Unterschiede in der Kraftausdauerleistungsfähigkeit. Zirkeltraining im Vergleich zu stationärem Kraftausdauertraining


Bachelorarbeit, 2014
70 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Problemstellung

2 Zielsetzung
2.1 Primärziel
2.2 Sekundärziele
2.2.1 Veränderung der aeroben Leistungsfähigkeit
2.2.2 Anpassung des Blutdrucks
2.2.3 Reduzierung der Körperfettprozent
2.3 Studienteilnehmer

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand
3.1 Anpassung der Muskulatur an sportliches Training
3.2 Muskelfasertypen
3.3 Definition Kraftausdauer
3.4 Lokale Muskelausdauer
3.4.1 Leistungsbestimmende Faktoren und ihre Veränderung durch Training
3.5 Übergewicht und Körperfett
3.6 Aerobe Leistungsfähigkeit
3.7 Blutdruck
3.8 Organisationsformen
3.8.1 Stationstraining
3.8.2 Zirkeltraining

4 Methodik
4.1 Testgruppen
4.2 PRE - Testung
4.2.1 Testablauf
4.2.2 Testräumlichkeiten und Besonderheiten der Durchführung
4.3 Trainingsübungen und Trainingsparameter der Testgruppen
4.3.1 Trainingsparameter
4.3.2 Trainingsübungen
4.3.3 Beanspruchte Muskulatur
4.4 Trainingsanweisung
4.4.1 Geräteeinweisung
4.4.2 ILB Test
4.5 Trainingsablauf
4.6 POST - Testung

5 Ergebnisse
5.1 Datenauswertung Testgruppe I
5.1.1 Auswertung Daten Kraftausdauerleistungsfähigkeit
5.1.2 Auswertung Daten aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit
5.1.3 Auswertung Daten Körperfett
5.1.4 Auswertung Daten Blutdruck
5.2 Datenauswertung Testgruppe II
5.2.1 Auswertung Daten Kraftausdauerleistungsfähigkeit
5.2.2 Auswertung Daten aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit
5.2.3 Auswertung Daten Körperfett
5.2.4 Auswertung Daten Blutdruck
5.3 Datenvergleich Testgruppen
5.3.1 Hypothese Kraftausdauerleistung
5.3.2 Hypothese aerobe Ausdauerleistung
5.3.3 Hypothese Körperfettprozentsatz
5.3.4 Hypothese Blutdruck

6 Diskussion
6.1 Rekapitulierung der Studie
6.1.1 Ziele des Fitnesstrainings
6.1.2 Fehlerquellen
6.2 Unterschiede der Organisationsformen
6.3 Erweitertes Zirkeltraining im Betrieb

7 Zusammenfassung

8 Literaturverzeichnis

9 Abbildungs-, Tabellen-, Abkürzungsverzeichnis
9.1 Abbildungsverzeichnis
9.2 Tabellenverzeichnis
9.3 Abkürzungsverzeichnis

Anhang
Anhang 1: Protokoll PWC-Test
Anhang 2: Teilnehmer Rohdaten Gruppe
Anhang 3: Teilnehmer Rohdaten Gruppe
Anhang 4: Teilnehmer Fragebogen
Anhang 5: Protokoll SPRING-Test

1 Einleitung und Problemstellung

Eines der Hauptziele des Krafttrainings ist die Entwicklung der Muskelkraft. Schon seit der Antike sind die zahlreichen positiven Effekte von Krafttraining auf den Trainierenden bekannt.

Durch das regelmäßige Krafttraining kann der gesamte Bewegungsapparat gekräftigt und gestützt werden. Das Training hat sowohl Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, das Hormonsystem sowie auf das Wohlbefinden und die äußere Erscheinung des Trainierenden.

Anfang des 20. Jhdt. entwickelte sich, vor allem in den USA, eine Kultur von muskulöser Körperästhetik. Hierbei war das Krafttraining hauptsächlich in Form des Bodybuilding und der Kraftgymnastik bekannt.

Dementsprechend wurden auch die Geräte und Angebote der diversen Fitness- oder Bodybuildingclubs konzipiert und gestaltet.

„In den 70er Jahren kam es zu einer engeren Verbindung zwischen Trainingslehre, Sportmedizin und Therapie“ (Pauls, 2011, S. 49).

