Abriss, Erhalt oder Rekonstruktion? Die Kontroverse um den künftigen Umgang mit den baulichen Überresten des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes Nürnberg


Bachelorarbeit, 2017
72 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung
I.1 Relevanz
I.2 Fragestellung und Methode
I.3 Forschungsstand und Quellenlage

II Reichsparteitagsgelände - Eine Kontroverse
II.1 Geschichte des Areals bis
II.1.1 Vom Wasserspeicher zum Freizeitpark
II.1.2 Errichtung des Reichsparteitagsgeländes und Erweiterungspläne
II.1.3 Kulisse für die Inszenierung des Nationalsozialismus
II.1.4 Kriegsjahre
II.2 Nutzung nach
II.2.1 Pragmatismus
II.2.2 Verdrängung
II.2.3 Aufarbeitung
II.3 Positionen zum künftigen Umgang
II.3.1 Bestandserhalt
II.3.2 Kontrollierter Verfall
II.3.3 Rückbau
II.3.4 Rekonstruktion
II.3.5 Künstlerische Nutzung
II.3.6 Beseitigung
II.4 Rechts- und Beschlusslage
II.4.1 Denkmalschutz
II.4.2 Stadt Nürnberg
II.4.3 Freistaat Bayern
II.4.4 Bundesrepublik Deutschland
II.5 Aktuelle Maßnahmen

III Schluss
III.1 Bewertung
III.2 Ausblick

IV Literatur- und Quellenverzeichnis
IV. 1 Literatur
IV. 2 Quellen

V Anhang

I Einleitung

I.1 Relevanz

„Weil wir an die Ewigkeit dieses Reiches glauben, sollen auch diese Werke ewig sein, das heisst, (...) nicht gedacht sein für das Jahr 1940, auch nicht für das Jahr 2000, sondern sie sollen hineinragen gleich den Domen unserer Vergangenheit in die Jahrtausende der Zukunft."1

So bezeichnete Adolf Hitler im Jahr 1937 die Bedeutung der Nürnberger Reichsparteitags­bauten. Im Nationalsozialismus hatte die Architektur, die Hitler zur Staatskunst erhoben hatte,2 herausgehobene propagandistische Funktionen.3 Die in Nürnberg entstandenen Bauten der nationalsozialistischen Architektur, von Hitler und seinen Architekten4 als Beleg für den Ewigkeitsanspruch des „Dritten Reiches" entworfen, waren nach wenigen Reichsparteitagen und sechs Kriegsjahren nichts weiter als ein riesiges Aufmarschgelände mit mehreren stillgelegten Großbaustellen vor den Toren des fast vollständig zerstörten Nürnbergs. Dennoch sind die baulichen Hinterlassenschaften im Kontrast zur sonstigen Bebauung und Infrastruktur so überdimensional, dass sie bis heute den Südosten Nürn­bergs optisch prägen.5 Wie mit dieser Hinterlassenschaft, dem ehemaligen Reichspartei­tagsgelände, umgegangen werden soll, hat die Nürnberger Bevölkerung und auch überre­gionale Öffentlichkeit seit Kriegsende 1945 schon mehrfach beschäftigt. Mehrere Genera­tionen haben sich mit dem Erbe der baulichen Überreste nationalsozialistischer Selbstin­szenierung auseinandergesetzt - und dies geschah über die vergangenen 70 Jahre hinweg auf unterschiedliche Weise: Zunächst herrschten Pragmatismus und Verdrängung vor.6

Pragmatismus deshalb, weil das Wenige, das nutzbar schien, weitergenutzt wurde - die Zeppelintribüne als das, was sie auch bei den Reichsparteitagen war, als Zuschauertribüne und das Zeppelinfeld als Versammlungs- und Veranstaltungsort für Massenveranstaltun­gen. Verdrängung deshalb, weil auch Teile des Geländes und der Bauten einfach beseitigt wurden. Von der Luitpoldarena und ihren Zuschauertribünen, vom Märzfeld mit seinen gigantischen Türmen ist nichts mehr zu sehen. Die Kolonnaden der Zeppelintribüne wur­den 1967 gesprengt, die Seitentürme abgetragen, über die Beseitigungen hinaus ist auch- die Weiternutzung der Bauten jahrzehntelang ohne jeglichen Hinweis auf die Geschichte und Bedeutung des Geländes geblieben, die „trivialisierte Nutzung"7 der Bauten außerhalb historischer Einordnung kann auch als Verdrängung interpretiert werden.8 So steht Nürn­berg und das Reichsparteitagsgelände durchaus symptomatisch für einen nicht nur hier vorzufindenden wechselhaften Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus:

„Die Geschichte des Geländes nach 1945 erzählt von der Widersprüch­lichkeit der Deutschen im Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. "9

Erst in den späten 70er und frühen 80er Jahren, fast ein halbes Jahrhundert nach Entste­hung und Nutzung des Reichsparteitagsgeländes, begann eine kritischere und bewusstere Auseinandersetzung mit diesem Erbe: In Form einer Ausstellung10 in der Zeppelintribüne - wie vielerorts in Deutschland begann in dieser Zeit auch in Nürnberg eine schrittweise und bis heute nicht abgeschlossene Aufarbeitung des NS-Erbes.11 Dabei ist und bleibt an den Resten des Reichsparteitagsgeländes eines besonders: Die Einzigartigkeit dieser Bau­ten. Denn kein anderer Ort wurde lediglich zu diesem einen, einzigen Zweck errichtet: Als zentrale Stätte und Kulisse der Inszenierung nationalsozialistischer Macht vor Massenpub­likum, Einschwörung deutscher „Volksgemeinschaft", Zurschaustellung von Wehrhaf­tigkeit und Kollektivismus.12 Dieses Gelände - weit größer als die mittelalterliche Altstadt Nürnbergs13 - und die gigantischen Gebäude sollten im „Tausendjährigen Reich" hierzu lediglich einmal jährlich als Schauplatz der Reichsparteitage der NSDAP benutzt werden - ansonsten blieben sie leer und ungenutzt, dienten dennoch als Ausflugsziel und ein­drucksvolle Attraktion nationalsozialistischer „Größe" und Architektur.14 Das, was am Reichsparteitagsgelände vollendet wurde, kam nur selten zur Nutzung und vielmehr Großbaustellen als genutztes Gelände waren es, was nach der totalen Niederlage des „Drit­ten Reiches" von diesen Propagandakulissen des Nationalsozialismus übrigblieb.15 Wie mit diesem baulichen Erbe umgegangen werden sollte, war und ist regelmäßig Teil öffentli­cher Auseinandersetzungen, die in den letzten Jahren anlässlich der offensichtlichen Bau­fälligkeit der Zeppelintribüne und der dringend notwendig gewordenen Generalinstand­setzung bzw. Sanierung neue Impulse erfahren hat.

