des Schreiberberufes und beinhaltete Reformvorschläge zu dessen Neuordnung. Das Aktuars-Examen bestand er schließlich Anfang September 1814 mit Auszeichnung, womit die Zeit seiner Ausbildung endete.[10]

B. Akademischer und politischer Aufstieg (1814-1821)

1. Der Beamte mit Sonderaufgaben

Nach dem Examen arbeitete List zwei weitere Jahre als Beamter mit Sonderaufgaben für die württembergische Regierung. Seine Fachkenntnisse waren insbesondere bei der Offenlegung von Mißständen in der Kommunalverwaltung gefragt. Der erste Auftrag führte ihn im November 1814 nach Sulz, um sich dort mit dem Steuerwesen zu befassen.[11] In dieser Zeit wurde List mit dem Verfassungsentwurf konfrontiert, den der württembergische König Friedrich I.[12] seinem Land aufzwingen wollte. Friedrich war einer der am wenigsten aufgeklärten absolutistisch regierenden Könige seiner Zeit. Nach seinem Amtsantritt hatte er noch mit der Ständeversammlung zusammengearbeitet, dann begann er jedoch die altwürttembergischen Verfassungsverhältnisse außer Kraft zu setzen und beherrschte das im Jahr 1805 zum Königreich ernannte Württemberg. In den Jahren 1814 und 1815 trat der Wiener Kongreß zusammen, um die Staaten Europas neu zu ordnen. Die deutschen Staaten sollten in einem Deutschen Bund zusammengefaßt werden und eine Verfassung sowie eine gewählte Versammlung erhalten. Friedrich kündigte nun die Vorlage einer neuen Verfassung an, die von der Ständeversammlung abgelehnt wurde.[13] Daraufhin brach ein viereinhalbjähriger Verfassungskonflikt aus, zu dem List durch die Sulzer Adresse Stellung bezog. Er forderte die Wiederherstellung der alten Verfassung mit einem Reformprogramm sowie die Festlegung der Rechte und Pflichten der Bürger.[14]

Im Mai 1815 wurde List ins Armeeministerium versetzt, bevor er im August ins Innenministerium nach Stuttgart gerufen wurde. Dort entwarf er drei Denkschriften, die sich mit dem Rechnungswesen der Dörfer und Kleinstädte, der Neuordnung der Verwaltung und der künftigen Ausbildung der Staatsbeamten befaßten. Außerdem beschäftigte er sich mit Fragen der amtlichen Erbteilung, wobei er auf eigene Erfahrungen zurückgreifen konnte, da er nach dem Tod seiner Mutter im März 1815 einen Teil des Familienbesitzes geerbt hatte. Im April 1816 erhielt List den Auftrag, die Reutlinger Kommunalverwaltung zu überprüfen und wurde anschließend zum Rechnungsrat im Innenministerium ernannt. Danach erfolgte der Auftrag, in Heilbronn eine Auswandererbefragung durchzuführen.[15]

Während der Zeit als Rechnungsrat gründete List das Württembergische Archiv, eine neue politische Zeitschrift, für die er verschiedene Artikel über Verfassungs- und Verwaltungsreformen schrieb. Hier entwickelten sich Lists publizistische Fähigkeiten, und der Beginn seiner politischen Betätigung wurde begründet.[16]

2. Die Staatswirtschaftliche Fakultät an der Universität Tübingen

Als am 30. Oktober 1816 Friedrich I. starb, bestieg Wilhelm I.[17] den württembergischen Thron. Der neue König schien liberalen Ideen gegenüber aufgeschlossener zu sein. Er berief den Reformer von Wangenheim[18] zum Minister für das Kirchen- und Schulwesen. Dieser wirkte zuvor als Kurator der Universität Tübingen, wo ihm ein „...plänereicher und selbständiger junger Schreiber aufgefallen...“[19] war – Friedrich List. Seitens der Regierung begann durch ihn die Wertschätzung und Realisierung der von List in seinen o.g. Denkschriften geforderten Reformen. Dazu gehörte u.a. die Einrichtung eines Studiengangs für Staatsbeamte an der Universität Tübingen. Aus der o.g. Vergrößerung des württembergischen Staatsgebietes resultierten kompliziertere und umfangreichere Verwaltungsaufgaben, so daß qualifiziertere Beamte benötigt wurden. Bereits 1798 war an der philosophischen Fakultät der Universität Tübingen ein Lehrstuhl für Kameralwissenschaften unter Professor Fulda[20] eingeführt worden. Der Zulauf der Studenten war jedoch gering, da der Besuch der Vorlesungen freiwillig war.[21]

