Orator perfectus. Zu Ciceros Rednerideal


Bachelorarbeit, 2015
40 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der orator perfectus
2.1. Bildungsanforderungen
2.2. Rhetorische Fähigkeiten
2.3. Persönlichkeit des Redners
2.4. Rednerideal und Moral
2.5. Rednerische Pflichten
2.6. Naturanlage und Ausbildung
2.7. Wozu das Ideal?
2.8. Die Rolle des Redners im Staat
2.9. Das Verhältnis von Philosophie und Rhetorik

3. Weiterwirken des orator perfectus bei Quintilian

4. Conclusio

5. Literaturverzeichnis
5.1. Textausgaben und Kommentare
5.2. Sekundärliteratur

1. Einleitung

Bei der Beschäftigung mit der Rhetorik ist eine Auseinandersetzung mit dem Redner selbst unumgänglich. Umso erstaunlicher ist es, wie wenig Literatur bisher zu diesem Thema erschienen ist.[1] Auch zu Ciceros Ideal des orator perfectus sind weniger Publikationen zu finden, als angesichts der Bedeutung des Themas zu erwarten wäre. Eine Gesamtdarstellung des Ideals bietet einzig Barwick,[2] Robling[3] gibt im Rahmen seiner Begriffsgeschichte des Rednerideals ebenfalls einen etwas detaillierteren Einblick. Aufsätze wie der von von Classen[4] beschäftigen sich lediglich mit Teilaspekten.

Dabei ist eine Analyse von Ciceros Rednerkonzept schon deshalb nötig, weil es einige (auch allgemeine) Fragen aufwirft, die für die Rhetorik relevant sind: Was soll ein Redner eigentlich tun, was soll er können und wie soll er sein? Welche Rolle hat er in der Gesellschaft? Und nicht zuletzt: Wozu formuliert Cicero in dieser Deutlichkeit einen Anspruch, dem unmöglich ein Redner gerecht werden kann?

Die vorliegende Arbeit versucht Antworten auf diese Fragen zu finden. Anhand ausgewählter rhetorischer Schriften Ciceros, in denen der orator perfectus thematisiert wird (De oratore, Orator, De inventione, Brutus und De optimo genere oratorum), erfolgt eine Darstellung des Ideals, die angesichts des Umfangs der Quellen überblickshaft bleiben muss und doch den Anspruch hat, die wichtigsten Aspekte zu behandeln. Ziel ist es, die zahlreichen Definitionen und Anforderungen, die Cicero in seinen Schriften entwickelt, zu einem einheitlichen Konzept des idealen Redners zusammenzustellen. In der Folge können dann weitergehende Fragen geklärt werden, etwa hinsichtlich der Erreichbarkeit des Ideals und dem Verhältnis von Rhetorik und Philosophie.

Ciceros orator perfectus begründete eine lange Wirktradition.[5] Die zeitlich nächste und inhaltlich auf den ersten Blick engste Adaption stammt von Quintilian. Eine Gegenüber­stellung seiner Auslegung des Rednerideals mit der Ciceros führt auf perspektivische Unterschiede und verdeutlicht den Einfluss historischer Umstände und beruflicher Ausrichtung auch in Ciceros Fall. Dieser Paragraph soll den Analyseteil der Arbeit abschließen und um die (historische und soziale) Kontextdimension ergänzen.

2. Der orator perfectus

Zunächst ist es sinnvoll, Ciceros Rednerkonzept historisch zu verorten. Die Wirkbereiche und Einflussmöglichkeiten des Redners sind, wie wir später auch bei der vergleichenden Betrachtung von Quintilians orator perfectus sehen werden, von den politischen Umständen abhängig. Cicero wirkte und schrieb zu republikanischer Zeit, in der der Redner das öffentliche Leben entscheidend mitgestaltete.[6] Er hatte sowohl privaten Einfluss (etwa als patronus)[7] als auch juristischen: Im Privatprozess entschieden Laienrichter, im öffentlichen Strafprozess die Geschworenen; in beiden Fällen präsentierten die Redner die Beweise.[8] Zusätzliche Unterlagen für die Geschworenen gab es nicht. Die Kunst der Beeinflussung durch den Redner entschied den Ausgang des Falls also bedeutend mit. Hinzu kommt der politische Einfluss in Senat und Volksversammlung, in denen – nach strengen Regeln – Meinungen geäußert und Entscheidungen beeinflusst werden konnten. Auch wenn der Redner nicht so staatstragend war, wie Cicero ihn gerne darstellt (de orat. III, 122),[9] hatte er doch spürbaren Einfluss auf die politische Sphäre. Dies ist nicht zuletzt an Ciceros eigenem Wirken zu sehen.[10]

Das Ideal des orator perfectus zieht sich – in wechselnder Bezeichnung –[11] durch alle rhetorischen Schriften Ciceros.[12] Wie er selbst anmerkt, entwickelt sich ein solches Konzept im Laufe des Lebens (potest enim non solum aliud mihi ac tibi, sed mihimet ipsi aliud alias videri, orat. 237). Darstellungen wie die vorliegende sind also stets vereinfachende Konstruktionen aus der Rückschau und sollten als solche verstanden werden.