Nicht nur in physiotherapeutischen Einrichtungen fand man alternative Trainingsvarianten zum Bodybuilding sondern auch in der Fitnessbranche kam es zu einer Erweiterung des Angebots und der Trainingsvielfalt.

Zu dieser Zeit entwickelten sich durch das mittlerweile breite Angebot auch einige Fragen für den Trainierenden:

Was soll wie und für welchen Zweck, und dabei noch möglichst effektiv, trainiert werden?

Welche Art des Krafttrainings gewählt wird, hängt von dem jeweiligen Leistungsniveau und der Zielsetzung des Trainierenden ab.

Da die Mehrzahl der Trainierenden im smile lifestyle club, entweder als Einsteiger eingeordnet werden oder gesundheitsorientierte Ziele verfolgen, ist ein Training im Kraftausdauerbereich von höherer Häufigkeit als jede andere Krafttrainingsart.

Bei der Auswahl der Organisationsform sollte sowohl die Zielsetzung als auch das Zeitbudget des Trainierenden berücksichtigt werden.

Beim Krafttraining kann zwischen Stations- und Zirkeltraining unterschieden werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden ob ein signifikanter Unterschied zwischen Krafttraining im Stationsbereich und im Zirkelbetrieb besteht.

Somit soll dem Kunden oder dem Trainer die Wahl zwischen den Organisationsformen erleichtert werden.

Dies erleichtert die Aufgabe einen zielgerichteten und passenden Trainingsplan für den Trainierenden zu erstellen, welcher dadurch wieder effizienter an seinen Trainingszielen arbeiten kann um diese zu erreichen.

2 Zielsetzung

Die Studie beinhaltet eine Trainingsphase über acht Trainingswochen zweier Testgruppen zur Verbesserung der Kraftausdauerleistungsfähigkeit. Beide Testgruppen trainieren nach den Methoden zur Verbesserung der Kraftausdauerleistungsfähigkeit allerdings in jeweils unterschiedlichen Organisationsformen des Trainings. Gruppe I trainiert dies mit stationärem Krafttraining. Gruppe II setzt die Methode mit Zirkeltraining um.

Zusätzlich zur Kraftausdauerleistungsfähigkeit wird untersucht, ob sich Änderungen beim Blutdruck, dem Körperfett oder der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit ergeben.

Bisher stehen keinerlei ausgewertete Daten zur Verfügung welche eine Beurteilung der Effizienz dieser beiden Organisationsformen zulassen. Daher soll nun aufgezeigt werden, welche dieser beiden Organisationsformen die größten Verbesserungen der Kraftausdauerleistung nach sich zieht.

Der Einstieg in die Welt des gesundheitsorientierten Fitness- oder Krafttrainings wird auf Grund seiner positiven Auswirkungen auf den Gesundheitszustand für den Normalverbraucher immer interessanter und auch notwendiger.

Durch die Entwicklung von immer effizienteren und individuelleren Trainingsplänen zur Verbesserung diverser Faktoren soll die Hemmschwelle des Trainingsbeginns von untrainierten Personen herabgesetzt werden.

Dies soll mit Hilfe solcher Pläne und dem Anreiz der „schnellen“ und „leichten“ Erreichung dieser individuellen Zielsetzung erfolgen.

2.1 Primärziel

Es gilt zu ermitteln, ob eine dieser beiden Organisationsformen des Kraftausdauertrainings Vorteile gegenüber der anderen Organisationsform in der Entwicklung der Kraftausdauerleistungsfähigkeit aufweist. Innerhalb von acht Wochen gezieltem Kraftausdauertrainings mit den ausgewählten Organisationsformen soll die Kraftausdauerleistung verbessert werden.

2.2 Sekundärziele

2.2.1 Veränderungen der aeroben Leistungsfähigkeit

Ein wichtiges Sekundärziel dieser Studie ist die Veränderung der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit.

Dies wird mit Hilfe eines PWC Radergometertest und der daraus resultierenden Watt pro kg Körpergewicht gemessen werden.

Ziel ist es, diese Steigerung der geleisteten Watt pro kg Körpergewicht anhand eines Leistungsvergleiches vor und nach den acht Wochen Training darzustellen.

Zusätzlich wird mit einer Leistungsverbesserung in Form der maximal geleisteten Watt gerechnet.