I.2 Fragestellung und Methode

Die vorliegende Arbeit soll die Entstehungs- und Nutzungsgeschichte des Reichspartei­tagsgeländes in Nürnberg, mit Schwerpunkt auf der Nachkriegszeit, zusammenfassend darstellen. Anschließend soll die Kontroverse beleuchtet werden, die sich mit dem künfti­gen Umgang mit dem Gelände und den heute noch vorhandenen baulichen Überresten der Reichsparteitagsarchitektur beschäftigt. Hierbei liegt der Fokus der Betrachtung auf der Debatte über das Ob und Wie der Sanierung der Zeppelintribüne und des Zeppelinfeldes im Speziellen, diese steht aber möglicherweise beispielhaft für den Umgang mit dem Ge­samtareal im Allgemeinen. Es sollen die bisher vorliegenden Positionen unterschiedlicher Protagonisten und Interessenträger zusammengefasst und diskutiert, andererseits die aktuell gültige Beschluss- und Rechtslage der zuständigen öffentlichen Körperschaften zum Thema analysiert werden. Abschließend wird kritisch bewertet und ein Ausblick ge­geben.

In dieser Arbeit soll Nürnbergs Rolle als „Stadt der Reichsparteitage" im Vordergrund Ste­hen, die ebenfalls historisch und erinnerungskulturell wichtige Bedeutung Nürnbergs als Namensgeberin der nationalsozialistischen Rassegesetze „Nürnberger Gesetze", und als Ort der juristischen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen im Rahmen der „Nürnberger Prozesse", werden hier bewusst außenvorgelassen.16

I.3 Forschungsstand und Quellenlage

Der Forschungsstand zur Geschichte des Reichsparteitagsgeländes ist umfassend. Es lie­gen zwei reich illustrierte, umfangreiche Standardwerke zur Geschichte des Geländes und der Reichsparteitage vor,17 die gleichsam auch die Nachkriegsgeschichte und den Umgang Nürnbergs mit dem NS-Erbe und Schwierigkeiten damit dokumentieren und kommentie­ren. In den letzten Jahren hinzugekommen ist ein umfassender Band über die Kongress­halle18 sowie diverse Ausstellungskataloge19 des Dokumentationszentrums Reichspartei­tagsgelände Nürnberg. Ein ähnlicher Spezialband zur Zeppelintribüne/Zeppelinfeld ist ein Desiderat. Das ist insofern auffällig, da Zeppelintribüne und Zeppelinfeld historisch bedeu­tender sind als die Kongresshalle - wie im Verlauf dieser Arbeit noch dargelegt werden wird. Der Aufsatzband des Kulturreferats Nürnbergs, der sich der Dokumentation des Symposiums des Jahres 2015 mit dem Titel Erhalten! Wozu?20 widmet, ist ebenfalls ein wertvoller Beitrag zur Deutungs- und Nutzungsgeschichte des Geländes. Eine weitere um­fassende Darstellung verschiedener Positionen zum Umgang mit dem Gelände ist die Do­kumentation des im Jahr 2014 stattgefundenen Symposiums Zeppelintribüne - Null oder Hundert? der Initiative BauLust e.v.21 Die Online-Themenportale22 der Stadt Nürnberg, des Kulturreferates und des NS-Dokumentationszentrums bieten online einen übersichtlichen und barrierefreien Zugang zu wichtigen Informationen zur öffentlichen Wahrnehmung der Geschichte des Geländes und versammeln einschlägige Schlüsseldokumente, wie Gutach­ten23 und Konzepte24 sowie Diskussionsbeiträge.25 Die Nürnberger Zeitung verfolgt und dokumentiert die Debatte um das Gelände sehr aufmerksam und gibt auch zu den Jahres­tagen historischer Ereignisse regelmäßig Sonderberichte, so dass die Geschichte des Ge­ländes auch der breiteren Öffentlichkeit der Gegenwart präsent bleibt und hier ebenfalls ein barrierefreier Quellenzugang besteht.26

II Reichsparteitagsgelände - Eine Kontroverse

II.1 Geschichte des Areals bis 1945

II.1.1 Vom Wasserspeicher zum Freizeitpark

Das Gelände um den im späten Mittelalter angelegten Dutzendteich im Nürnberger Südos­ten war bereits früh ein verkehrstechnisch gut erschlossenes und damit aus der nah gele­genen Stadt Nürnberg leicht erreichbares Naherholungs- und Freizeitgebiet.27 Am heuti­gen Standort der Kongresshalle Stand seit dem Jahr 1713 für etwa 185 Jahre das erste Wirtshaus am Dutzendteich, zuvor hatte der städtische Seewärter bereits 1690 das Schankrecht erhalten.28 Hier wurde im Jahr 1912 der 20 Hektar große Nürnberger Tier­garten eröffnet, mit künstlich modellierten Landschaften und langen, idyllischen Prome­naden am Dutzendteichufer. Dieser Tiergarten musste allerdings 1939 den Ausbauplänen des Reichsparteitagsgeländes weichen und wurde geschlossen.29 Das benachbarte, park­ähnliche Areal des Luitpoldhains entstand zunächst als Ausstellungsgelände für die Baye­rische Jubiläums-Landesausstellung für Gewerbe, Industrie und Kunst, die im Jahr 1906 ab­gehalten wurde. Neben der neu angelegten, weitläufigen Parkanlage überdauerte die Aus­stellung auch die im modernen Jugendstil errichtete Maschinenhalle (Luitpoldhalle) wel­che bald auch als Stadthalle für diverse Großveranstaltungen fungierte.30

Am 28. August 1909 landete auf dem südlichen Dutzendteichgelände der Zeppelin III31 des Grafen Zeppelin,32 das Areal wurde künftig - auch wegen der immer wieder stattfindenden Luftschifflandungen - Zeppelinwiese genannt. Dieser Bereich des Dutzendteichgeländes war seit Beginn der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts für die Errichtung eines Sportgelän- des mit Stadion für 50.000 Zuschauer vorgesehen, der Baubeginn erfolgte im Jahr 1926. Das im modernen Bauhausstil errichtete, achteckige Stadion wurde 1928 fertiggestellt.33

Das Gelände bot spätestens seit dieser Zeit die Infrastruktur für Massenveranstaltungen,34 zuvor für Volksfeste und Feiern genutzt, entwickelte sich das Areal zum Austragungsort politischer Kongresse und Kundgebungen: Beispielsweise feierten die Sozialdemokraten im Jahr 1922 die Wiedervereinigung von Mehrheits- und Unabhängigkeits-SPD, im Jahr darauf feierte die SPD hier die Weimarer Verfassung mit 50.000 Fackelträgern.35