Im Folgenden werden nun die Anforderungen an den idealen Redner behandelt. Als erste Orientierung kann eine der kürzeren und umfassenderen Definitionen gelten, die Cicero in De oratore gibt: Sit orator nobis is, qui … accomodate ad persuadendum possit dicere (de orat. I, 260). In dieser Definition sind nahezu alle Aspekte angelegt, die im Folgenden unter­sucht werden.

2.1. Bildungsanforderungen

Ein wahrer Redner nach Ciceros Auffassung ist äußerst selten (boni perdiu nulli … oratores invenirentur, de orat. I, 8), vielleicht hat es ihn sogar nie gegeben: ne fuerit (orat. 101). Unter allen Disziplinen ist Vollendung in der Rhetorik am schwierigsten zu erreichen: plures in omnibus rebus quam in dicendo admirabiles (de orat. I, 6). Das liegt daran, dass Redefähigkeit alleine bei Weitem nicht ausreicht. Possit dicere (s. o.) impliziert für Cicero „können“ und „wissen“ auf hohem Niveau:

Sin oratoris nihil vis esse nisi composite, ornate, copiose loqui, quaero, id ipsum qui possit adsequi sine ea scientia, quam ei non conceditis? Dicendi enim virtus, nisi ei, qui dicet, ea, quae dicet, percepta sunt, exstare non potest (de orat. I, 48).

Daraus ergibt sich eine Forderung nach (theoretischer) Bildung, und zwar in allen Disziplinen, da es kein Gebiet gibt, über das der Redner nicht sprechen kann (bzw. sprechen können soll): oratorem plenum atque perfectum esse eum, qui de omnibus rebus possit copiose varieque dicere (de orat. I, 59). Umfassende Bildung ist für Cicero untrennbar mit der Redefähigkeit verbunden. Nicht nur heißt es zu Beginn von Buch II von De oratore:

illud autem est huius institutae scriptionis ac temporis, neminem eloquentia non modo sine dicendi doctrina, sed ne sine omni quidem sapientia florere umquam et praestare potuisse (de orat. II, 5).

Cicero widmet der Frage, welche Kenntnisse den Redner auszeichnen sollen, sowohl im Orator als auch in De oratore eigene Abschnitte.[13] Dabei gehen praktische und theoretische Kenntnisse ineinander über und eine Trennung zwischen Wissen und Fähigkeiten fällt schon aus dem Grunde schwer, dass Bildung für den Redner kein Selbstzweck ist, sondern stets anwendungsbezogen: ad hanc civilem scientiam, quo pertinent et quam intuentur, trans­feramus (de orat. III, 123).[14]

Neben der Rhetorik, von der später die Rede sein wird, hat der orator perfectus vor allem folgende Gebiete zu meistern:[15] Dialektik, Ethik, Naturphilosophie,[16] Recht und Geschichte. Warum gerade diese? Abgesehen von der allgemeinen Begründung, dass eruditissimorum hominum artibus eloquentiam contineri (de orat. I, 5), trägt jede dieser Wissenschaften auf ihre Weise zur Ausbildung des Redners bei.[17]

Die Dialektik ist besonders deshalb vonnöten, weil sie das iudicium ausbildet,[18] neben der eloquentia [19] eine der wichtigsten Fähigkeiten des Redners. Urteilskraft ist in jeder Situation gefordert, sei es bei der sprachlichen Gestaltung des Falls (orat. 70) oder bei der Beurteilung von Argumenten.[20] Der Redner muss magni igitur iudici, summae etiam facultatis esse, wenn er moderator ille et quasi temperator huius tripertitae varietatis [sc. probare, delectare, flectere] (ebd.) sein will. Hierbei leistet das acumen dialecticorum (de orat. I, 128) Hilfe. Entsprechend hält Cicero Kenntnisse in der Dialektik für unabdingbar, auch wenn zwischen beiden Disziplinen eine deutliche Trennung vorzunehmen ist: Während der Rhetorik das schmuckreiche Vortragen eigen ist, ist die wissenschaftliche Erörterung und Unterhaltung Sache der Dialektik (orat. 113). Gegenstände der Dialektik, die für den Redner von Interesse sind, sind vor allem die Lehre der Wörter (vim, naturam, genera verborum et simplicium et copulatorum, orat. 115), die Aussagenlogik (qua ratione verum falsumne sit iudicetur; quid efficiatur e quoque; quid cuique consequens sit quidve contrarium, ebd.) und das Wissen um Definitionen (quo modo quidque eorum dividi explanarique, ebd.). Das erscheint schlüssig: Der Redner als Sprach-Handwerker muss sich mit seinem Werkzeug auseinandersetzen und sowohl dessen Vielfalt und Verwendungsweisen (Wortlehre), die Formen und Möglichkeiten seiner Zusammen­setzung (Aussagenlogik) als auch seine weltord­nende und wirklichkeits­schaffende Kraft (Defi­ni­tionen) kennen. Über die Dialektik gelangt der Redner zum Sprachbewusstsein, und dieses ermächtigt ihn nicht zuletzt dazu, zu erkennen und zu formulieren, was der Gegenstand seiner Rede eigentlich ist: involuta rei notitia definiendo aperienda est (orat. 116).