Diese Verbesserung wird vermutlich auf eine Kräftigung der Beinmuskulatur und eine Reduzierung des Ruhepulses zurückzuführen sein.

2.2.2 Anpassung des Blutdrucks

Es wird gemessen, inwieweit sich ein eventuell erhöhter oder zu niedriger Blutdruck durch das regelmäßige Kraftausdauertraining auf Normalniveau anpassen lässt.

2.2.3 Reduzierung der Körperfettprozent

Auf Grund des Mehrkalorienverbrauchs, ausgelöst durch das intensive und regelmäßigen Kraftausdauertraining, wird auch eine Reduzierung der Körperfettprozent erwartet.

Um diese Erwartung zu bestätigen, wird vor und nach dem Trainingsbeginn eine Körperfettmessung mit einer Bioimpendanz-Waage durchgeführt und die Daten werden abschließend verglichen.

2.3 Studienteilnehmer

Alle Teilnehmer wurden an Hand eines Fragebogens ermittelt und ausgewählt.

Vor Beginn der Studie verpflichteten sich die Teilnehmer alle gewohnten Alltagsabläufe beizubehalten, keine Änderungen in ihrem Ernährungs- oder Bewegungsverhalten vorzunehmen und, falls eine Medikamenteinahme im Laufe der acht Wochen erfolgen sollte, dies unverzüglich zu melden.

Die gleichen Voraussetzungen galten für beide Trainingsgruppen. Die Teilnahme dieser Studie und die Richtigkeit aller angegebenen Daten auf dem Fragebogen wurden mit einer Einverständniserklärung von jedem Teilnehmer bestätigt.

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand

3.1 Anpassung der Muskulatur an sportliches Training

Angepasst an den jeweiligen Trainingsreiz kommt es zu einer präzisen Ansteuerung bzw. Belastung eines entsprechenden Muskelfasertyps.

Demnach können mit einem gezielten Einsatz von bestimmten Trainingsmethoden und Trainingsinhalten speziell die Muskelfasertypen trainiert werden, welche für eine bestimmte sportliche Leistung von Bedeutung sind. Demnach ist klar, dass sich die Muskulatur je nach Art des Trainingsreizes spezifisch anpasst und somit ein Krafttraining andere Adaptationsmechanismen in Gang setzt als zum Beispiel ein Beweglichkeitstraining (Weineck, 2002, S. 53 f.).

3.2 Muskelfasertypen

Der menschliche Muskel ist je nach Funktion aus verschiedenen Muskelfasern mosaikartig zusammengesetzt.

Die Anlage bzw. der prozentuale Anteil der verschiedenen Muskelfasern ist genetisch festgelegt, wobei das Verhältnis beim Großteil der Bevölkerung ausgewogen ist. Im Einzelfall kann die genetische Verteilung 90:10 oder 10:90 betragen. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Kontraktionsgeschwindigkeit und ihrer Ermüdungsresistenz können zwei Arten typisiert werden.

Man unterscheidet zwischen folgenden zwei Typen von Muskelfasern:

1. Die weißen, „schnellen“ Fasern, auch FT-Faser (fast twitch = schnell zuckende) genannt. Dieser Typ ist vor allem bei schnellkräftigen und intensiven Muskelbeanspruchungen in Aktion.

2. Die roten, „langsamen“ Fasern, auch ST-Faser (slow twitch = langsam zuckende) genannt. Sie werden bei Muskelarbeit mit geringer Intensität beansprucht.

Je nach Reizsetzung kommt es zu einer präzisen Ansteuerung einer der beiden Muskelfasertypen.

Über einen gezielten Einsatz bestimmter Trainingsmethoden und Trainingsinhalten können die unterschiedlichen Muskelfasertypen ganz gezielt für eine bestimmte sportliche Leistung trainiert werden (Weineck, 2002, S. 49 ff).

Wie in Abbildung 1 ersichtlich, spielen beim Kraftausdauertraining die ST-Fasern eine wichtigere Rolle als die FT-Fasern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Faserquerschnittsveränderungen nach speziellem Training (nach Badtke, 1998, S. 67).

Unmittelbar nach Beginn eines Krafttrainings kommt es zu einer Kraftzunahme. Diese ist ausschließlich auf eine koordinative Leistungsverbesserung zurückzuführen, da eine Zunahme der Muskelmasse in so kurzer Zeit nicht realisiert werden kann.