Aus heutiger Sicht nehmen diese politischen Massenveranstaltungen mit Aufmärschen und Fackelschein hier bereits eine optische Wirkung der später stattfindenden NSDAP- Reichsparteitage vorweg. Ebenso nahtlos fügt sich die in den Jahren 1928/1929 am Luit­poldhain erbauten und 1930 eingeweihte Ehrenhalle für die Gefallenen Nürnberger des Ersten Weltkrieges in die spätere NS-Architektur ein und wirkt deshalb heute wie ein Rest dieser.36 Die symmetrisch gegliederte Arkadenhalle mit vorgelagertem Hof und seitwärts stehenden Sockeln mit Flammenschalen führte der Nürnberger Architekt Fritz Mayer aus.37

II. 1.2 Errichtung des Reichsparteitagsgeländes und Erweiterungspläne

Im September 1923 hatte die NSDAP erstmals eine Parteiveranstaltung in Nürnberg abge­halten, der Deutsche Tag der völkischen Verbände fand u.a. am Luitpoldhain statt und bein­haltete auch schon einen Vorbeimarsch an Adolf Hitler am Hauptmarkt in der mittelalter­lichen Altstadt - wie es später auch das Programm der Reichsparteitage stets vorsah.38 Der erste in Nürnberg stattfindende Reichsparteitag der NSDAP war 1927 (der dritte nach München und Weimar], der nächste 1929. Im Jahr 1928 fand aus Geldmangel kein Reichs- Parteitag statt, ebenso wie 1932.39 Die Parteitage 1930 und 1931 waren durch die Stadt Nürnberg nicht genehmigt worden, nachdem es 1929 zu schweren Ausschreitungen ge­kommen war.40 Nach der Machtübernahme 1933 stellte Hitler der Stadtspitze Nürnbergs auf einer gemeinsamen Besprechung in Bayreuth vor die Wahl, sich unverzüglich als stän­digen Austragungsort der Reichsparteitage zur Verfügung zu stellen, oder leer auszuge­hen:

„Grundsätzlich muß sich die Stadt Nürnberg sofort entscheiden, ob sie für die nächsten etwa 100 Jahre den Parteitag mit einigen hundert­tausend Teilnehmern (...) in ihrer Stadt haben will, oder ob sie diesen für die Geschäftswelt Nürnbergs außerordentlichen Vorteil daran scheitern läßt, daß sie eine Anzahl von alten Bäumen im Luitpoldhain erhalten will. Die Entscheidung drängt, weil andere Städte, u.a. auch Stuttgart sich um die Verlegung des Parteitages in ihre Stadt ernst­lich bemühen. "41

Nicht nur der mittelalterliche Altstadt Nürnbergs, auch die Bedeutung als Stadt der Reichs­tage des Ersten Reiches und Aufbewahrungsort der Reichskleinodien passten zu Hitlers Vorstellung einer Traditionslinie zum Ersten Reich. Auch die bisherigen Erfahrungen, die bereits erwähnte gute Infrastruktur und nicht zuletzt auch die Stärke der NSDAP in Fran­ken und in Nürnberg waren ausschlaggebende Faktoren für diese Entscheidung seitens der NS-Führung.

Hitlers Druck auf die Stadtspitze wurde sofort nachgegeben. Im Sommer 1933 wurde die weitläufige Parkanlage des Luitpoldhains planiert und ein Aufmarschgelände für den nächsten Reichsparteitag (30. August bis 03. September 1933) hergestellt. Optisches Zent­rum des Geländes bildete die bereits vorhandene Gefallenen-Ehrenhalle,42 zu deren Seiten hölzerne Tribünen für insgesamt 50.000 Zuschauer errichtet wurden.43 Auch die Zeppe­linwiese diente erstmals als Aufmarschgelände, die ebenfalls hölzernen Zuschauertribü­nen boten 70.000 Plätze und die Ehrentribüne wurde von einem großen stilisierten Reichsadler mit umkränzten Hakenkreuz in den Fängen dekoriert.44 Den Entwurf zu den noch provisorischen Bauten ließ sich Albert Speer persönlich durch Hitler genehmigen.45 46 Speer war zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell mit der Ausgestaltung des Reichspartei­tagsgeländes beauftragt, allerdings folgte dies im Jahr 1934. Er legte sogleich erste Kon­zepte für das Gesamtareal des Reichsparteitagsgeländes vor, die in enger Abstimmung mit Hitler in den folgenden Jahren durch Speer und den Zweckverband Reichsparteitag Nürn­berg ständig weiterentwickelt wurden.47 Wichtigste Bauprojekte waren hier zunächst steinerne Zuschauertribünen für Zeppelinfeld und Luitpoldarena um die provisorischen Holzkonstruktionen zu ersetzen, sowie die vollständige Umgestaltung der nicht zur natio­nalsozialistischen Ästhetik passenden Luitpoldhalle,48 die bei den Parteitagen als Kon­gresshalle fungierte.

1935 begannen die Arbeiten am Bau der Kongresshalle, von Hitler als der erste Riese un­ter den Bauten des Dritten Reiches bezeichnet:

„Wenn aber die Bewegung jemals schweigen sollte, dann wird noch nach Jahrzehnten dieser Zeuge hier reden. Inmitten eines heiiigen Haines uralter Eichen werden dann die Menschen diesen ersten Riesen unter den Bauten des Dritten Reiches in ehrfürchtigem Staunen be­wundern. "49

Beauftragt war mit diesem Bau der Nürnberger Architekt Ludwig Ruff, dessen Sohn Franz Ruff die Arbeiten nach dem Tod seines Vaters übernahm. Ludwig Ruff war bereits seit 1933 im Auftrag der Stadt Nürnberg mit Planungen zu einer Monumentalhalle für das Reichsparteitagsgelände beschäftigt gewesen.50 Fertiggestellt wurde die Kongresshalle lediglich im Rohbau - seit 1939 wurden bis Kriegsende kaum mehr daran gearbeitet und es kam nicht zur vorgesehenen Nutzung. Dennoch ist die Kongresshalle heute mit einer Grundfläche von 275 mal 265 Metern und einem Innenhof von 180x160 Metern das größ­te erhaltene Relikt der Herrschaftsarchitektur des Dritten Reiches.51

Die zentrale Achse des Geländes bildete die Große Straße, mit 1500 Metern Länge (ge­plant: 2000 Meter) auf einer Breite von 60 Metern führte sie vom Bereich der Kongress­halle, den Dutzendteich durchschneidend, nach Südosten zum Märzfeld. Der Belag wurde mit 60.000 quadratischen Granitplatten mit einer Kantenlänge von 1,2 Metern ausgeführt. Auch die Große Straße wurde nicht vollständig fertiggestellt und nie für Reichsparteitage verwendet, Bauzeit war von 1935 bis 19 3 9.52 Die Große Straße war als Marschstraße von Südosten nach Nordwesten mit Blickachse auf die mittelalterliche Nürnberger Kaiserburg ausgerichtet, am Südöstlichen Ende mündete sie in das Märzfeld.53 Das Märzfeld wurde ab 1935 als gigantisches Manövergelände für die Wehrmacht mit einer Innenfläche von 580.000 Quadratmetern errichtet. Auf seinen das rechteckige Gelände umfassenden Wall­anlagen sollten 250.000 Zuschauern Platz finden können. Einen festungsmäßigen Charak­ter verliehen dem Plan die 24 zwischen die Zuschauerwälle gesetzten Türme, die mit Tra­vertin54 verkleidet werden sollten. Von den Türmen wurden elf fertiggestellt, das gesamte Märzfeld sollte bereits zum Reichsparteitag 1939 fertiggestellt werden, wurde aber nicht vollendet und blieb ab 1943 eine aufgelassene Baustelle.55