Während die Dialektik hauptsächlich formale und funktionale Relevanz für die Rhetorik hat, ist es bei der Ethik inhaltliche. Lebensphilosophische Themen, etwa religio, mos, pietas, caritas patriae, bonae res aut malae, virtutes aut vitia, officium, dolor, voluptas, perturbationes animi et errores (vgl. orat. 118),[21] haben eine Sonderstellung; sie sind im Gegensatz zu naturphilosophischen und dialektischen Themen integraler Bestandteil der Rhetorik: Nisi tenebimus, nihil oratori, in quo magnus esse possit, relinquemus (de orat. I, 68).[22] Sich gegen die Rhetoren seiner Zeit wendend, formuliert der ciceronianische Crassus:

Vero enim oratori, quae sunt in hominum vita, quandoquidem in ea versatur orator atque ea est ei sub­iecta materies, omnia quaesita, audita, lecta, disputata, tractata, agitata esse debent (de orat. III, 54).

Auch jeder Gerichtsfall verhandelt im Grunde Allgemein-Menschliches (de orat. II, 133); die Kunst des Redners besteht darin, es festzu­machen und in der Rede adäquat zu verhandeln (orat. 45f.). Nur bei entsprechender Ausbil­dung in diesem Bereich kann der Redner prudenter et composite et ornate et memoriter (de orat. I, 64) sprechen.

Über die Naturphilosophie schreibt Cicero im Orator lediglich, dass der Redner excelsius magificientiusque et dicet et sentiet (orat. 119), wenn er sie studiert hat.[23] In De oratore schweigt sich die Gruppe um Antonius und Crassus zu dem Thema ganz aus; die Naturphilosophie fällt dort wohl unter omnibus ingenuis artibus instructus (de orat. I, 73). Grund für die knappe Erwähnung mag auch sein, was Cicero im Orator mehrfach betont: Iudicem esse me, non doctorem volo (orat. 117). Seine Schrift ist nicht der Ort, um die Inhalte der Naturphilosophie näher auszuführen, gleichwohl sie einen großen Stellenwert für die Rhetorik haben.

Ähnlich verhält es sich mit der Geschichtswissenschaft: Konkrete Inhalte, die es zu memorieren gilt, werden nicht genannt, wohl aber wird die Bedeutung fundierter Kenntnisse unterstrichen. Nescire autem quid ante quam natus sis acciderit, id est semper esse puerum (orat. 120). Denn: Quid enim est aetas hominis, nisi ea memoria rerum veterum cum superiorum aetate contexitur? (ebd.). Der Redner muss die Zusammenhänge erkennen lernen zwischen Gegenwart und Vergangenheit; ein wichtiger Teil seiner politischen Kompetenzen und letztlich der Allgemeinbildung. Das steckt auch in dem Argument, wonach die Erwähnung von geschichtlichen Beispielen höchstes Vergnügen beim Publikum bewirke und der Rede Glaubwürdigkeit verleihe (ebd.). Durch Geschichtskenntnisse wird man nicht zwingend zum besseren Redner, wohl aber erwirbt man das allgemeine Vertrauen der Zuhörer; ein psychologischer Mechanismus, der heute unter dem Namen „Halo-Effekt“ bekannt ist.[24]

Ebenfalls im Orator nur kurz erwähnt, aber im Hinblick auf die Aufgaben des Redners fast am wichtigsten: die Rechtskenntnisse. Genau genommen das ius civile (orat. 120), das in den Verhandlungen auf dem Forum vonnöten ist. Was könnte schändlicher sein, als in der Rolle eines Anwaltes zu agieren, wenn man gesetzesunkundig ist, fragt Cicero rhetorisch.[25] In De oratore ist diesem wichtigen Thema deshalb ein ganzer Passus gewidmet (de orat. I, 166-203). Das Problem mangelnder Rechtskenntnisse in Anwaltskreisen scheint Cicero sehr zu beschäftigen; in einer Zeitklage später im Gespräch (de orat. III, 136) bedauert Crassus fehlendes Wissen unter den Rednern, und den längeren Abschnitt zu diesem Thema leitet er ein mit einem Fall aus dem Jahre 127/6, bei dem sich die Anwälte beider Seiten mit ihrer Unkenntnis blamierten.[26] Dabei ist die Blamage nach Ciceros Meinung noch das geringere Übel; viel schwerer wiegt die Verletzung des Berufsethos: seiner Aufgabe, den Hilfe­suchenden fundierten Beistand zu bieten, nicht gerecht werden zu können (de orat. I, 169) bzw. sie absichtlich zu verletzen (de orat. I, 184), sei es durch impudentia, segnitas oder inertia (de orat. I, 185). Crassus legt Beispiele schwieriger Rechtsfälle vor, in denen der Anwalt durch gute Auslegung der Gesetze die Sache ehrenhaft vertreten konnte,[27] und schließt mit der Feststellung: capitis nostri saepe potest accidere, ut causae versentur in iure (de orat. I, 181). Dass höchste Beredsamkeit mit guten Rechtskenntnissen einhergeht, beweist nicht zuletzt das Beispiel Catos (de orat. I, 171).