Die Optimierung der intramuskulären Koordination und somit Steigerung der Kraft ist auf eine Innervation zurückzuführen. Das heißt, es können bei einer willkürlichen Kontraktion mehr Muskelfasern gleichzeitig zur Kontraktion gebracht werden.

Der Anstieg der Kraft durch Vergrößerung des Muskelfaser-, und damit auch des Gesamtmuskelquerschnitts, erfolgt erst im Verlauf eines entsprechenden Trainings (Weineck, 2003, S. 249 f.).

3.3 Definition Kraftausdauer

Die Kraftausdauer ist die Ermüdungswiderstandfähigkeit des Organismus bei lang andauernden Kraftleistungen (Harre, 1976, S. 125).

Kriterien für die Kraftausdauer sind Reizstärke (in Prozent der maximalen Kontraktionskraft) und Reizumfang (Summe der Wiederholungen).

Die Art der Energiebereitstellung ergibt sich dabei aus der Kraftintensität, dem Reizumfang bzw. der Reizdauer (Frey, 1977, S. 345 ff.)

3.4 Lokale Muskelausdauer

Eine weiter Anpassung der Muskulatur durch gezieltes Training ist die lokale Muskelausdauer. Bei der lokalen Muskelausdauer wird weniger als 1/7 – 1/6 der Gesamtmuskelmasse des Körpers beansprucht, und das Herz-Kreislauf-System spielt für die sportliche Leistungsfähigkeit keine entscheidende Rolle.

Die lokale aerobe dynamische Muskelausdauer wird dann beansprucht, wenn eine dynamische Arbeit mit kleinen bis mittelgroßen Muskelgruppen, wie zum Beispiel eines Armes oder eines Beines, durchgeführt wird (Hollmann & Hettinger, 1980, S. 305).

Diese „periphere“ Leistungsfähigkeit der Muskulatur bestimmt in vielen Sportarten die Intensität, die Qualität und Quantität der sportartspezifischen Bewegungsabläufe. Eine ungenügend entwickelte, lokale, aerobe, dynamische Ausdauer macht überdurchschnittliche sportliche Leistungen auf längerer Dauer unmöglich (Weineck, 2003, S. 250).

„Die wichtigste leistungsbegrenzende Größe der lokalen aeroben dynamischen Muskelausdauer stellt das lokale Durchblutungsvermögen dar“ (Hollmann & Hettinger, 1980, S. 310).

3.4.1 Leistungsbestimmende Faktoren und ihre Veränderung durch Training

1. Muskelfaserzusammensetzung:

Aufgrund ihrer größeren Ermüdungsresistenz sind ST-Fasern besonders für Ausdauerleistungen aerober Prägung geeignet. Sie sind besserkapillarisiert und weisen eine größere oxidative Kapazität als FT-Fasern auf. Für die Ausprägung der lokalen aeroben dynamischen Ausdauerleistungsfähigkeit spielt das angeborene bzw. durch jahrelanges hartes Training veränderte Verteilungsmuster dieser beidenMuskelfasertypen eine nicht unbedeutende Rolle (Howald, 1984, S. 93).

2. Sauerstoffangebot:

Die Kapillarisierung und die Kollateralbildung, sowie die intramuskuläre Blutverteilung und der Myoglobingehalt des Muskels, sind abhängig von der Größe des intrazellulären Sauerstoffangebotes der Arbeitsmuskulatur.

Zu einer vermehrten Kapillarisierung des Muskels kommt es beiausreichend langer und spezifischer Belastung. Die Belastungsintensität bzw. die Belastungsfrequenz muss unterhalb von 20 – 30% der maximalen statischen Kraft bzw. Bewegungsfrequenz liegen (Weineck, 2003, S. 250).

Bei ausdauertrainierten Sportlern konnte ein Myoglobinanstieg um 80% festgestellt werden (Holloszy, 1973, S. 211 f.).

Myoglobin, dass sich in höheren Konzentrationen in den ST-Fasernbefindet, erleichtert, intensiviert und beschleunigt die Sauerstoffextraktion aus dem Kapillarblut, da es eine höhere Sauerstoffaffinität besitzt als das für den Sauerstofftransport im Blut verantwortliche Hämoglobin.