List verfaßte für von Wangenheim ein Gutachten über die Errichtung einer staatswissenschaftlichen Fakultät. Der Titel ist allerdings irreführend, da in der Schrift nicht die Errichtung einer neuen Fakultät gemeint war, sondern die Übertragung der Schreiberausbildung auf die juristische Fakultät und deren gleichzeitige Umwandlung in eine politische.[22] Am 26. Oktober 1817 kam es allerdings gemäß von Wangenheims Plan zur Gründung der Staatswirtschaftlichen Fakultät an der Universität Tübingen. Friedrich List erhielt die äußerst umstrittene Professur für Staatsverwaltungspraxis, obwohl er nicht die nötige theoretische Vorbildung für die Berufung hatte.[23] Nach Aufnahme seiner Lehrtätigkeit[24] wurde ihm vorgeworfen, in seinen Vorlesungen Württembergs Gesetze und Institutionen anzugreifen. Daraufhin rechtfertigte er sich beim König und erhielt die Auflage, in seinen Vorlesungen keine strittigen Fragen zur Verfassung des Königreiches zu klären. In der von ihm gegründeten Zeitschrift Der Volksfreund aus Schwaben schrieb er jedoch weiter über die bestehenden Mißstände in Verwaltung und Verfassung sowie über seine Reformvorschläge.[25]

3. Der Deutsche Handels- und Gewerbeverein

Nachdem Preußen im Jahr 1818 beschlossen hatte, die Binnenzölle niederzulegen, um ein größeres Wirtschaftsgebiet darzustellen, trafen sich im März 1819 deutsche Kaufleute auf der Ostermesse in Frankfurt, um die Abschaffung der Binnenzölle und einen für den ganzen Deutschen Bund gemeinsamen Außenzoll

zu fordern. Deutschland bestand zu dieser Zeit aus 39 Staaten, die ihre wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Angelegenheiten, so auch die Zollpolitik, souverän regelten. Die Kaufleute waren der Meinung, daß die noch junge Industrie Deutschlands durch Schutzzölle vor der ausländischen Konkurrenz geschützt und untereinander der freie Binnenhandel vereinbart werden solle.[26] List entwarf für sie eine entsprechende Bittschrift an den Bundestag, wodurch er die Grundlage für seine Ansichten zur Schutzzollpolitik legte.[27] Er gründete den Deutschen Handels- und Gewerbeverein, zu dessen Geschäftsführer er gewählt wurde und war für die Herausgabe der Vereinszeitschrift Organ für den deutschen Handels- und Fabrikantenstand zuständig.[28]

Nun hatte List als württembergischer Professor in einem fremden Staat, Frankfurt, eine Bittschrift für den Deutschen Bundestag ausgearbeitet, der die Hoheitsrechte seines eigenen Landes berührte. Dafür mußte er sich vor seiner Regierung rechtfertigen und beantwortete diese Aufforderung im Mai 1819 mit dem Gesuch, ihn aus seinem Amt zu entlassen. Somit konnte er sich ganz seiner Aufgabe als Konsulent des Deutschen Handels- und Gewerbevereins widmen. Da die Bittschrift an den Bundestag nicht den erhofften Erfolg brachte, beschloß der Ausschuß des Handelsvereins, eine Delegation in mehrere deutsche Hauptstädte zu schicken, um für die Ziele des Vereins zu werben. Zudem wurde eine zweite Bittschrift von List verfaßt, welche die Forderungen der ersten unterstrich.[29]

Im September 1820 fand die Darmstädter Konferenz zur Errichtung eines regionalen Zollvereins statt. Allerdings konnte nach langen Verhandlungen keine Einigung erzielt werden, da die unterschiedlichen ökonomischen Interessen der teilnehmenden Staaten einen wirklichen Erfolg verhinderten.[30]

Trotzdem waren die Bemühungen Lists nicht vergeblich, da seine Tätigkeit im „Deutschen Handels- und Gewerbeverein“ nach Wendler „...einen wichtigen Meilenstein bei der Verwirklichung der deutschen Zollunion von 1834 und damit auch zur Konstituierung des Deutschen Reiches von 1871 bildet.“[31]