Der Erwerb der Rechtskenntnisse ist nicht nur notwendig, sondern auch alles andere als schwierig: nullius artis sibi [sc. Scaevolae] faciliorem cognitionem videri (de orat. I, 185). Es gibt zwar noch kein vollständiges wissenschaftliches System (de orat. I, 190), aber man kann quae dispersa sunt leicht „aufsammeln“ (de orat. I, 191): Omnia sunt enim posita ante oculos, conlocata in usu cotidiano (de orat. I, 192).

Ähnlich wie bei der Geschichtswissenschaft ist auch der Gewinn für das persönliche Ansehen ein Argument für das Rechtsstudium: Iam vero ipsa per sese quantum adferat eis, qui ei praesunt, honoris, gratiae, dignitatis, quis ignorat? (de orat. I, 198). Die Betonung dieser Aspekte weist auf den politischen Kontext hin, in dem der Redner sich bewegt. Persönliches Ansehen ist hier entscheidender Faktor für die Verpflichtung als Anwalt oder die politische Laufbahn.

Die übrigen Argumente – dass der Erwerb von Rechtskenntnissen Freude bereitet (de orat. I, 193) und im Alter vor Einsamkeit bewahrt (de orat. I, 199) – sollen wohl vor allem junge Aspiranten wie Sulpicius überzeugen, dem „trockenen“ Gebiet der Gesetze ihre Aufmerk­samkeit zu schenken. Nicht zuletzt steckt dahinter der patriotische Gedanke, das römische Recht als Aushängeschild der res publica (de orat. I, 197) mit allen Mitteln zu bewahren.

Die genannten theoretischen Kenntnisse in den drei Bereichen der Philosophie sowie in Recht und Geschichte sind (abgesehen von ihrem Bildungswert per se) stets anwendungsbezogen gedacht, und zwar in dem politisch-gesellschaftlichen Kontext, in dem der Redner aktiv ist.[28] Sie bilden die Grundlage (de orat. I, 5) für die spezifischen (rhetorischen) Fähigkeiten und Kenntnisse, von denen nun die Rede sein soll.

2.2. Rhetorische Fähigkeiten

Bei allen extracurricularen Anforderungen gerät nicht aus dem Blick, was der Redner eigentlich ist – einer, der sich auf das rhetorische Handwerk versteht: Quis est igitur is? … Is est enim eloquens, qui et humilia subtiliter et alta graviter et mediocria temperate potest dicere (orat. 100). So sind die meisten Definitionen des orator perfectus rhetorisch-technischer Natur:[29]

Hoc enim est proprium oratoris, quod sape iam dixi, oratio gravis et ornata et hominum sensibus ac mentibus accommodata (de orat. I, 54).

Is orator erit … qui, quaecumque res inciderit, quae sit dictione explicanda, prudenter et composite et ornate et memoriter dicet cum quadam actionis etiam dignitate (de orat. I, 64).[30]

Alterum est, in quo oratoris vis illa divina virtusque cernitur, ea, quae dicenda sunt, ornate, copiose, varieque dicere (de orat. II, 120).

Conquirimus … eum virum, qui primum sit eius artis antistes (de orat. I, 202).

Die rhetorischen Anforderungen lassen sich auf einen Begriff bringen, der gleichzeitig als Synonym für die gesamte Befähigung des Redners gebraucht wird: eloquentia.[31] Die Beredsamkeit ist das Alleinstellungsmerkmal der Rhetorik gegenüber den anderen Disziplinen: si ornate locutus est … Democritus, materies illa fuit physici, de qua dixit, ornatus vero ipse verborum oratoris putandus est (de orat. I, 49). Und noch deutlicher: omnes artes aliae sine eloquentia suum munus praestare possunt, orator sine ea nomen optinere suum non potest (de orat. II, 38). Die eloquentia ist eine notwendige, möglicherweise sogar hinreichende[32] Bedingung für einen guten Redner, und nur er alleine kann sie erreichen (dicendi autem, id est eloquendi, maxima vis soli huic conceditur, orat. 61).