Das Myoglobin stellt einen intrazellulären Sauerstoffspeicher dar, aus dem in begrenztem Umfang Sauerstoff für aerobe Prozesse zu Verfügung steht. Damit kann bei Arbeitsbeginn der noch unzureichend gesteigerteSauerstofftransport über den Blutweg zum Teil kompensiert, und damit der Anteil der anaeroben Energiegewinnung verringert werden (Karlsson et al., 1975, S. 362).

3. Energiespeicher:

Ein ausreichendes Sauerstoffangebot alleine wäre wirkungslos, wenn nicht auch die entsprechenden intrazellulären Energiespeicher in der Form von Glykogen und Fetttröpfchen für die unmittelbare oxidative Energiegewinnung zur Verfügung stünden. Der intramuskuläre Glykogengehalt beeinflusst maßgeblich die Intensität und Dauer der lokalen Ausdauerleistungsfähigkeit.

Ist der Glykogengehalt des Muskels sehr stark erniedrigt, kann eine Arbeit gegebener submaximaler Belastung nicht mehr weitergeführt werden. Es muss dann vermehrt auf die Fettverbrennung zurückgegriffen und damiteine Intensitätseinbuße in Kauf genommen werden (Bergstöm, Hultman & Saltin, 1973, S. 74; Taylor, Booth & Rao, 1972, S. 75).

4. Inter- und intramuskuläre Koordination:

Die muskuläre Leistungsfähigkeit hängt in entscheidendem Maße von ihrem inter- und intramuskulären Koordinationsvermögen ab, da jeder, über das optimale Maß hinausgehende, muskuläre Einsatz energetische Mehrkosten erfordert und somit schneller zu Ermüdungserscheinungen führt. Die in ermüdetem Zustand vermehrt anfallende Milchsäure beeinträchtigt die koordinativen Steuerprozesse und beschleunigt denErmüdungsprozess, indem zur Aufrechterhaltung einer gegebenen Belastung eine größere Zahl an motorischen Einheiten und damit ein erhöhter Blut- und Energiebedarf notwendig werden (Weineck, 2002, S. 254).

Durch sportartspezifisches Kraftausdauertraining können die leistungs-begrenzenden Faktoren, und damit die lokale aerobe dynamische Muskelausdauer, entscheidend verbessert werden.

Prozentual stellt die lokale dynamische Muskelausdauer die am stärksten trainierbare motorische Beanspruchungsform dar. Bei untrainierten Personen kann ihr Ausgangswert um mehrere hundert bis tausend Prozent verbessert werden (Hollmann & Hettinger, 1980, S. 346).

3.5 Übergewicht und Körperfett

Eine genaue Definition von Übergewicht und einem zu hohen Körperfettprozentsatz ist auf Grund des individuellen und sich sehr unterscheidenden Körperbaus aller Menschen nicht möglich.

Für den Alltag hat sich die Definition nach Broca als besonders günstig erwiesen.

Sie definiert allerdings nur für den Erwachsenenbereich Normal-, Ideal-, und Übergewicht sowie Fettleibigkeit in Abhängigkeit der Körpergröße.

Tab. 1: Gewichts- und Körperfettdefinition nach Broca

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um eine Beurteilung des Körpergewichtes vorzunehmen, kann der Körperfettanteil über eine Bioimpedanz- oder eine Hautfaltenmessung herangezogen werden. Diese Methoden erlauben es unter anderem, das sich unterscheidende Fettverteilungsmuster von Sporttreibenden und untätigen Personen zu erfassen.

„Als Normwert gilt bei der erwachsenen Frau ein Fettanteil von 28%, beim erwachsenen Mann von 18%“ (Weineck, 2002, S. 498).

Eine der Hauptursachen für einen zu hohen Fettanteil und Übergewicht liegt in einem Missverhältnis von Nahrungsaufnahme und dem Energieverbrauch durch sportliche Belastung. Nur in wenigen Fällen liegt diesem eine hormonelle Funktionsstörung zugrunde. Die erhöhten Fettspeicher beim Übergewichtigen steigern die Fettstoffe im Blut und führen zu ihrer vermehrten Ablagerung in den Gefäßen mit konsekutiver Störung des Gefäßwandstoffwechsels. Übergewicht gilt auch als ein Faktor bei Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Hyperurikämie und Hypertonie (Schwandt, 1975, S. 19). Übergewicht und ein zu hoher Körperfettanteil ist ein wichtiger primärer Risikofaktor bei der Entstehung degenerativer Herz-Kreislauf-Erkrankungen und spielt somit auch eine maßgebliche Rolle bei der Lebenserwartung.