Größtes Projekt des Reichsparteitagsgeländes war das Deutsche Stadion, das mit seinem geplanten Fassungsvermögen von 400.000 Zuschauern das größte Stadion der Welt ge­worden wäre. Architektonisch angelehnt an die halbrunden antiken Arenen wäre es mit einer Gesamthöhe von 130 Metern fast doppelt so hoch gewesen wie die Türme der Nürn­berger Lorenzkirche56. Die Grundsteinlegung erfolgte auf dem Reichsparteitag 1937, erste Arbeiten begannen im folgenden Herbst, bis 1942 wurde allerdings hauptsächlich die den Grundriss des Stadions umfassende Baugrube ausgehoben und entsprechende Vorberei­tungen zur Grundwasserdreinage errichtet sowie die erforderliche komplizierte und riesi­ge Baustelleneinrichtung und Logistik, u.a. 20 Kilometer Gleise und Lagerplätze für Stein­lieferungen.57

Herzstück des Reichsparteitagsgeländes bildete, trotz der ambitionierten anderen begon­nenen baulichen Anlagen, das Zeppelinfeld mit der Zeppelintribüne. Sie war die einzig vollständig fertiggestellte und mehrfach bei Reichsparteitagen verwendete Anlage58 und galt als Beleg für die Ästhetik der anderen geplanten Monumentalbauten - als Vorzeige- bauwerk der Staats- und Parteitagsarchitektur.59 Die im Vergleich zu Kongresshalle, Deut­schem Stadion und Märzfeld relativ klein wirkende Anlage war in ihren Ausmaßen den­noch enorm; die 23 Meter hohe Haupttribüne mit goldenem Hakenkreuz auf dem Haupt­bau und zwei großen Flammenschalen auf den Seitentürmen zentrierte Hitlers Redekanzel gegenüber des 285 mal 312 Meter großen Aufmarschfeldes, das von seitlichen Stehtribü­nen auf 6,5 Meter hohen Wällen umringt war, die - ähnlich den Märzfeldtürmen - fes­tungsartig durch 34 Türme unterbrochen waren. Als architektonisches Vorbild diente Speer der antike Pergamonaltar. 60 Die Bauarbeiten dauerten von 1934 bis 1937 und wur­den jeweils zu den Reichsparteitagen unterbrochen, welche dann auf den schon fertigge­stellten Anlagenbestandteilen stattfanden. Insgesamt fanden auf dem Zeppelinfeld und den Tribünen 200.000 Menschen Platz.61 Die Bauarbeiten fanden unter großem Zeitdruck statt. Die Unterkonstruktion der Sitzstufenanlage der Haupttribüne sowie der Stehstufen der Wallanlagen waren nicht massiv ausgeführt, sondern mit Erde aufgeschüttet.62 In den Türmen befanden sich, wie auch in der Haupttribüne insbesondere Bedürfnisanstalten. Einziger repräsentativer Innenraum war der Goldene Saal, eine Art Empfangshalle in der Ehrentribüne (Mittelbau der Haupttribüne), für den allerdings keine Nutzung überliefert ist. Auf dem Zeppelinfeld fanden während der Reichsparteitage insbesondere Aufmärsche und Appelle des Reichsarbeitsdienstes statt, der sog. Amtswalterappell der NSDAP sowie Leibesübungs-Schauen und Manöver der Wehrmacht.63

II.1.3 Kulisse für die Inszenierung des Nationalsozialismus

Das Reichsparteitagsgelände war der Veranstaltungsort der jährlichen Reichsparteitage der NSDAP in den Jahren von 1933 bis 1938.64 Diese Veranstaltungen waren grundsätzlich weniger Generalmitgliederversammlung und Parteikongress: Sie waren vielmehr propa­gandistische Selbstinszenierung der nationalsozialistischen Bewegung. Die fünf- bis acht­tägigen Veranstaltungen standen jeweils unter einem bestimmten Motto unter Anspielung auf die politische Lage bzw. aktuelle außenpolitische Entwicklungen:65

des Sieges (Machtergreifung),

der Einheit und Stärke (Röhm-Affäre und Säuberungen), der Freiheit (Wiedereinführung d. alig. Wehrpflicht), der Ehre (Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes), der Arbeit (Verkündung des Vierjahresplans), Großdeutschiand (Einmarsch in Österreich), des Friedens (entfiel aufgrund des Überfalls auf Polen).66

Allein anhand des jeweiligen Mottos für die Reichsparteitage wird die inszenatorische Bedeutung und damit die Intention dieser Großveranstaltungen für die nationalsozialisti­sche Propaganda deutlich.67 Bei den Reichsparteitagen der NSDAP ging es nicht um Ab­stimmungen, politische Willensbildung und dergleichen sondern hauptsächlich um die Zurschaustellung der Macht und Stärke der NSDAP und ihrer Machthaber sowie Schaffung eines einprägsamen Gruppenerlebnisses der teilnehmenden Mitglieder der sogenannten deutschen „Volksgemeinschaft":

„Auf den Reichsparteitag en wurde nicht nur die politische Macht der Nationalsozialisten zur Schau gestellt. Sie dienten vor allem dem Zweck, die Einheit des deutschen Volkes symbolisch herzustellen und zu überhöhen, den Deutschen das Gefühl von Stärke und Unbesiegbar­keit zu geben und sie auf kommende Kriege einzuschwören. "68

Die Architektur sollte hierbei nicht lediglich zweckmäßig sein und das Areal sowie die Bauten entsprechend den infrastrukturellen Anforderungen solcher Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Sie hatte darüber hinaus vor allem die Aufgabe, die propagandistische Wirkung und die inszenatorische Kraft dieser Veranstaltungen zu unterstützen und noch zu verstärken.69 Hitler umschrieb diese Aufgabe der Parteitagsbauten folgendermaßen:

„Es muß hier in gewaltigstem Ausmaß ein Dokument stilbildender Art geschaffen werden, das zugleich für Millionen Deutsche ein Denkmal des Stolzes sein soll, der Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft. "70