Welche Bedeutung Cicero der eloquentia beimisst, erfahren wir schon in De inventione. Die Beredsamkeit wird maßgeblich für die kulturelle Entwicklung des Menschen verantwortlich gemacht: Während sich die Menschen noch in einem düsteren Urzustand aus inscientia und cupiditas (inv. I, 2) befinden, erkennt ein magnus videlicet vir et sapiens ihre verborgenen Talente. Gegen ihren anfänglichen (nonverbalen) Protest gelingt es ihm, sie zu sinnvoller Tätigkeit anzuleiten (utilem atque honestam), und zwar propter rationem atque orationem.[33] So werden ex feris et immanibus mites … et mansuetos. Cicero kann sich diese Umkehrung der Lebensgewohnheiten vom Rohen zum Zivilisierten und vor allem die Aufgabe des bisher so angenehmen Lebens nur durch den Einfluss der eloquentia erklären (inv. I, 3):[34] Profecto nemo nisi gravi ac suavi commotus oratione … ad ius voluisset sine vi descendere. Die Entstehung der Beredsamkeit fällt quasi mit der Menschwerdung zusammen (Ac primo quidem sic et nata et progressa longius eloquentia videtur).[35] Die eloquentia ist der zentrale Begriff der Rhetorik, und ihr die kulturstiftende Rolle bei Cicero zeigt, dass er der Rhetorik den ersten Platz unter den Wissenschaften zuspricht, noch vor der Philosophie.

Eine philosophische Konnotation hat die eloquentia allerdings auch, und zwar insofern sie eine Tugend ist. Schon in der Kulturentstehungslehre deutet Cicero an, dass sie den Menschen in Krieg und Frieden gleichermaßen von Nutzen war (inv. I, 3) und ex honestissimis causis natum atque optimis rationibus profectum (inv. I, 2) ist. In De oratore heißt es dann: Est enim eloquentia una quaedam de summis virtutibus (de orat. III, 55), und zwar umso mehr, je stärker die Kraft ausgebildet ist. Diesen Punkt führt Cicero an dieser Stelle kaum weiter aus, sein Interesse gilt eher der Frage, was geschieht, wenn diese Tugend in die falschen Hände gerät: Quarum virtutum expertibus si dicendi copiam tradiderimus, non eos quidem oratores effecerimus, sed furentibus quaedam arma dederimus (ebd.). Der Erwerb der Beredsamkeit steht jedem offen, auch denen, die keine tugendhaften Absichten verfolgen (sine ratione officii, inv. I, 3). Wie die eloquentia in guten Händen Gutes bewirkt, so hat sie im Besitz der malitia die Kraft, das Leben der Menschen zu verderben (ebd.).[36] In Folge schlechter Erfahrungen mit der „tugendlosen“eloquentia wandten sich schließlich viele von ihr ab (inv. I, 5) – ein Fehler, wie Cicero findet. Das Ideal der eloquentia ist schon deshalb hochzuhalten, ne mali magno cum detrimento bonorum et communi omnium pernicie plurimum possint (ebd.). Der wahre Redner ist ein Verfechter der Tugend und Kämpfer für den Staat: Es ist offensichtlich, dass Cicero der Beredsamkeit einen entscheidenden Anteil am Wohl der res publica beimisst; sie habe den größten Einfluss (maxime pertineat, ebd.) und gereiche dem Staat zum größten Vorteil (hinc ad rem publicam plurima commoda veniunt, ebd.).

Woraus besteht nun die eloquentia ? In De inventione umspielt Cicero den Begriff: [principium] sive artis sive studii sive exercitationis cuiusdam sive facultatis ab natura profectae (inv. I, 2). Zu Beginn von De oratore wird es konkreter: ex eis rebus universis eloquentia constet, in quibus singulis elaborare permagnum est (de orat. I, 19). Zu diesen Dingen gehören auch die oben beschriebenen theoretischen Kenntnisse in den Wissen­schaften. Neben sprachlichen (Wortwahl, Satzbau) und sprachlich-intellektuellen Fähigkeiten (Witz, Schlagfertigkeit, rhetorische Dichte, geistreicher Scherz) werden auch Körper­sprache, Sprachmelodie, Kenntnisse der menschlichen Gefühle, Liebens­würdigkeit und Gedächtniskraft genannt (de orat. I, 17f.). Deutlich zu sehen ist, dass die eloquentia damit weit mehr umfasst als nur die rhetorischen Fähigkeiten des Redners.

Gleichwohl sind es Letztere, auf denen in De oratore und später im Orator der Fokus liegt.[37] Der universale Anspruch ist auch hier erkennbar: oratorem plenum atque perfectum esse eum, qui de omnibus rebus possit copiose varieque dicere (de orat. I, 59). Damit ist zugleich die Breite (d. h. die Vielfalt der Gegenstände) bestimmt, auf welche die rhetorischen Fähigkeiten angelegt sind; für die Tiefe (d. h. die stilistische Varianz) gelten ähnliche Forderungen: hic noster … si ad hoc unum [sc. genus][38] est natus … maxime est contemnendus (orat. 99). Der Redner soll über alles reden können, und zwar auf jegliche Weise.