Dadurch wird der Vorbeugung und der Reduzierung von Körperfett und Übergewicht, unter anderem durch körperliche Aktivität, eine hohe Bedeutung zukommen (Weineck, 2002, S. 503).

Körperliche Aktivität nimmt nicht nur einen unmittelbaren Einfluss auf den Energieverbrauch, welcher sich in seiner Höhe an das Belastungsvolumen und Belastungsstärke der Aktivität anpasst, sondern erzeugt auch einen sogenannten „Nachbrenneffekt“. (Poehlman, 1989, S. 523; de Marees, 1992, S. 417).

3.6 Aerobe Leistungsfähigkeit

Im Allgemeinen ist durch konventionelles Krafttraining kein wesentlicher Anstieg der maximalen Sauerstoffaufnahme zu beobachten. Allerdings kommt es durch Krafttraining zu einer peripheren Widerstandserhöhung in Folge der mechanischen Kompression der Blutgefäße. Dies führt zwar zum Anstieg der Herzfrequenz, verhindert jedoch eine Zunahme des Herzschlagvolumens. Die eingeschränkte Herzvolumenarbeit führt zu einer ungenügenden Sauerstoffaufnahme, wodurch Anpassungserscheinungen in der Ausdauerleistung ausbleiben.

Der Schwellenwert für eine kardiovaskuläre Anpassungserscheinung in der Ausdauerleistung liegt bei Werten > 45% VO2max. Dieser Grenzwert wird durch ein intensives dynamisches Krafttraining nicht erreicht.

Es konnten jedoch durch Training im Kraftausdauerbereich, besonders in Form eines Zirkeltrainings mit kurzen Pausen, eine moderate Verbesserung der VO2max erzielt werden (Wonisch et all, 2009, online Quelle, Zugriff am 13.01.2014, 16:55, http://www.kup.at/kup/pdf/8315.pdf).

Die VO2max ist die maximale Menge an Sauerstoff, gemessen in Liter, welche pro Minute vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann.

Zur Beurteilung der Ausdauerleistung eignet sich die relative maximale Sauerstoffaufnahme (re. VO2max) besser, da sich diese auf das Körpergewicht der jeweiligen Person bezieht. Dadurch lassen sich die Werte verschiedener Personen miteinander vergleichen (Zintl & Eisenhut, 2009, S. 64 f.).

3.7 Blutdruck

Wie in Abbildung 2 ersichtlich, führt die Verbesserung der Muskelkraft durch Krafttraining zu vielen positiven Anpassungserscheinungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Biologische Auswirkungen von Training nach Wonisch

Unterschiedliche Berichte zeigen, dass der Ruheblutdruck signifikant gesenkt werden kann.

Es handelt sich dabei um eine Reduzierung von zwar nur drei bis vier Prozent des systolischen und diastolischen Blutdrucks, was aber eine signifikante Reduzierung der kardiovaskulären Morbidität für Patienten mit hochgradiger Hypertonie bedeutet.

Ein weiterer Punkt, weshalb Krafttraining eine wichtige Rolle für hypertone Patienten spielen sollte, ist, dass bei Belastung der Krafteinsatz in Relation zur Maximalkraft geringer ausfällt, was wiederum in einer Senkung der Blutdruck- und Herzfrequenzreaktion auf die gegebene Belastung resultiert (Wonisch et all, 2009, online Quelle, Zugriff am 13.01.2014, 16:55, http://www.kup.at/kup/pdf/8315.pdf).

3.8 Organisationsformen

Unter Organisation im Krafttraining versteht man die Art und Weise wie man eine festgelegte Übungsauswahl absolviert.

Die üblichen Durchführungs- und Organisationsformen sind das Stationstraining und das Zirkeltraining.

3.8.1 Stationstraining

Beim Stationstraining werden an einer festgelegten Station alle vorgegebene Sätze und Wiederholungen durchgeführt.

