I. Einleitung
Friedrich List - eine bewegte Biographie. So oder ähnlich lautet der Titel vieler Monographien über sein Leben. Denn die Geschichte des Friedrich List liest sich wie ein spannender Abenteuerroman. Neben seinem Engagement als Staatswirtschaftsprofessor, Wirtschaftspolitiker, Unternehmer, Publizist, Eisenbahnpionier und Verfechter des Deutschen Zollvereins ist vor allem sein wirtschaftstheoretisches Werk zu erwähnen.
Thema der vorliegenden Seminararbeit sind das Leben und das Werk des Friedrich List. Die Darstellung erfolgt in einer chronologischen Abfolge, in der die Stationen seines Lebens und deren Bedeutung für seine wirtschaftstheoretischen Erkenntnisse sowie seine literarischen Produkte betrachtet werden.
Der erste Lebensabschnitt befaßt sich mit seiner Ausbildung und dem akademischen und politischen Aufstieg, dem alsbald aufgrund seiner demokratischen Gesinnung der Fall folgte. Anschließend werden im zweiten Lebensabschnitt seine Erfahrungen in Amerika dargestellt, die er nach seiner Rückkehr auch in Deutschland anwendet. Es werden seine Hauptwerke sowie sein Einsatz für den Eisenbahnbau und den Zollverein vorgestellt. Die Umstände seines Todes und ein Resümee beschließen die Seminararbeit.
[...]
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Der erste Lebensabschnitt des Friedrich List
A. Jugend- und Lehrjahre (1789-1814)
1. Schulzeit und Lehre
2. Weiterbildung und Studienzeit
B. Akademischer und politischer Aufstieg (1814-1821)
1. Der Beamte mit Sonderaufgaben
2. Die Staatswirtschaftliche Fakultät an der Universität Tübingen
3. Der Deutsche Handels- und Gewerbeverein
4. Der kritische Politiker
C. Flucht und Gefangenschaft (1822-1825)
III. Der zweite Lebensabschnitt des Friedrich List
A. Emigration in die USA (1825-1832)
1. Der Farmer und Redakteur
2. Die „Outlines of American Political Economy“
3. Der Unternehmer
4. Die Ernennung zum amerikanischen Konsul
B. Die Rückkehr nach Deutschland (1832-1837)
1. Der Eisenbahnbau in Leipzig und der Zollverein
2. Das „National-Magazin“ und das „Staatslexikon“
C. Der zweite längere Auslandsaufenthalt
1. Das Eisenbahnwesen Belgiens und Frankreichs
2. „Das natürliche System der politischen Ökonomie“
3. „Das nationale System der politischen Ökonomie“
D. Die letzten Jahre in Deutschland
1. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes in Deutschland
2. Die „Agrarverfassung“ und das „Zollvereinsblatt“
3. Der Kampf für die wirtschaftliche Einigung und den Eisenbahnbau
IV. Schlußbetrachtung
V. Persönlichkeiten im Leben Friedrich Lists
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet einen umfassenden chronologischen Überblick über das Leben und Werk des bedeutenden Ökonomen Friedrich List, wobei die Zusammenhänge zwischen seinen persönlichen Stationen und seinem wirtschaftstheoretischen Schaffen analysiert werden. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Entwicklung seiner Ansichten und seiner beharrlichen Vision einer deutschen wirtschaftlichen Einigung.
- Friedrich Lists Ausbildung und seine ersten politischen Erfahrungen in Württemberg.
- Die prägenden Jahre der Emigration in die USA und deren Einfluss auf sein ökonomisches Denken.
- Die Rückkehr nach Deutschland und Lists intensives Engagement für den Eisenbahnbau und den Zollverein.
- Die Entstehung und Kernaussagen seiner theoretischen Hauptwerke „Das natürliche System“ und „Das nationale System der politischen Ökonomie“.
Auszug aus dem Buch
Der erste Lebensabschnitt des Friedrich List
Am 6. August 1789, im Jahr der Französischen Revolution, wurde Daniel Friedrich List als achtes Kind des Weissgerbers Johannes List und seiner Frau Maria Magdalena in der freien Reichsstadt Reutlingen geboren. Sein Vater, ein wohlhabender und angesehener Bürger, war im politischen Leben seiner Stadt als stellvertretender Bürgermeister aktiv und bekleidete mehrere Ehrenämter. List wurde schon als Jugendlicher stark durch die demokratische Verfassung und die Unabhängigkeit seiner Heimatstadt Reutlingen geprägt, so daß er sein Leben lang ein Gegner der absolutistischen Herrschaft und ein Befürworter repräsentativer Institutionen blieb.