Woraus dieses de omnibus rebus besteht, darüber sind sich Scaevola und Crassus in De oratore zunächst uneins. Für Scaevola ist die Definition des orator perfectus auf politische Wirkstätten beschränkt (de orat. I, 35). Crassus hält dagegen und argumentiert: Ohne Ausbildung in den oben behandelten Gebieten (Philosophie, Recht, Geschichte) kann der Redner nicht callide versari et perite (de orat. I, 48). Wer aber diese Kenntnisse besitzt, kann auch über diese Bereiche sprechen, also bezieht sich die rednerische Expertise nicht nur auf das Politische, sondern auf jede Situation, in der beredt über ein Thema gesprochen wird (de orat. I, 48f.). Crassus (und damit Cicero)[39] vertritt ein adaptives Verständnis der rhetorischen Fähigkeiten, wonach sie, gründlich ausgebildet, auf alle Bereiche anwendbar werden, solange die entsprechenden theoretischen Fachkenntnisse vorhanden sind.[40] Dieser Auffassung gibt sich Scaevola letztlich geschlagen (de orat. I, 74f.), wenn er auch bezweifelt, dass diesen Ansprüchen jemals ein Mensch völlig gerecht werden könne (de orat. I, 76).

Nach dem Gegenstand und der Sprechsituation richtet sich auch die stilistische Gestaltung der Rede – eine der wichtigsten Fähigkeiten des Redners (de orat. I, 54). Eine erste Vorgliederung bieten die drei Stilarten:[41] summissus[42] … medius[43] … copiosissimus[44] (orat. 99) bzw. genus tenue, genus moderatum und genus grande. Während sie in De oratore erst ganz am Ende erwähnt werden (de orat. III, 199) und entsprechend wenig bedeutsam scheinen, ist ihrer Ausgestaltung im Orator ein eigener Abschnitt gewidmet (orat. 76-101): Der schlichte Stil soll möglichst natürlich wirken[45] und ist entsprechend in Redeschmuck und Rhythmisierung sehr zurückhaltend (orat. 77.79). Pathetische Ausdrucksweise und Wortüber­tragungen sind nicht angebracht (orat. 81.85f.), Witz[46] dagegen in Maßen durchaus erwünscht (orat. 87). Der mittlere Stil zeichnet sich besonders durch suavitas (orat. 91) aus. Schmuck ist, etwa in Form von Metaphern, vorgesehen (orat. 92): insigne et florens orationis pictum et expolitum genus (orat. 96). Auf einen ruhigen Fluss (sedate placideque liquitur, orat. 92) ist dennoch zu achten. Der dritte und auch wirkmächtigste (vis maxima, orat. 97) Stil ist am schmuck­reichsten und „lautesten“: quae cursu magno sonituque ferretur, quam suspicerent omnes, quam admirarentur (ebd.). Gleichzeitig ist hier gewissermaßen der Leistungsdruck am größten, während rhetorische Fehltritte in den übrigen beiden Stilen eher verzeihlich sind (alte enim cadere non potest, orat. 98).

Die drei Stilarten sind je nach Gegenstand anzuwenden: Is est enim eloquens, qui et humilia subtiliter et alta graviter et mediocria temperate potest dicere (orat. 100).[47] Um einschätzen zu können, wann welche Stilart passend ist, ist wiederum das iudicium gefragt: Nam et iudicabit, quid cuique opus sit et poterit quocumque modo postulabit causa dicere (orat. 70). Trotz aller Beteuerung, dass für den Redner alle Stile gleichermaßen wichtig sind (orat. 99),[48] fällt doch auf, dass in den Definitionen des orator perfectus das schmuckreiche Sprechen, wie es dem genus grande zukommt, am häufigsten genannt wird.[49] Tatsache ist, dass sich der Redner mit dem genus grande am meisten Ruhm erwirbt (quam [sc. omnes] admirarentur, orat. 97). So ist der hohe Stil doch gewissermaßen die Königsdisziplin der Rhetorik und die so ausführlich beschriebenen Stilmittel[50] kommen hier am meisten zum Einsatz.

[...]


[1] Dies scheint ein allgemeines Problem der Rhetorikforschung zu sein: „Jeder Blick auf die rhetorische Literatur heute zeigt, dass es weit mehr Untersuchungen über die Rhetorik als über den Redner gibt“, F.-H. Robling: Redner und Rhetorik. Studie zur Begriffs- und Ideengeschichte des Rednerideals, Hamburg 2007, S. 13.

[2] K. Barwick: Das rednerische Bildungsideal Ciceros, Berlin 1953.

[3] Robling: Redner und Rhetorik.

[4] C. J. Classen: Ciceros orator perfectus – ein vir bonus dicendi peritus ?, in: ders.: Die Welt der Römer. Studien zur Literatur, Geschichte und Religion, Berlin 1993, S. 155-167.

[5] Vgl. hierzu F. Quadlbauer: Optimus Orator / Perfecte Eloquens: Zu Ciceros formalem Rednerideal und seiner Nachwirkung, Rhetorica 2, 1984, S. 103-119.

[6] Vgl. Barwick: Das rednerische Bildungsideal Ciceros, S. 5.