Diese beabsichtigte Wirkung verfehlten die Bauten nicht. Unterstützt durch den Einsatz modernster Technik - Lautsprecheranlagen und Lichtinstallationen71 und nicht zuletzt medialer Werkzeuge wie Radio- und Fernsehübertragungen und filmischer Inszenierung durch Leni Riefenstahl (z.B. Triumph des Willens, 1934) - erlangten die Reichsparteitage eine Faszination, deren Wirksamkeit sich vielen Teilnehmern ewig einprägte.72 Eine der wohl eindrucksvollsten und gewaltigsten Inszenierungen spielte sich hier in den Abend­stunden während der Reichsparteitage 1936, 1937 und 1938 ab: Um und über das mit 150.000 Menschen gefüllte Zeppelinfeld wird mittels 150 motorisierter Flak-Scheinwerfer ein „Lichtdom"73 erzeugt, den Speer entworfen und konzipiert hatte.74 Die NS-Propaganda schreibt hierzu:

„Aber alle, die an diesem Abend dabei sind, erfühlen in heiligem Schauer den Mythos Deutschland in ihrer Seele, den nur deutsches Blut ganz zu erfassen vermag!“75

Die Funktion der Bauten als Kulisse ist mithin auch in baulichem Sinne offenkundig.76 Durch Zeit- und Kostendruck erfolgte die Ausführung der Bauten, zumindest im Falle des Zeppelinfeldes und der Zeppelintribüne,77 vergleichsweise schnell und pragmatisch. Die aufgeschütteten Tribünenwälle wurden mit Natursteinstufen bedeckt, die massiv schei­nenden Bauten (Haupttribüne, Türme) wurden vornehmlich in Ziegelmauerwerk ausge­führt und lediglich die Fassade mit Natursteinplatten (Juramarmor) verkleidet, um einen massiven Anschein zu erwecken. Auch die Kongresshalle bestand hauptsächlich aus Zie­gelmauerwerk und lediglich die sichtbaren Bereiche waren mit massiven Granitplatten verkleidet. So zeigt sich nicht nur im Zweck, sondern auch in der Ausführung, dass die Reichsparteitagsbauten auch im baulichen Sinne meist Blendwerk sind.78

II. 1.4 Kriegsjahre

Obwohl mit Kriegsbeginn die Arbeiten auf den Großbaustellen des Reichsparteitagsgelän­des zunächst eingestellt worden waren, gingen Natursteinbeschaffung und -bearbeitung sowie weitere Planungs- und Projektierungsarbeiten für die Großbauten auf dem Gelände zunächst weiter. Nach Ende des Westfeldzuges79 ordnete Hitler an, die Bauarbeiten unver­züglich wiederaufzunehmen.80 Jedoch herrschte aus Kriegsgründen ein akuter Mangel an Arbeitskräften, welchem durch Einsatz von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern be­gegnet wurde.81 Der Nürnberger Oberbürgermeister Willy Liebl82 teilte dem Reichs­schatzmeister Franz X. Schwarz am 5. Juni 1940 schriftlich mit:

„Ich darf vertraulich mitteilen, dass der Führer in jüngster Zeit über den Generalbauinspektor Professor Speer die Weisung erteilt hat, die Arbeiten im Reichsparteitagsgelände unter Einsatz von Kriegsgefan­genen wieder aufzunehmen.“83

Im Jahr 1943 kamen die Bauarbeiten auf dem Reichsparteitagsgelände angesichts der sich verschlechternden militärischen Lage endgültig zum Stillstand, der Einsatz der Kriegsge­fangenen konzentrierte sich ทนท auf die Rüstungsindustrie. Die Baustellen wurden gesi­chert und dienten teilweise als Unterkünfte. Durch alliierte Luftangriffe wurden Teile des Geländes beschädigt, vor allem im Bereich der HJ- und des SS-Lagers. Komplett zerstört wurden die Luitpoldhalle am Luitpoldhain sowie die KdF-Stadt, beides im Norden des Ge­ländes gelegen und damit näher am Hauptziel der Angriffe - dem Stadtkern.84

Die Infrastruktur des Reichsparteitagsgeländes - vor allem die Lager- und Unterkunftsbe­reiche - wurde während des Krieges auch für die Unterbringung von bis zu 30.000 Kriegs­gefangenen85 genutzt, hier befand sich u.a. das Strafgefangenlager XIII D.86 Das Gelände war weiträumig abgesperrt. Der Bahnhof Märzfeld spielte auch eine Rolle im Holocaust: In den Jahren 1941 und 1942 wurden vom Bahnhof Märzfeld aus Nürnberger Juden nach Osteuropa deportiert.87

Mit der Eroberung Nürnbergs vom 16. Bis 20. April 1945 ging in der „Stadt der Reichspar­teitage" der Zweite Weltkrieg zu Ende.88 Strategisch war Nürnberg zu dieser Zeit für den Kriegsverlauf ohne Bedeutung,89 allerdings galt die Stadt sowohl den Alliierten als auch den Deutschen als besonders symbolträchtig - entsprechend hart wurde um die Stadt ge­kämpft, obschon die seit 1942 regelmäßigen Luftangriffen ausgesetzte, schwer zerstörte Stadt militärisch keinesfalls gehalten werden konnte.90 Eine der deutschen Hauptverteidi­gungslinien befand sich an der SS-Kaserne im Süden der Stadt, unmittelbar westlich der Kongresshalle und des Reichsparteitagsgeländes. Auf dem Dach der Kongresshalle war inzwischen eine Flak-Stellung stationiert, auf der Bayernstraße zur SS-Kaserne hin ein MG-Nest eingerichtet. Ansonsten war das Reichsparteitagsgelände nicht sonderlich gesi­chert, die Zeppelintribüne war mit Tarnnetzen und auf der Tribüne verstreuten Ziegel­steinen notdürftig getarnt. Der Widerstand der Verteidiger Nürnbergs, bestehend aus Ver­bänden der Wehrmacht und Waffen-SS sowie zahlreichen Hitlerjungen sowie Volkssturm­Männern endete mit der Kapitulation. Am Abend des 20. April 1945 feierte die US-Armee auf dem Hauptmarkt den Sieg in der Schlacht um Nürnberg. Die strategisch bedeutungslo­se Schlacht forderte über 900 Menschenleben und zerstörte zahlreiche noch intakt gewe­sene Gebäude und Brücken.91 Die US-Medien berichteten über die Einnahme der „Stadt der Reichsparteitage":

„Nürnberg in Süddeutschland. Die Brutstätte der Nazis wurde von den siegreichen Yankees überrannt. Von allen dem Erdboden gleichge­machten Städten des Feindes ist keine massiver zerstört ais Nürnberg, wo der Angriff der Alliierten mit voller Wucht über die Laichgründe der Nazis hinwegfegte.“92

Am 22. April 1945 wurde auf dem Zeppelinfeld eine Siegesparade durch das US-Militär abgehalten,93 zu deren Ende das goldene Hakenkreuz auf der Zeppelintribüne gesprengt wurde. Die Filmaufnahmen und Fotos von diesem symbolträchtigen Moment wurden Teil des kollektiven Bildgedächtnisses94 und sind es bis heute geblieben.95 Dass die Sprengung des Hakenkreuzes und die bildliche Dokumentation dieses Schlusspunktes der nationalso­zialistischen Herrschaft, Symbolik und Inszenierung bis heute memoriert werden, zeigt, dass es sich bei der Zeppelintribüne nicht nur in der Wahrnehmung der Erbauer - als Vor- zeigebau der Staats- und Parteitagsarchitektur und Herzstück des Reichsparteitagsgelän­des - sondern gleichsam in der Erinnerung an das Kriegsende und Ende der NS-Herrschaft - um einen Bau herausragender Bedeutung und damit um den historisch bedeutsamsten des gesamten Reichsparteitagsgeländes handelt.96

[...]


