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Der Kreislauf, der in einer Insolvenz mündet. Eine Untersuchung zum Steuerrecht

Title: Der Kreislauf, der in einer Insolvenz mündet. Eine Untersuchung zum Steuerrecht

Seminar Paper , 2017 , 32 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Melanie Mahler (Author)

Law - Tax / Fiscal Law
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Bis heute wurde weder vom Gesetzgeber noch von der Rechtsprechung ein allgemeingültiger Krisenbegriff entwickelt. Obwohl der Begriff „Krise“ in den Politik- und Geisteswissenschaften, der Rechts- und Kunstwissenschaft als auch in der Volks- und Betriebswirtschaftslehre Verwendung findet, unterscheidet sich das inhaltliche Verständnis des Begriffs in den einzelnen Disziplinen deutlich. „Unternehmenskrisen sind ungeplante und ungewollte Prozesse von begrenzter Dauer und Beeinflussbarkeit sowie mit ambivalentem Ausgang. Sie sind in der Lage, den Fortbestand des gesamten Unternehmens substanziell und nachhaltig zu gefährden oder sogar unmöglich zu machen. Dies geschieht durch die Beeinträchtigung dominanter Ziele, deren Gefährdung oder gar Nichterreichung gleichbedeutend ist mit einer nachhaltigen Existenzgefährdung oder Existenzvernichtung des Unternehmens als selbstständige und aktiv am Wirtschaftsprozess teilnehmende Einheit mit ihren bis dahin gültigen Zweck- und Zielsetzungen“.

Der § 32a Abs. 1 GmbHG (a. F.) definierte die Krise der Gesellschaft noch als den Zeitpunkt, in dem die Gesellschafter als ordentliche Kaufleute der Gesellschaft Eigenkapital zugeführt hätten. Zwischenzeitlich ist der § 32a GmbHG (a. F.) außer Kraft gesetzt und wurde durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) ersetzt. Die BGH-Rechtsprechung interpretiert die Unternehmenskrise als Vorstufe der Insolvenz und hat, bezugnehmend auf den oben erwähnten § 32a GmbHG (a. F.), die Kredit- und Überlassungsunwürdigkeit als wesentliches Kennzeichen einer beginnenden Unternehmenskrise herausgearbeitet. Kreditunwürdigkeit liegt dann vor, wenn ein außenstehender Dritter dem Unternehmen, in Fall eines konkreten Kapitalbedarfs, keinen Kredit mehr zu marktüblichen Konditionen geben würde und das Unternehmen aus diesem Grund ohne Kapitalzuführung liquidiert werden müsste. Auch bei einer Unterkapitalisierung der Gesellschaft wird Kreditunwürdigkeit angenommen. Dies ist der Fall, wenn mehr als 50 % des Stammkapitals durch Verluste verbraucht wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hauptteil

1.1. Definition der Unternehmenskrise

1.2. Definition von Restrukturierung und Sanierung

1.3. Definition von Insolvenz

1.4. Unternehmenskrisen und ihr Verlauf

1.5. Unternehmenskrisen und ihre Ursachen

1.6. Insolvenzgründe im Überblick

1.7. Zahlungsunfähigkeit

1.8. Überschuldung

1.9. Drohende Zahlungsunfähigkeit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Entstehungsprozess von Unternehmenskrisen und deren Eskalation bis hin zur Insolvenzreife. Ziel ist es, die systematischen Zusammenhänge zwischen Krisenstadien, rechtlichen Insolvenzgründen und den Anforderungen an eine tragfähige Fortführungsprognose darzulegen, um die Handlungsspielräume des Managements frühzeitig aufzuzeigen.

  • Differenzierung zwischen Restrukturierung, Sanierung und Insolvenz
  • Analyse des Krisenverlaufs und der Auswirkungen auf den Handlungsspielraum
  • Systematische Untersuchung der Insolvenzgründe nach der InsO
  • Erläuterung der Prüfungsschritte zur Feststellung der Zahlungsunfähigkeit
  • Darstellung der zweistufigen Methode zur Überschuldungsprüfung

Auszug aus dem Buch

1.4. Unternehmenskrisen und ihr Verlauf

Unternehmenskrisen sind schleichende Prozesse, häufig durch strategische Schwächen ausgelöst, die regelmäßig auftreten und zum normalen Entwicklungsprozess eines Unternehmens gehören. Im Regelfall sollten Unternehmenskrisen mit einem gewissen Vorlauf vorhersehbar und beherrschbar sein. Die Realität allerdings zeigt, dass Entscheidungsträger, durch ihre subjektive Wahrnehmung und begrenzte Rationalität gesteuert, krisenhafte Entwicklungen nicht oder nicht rechtzeitig erkennen können und Unternehmenskrisen häufig als unabwendbare und plötzlich auftretende Ereignisse darstellen, die durch ungünstige Entwicklungen der unternehmensexternen Rahmenbedingungen eingetreten sind.

Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) hat mit dem Standard S6 „Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten“ die verschiedenen Stadien einer Krise unter finanz- und erfolgswirtschaftlicher Perspektive dargestellt. Die nachfolgenden Krisenstadien lassen sich demnach differenzieren.

Durch die Abbildung wird deutlich veranschaulicht, dass die einzelnen Krisenstadien regelmäßig in einer zeitlichen Abfolge auftreten, wobei sich mit fortgeschrittenem Zeitablauf und fortschreitendem Krisenstadium die Unternehmenskrise zunehmend zu einer Gefährdung, in Bezug auf den Unternehmensfortbestand, entwickelt. Restrukturierungs und Sanierungsmaßnahmen sind nur dann zur nachhaltigen Insolvenzabwendung geeignet, wenn sich die Ursächlichkeit der Unternehmenskrise in den vorgelagerten Krisenstadien befindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hauptteil: Dieses Kapitel bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit der Definition von Unternehmenskrisen und deren Abgrenzung zur Sanierung sowie eine detaillierte juristische Analyse der Insolvenzantragsgründe.

Schlüsselwörter

Unternehmenskrise, Insolvenzrecht, Restrukturierung, Sanierung, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Insolvenzreife, Fortführungsprognose, Krisenmanagement, Liquiditätsstatus, Finanzplan, Insolvenzordnung, Krisenfrüherkennung, Stakeholderkrise, Strategiekrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den systematischen Prozess, wie sich ein gesundes Unternehmen über verschiedene Krisenstadien hinweg in eine wirtschaftliche Notlage manövrieren kann, die schließlich in einer Insolvenz endet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Ursachenforschung von Unternehmenskrisen, die rechtlichen Voraussetzungen für ein Insolvenzverfahren sowie die methodische Prüfung von Insolvenzgründen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, dem Leser ein Verständnis dafür zu vermitteln, wie Krisen frühzeitig identifiziert werden können und welche rechtlichen Anforderungen bei der Beurteilung der Insolvenzreife nach der Insolvenzordnung (InsO) zu beachten sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechts- und betriebswirtschaftliche Analyse, gestützt durch Fachliteratur, Standards des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) sowie relevante BGH-Rechtsprechung.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Stadien der Krise (Stakeholder-, Strategie-, Produkt-/Absatz- und Erfolgskrise), die Unterscheidung zwischen endogenen und exogenen Ursachen sowie die detaillierte Prüfung von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Insolvenzrecht, Sanierung, Unternehmenskrise, Fortführungsprognose und Liquiditätsmanagement charakterisieren.

Was ist der Unterschied zwischen Zahlungsstockung und Zahlungsunfähigkeit?

Die Zahlungsstockung ist lediglich eine kurzfristige Liquiditätsunterdeckung, die innerhalb von drei Wochen behoben werden kann, während die Zahlungsunfähigkeit eine dauerhafte Unfähigkeit darstellt, fällige Verbindlichkeiten zu begleichen.

Warum ist die Fortführungsprognose heute so wichtig?

Seit der Änderung des § 19 Abs. 2 InsO ist die positive Fortführungsprognose zum Kernelement der Überschuldungsprüfung geworden, da sie darüber entscheidet, ob ein Unternehmen trotz bilanzieller Überschuldung als nicht insolvenzantragspflichtig gilt.

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Details

Title
Der Kreislauf, der in einer Insolvenz mündet. Eine Untersuchung zum Steuerrecht
College
University of applied sciences, Munich
Grade
1,7
Author
Melanie Mahler (Author)
Publication Year
2017
Pages
32
Catalog Number
V411887
ISBN (eBook)
9783668641297
ISBN (Book)
9783668641303
Language
German
Tags
Steuerrecht Rechtswissenschaften Jura Unternehmen Steuern Kapital Strafe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Mahler (Author), 2017, Der Kreislauf, der in einer Insolvenz mündet. Eine Untersuchung zum Steuerrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/411887
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