4. Der kritische Politiker

Im Sommer 1819 wurde Friedrich List zur Kandidatur als Landtagsabgeordneter für Reutlingen bei den Wahlen zur verfassungsgebenden Ständeversammlung aufgefordert. Er ließ sich aufstellen und erhielt die Stimmenmehrheit. Die Wahl wurde allerdings annulliert, da List das geforderte Mindestalter von 30 Jahren

noch nicht erreicht hatte. Nach dem Tod des daraufhin gewählten Reutlinger Abgeordneten wurde List am 7. Dezember 1820 als dessen Nachfolger in die württembergische Ständeversammlung gewählt.[32]

Nachdem seine Wähler sich bei ihm über die ungerechte Behandlung durch württembergische Beamte und Richter beschwerten, verfaßte List die Reutlinger Petition, in der es kritisch und provokativ formuliert um die Mißstände des württembergischen Staatswesens ging. Anschließend folgte eine Liste mit 40 Forderungen, die sich vor allem mit den Grundrechten des Bürgers, der Selbstverwaltung der Gemeinden und Kreise, einem gerechteren Steuersystem, der Neuordnung des Gerichtswesens, der Beseitigung der Feudallasten und einer Verwaltungsvereinfachung befaßte.[33] Insgesamt stellte die Bittschrift eine Wiederholung und Zusammenfassung der schon lange von List geforderten Reformen dar, die „...durch ihre geballte Zusammenstellung und durch den wortgewaltigen Prolog aber eine zusätzliche Dynamik erhielten“[34]. Die Reutlinger Petition ließ List als Flugblatt verteilen und verstieß damit gegen das Pressegesetz. Er wurde angeklagt, den König beleidigt, Richter und Beamte verleumdet und das Pressegesetz verletzt zu haben.

Bereits nach zweimonatiger Zugehörigkeit zum württembergischen Landtag wurde List daraufhin am 24. Februar 1821 per Beschluß mit 56 zu 36 Stimmen wieder ausgeschlossen. Am 6. April 1822 verurteilte ihn der Gerichtshof in Esslingen zu einer zehnmonatigen Festungsstrafe mit Zwangsarbeit.[35]

C. Flucht und Gefangenschaft (1822-1825)

Als List fünf Tage nach der Urteilsverkündung von seiner Haftstrafe erfuhr, floh er aus Stuttgart. Er hoffte, daß er aus dem Ausland die Revision des Urteils erwirken konnte. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich während dieser Zeit durch journalistische Tätigkeiten für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen wie den Europäischen Blättern, einem Unterhaltungsjournal und der Neckarzeitung, die er zusammen mit seinem Schwager herausgab. Über Straßburg, Baden und die Schweiz gelangte List nach Paris, wo er den Marquis de Lafayette[36] kennenlernte, der versuchte, ihn zur Auswanderung nach Amerika zu überreden.[37]

[...]


[1] Am 6. August 1789 wurde List getauft, wahrscheinlich wurde er am gleichen Tag geboren.

[2] Vgl. Henderson, William: Friedrich List–Der erste Visionär eines vereinten Europas. Eine histo- rische Biographie (im folgenden zitiert als „Friedrich List“), Reutlingen 1989, S. 10-11.

[3] Vgl. Gehring: Paul, Friedrich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 12-14.

[4] Im Jahr 1806 besiegte Napoleon Österreich und Preußen, löste das Heilige Römische Reich deutscher Nationen auf und gründete den unter seinem Protektorat stehenden Rheinbund.

[5] Vgl. Henderson, William: Friedrich List, a.a.O., S. 12.

[6] Zur Persönlichkeit des August Schuster siehe Anhang S. VII.

[7] Vgl. Gemeinhardt, Heinz A.: In württembergischen Verwaltungsdiensten, in: Stadt Reutlingen (Hrsg.): Friedrich List und seine Zeit, Reutlingen 1989, S. 41-53, hier S. 41-42.

[8] Gehring, Paul: Friedrich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 26.

[9] Vgl. Gemeinhardt, Heinz A.: In württembergischen Verwaltungsdiensten, a.a.O., S. 42-45, vgl. ebenso Gehring, Paul: Friedrich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 26-38.

[10] Vgl. Gehring, Paul: Friedrich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 41-50.

[11] Vgl. Gemeinhardt, Heinz A.: In württembergischen Verwaltungsdiensten, a.a.O., S. 46.

[12] Zur Persönlichkeit des württembergischen Königs Friedrich I. siehe Anhang S. VII.

[13] Vgl. Henderson, William: Friedrich List, a.a.O., S. 17-18.

[14] Vgl. Gehring, Paul: Friedrich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 55-66, vgl. ebenso Bülow, Friedrich: Friedrich List – Ein Volkswirt kämpft für Deutschlands Einheit, a.a.O., S. 11-12.