1 Adolf Hitler auf dem Reichsparteitag 1937, zit. ท. Ingrid Holzschuh, Otto Strohmayr (1900-1945): Hitlers Architekt für die Neugestaltung der Stadt Salzburg im Nationalsozialismus, 2015, ร. 79.

2 Vgl. Ulrich Kuder, Architektur und Ingenieurwesen zur Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherr­schaft 1933-1945, 1997, ร. 56.

3 Vgl. Tilman Harlander und Wolfram Pyta, NS-Architektur: Macht und Symbolpolitik, 2010, ร. 21 f.

4 Albert Speer [1905-1981] gilt als „Lieblingsarchitekt" Hitlers und nahm eine besondere Rolle ein, wenngleich Hitler zunächst Paul Ludwig Troost [1878-1934, u.a. Umbau des Braunen Hauses in München sowie Entwurf น. Ausführung d. Parteibauten am Königsplatz] favorisiert hatte. Durch Troosts plötzlichen Tod gelang Speer ein schneller Aufstieg. Er profilierte sich insbesondere durch seine Pläne für das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Eine Besonderheit ist, dass auch der Nürnberger Architekt Ludwig Ruff [1878-1934, u.a. Entwurf und Planung der Kongresshalle] als Nachfolger Troosts infrage kommt, er jedoch ebenfalls im Jahr 1934 überraschend stirbt. Vgl. Se­bastian Tesch, Albert Speer (1905-1981), 2016, ร. 91 ff. und ร. 64-65.

5 Vgl. hierzu auch die Abbildungen 1 und 2 im Anhang [Abschnitt V dieser Arbeit, ab ร. 58].

6 Vgl. Winfried Nerdinger, Überlegungen zum Umgang mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände [Aufsatz], in Nürnberg / Kulturreferat [Herausgebendes Organ] und Julia Lehner, Erhalten! Wozu?: Perspektiven für Zeppelin tribüne, Zeppelinfeld und das ehemalige Reichparteitagsgelände : Aufsatz­band zur gleichnamigen ... [Schriften des Kulturreferats der Stadt Nürnberg ; Band 02], Nürnberg 2017, ร. 17.

7 Durch alltägliche Nutzung, Z.B. Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände sah beispielsweise Dr. Herrmann Glaser, von 1964-1990 Schul- und Kul­turdezernent der Stadt Nürnberg, den NS-Größenwahn banalisiert - dies galt lange Zeit als einzige Art der Auseinandersetzung Nürnbergs mit diesem Erbe. Vgl. Eckart Dietzfelbinger und Gerhard Liedtke, Nürnberg - Ort der Massen: das Reichsparteitagsgelände - Vorgeschichte und schwieriges Erbe, Berlin 1Aufl2004, ร. 139.

8 Die Zeppelintribüne und Zeppelinfeld wurden als Auto- und Motorradrennstrecke bzw. Tribüne verwendet, die Kongresshalle für Ausstellungen und Lager, vgl. Abschnitt II.2.1

9 Alexander Schmidt et al. (Hg.), Das Gelände: Dokumentation. Perspektiven. Diskussion (Schriften­reihe der Museen der Stadt Nürnberg, 11), Petersberg, Kr Fulda 2015, ร. 25.

10 Die erste Ausstellung war aus heutiger Sicht ein Provisorium, nur in den Sommermonaten halb­tags geöffnet und bestand von 1985 bis zur Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichspartei­tagsgelände in der Kongresshalle im Jahr 2001, vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 120.

11 Vgl. hierzu im Bezug auf Umgang mit „belasteter" Bausubstanz auch: Winfried Nerdinger, Ge­schichte macht Architektur, hg. von Werner Oechslin, München London New York, NY 2012, ร. 159 ff.

12 Vgl. Barbara Miller Lane, Architecture and Politics in Germany, 1918-1945, Cambridge, Mass 1968, ร. 147-167.

13 Die Ausdehnung des Gesamtgeländes umfasst eine Fläche, die etwa zehnmal so groß ist, wie die Nürnberger Altstadt innerhalb der letzten Stadtmauerbefestigung. Vgl. Alexander Schmidt und Geschichte für Alle e.v (Hg.), Geländebegehung: das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, Nürnberg 3.^ voi 1st. überarb. Neuaufl2002; ร. 203.

14 Vgl. Holzschuh 2015 (wie Anm. 1), ร. 79 f.

15 Lediglich die Luitpoldhalle war bereits 1943 infolge eines Bombentreffers zerstört worden.

16 Die Kulturhistorikerin Dr. Doris Katheder spricht in diesem Zusammenhang von Nürnberg als Paradigma des deutschen Umgangs mit dem Nationalsozialismus - Nürnberg sei deshalb ein zentra­ler Erinnerungs- und Lernort im Hinblick auf Deutschlands nationalsozialistische Vergangenheit, vgl. Baulust e.v., Positionen 2014 - Zum Umgang mit der Zeppelin tribüne und dem Reichsparteitags­gelände - BauLust-RPG-Broschuere-2014.pdf, 2014, ร. 33, https://museen.nuernberg.de/fileadmin/mdsn/pdf/Dokuzentrum/Downloads/Zukunft_Reichspar teitagsgelaende/BauLust-RPG-Broschuere-2014.pdf (letzter Zugriff am 20.3.2016].

17 Als zentrale Standardwerke sind hier zu nennen: Schmidt und Geschichte für Alle e.v 2002 (wie Anm. 13]., Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7].

18 Hans-Christian Täubrich, Die Kongresshalle Nürnberg : Architektur und Geschichte (Schriftenreihe der Museen der Stadt Nürnberg ; 5], Petersberg 2014.

19 Beispielsweise sind hier zu nennen: Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände [Heraus­gebendes Organ] und Martina Christmeier, Albert Speer in der Bundesrepublik : vom Umgang mit deutscher Vergangenheit : Ausstellungskatalog des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelän­de für die... (Schriftenreihe der Museen der Stadt Nürnberg], Petersberg 2017. Sowie Schmidt et al. 2015 (wie Anm. 9].