Seine Eltern sorgten dafür, daß er eine gute Schulbildung geniessen konnte und schickten ihn auf die Lateinschule in Reutlingen. Doch List war kein guter Schüler. Er zeigte weder großen Fleiß noch besondere Interessen. Nachdem er die letzte Klasse absolviert hatte, verließ er die Schule im Alter von 14 Jahren und begann eine Gerberlehre im elterlichen Betrieb. Der junge List fand jedoch wenig Gefallen an diesem handwerklichen Beruf. Seiner Ansicht nach sollten Maschinen die anfallenden Arbeiten übernehmen, wodurch die Grundlage für einen seiner viele Jahre später erscheinenden Artikel über Arbeitsparende Maschinen im Staatslexikon gelegt wurde. Anstatt in der Werkstatt seines Vaters zu arbeiten, beschäftigte sich List lieber mit Büchern. So verließ er schließlich die Weissgerberei und verbrachte seine Zeit mit dem Lesen von Reise- und Länderbeschreibungen und Romanen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Stellt die Biografie als bewegte Geschichte dar und umreißt die Struktur der Arbeit, die sich chronologisch mit Lists Leben, seinen Werken und seinem Wirken befasst.
II. Der erste Lebensabschnitt des Friedrich List: Beschreibt seine Jugend, die Ausbildung als Beamter, seine akademische Laufbahn in Tübingen sowie den Beginn seiner politischen Konflikte mit der absolutistischen Staatsmacht.
III. Der zweite Lebensabschnitt des Friedrich List: Analysiert die amerikanische Exilzeit, seine Rückkehr nach Deutschland, die Pionierarbeit im Eisenbahnwesen sowie die Ausarbeitung seiner großen wirtschaftstheoretischen Schriften.
IV. Schlußbetrachtung: Würdigt List als Visionär und bedeutenden Ökonomen, dessen Fähigkeiten in Deutschland verkannt wurden, was zu einer persönlichen und beruflichen Tragik führte.
V. Persönlichkeiten im Leben Friedrich Lists: Bietet Kurzbiografien einflussreicher Zeitgenossen wie August Schuster, Friedrich I., Wilhelm I., von Wangenheim, von Fulda, Lafayette, Cotta und Andrew Jackson.
Schlüsselwörter
Friedrich List, Wirtschaftstheorie, Zollverein, Eisenbahnbau, politische Ökonomie, Nationalökonomie, Schutzzollpolitik, Deutschland, USA, Industrialisierung, Lebenslauf, Wirtschaftsgeschichte, Produktivkräfte, Stufenlehre, politische Reformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert einen chronologischen Überblick über das Leben, die beruflichen Stationen und das theoretische Werk des deutschen Ökonomen Friedrich List.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Lists Ausbildung, sein politisches Engagement, seine Emigration in die USA, die Pionierarbeit beim Eisenbahnbau und seine ökonomischen Theorien zum Zollverein.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung von Lists Ideen und seine beharrliche Bemühung um die wirtschaftliche Einigung Deutschlands vor dem Hintergrund seiner Biografie darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine chronologische Darstellung der Lebensstationen sowie eine Analyse der wirtschaftstheoretischen Erkenntnisse und literarischen Produkte von Friedrich List.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Lebensabschnitte, wobei der Fokus auf seiner Ausbildung, dem Exil in Amerika, der Rückkehr nach Deutschland und der Veröffentlichung seiner Hauptwerke liegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Friedrich List, Nationalökonomie, Zollverein, Eisenbahnbau, Schutzzollpolitik und Industrialisierung charakterisiert.
Welche Rolle spielte die Zeit in Amerika für Lists Theorien?
Die USA-Zeit war prägend für sein ökonomisches Denken; dort entwickelte er durch die Praxis und Diskussionen um das "Amerikanische System" die Grundlagen seiner späteren Theorie der produktiven Kräfte.
Warum wird List in der Schlussbetrachtung als tragische Figur bezeichnet?
List wird als tragisch angesehen, da er ein visionärer Vordenker war, dessen Expertise und Reformvorschläge in seiner deutschen Heimat zeitlebens verkannt wurden, was ihn letztlich in eine ausweglose berufliche und persönliche Situation führte.
- Quote paper
- Mirja Schüler (Author), 2000, Friedrich List - Leben und Werk im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4116