Zwischen den Sätzen sollten Pausen eingelegt werden, da man innerhalb einer Station immer dieselbe Muskelgruppe belastet. Ein Übungswechsel bzw. Stationswechsel findet erst statt, nachdem alle Serien absolviert wurden (Mießner, 2004). Diese Methode wird überwiegend geschult und trainiert, da durch die Arbeit an jeweils nur einer Maschine die Übungsausführung nicht so schnell unkonzentriert und dadurch eventuell fehlerhaft ausgeführt wird.

Stationstraining ist besonders gut geeignet um einzelne Muskeln besonders intensiv zu trainieren.

Ein Stationstraining kann auf mehrere Arten durchgeführt werden:

1. gleichbleibender Belastungshöhe und Wiederholungszahl
2. veränderlicher Belastungshöhe und gleichbleibender Wiederholungszahl
3. gleichbleibender Belastungshöhe und veränderlicher Wiederholungszahl

3.8.2 Zirkeltraining

Beim Zirkeltraining legt man vor Trainingsbeginn eine bestimmte Anzahl von Übungen fest. In der Regel werden die Übungsformen so ausgewählt, dass innerhalb eines Zirkels alle Hauptmuskelgruppen des Körpers belastet werden.

Man beginnt bei einer Übung und wechselt jeweils nach einem Trainingssatz zur nächsten Übung, wobei zwischen den Stationen nur der Gerätewechsel als Pause genutzt wird.

Ein Unterschied zum Stationstraining ist die hohe Trainingsdichte der einzelnen Muskelgruppen und ein optimales Verhältnis zwischen Trainingsquantität und Trainingsqualität.

Das Zirkeltraining ist eine sehr vielfältige und variabel einsetzbare Organisationsform (Scholich, 1979, S. 497 und 1984, S. 87, Gerisch, 1977, S. 63 f., Bisanz & Gerisch, 1980, S. 96, Wittmann, Maier & Pfeifer, 1982, S. 98, Savard, Kiens & Saltin, 1987, S. 167, Stiehler, Konzag & Döbler, 1988, S. 112 f.).

Je nach Zielsetzung, Alter und Leistungsvermögen werden sechs bis zwölf Stationen im Zirkel durchlaufen. In Abhängigkeit der Art der Kraft, welche durch den jeweiligen Zirkel geschult werden soll, beträgt die Arbeitszeit der Muskulatur im allgemeinen zwischen 15 und 40 Sekunden (Weineck, 2003, S. 299).

Bei der Durchführung eines Zirkels ist je nach Zielsetzung auf die richtige Bewegungsausführung (Bewegungsschnelligkeit), die optimale Belastungsintensität bzw. Wiederholungszahl zu achten (Bisanz & Gerisch, 1988, S. 96 f; Scholich, 1984, S. 87).

Bei einem Zirkel zur Verbesserung der allgemeinen Kraftausdauer überwiegt die anaerobe laktazide Energiebereitstellung. Diese Art des Zirkeltrainings dient der allgemeinen Konditionierung, der lokalen Ermüdungsresistenz bzw. der Verbesserung des Stehvermögens (allgemeine anaerobe Kapazität) bei der Durchführung von Ganzkörperübungen (Weineck, 2003, S. 300).

4 Methodik

Folgend wird der Ablauf von Trainingsbeginn bis Trainingsende der zu testenden Personengruppen beschrieben.

Um auf relevante Daten zugreifen zu können, wurden zwei Testgruppen über einen Trainingszeitraum von acht Wochen beobachtet.

4.1 Testgruppen

Es wurden zwei Testgruppen zu je zehn Personen mittels Fragebogen ermittelt.

Hierbei kam ein Fragebogen zum Einsatz, der auf folgende Auswahlkriterien abzielte:

- Alter
- Trainingserfahrung
- Körperliche Einschränkungen
- Beruf
- Stress im Alltag

Aus 74 Personen, die den Fragebogen ausfüllten, wurden 20 Personen ausgewählt, welche bei den Auswahlkriterien den Vorgaben entsprachen.

Alle 74 Personen trainierten schon vor ihrer Teilnahme an dieser Studie im smile lifestyle club. Sie wurden auf alle Trainingsmöglichkeiten eingeschult und sammelten davor schon ca. vier Monate Trainingserfahrung. Diese Personen wurden aus dem Neumitgliederstand des smile lifestyle clubs vorausgesucht.