20 Nürnberg / Kulturreferat [Herausgebendes Organ] und Lehner 2017 (wie Anm. 6].

21 Vgl. Baulust e.v. 2014 (wie Anm. 16), https://museen.nuernberg.de/fileadmin/mdsn/pdf/Dokuzentrum/Downloads/Zukunft_Reichspar teitagsgelaende/BauLust-RPG-Broschuere-2014.pdf (letzter Zugriff am 20.3.2016].

22 Zum Beispiel auf der Website des Dokumentationszentrums: Stadt Nürnberg, Künftiger Umgang mit dem Reichsparteitagsgelände: Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, 2016, https://museen.nuernberg.de/dokuzentrum/themen/das-gelaende/kuenftiger-umgang-mit-dem- reichsparteitagsgelaende/ (letzter Zugriff am 19.9.2017].

23 Beispielsweise: Stadt Nürnberg, Bestanderhaltung Zeppelintribüne/Zeppelinfeld (Instandset­zungskonzept) - Planungs- und Baureferat, 2016, https://www.nuernberg.de/internet/referat6/zeppelin.html (letzter Zugriff am 5.3.2016].

24 Beispielsweise: Stadt Nürnberg, Das Zeppelinfeld in Nürnberg - ein deutscher Lernort zur Ge­schichte des Nationalsozialismus - konzeptpapier_ag_rptg.pdf 2011, https://museen.nuernberg.de/fileadmin/mdsn/pdf/Dokuzentrum/Downloads/Zukunft_Reichspar teitagsgelaende/konzeptpapier_ag_rptg.pdf (letzter Zugriff am 5.3.2016].

25 Vgl. Website der Stadt Nürnberg: Künftiger Umgang mit dem Reichsparteitagsgelände: Dokumen­tationszentrum Reichsparteitagsgelände, https://museen.nuernberg.de/dokuzentrum/themen/das-gelaende/kuenftiger-umgang-mit-dem- reichsparteitagsgelaende/ (letzter Zugriff am 7.9.2017].

26 Im Jahr 2017 jährte sich die Sprengung der Kolonnaden der Zeppelintribüne zum 50., sowie die Grundsteinlegung des Deutschen Stadions zum 80. Mal - beides wurde mit entsprechenden Berich­ten in der NZ erwähnt, vgl. NZ, 9.]uni 1967: Sprengung geht schief, 1967, http://www.nordbayern.de/cm/2.244/region/nuernberg/9-juni-1967-sprengung-geht-schief- 1.6214991 (letzter Zugriff am 9.9.2017]. NZ, Deutsches Stadion: Nazi-Gigantomanie in Nürnberg und der Oberpfalz, 2017, http://www.nordbayern.de/cm/2.244/deutsches-stadion-nazi-gigantomanie- in-nurnberg-und-der-oberpfalz-1.6585730 (letzter Zugriff am 9.9.2017].

27 Angelegt im 14. Jahrhundert durch das Aufstauen mehrerer Bäche, diente der Dutzendteich v.a. als Wasserspeicher für die ca. 3km entfernte Altstadt, vgl. Stadt Nürnberg, Dutzendteich - Nürnberg, http://www.nuernberginfos.de/gewaesser-nuernberg/dutzendteich-nuernberg.html (letzter Zu­griff am 17.9.2017].

28 Nachdem an dieser Stelle ohnehin bereits 200 Jahre - trotz fehlendem Schankrecht - Bier ausgeschenkt worden war, hatte die Obrigkeit ein Einsehen; vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 13.

29 Am Schmausenbuck östlich von Nürnberg gelegen, wurde im Mai 1939 (zwei Monate nach Schlie­ßung des Tiergartens am Dutzendteich) der in zweijähriger Bauzeit errichtete neue Tiergarten eröffnet. Vgl. ebd., ร. 18.

30 Vgl. ebd.

31 LZ 6 war das erste Luftschiff der DELAG, Erstfahrt am 25. August 1909, vgl. Marcello La Speranza, Brisante Architektur: Hinterlassenschaften der NS-Zeit: Parteibauten, Bunker, Weihestätten, Graz İ2015, ร. 63.

32 Ferdinand von Zeppelin (1838-1917), deutscher Luftschiffpionier.

33 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7], ร. 20.

34 Nicht nur die Infrastruktur des Geländes, auch die vergleichsweise verkehrsgünstige Lage Nürn­bergs im Deutschen Reich - hier kreuzen sich wichtige Bahnlinien - sowie die gute Anbindung des Areals Dutzendteich an den Hauptbahnhof Nürnberg sind wichtige Kriterien für die Attraktivität als Massenveranstaltungsstätte. Vgl. Schmidt und Geschichte für Alle e.v 2002 (wie Anm. 13], ร. 201.

35 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7], ร. 22.

36 Nach Kriegsende wurde der zur Luitpoldarena umgebaute Luitpoldhain als Parkanlage wieder­hergestellt, d.h. die Zuschauertribünen und die sog.,Straße des Führers’ wurden zurückgebaut, stehen blieb nur die bereits erwähnte, 1928/29 errichtete Ehrenhalle, die eigentlich nicht zu den Bauten des Reichsparteitagsgeländes zu zählen ist.

37 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7], ร. 22.

38 Zwischen Nationalsozialisten und Gegnern kam es während des Reichsparteitages 1929 zu schweren Zusammenstößen, wobei zwei Menschen ums Leben kamen. Vgl. Schmidt und Geschichte für Alle e.v 2002 (wie Anm. 13], ร. 105 sowie .Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7], ร. 27.

39 Vgl. Historisches Lexikon Bayerns, Reichsparteitage der NSDAP, 1923-1938 - Historisches Lexikon Bayerns, https://www.historisches-lexikon- bayerns.de/Lexikon/Reichsparteitage_der_NSDAP,_1923-1938 (letzter Zugriff am 17.9.2017].

40 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 22.

41 Adolf Hitler an die Stadt Nürnberg, zit. ท. Ebd., ร. 29.

42 Vgl. hierzu auch die Abbildung 4 im Anhang.

43 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 29.

44 Speer schreibt in seinen Erinnerungen von 30 Metern Spannweite des Adlers auf der (ersten) Zeppelintribüne, wohingegen bei Diezfelbinger/Liedtke von lediglich 16 mal 9 Metern zu lesen ist - ein genauer Blick auf historische Aufnahme der provisorischen Tribüne legt nahe, dass die Angaben Speers eher zutreffen und der Adler ca. 30 Meter breit gewesen sein dürfte.

45 Vgl. Albert Speer, Erinnerungen, Berlin 5 Aufl1969, ร. 41-42.

46 Der Zweckverband Reichsparteitag Nürnberg (ZRNJ hatte die Aufgabe der Errichtung, Unterhal­tung und den Betrieb der Anlagen und Gebäude und sonstigen Einrichtungen für den Reichspartei­tag in Nürnberg. Vgl. Reichsgesetzblatt 1935 I, Gesetz über den „Zweckverband Reichsparteitag Nürnberg", 1935.

