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Die Schlossplatzdebatte, Entwürfe zur Gestaltung des Berliner Schlossplatzes

Title: Die Schlossplatzdebatte, Entwürfe zur Gestaltung des Berliner Schlossplatzes

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 59 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patricia Weckauf (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Wie soll mit zerstörten Bauwerken umgegangen werden? Ist es legitim vergangene Architektur mit neuen Materialien wiederzuerrichten? Kann die Kopie das Original ersetzen?
Das Berliner Schloss soll wieder aufgebaut werden, nachdem es 1950 zerstört wurde. Ähnliche Beispiele für die Rekonstruktion historischer Architektur finden wir bei der Dresdener Frauenkirche, Groß St. Martin in Köln oder der Michaeliskirche in Hamburg, um nur einige deutsche Beispiele zu nennen. Doch schon seit ~1900 geht es nicht mehr nur um das schöne Erscheinungsbild, sondern auch um den richtigen Umgang mit dem Baudenkmal. Georg Dehio und Alois Riegel setzten sich um die Jahrhundertwende für den Erhalt, die Konservierung der Bausubstanz ein. Das Motto hieß „Konservieren, nicht Restaurieren.“ Es wurde auf den Alterswert des Gebäudes hingewiesen, den nur das Original inne habe und der nicht künstlich erzeugt werden könne und somit den Wert des Gebäudes ausmache.
Sollte der Wiederaufbau, die Kopie eines Gebäudes wirklich durchgeführt werden? Gibt es keine anderen Lösungen den Platz würdig zu gestalten? Und ist es gerechtfertigt das Schloss wiederentstehen zu lassen, wenn dafür ein anderes Gebäude, der Palast der Republik, das diesen, wenn auch jungen Alterswert inne hat, nur wegen seines äußeren, wenig ansprechenden Erscheinungsbildes, abgerissen werden soll?
Diesen Fragen nach einer alternativen Lösung stellten sich viele Architekten in verschiedenen Wettbewerben. Vertreten waren Liebhaber des Schlossbaus, Befürworter einer modernen Architektur und Verfechter des Palastes der Republik. Einige Entwurfsbeispiele werden in dieser Hausarbeit vorgestellt werden. Dabei wird darauf zu achten sein, welche Prioritäten der jeweilige Architekt setzt. Ob dabei die Denkmalpflege berücksichtigt oder ob der äußere Eindruck dem historischen Wert vorgezogen wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.0 Die Schlossplatzdebatte

2.0 Entwürfe zur Gestaltung des Berliner Schlossplatzes

2.1 Bernd Niebuhr

2.2 Axel Schultes und Charlotte Frank

2.3 Ingenhoven, Overdiek und Partner

2.4 Sir Norman Foster

2.5 Verein zur Erhaltung des Palastes der Republik

2.6 Tim Heide, Verena von Beckerath, Andrew Alberts

2.7 Meinhard von Gerkan

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kontroverse Debatte um die Neugestaltung des Berliner Schlossplatzes nach dem Abriss des Palastes der Republik. Ziel ist es, anhand einer Auswahl verschiedener Architekturwettbewerbe die unterschiedlichen planerischen Ansätze und die zugrundeliegenden Prioritäten im Spannungsfeld zwischen historischer Rekonstruktion, moderner Architektur und dem Erhalt des baulichen Erbes der DDR kritisch zu hinterfragen.

  • Rekonstruktion versus moderne Architektur in der Berliner Mitte
  • Umgang mit dem historischen Baubestand und Alterswerten
  • Die Rolle des Palastes der Republik im städtebaulichen Kontext
  • Architektonische Strategien zur Lösung des Schlossplatz-Konflikts
  • Bedeutung der Expertenkommission "Historische Mitte Berlin"

Auszug aus dem Buch

1.0 Die Schlossplatzdebatte

Seit 1991 wird der Wiederaufbau des Berliner Schlosses diskutiert (Abb.1). Am 7. September 1950 war das vom Krieg zerstörte Bauwerk gesprengt worden und die DDR richtete sich im Laufe der Zeit auf dem entstandenen Platz eine Bühne zur Schaustellung ihrer Macht und Politik ein. Mitte der siebziger Jahre wurde der Palast der Republik auf einem Part des ehemaligen Schlossareals errichtet. Nach dem Fall der Mauer und dem Ende der DDR 1989-90 wurde der Ruf nach einem neuen Berliner Schloss, welches die Mitte Berlins wieder aufwerten solle, laut. Aus diesem Wunsch entstand die Diskussion um das Megaprojekt der Neugestaltung der Berliner Mitte, welche die Experten die nächsten Jahre beschäftigen sollte.

Zur Verwirklichung des Wiederaufbaus wurde der „Förderverein Berliner Stadtschloss“ gegründet, der das historische Zentrum rekonstruiert sehen wollte. 1993 entstand in dessen Auftrag eine Schlossattrappe im Maßstab 1:1 als Werbung für den Wiederaufbau, die auf dem ehemaligen Grundriss des Stadtschlosses ihren Platz fand. Anhand dieser handgemalten 10.000 m² großen Fassadenattrappe war es dem Förderverein möglich den städtebaulichen Kontext zu veranschaulichen (Abb.2).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Umgangs mit zerstörten Bauwerken ein und stellt die Kernfragen zur Legitimität von Rekonstruktionen gegenüber moderner Architektur und dem Erhalt jüngerer historischer Zeugnisse wie dem Palast der Republik.