Ausgeschlossen wurden Personen mit körperlichen Einschränkungen, da durch solche Einschränkungen nicht gewährleistet werden konnte, dass alle Bewegungsmuster, welche im Trainingsplan zur Anwendung kamen, korrekt ausgeführt werden konnten oder durften.

Die Vorgaben um in eine der beiden Testgruppen aufgenommen zu werden lauteten:

- Alter zwischen 30 und 40 Jahren
- Trainingserfahrung von mindestens sechs Monaten
- keine körperlichen Einschränkungen
- ein möglichst sitzender Beruf
- ein Stresslevel über fünf auf einer subjektiven Bewertungsskala von eins bis zehn, wobei eins für „kein Stress“ und zehn für „sehr gestresst“ steht

Nach der Auswertung der Fragebögen kamen bei den 20 Probanden folgende Ergebnisse zustande:

Tab. 2: Studienteilnehmerdaten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: Teilnehmerdaten Testgruppe I

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 4: Teilnehmerdaten Testgruppe II

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2 PRE-Testung

Nach Ermittlung der Probanden wurden die Daten der sportmotorischen Tests aller Probanden ausgewertet.

Die sportmotorischen Testungen werden von jedem Mitglied im smile lifestyle club vor dem Trainingsstart durchgeführt.

Diese Testung folgt einem standardisiertem, dem smile lifestyle club angepassten, Ablauf.

Die ausführende Leistungsdiagnostin für alle Testungen, die im smile lifestyle club abgenommen werden, ist Mirjam Langer.

Mirjam Langer hat ihre Ausbildung als Fitness Instruktor an der BSPA in Linz (Österreich) abgeschlossen. Zusätzlich studiert Fr. Langer derzeit auf der DHFPG (Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement). Durch ihre Fachkenntnis im Bereich Fitness arbeitet Fr. Langer im smile lifestyle club als Leistungsdiagnostin und Fitnesstrainerin.

4.2.1 Testablauf

Die sportmotorischen Tests werden nach einem im smile lifestyle club entwickelten und somit standardisierten Ablauf durchgeführt. Folgend wird die Reihenfolge der Tests im smile lifestyle club dargestellt.

1. Messung der Körpergröße mit Hilfe eines an der Wand hängenden Maßstabes. Die zu testende Person stellt sich aufrecht gegen die Wand. Die Füße stehen eng mit gegenseitigem Kontakt am Boden. Die Fersen berühren die Wand. Der Blick wird gerade zur gegenüberliegenden Wand gerichtet. Der Maßstab befindet sich immer an der rechten Seite der zu testenden Person.
2. Messung des Körpergewichtes und gleichzeitig des Körperfettgehaltes der Person in Kilogramm und in Prozent. Diese Messung erfolgt mit einer Unterleib Bioimpendanz-Waage. Diese Waage der Firma TANITA® arbeitet mit einer PC Software von Polar®, welche sowohl das Köpergewicht, als auch den Körperfettanteil in Kilogramm und Prozent ermittelt und darstellt.
3. Der Blutdruck wird mit dem Blutdruckmessgerät M500 von OMRON® mittels einer Oberarmmanschette gemessen. Dieses Gerät ist klinisch validiert und garantiert größte Genauigkeit bei der Messung.Die Messergebnisse werden in einer vom smile lifestyle club gestalteten Microsoft-Excel-Tabelle festgehalten und zusätzlich dem Probanden in seiner persönlichen Testmappe mitgegeben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten

Details

Titel
Unterschiede in der Kraftausdauerleistungsfähigkeit. Zirkeltraining im Vergleich zu stationärem Kraftausdauertraining
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,2
Autor
Jahr
2014
Seiten
70
Katalognummer
V412171
ISBN (eBook)
9783668636538
ISBN (Buch)
9783668636545
Dateigröße
1246 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kraftausdauer, Training, Zirkeltraining, Kraftausdauertraining, Fitness, sportliches Training, Körperfett, Blutdruck, aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit, Fitnesstraining, Gerätetraining, muskuläre Anpassung, Krafttraining, Übergewicht, ILB, ILB Test, PWC Test, Spring Test
Arbeit zitieren
Daniel Schlerith (Autor), 2014, Unterschiede in der Kraftausdauerleistungsfähigkeit. Zirkeltraining im Vergleich zu stationärem Kraftausdauertraining, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412171

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