[7] Gewissermaßen ein „Schutzherr“ der von ihm protegierten Bürger. Die Begriffe orator und patronus waren in der Republik beinahe synonym, vgl. hierzu Robling: Redner und Rhetorik, S. 212 sowie allgemein W. Neuhauser: Patronus und orator. Eine Geschichte der Begriffe von ihren Anfängen bis in die augusteische Zeit, Innsbruck 1958.

[8] Hier und im Folgenden nach Robling: Redner und Rhetorik, S. 63ff.

[9] Vgl. hierzu 2.8.

[10] Vgl. Barwick: Das rednerische Bildungsideal Ciceros, S. 5.

[11] Synonym verwendet werden etwa eloquens, summus orator und verus orator, vgl. Robling: Redner und Rhetorik, S. 109 Anm. 1.

[12] Der Terminus orator perfectus folgt dabei einer gewissen Tradition, hauptsächlich aus Griechenland, vgl. Barwick: Das rednerische Bildungsideal Ciceros, S. 7.

[13] Zum Beispiel orat. 113-121, de orat. I, 58-70.

[14] Zur staatspolitischen Einbindung des Redners vgl. 2.8.

[15] Darüber hinaus sind Kenntnisse in allen weiteren Wissenschaften sinnvoll, vgl. de orat. I, 72.

[16] Diese sind die drei Teile der Philosophie, vgl. de orat. I, 68.

[17] Scaevola bezeichnet sie als instrumentum (de orat. I, 165), was ihre funktionale Bedeutung unterstreicht.

[18] Die Philosophie hat allerdings ebenfalls Anteil an der Ausbildung des iudicium, vgl. orat. 16.

[19] Zum Begriff der eloquentia vgl. 2.2.

[20] Hier spielt das iudicium im Vergleich zum wissenschaftlichen System der Redekunst eine größere Rolle – ein Hinweis auf Ciceros Haltung, dass blinde Theorie nicht zielführend ist, vgl. de orat. II, 75ff. Entsprechend seiner großen Rolle für den Redner zählt es Nüßlein unter die officia des Redners, vgl. Abriss der antiken Rhetorik, in: De oratore (Nüßlein), S. 779.

[21] Ein noch ausführlicherer Themenkatalog findet sich in de orat. II, 67: de rebus bonis aut malis, expetendis aut fugiendis, honestis aut turpibus, utilibus aut inutilibus, de virtute, de iustitia, de continentia, de prudentia, de magnitudine animi, de liberalitate, de pietate, de amicitia, de officio, de fide, de ceteris virtutibus contrariisque vitiis dicendum oratori putemus; itemque de re publica, de imperio, de re militari, de disciplina civitatis, de hominum moribus. Der Blick wird hier von individualethischen Fragen auf staatspolitische erweitert.

[22] Dies leitet sich aus der ursprünglichen Einheit von Philosophie und Rhetorik ab, die erst durch Sokrates gewaltsam aufgebrochen wurde (de orat. III, 60) – zum Nachteil beider Disziplinen (orat. 16). Zum Verhältnis von Philosophie und Rhetorik vgl. 2.9.

[23] Ähnlich: Quid dicam de natura rerum, cuius cognitio magnam orationi suppeditat copiam? (orat. 16).

[24] Menschen neigen dazu, von bekannten Eigenschaften auf unbekannte zu schließen: Hat sich jemand in einem Bereich als kompetent erwiesen, geht man automatisch von einer Kompetenz in anderen Bereichen aus, vgl. etwa P. Rosenzweig: Der Halo-Effekt. Wie Manager sich täuschen lassen, Offenbach 2008.

[25] Sehr ähnlich formuliert später Quintilian: Nam qualis esse suasor in consiliis publicis privatisve poterit tot rerum quibus praecipue civitas continentur ignarus? (inst. XII 3, 1).

[26] Vgl. die Anmerkungen in De Oratore (Nüsslein), ad loc. I, 167.

[27] Z. B. de orat. I, 175-180. Als „Zweck“ des bürgerlichen Rechts nennt Crassus denn auch legitimae atque usitatae in rebus causisque civium aequabilitatis conservatio (de orat. I, 188).

[28] Das bezeugt auch die folgende Zusammenstellung wichtiger Kenntnisse; sie sind alle eingebettet in den Zusammenhang menschlichen Miteinanders: Equidem omnia, quae pertinent ad usum civium, morem hominum, quae versantur in consuetudine vitae, in ratione rei publicae, in hac societate civili, in sensu hominis communi, in natura, in moribus, comprehenda esse oratori puto (de orat. II, 68).

[29] Robling fasst solche Rednerkonzepte unter dem artifex -Begriff, vgl. Robling: Redner und Rhetorik, S. 41. Interessanterweise leitet er den Ausdruck gerade von Quintilian ab (inst. II 14, 5) – wie wir später sehen werden, ist Quintilians Rednerideal kein Paradebeispiel für ein „Technitenkonzept“, und sicherlich weniger als Ciceros, das bei Robling nicht explizit als Vertreter der artifex -Vorstellung genannt wird.

[30] Jeder dieser Teilbestimmungen ist dabei einer der Arbeitsschritte beim Verfassen einer Rede zuzuordnen, siehe Anm. 52.