1.0 Die Schlossplatzdebatte: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Diskussion seit 1991 nach, beleuchtet die Rolle des Fördervereins Berliner Stadtschloss sowie die ersten Wettbewerbsausschreibungen und die Gründung der Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“.

2.0 Entwürfe zur Gestaltung des Berliner Schlossplatzes: Hier werden unterschiedliche städtebauliche Lösungsansätze für das Areal präsentiert, wobei die verschiedenen Architekten ihre Konzepte – von der Rekonstruktion über grüne Freiflächen bis hin zur modernen Fusion – zur Diskussion stellen.

2.1 Bernd Niebuhr: Der Beitrag erläutert den siegreichen Entwurf von 1994, der die historische Kubatur des Schlosses aufgreift, jedoch den Abriss des Palastes der Republik voraussetzt, um ein neues, geschlossenes städtebauliches Zentrum zu schaffen.

2.2 Axel Schultes und Charlotte Frank: Dieser Abschnitt thematisiert den Entwurf einer Dreiflügelanlage, die sich zum Lustgarten hin öffnet und das Schloss nicht als kompakten Block, sondern als aufgelockerte, moderne Struktur konzipiert.

2.3 Ingenhoven, Overdiek und Partner: Hier wird die Idee des „Central Park Berlin“ vorgestellt, ein radikaler Entwurf, der auf jegliche neue Bebauung verzichtet und das Areal als Grünfläche für zukünftige Generationen freihalten möchte.

2.4 Sir Norman Foster: Der Entwurf von Sir Norman Foster begreift den Schlossplatz als wandelbaren, öffentlichen Raum für Veranstaltungen, der durch eine Struktur aus einklappbaren Schirmen ganzjährig nutzbar sein soll.

2.5 Verein zur Erhaltung des Palastes der Republik: Dieses Kapitel widmet sich dem Konzept einer Symbiose aus Schlossrekonstruktion und der Erhaltung sowie Sanierung des Palastes der Republik als zeitgemäßes Kommunikationszentrum.

2.6 Tim Heide, Verena von Beckerath, Andrew Alberts: Der provokante Entwurf „Schock-Schwere-Not“ wird vorgestellt, der als kritische „Denkfigur“ den Palast der Republik seitenverkehrt verdoppelt, um die Absurdität der Debatte zu verdeutstellen.

2.7 Meinhard von Gerkan: Der Entwurf des „Janus-Schlosses“ wird beschrieben, ein hybrides Projekt mit High-Tech-Fassade, das versucht, zwischen den verschiedenen Anforderungen und der Mehrheitsmeinung zu vermitteln.

Resümee: Das Resümee fasst die Schwierigkeiten der Debatte zusammen und betont, dass jede Lösung ein Abwägen zwischen historischem Erbe, zeitgenössischer Architektur und soziopolitischer Bedeutung darstellt, wobei eine Rückbesinnung auf das Motto „Konservieren, nicht restaurieren“ empfohlen wird.

Schlüsselwörter

Berliner Schloss, Schlossplatz, Palast der Republik, Architekturwettbewerb, Rekonstruktion, Stadtplanung, Expertenkommission Historische Mitte Berlin, Denkmalpflege, moderne Architektur, Städtebau, Bernd Niebuhr, Axel Schultes, Ingenhoven, Sir Norman Foster, Meinhard von Gerkan

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die langjährige und komplexe Debatte um die Neugestaltung des Berliner Schlossplatzes nach dem Fall der Mauer und dem Abriss des Palastes der Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Umgang mit historischer Bausubstanz, die Spannung zwischen Rekonstruktion und zeitgenössischer Architektur sowie die städtebauliche Einbindung des Areals in die Berliner Mitte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie verschiedene Architekten in Wettbewerben auf die städtebauliche Herausforderung reagierten und welche Prioritäten sie hinsichtlich Denkmalpflege und historischem Kontext setzten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Wettbewerbsentwürfen, offiziellen Expertenberichten und einer kritischen Auseinandersetzung mit denkmaltheoretischen Ansätzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sieben spezifische Entwürfe und Positionen zur Gestaltung des Schlossplatzes detailliert vorgestellt und kritisch beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Berliner Schloss, Schlossplatz, Palast der Republik, Architekturwettbewerb, Rekonstruktion, Stadtplanung und Denkmalpflege.

Wie bewertet der Autor den Abriss des Palastes der Republik?

Der Autor kritisiert den Abriss und betont die historische Bedeutung des Gebäudes als Bindeglied der deutschen Wiedervereinigung, anstatt es als störenden Riegel zu betrachten.

Was besagt die Empfehlung der Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“?

Die Kommission empfahl mehrheitlich eine Teilrekonstruktion der Schlossfassaden sowie die Errichtung des Humboldt-Forums, sprach sich jedoch gegen den Erhalt des Palastes der Republik aus.

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Details

Title
Die Schlossplatzdebatte, Entwürfe zur Gestaltung des Berliner Schlossplatzes
College
RWTH Aachen University  (Kunsthistorisches Institut)
Course
Das Berliner Schloss
Grade
1,3
Author
Patricia Weckauf (Author)
Publication Year
2005
Pages
59
Catalog Number
V41160
ISBN (eBook)
9783638394864
Language
German
Tags
Schlossplatzdebatte Entwürfe Gestaltung Berliner Schlossplatzes Berliner Schloss
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patricia Weckauf (Author), 2005, Die Schlossplatzdebatte, Entwürfe zur Gestaltung des Berliner Schlossplatzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41160
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