Das Thema Migration wird fast täglich in verschiedenen Medien aufgegriffen, thematisiert und vor allem problematisiert. In dieser Hausarbeit soll der Migrationsbegriff zunächst beleuchtet und erklärt werden, um dann anschließend auf aktuelle Migrationstrends in Europa einzugehen. Es werden die unterschiedlichsten Debatten geführt, in denen deutlich wird: Europa hat keine einheitliche Migrationspolitik, auf die man sich stützen kann.
Es sollen verschiedene Aspekte und Argumente untersucht werden, die für und gegen weitere Migration aus dem Ausland in die vornehmlich von Migranten gewählten Sozialstaaten wie zum Beispiel Deutschland, Großbritannien oder Frankreich sprechen. Wichtige Bereiche an dieser Stelle sind der weiterhin andauernde Fachkräftemangel sowie das Abwerben der gut ausgebildeten Leute aus den ohnehin schon schlechter aufgestellten Ländern.
Aber auch der Demografische Wandel, der zum Beispiel für Deutschland ohne regelmäßige Migration aus dem Ausland ein echtes Problem darstellt, sollte bei der Migrationspolitik nicht unterschätzt und deshalb ebenfalls in dieser Arbeit aufgegriffen werden. Zudem wird als Unterpunkt von Migration, das Thema Flüchtlinge eine Rolle spielen. Flüchtlingswellen aus aktuellen Krisengebieten wie zum Beispiel Syrien stellen eine große Herausforderung für die Europäische Union dar.
Außerdem ist die Relevanz des Themas nicht zu unterschätzen, da nicht nur auf EU-Ebene, sondern auch auf der kommunalen Ebene einiges aufgeboten werden muss, um den Menschenandrang zu bewältigen und diesem gerecht zu werden. Als Fallbeispiel soll an dieser Stelle der Flüchtlingsstreit in Hamburg-Lampedusa dienen. Aufgrund der begrenzten Kapazität dieser schriftlichen Darlegung wird es nicht möglich sein, alle wichtigen Faktoren zur Genüge auszuschöpfen und zu bewerten.
Es soll aber dennoch versucht werden, das Thema Migration, welches jeden von uns in irgendeiner Weise betrifft, von verschiedenen Gesichtspunkten aus zu betrachten und mehrere interessante Aspekte mit einzubinden, sodass eine vielfältige Sicht auf den Themenbereich gegeben ist. Das „Gespenst“ Migration soll am Ende dieser Hausarbeit nichts gespenstiges mehr an sich haben, sondern als ein klar definiertes Phänomen mit Problemlösungen und Chancen definiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einleitendes zu Migration
2.1 Wandel der Strukturen von Migration
2.2 Migration im Zeitalter der Globalisierung
3. Herausforderungen und Chancen für den Sozialstaat
3.1 Freizügigkeit für Rumänien und Bulgarien
3.2 Gesetzesbeschluss: Eindämmung von Armutsmigration und Integration von Rumänen und Bulgarien in Deutschland
4. Arbeitsmigration
4.1 Politische Debatte auf EU-Ebene
4.2 Migration als Chance – demographischer Wandel
5. Flüchtlinge
5.1 Fallbeispiel „Lampedusa-Hamburg“
5.2 Menschenrecht auf Asyl?
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse aktueller Migrationsbewegungen in Europa, wobei das primäre Ziel darin besteht, den Begriff Migration zu definieren, Herausforderungen für die Sozialstaaten sowie Chancen durch demografische Entwicklungen aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer koordinierten europäischen Migrationspolitik zu beleuchten.
- Struktureller Wandel und Globalisierung der Migration
- Herausforderungen für Sozialstaaten durch Zuwanderung
- Politische Debatten um EU-Freizügigkeit (Beispiel Rumänien und Bulgarien)
- Flüchtlingsproblematik und das Fallbeispiel „Lampedusa-Hamburg“
- Ökonomische Auswirkungen von Arbeitsmigration (Brain Gain / Brain Drain)
Auszug aus dem Buch
3.1 Freizügigkeit für Rumänien und Bulgarien
In der Europäischen Union besteht Freizügigkeit, was bedeutet, dass EU-Bürger „kein Visum bzw. Aufenthaltsgenehmigung [benötigen] um in einem anderen Land der EU zu leben und zu arbeiten“. Seit dem 1. Januar 2014 gilt das EU-Recht auf Freizügigkeit nun auch für die Länder Rumänien und Bulgarien.
Anlässlich dieses Inkrafttretens wurden in den Medien viele Stimmen laut, vor allem auch die der Politiker. Die verhärteten Fronten auf Bundesebene in dieser Diskussion bestehen zum einen aus den scharfen Forderungen der CSU, die Migration stark einzudämmen und stärker zu kontrollieren, zum anderen aus Vorwürfen von der Linken und den Grünen, dies seien ausländerfeindliche Attacken. Die sehr unterschiedlichen Positionen der Politiker zum Thema Migration aus Rumänien und Bulgarien werden auch in den Medien stark einseitig wiedergegeben.