[31] Bzw. ars dicendi. Die Begriffe sind in der antiken Rhetorik unterschiedlich konnotiert: Die eloquentia bezeichnet die Fähigkeit, die ars dicendi die Technik hinter der Rede, vgl. NP s. v. Rhetorik Sp. 958.

[32] Vgl. die oben genannte Definition des Redners in orat. 100.

[33] Scaevola bezweifelt in De oratore, dass es sich so zugetragen hat, vgl. de orat. I, 36. Andere Tugenden und Fähigkeiten wie Mut, Überlegung und Klugheit scheinen ihm eine wichtigere Rolle bei der Kulturentstehung gespielt zu haben; ja die Beredsamkeit scheint sogar mehr Schaden angerichtet zu haben, als sie nutzte (de orat. I, 38). Robling stellt heraus, dass die Argumentation Ciceros gerade darin besteht, dass Weisheit ohne Beredsamkeit nicht wirkt. Überlegung und Klugheit allein konnten die Menschen nicht verändern, vgl. Robling: Redner und Rhetorik, S. 115.

[34] Lukrez würde hier wohl berechtigterweise die Frage aufwerfen, auf welchem Kanal die Beredsamkeit des „Spracherfinders“ bei den sprach-losen Menschen (reclamantes, inv. I, 2) überhaupt wirken soll, vgl. Lucr. V, 1041-1045.

[35] Auch zwischen Mensch und Tier besteht der größte Unterschied darin, dass die Menschen loqui possunt (inv. I, 5). Ciceros Crassus stellt ebenfalls die Redefähigkeit als entscheidenden Unterschied zwischen Mensch und Tier heraus, vgl. de orat. I, 32.

[36] Zur Frage, wie die eloquentia überhaupt verdorben werden konnte, vgl. inv. I, 4. Cicero begründet dies über das Gerichtswesen; von den Lügen vor Gericht in Privatprozessen habe sich die „schlechte“ Beredsamkeit schließlich überall ausgebreitet.

[37] Abschnitte im Orator mit Schwerpunkt auf rhetorischen Fertigkeiten: Finden und Anordnen des Redestoffes (44-50), Vortragsstil (51-69), die drei Wirkungen und Stilarten (69-111), die Teile einer Rede (122-133), Stilfiguren (134-139), Wortfügung (149-162), Klang (162-167), Rhythmus (168-236).

[38] Hier und im Folgenden bezeichnet genus die stilistische Gattung. Zu genus als Gattung des (Gerichts-)Falls vgl. 2.5.

[39] Ciceros eigene Position deckt sich weitgehend mit der von Crassus vorgetragenen, vgl. die Anmerkungen zu De oratore (Nüßlein), ad loc. I, 5.

[40] Damit ausgestattet, spricht der Redner in jedem Fall besser über ein Thema als der Experte, dem die Beredsamkeit fehlt: Cum cognoverit ab eis, qui tenent, quae sint in quaque re, multo oratorem melius quam ipsos illos, quorum eae sint artes, esse dicturum (de orat. I, 65).

[41] Jeder der officia des Redners (probare, delectare, flectere, vgl. orat. 69) entspricht im Groben eine Stilart: Quot officia oratoris, tot sunt genera dicendi (ebd.).

[42] Auch: enucleatum (orat. 91), subtilis (orat. 96).

[43] Auch: uberius, robustius (orat. 91), modica, temperata (orat. 95).

[44] Auch: humile (orat. 91), gravis (orat. 96).

[45] Der Effekt auf das Publikum, illo modo confidunt se posse dicere (orat. 76), erzeugt Volksnähe, auch wenn hinter dem bescheidenen Schein derselbe magn[us] … et german[us] Attic[us] (orat. 90) steht.

[46] Die Behandlung des Witzes ist unter den übrigen stilistischen Merkmalen einer Rede in De oratore sehr prominent: de orat. I, 216-290. Neben Gattungen von Witzen wird auch die Frage verhandelt, in wie weit die Erregung von Heiterkeit dem jeweiligen Gegenstand angemessen ist.

[47] Neben dem Gegenstand der Rede ist vor allem die Ausrichtung am Publikum entscheidend, von der in 2.8. die Rede sein wird.

[48] Eine Kritik an den Attizisten, die für einen stilistischen Purismus einstanden, vgl. orat. 23.

[49] Vgl. die oben zitierten rhetorisch-technischen Definitionen.

[50] Z. B. orat. 134-139, de orat. III, 199-209.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Orator perfectus. Zu Ciceros Rednerideal
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
40
Katalognummer
V412109
ISBN (eBook)
9783668634381
ISBN (Buch)
9783668634398
Dateigröße
725 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
cicero, orator perfectus, vir bonus, rednerideal, quintilian, institutio oratoria, redner rolle, rhetorik
Arbeit zitieren
Lisa Maria Koßmann (Autor), 2015, Orator perfectus. Zu Ciceros Rednerideal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412109

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