[15] Vgl. Henderson, William: Friedrich List, a.a.O., S. 19-23, 28-31.

[16] Vgl. Gehring, Paul: Friedrich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 102-114, 116-120, 123- 134, vgl. ebenso Gehrig, Hans: Friedrich List und Deutschlands politisch-ökonomische Einheit, Leipzig 1956, S 18-31.

[17] Zur Persönlichkeit des württembergischen Königs Wilhelm I. siehe Anhang S. VII.

[18] Zur Persönlichkeit des Freiherrn von Wangenheim siehe Anhang S. VIII.

[19] Heuss, Theodor: Der Reutlinger Friedrich List, Rede bei der Gedenkfeier der Stadt Reutlingen zum 100. Todestag von Friedrich List am 30. November 1946, Stuttgart und Tübingen 1947, S. 11.

[20] Zur Persönlichkeit des Karl Friedrich Fulda siehe Anhang S. VIII.

[21] Vgl. Henderson, William: Friedrich List, a.a.O., S. 31, vgl. ebenso Born, Karl Erich: Friedrich List und die Tübinger Staatswirtschaftliche Fakultät, in: Hans Besters (Hrsg.): Die Bedeutung Friedrich Lists in Vergangenheit und Gegenwart, Baden-Baden 1990, S. 70-87, hier S. 71-73.

[22] Vgl. Gehring, Paul: Friedrich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 163-167, vgl. ebenso Born, Karl Erich: Friedrich List und die Tübinger Staatswirtschaftliche Fakultät, a.a.O., S. 75.

[23] Vgl. Gehring, Paul: Friedrich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 169-180, vgl. ebenso Bo- rn, Karl Erich: Friedrich List und die Tübinger Staatswirtschaftliche Fakultät, a.a.O., S. 79-81.

[24] Während dieser Zeit heiratete List am 19. Februar 1818 die Professorentochter Karoline Neid- hart, die ihm drei Töchter und einen Sohn gebar und auch in schweren Zeiten zu ihm stand.

[25] Vgl. Brinkmann, Carl: Friedrich List, Berlin 1949, S. 52-62, vgl. ebenso Gehring, Paul: Fried- rich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 199-210.

[26] Vgl. Henderson, William: Friedrich List, a.a.O., S. 42-44.

[27] Vgl. Heuss, Theodor: Der Reutlinger Friedrich List, a.a.O., S. 12+13, vgl. ebenso Gehrig, Hans: Friedrich List und Deutschlands politisch-ökonomische Einheit, a.a.O., S. 39-46.

[28] Vgl. Olshausen, Hans-Peter: Friedrich List und der Deutsche Handels- und Gewerbeverein, Jena 1935, S. 18-22, 57-66.

[29] Vgl. ebenda, S. 46-57.

[30] Vgl. ebenda, S. 67-154.

[31] Wendler, Eugen: Friedrich List. Politische Wirkungsgeschichte des Vordenkers der europäi- schen Integration, a.a.O., S. 19.

[32] Vgl. Gemeinhardt, Heinz A.: List im Landtag: Die Reutlinger Petition und ihre Folgen, in: Stadt Reutlingen (Hrsg.): Friedrich List und seine Zeit, Reutlingen 1989, S. 83-103, hier S. 87-90.

[33] Vgl. Henderson, William: Friedrich List, a.a.O., S. 65-67, vgl. ebenso Brinkmann, Carl: Fried- rich List, a.a.O., S. 90-96.

[34] Gemeinhardt, Heinz A.: List im Landtag: Die Reutlinger Petition und ihre Folgen, a.a.O., S. 96.

[35] Vgl. Gehring, Paul: Friedrich List-Jugend- und Reifejahre, a.a.O., S. 316-339.

[36] Zur Persönlichkeit des Marquis de Lafayette siehe Anhang S. IX.

[37] Vgl. Brinkmann, Carl: Friedrich List, a.a.O., S. 103-119, vgl. ebenso Henderson, William: Fried- rich List, a.a.O., S. 71-77.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Friedrich List - Leben und Werk im Überblick
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Wirtschaftssysteme, Wirtschafts- und Theoriegeschichte)
Note
1,7
Autor
Jahr
2000
Seiten
35
Katalognummer
V4116
ISBN (eBook)
9783638125505
Dateigröße
694 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedrich, List, Leben, Werk
Arbeit zitieren
Mirja Schüler (Autor), 2000, Friedrich List - Leben und Werk im Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4116

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