Es lassen sich bedauernswerterweise nur schwer Artikel finden, die es schaffen, ein neutrales Bild der aktuellen Migrationslage zu liefern und Problemlösungen vorzustellen, anstatt Partei für die eine oder die andere Seite zu ergreifen. Es gibt zahlreiche Statistiken, die wie viele erhobenen Untersuchungen, geschönt und unterschiedlich ausgelegt werden können. Die Süddeutsche Zeitung berichtet zum Beispiel, „dass die Bulgaren und Rumänen in Deutschland prozentual weniger Sozialleistungen beantragen als andere Ausländer in Deutschland“. Diese Aussage steht schon wieder in einem anderen Licht, wenn andererseits Die Welt erklärt, Rumänen und Bulgaren würden sich oftmals nicht registriert in Deutschland niederlassen und so nicht zu Statistiken gezählt werden. Außerdem wurde festgehalten, dass im Mai 2014 „die Zahl der Hartz 4 Empfänger aus Bulgarien und Rumänien erstmals über 60.000 gestiegen [ist]. Das sind 70 Prozent mehr als im Vorjahr.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das komplexe Themenfeld der Migration ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Phänomen Migration von verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten.
2. Einleitendes zu Migration: Dieses Kapitel definiert den Migrationsbegriff, unterscheidet zwischen Binnen- und Außenmigration und thematisiert die rechtlichen Rahmenbedingungen.
3. Herausforderungen und Chancen für den Sozialstaat: Hier werden ökonomische und soziale Bedenken gegenüber Migration diskutiert sowie die spezifischen Fälle der Freizügigkeit für Rumänien und Bulgarien analysiert.
4. Arbeitsmigration: Das Kapitel befasst sich mit der Geschichte der Gastarbeiter, dem Phänomen des Brain Gain/Drain und der politischen Debatte auf EU-Ebene.
5. Flüchtlinge: Es erfolgt eine Analyse der Flüchtlingsproblematik inklusive der rechtlichen Grundlagen sowie eine detaillierte Betrachtung des Fallbeispiels „Lampedusa-Hamburg“.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer besseren internationalen Kooperation bei Migrationsfragen.
Schlüsselwörter
Migration, Flüchtlinge, Sozialstaat, Globalisierung, EU-Freizügigkeit, Armutsmigration, Arbeitsmarkt, Fachkräftemangel, Lampedusa, Asylrecht, Brain Gain, Brain Drain, Demografischer Wandel, Humankapital, Integration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit behandelt die vielfältigen Aspekte der Migration in Europa, angefangen von der Begriffsbestimmung über soziale und ökonomische Auswirkungen bis hin zur Flüchtlingspolitik.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Felder sind die Auswirkungen von Migration auf den Sozialstaat, Arbeitsmigration im globalisierten Kontext sowie aktuelle Herausforderungen im Umgang mit Flüchtlingsbewegungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Migration nicht als „Gespenst“, sondern als definiertes Phänomen zu verstehen, Probleme aufzuzeigen und Chancen, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung aktueller Medienberichte und Statistiken, um die verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Debatten zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung, die Herausforderungen für Sozialstaaten (inklusive Fallbeispielen zu Rumänien/Bulgarien), eine Analyse der Arbeitsmigration und die Flüchtlingsthematik mit Fokus auf Lampedusa.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Migration, Sozialstaat, EU-Freizügigkeit, Arbeitsmarkt, Flüchtlinge, Asylrecht und demografischer Wandel.
Welche Rolle spielt die EU-Osterweiterung in der Argumentation?
Die Arbeit zeigt am Beispiel von Rumänien und Bulgarien auf, wie die volle Freizügigkeit politische Debatten zwischen Integrationsbemühungen und Sorgen vor einer Überlastung der Sozialsysteme provoziert.
Wie bewertet die Arbeit den „Brain Drain“?
Die Arbeit stellt den „Brain Drain“ als problematischen Verlust für Herkunftsländer dar, betont jedoch, dass durch Kapitalrückflüsse und qualifizierte Rückkehrer auch Potenziale für diese Länder entstehen können.
Was ist das Hauptproblem im Fall Lampedusa-Hamburg?
Das Kernproblem besteht darin, dass die Identität der Flüchtlinge ungeklärt bleibt, was rechtliche Asylverfahren blockiert und gleichzeitig eine Abschiebung unmöglich macht.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Globalisierung?
Die Autorin plädiert dafür, dass es im Zeitalter der Globalisierung paradox ist, wirtschaftliche Vorteile und Mobilität zu fordern, während gleichzeitig die Grenzen für Menschen strikt verschlossen werden sollen.
- Arbeit zitieren
- Josi Julitz (Autor:in), 2014, Aspekte der Migrationspolitik in den europäischen Sozialstaaten. Argumente für und gegen eine weitere Zuwanderung von Flüchtlingen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412048