47 Vgl. hierzu die bildliche Darstellung der fortschreitenden Planungen zw. 1934,1935 und 1941: Schmidt und Geschichte für Alle e.v 2002 (wie Anm. 13], ร. 167-168.

48 Die Halle war in Glas-/Stahlbauweise mit Glasdach und von außen wie innen sichtbarer Trag­werkskonstruktion ausgeführt, stilistisch am Jugendstil orientiert, war die Halle den Nationalsozia­listen zwar funktional als Ersatz für die noch fehlende eigene Kongresshalle geeignet, der allzu moderne Baustil passte jedoch nicht in das architektonische Konzept Speers, weshalb er sie umge­stalten ließ. Die Fassade der Halle wurde komplett mit Naturstein verkleidet, das Glasdach entfernt, ein monumentaler Vorbau errichtet sowie die Innenausstattung (sichtbare Stahlträgerwerke] voll­ständig mit Fahnen und Tüchern verkleidet. Vgl. Stadt Nürnberg, Luitpoldhalle (Nürnberg), http://www.nuernberginfos.de/bauwerke-nuernberg/luitpoldhalle-nuernberg.html (letzter Zugriff am 17.9.2017]. Vgl. hierzu auch die Abbildung 3 im Anhang.

49 Adolf Hilter bei der Grundsteinlegung zum Kongressbau am Reichsparteitagsgelände Nürnberg, zit. ท. Schmidt und Geschichte für Alle e.v 2002 (wie Anm. 13], ร. 36.

50 Vgl. Täubrich 2014 (wie Anm. 18], ร. 26.

51 Vgl. ebd., ร. 42.

52 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 56.

53 Die Blickachse zur Kaiserburg ist ein weiteres Indiz für die angestrebte Traditionslinie von Altem Reich zu Drittem Reich.

54 Travertin ist ein hellbraun/gelblicher Süßwasser-Kalkstein, vorgesehen war Cannstatter Traver­tin, abgebaut in Bad Cannstatt in Stuttgart.

55 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 56-57.

56 Die Lorenzkirche (eig.: St. Lorenz) ist ein gotischer Kirchenbau aus dem späten Mittelalter in Nürnberg, dessen markante Türme (81 und 80,8m Höhe) den südlichen Stadtkern und viele histo­rische Stadtansichten prägen.

57 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 58-59.

58 Sieht man von der -weitgehend- fertiggestellten Luitpoldarena ab, die aber im Vergleich zur Zep­pelintribüne als kein Gebäude, also kein Monumentalbau gilt - wenngleich die Tribünenanlagen der Luitpoldarena mit den Fahneninstallationen Speers und den flankierenden Adlern natürlich auch monumental in ihrer optischen Wirkung waren.

59 Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 47.

60 Ebd.

61 So zumindest die gängigen Angaben in der Standardliteratur, vgl. Ebd. Winfried Nerdinger spricht hingegen von einem Gesamtfassungsvermögen von 250.000 Menschen, vgl. Winfried Nerdinger und Katharina Blohm (Hg.), Bauen im Nationalsozialismus: Bayern 1933 -1945 ; Ausstellung des Architek­turmuseums der Technischen Universität München und des Münchner Stadtmuseums ; [Ausstellung im Münchner Stadtmuseum, 24. September 1993 bis 9. Januar 1994] (Ausstellungskataloge des Architek­turmuseums der Technischen Universität München und des Münchner Stadtmuseums, Nr. 9), Mün­chen München 1993, ร. 44.

62 Vgl. hierzu auch Abbildung 7 im Anhang.

63 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 50.

64 Vgl. Schmidt und Geschichte für Alle e.v 2002 (wie Anm. 13), ร. 108-111.

65 Vgl. Siegfried Zelnhefer, Die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg, 2002, ร. 32 f.

66 Vgl. ebd.

67 Zum Zweck der Parteitage als Propagandainstrument schreibt Joseph Goebbels: „Der Parteitag bietet keine Gelegenheit zu unfruchtbarer Diskussion. Er soll im Gegenteil der Öffentlichkeit ein Bild geben von der Einigkeit, Geschlossenheit und ungebrochenen Kampf­kraft der Partei im ganzen und die innere Verbundenheit zwischen Führung und Gefolgschaft sichtbar vor Augen führen. Auf den Parteitagen soll der Parteigenosse neuen Mut und neue Kraft sammeln. Der Gleichklang des Marsch tritts der SA-Bataillone soll ihn genau so wie die scharfe und kompromißlose Formulierung der gefaßten Entschlüsse erheben und stärken; er soll vom Parteitag wie neugeboren an seine alte Arbeit zurückgehen." Joseph Goebbels, Kampf um Berlin: der Anfang, 1938, ร. 225.

68 Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 83.

69 Vgl. Wolfgang Benz, Kunst im NS-Staat : Ideologie, Ästhetik, Protagonisten, Berlin 2015, ร. 279.

70 Adolf Hitler i. d. Bauzeitung 1936, ร. 373, zit. ท. Nerdinger und Blohm 1993 (wie Anm. 61), ร. 44.

71 Nicht nur der bereits erläuterte „Lichtdom" Speers, sondern auch die sonstigen Lichtinstallatio­nen waren auf eine besondere Wirkung der Architektur ausgerichtet.

72 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 84.

73 Speer bezeichnet seine Inszenierung als erste Lichtarchitektur dieser Art und hebt sie als seine schönste Raumschöpfung vor, die ihre Zeit auch überdauert habe. Vgl. Speer 1969 (wie Anm. 45), ร. 71.

74 Vgl. hierzu auch Schmidt und Geschichte für Alle e.v 2002 (wie Anm. 13), ร. 128.

75 Hans Kerrl in Reichstagung Nürnberg 1936. Der Parteitag der Ehre (Berlin 1937), zit. ท. Ebd., ร. 129.g

76 Vgl. hierzu auch die Abbildung 5 im Anhang.

77 Vgl. hierzu auch die Abbildungen 6 und 7 im Anhang.

78 Vgl. Mathias Pfeil, Auch ein schwieriges Erbe braucht seine Zukunft - Anregungen aus Sicht der bayerischen Denkmalpflege (Aufsatz), in Nürnberg / Kulturreferat [Herausgebendes Organ] und Lehner 2017 (wie Anm. 6), ร. 28.

79 Offensive der Wehrmacht im Westen, 10. Mai bis 25. Juni 1940, auch: Frankreichfeldzug.

80 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 85.

81 Vgl. Stadt Nürnberg (Museen der Stadt Nürnberg), Zwangsarbeit für Nürnberg: Dokumentations­zentrum Reichsparteitagsgelände, http://www.zwangsarbeit.nuernberg.de/ (letzter Zugriff am 17.9.2017].

82 Willy (eig.: Friedrich Wilhelm) Liebl (1897-1945), NSDAP, war von 1933-1945 Nürnberger Ober­bürgermeister und Vorsitzender des Zweckverbandes Reichsparteitag Nürnberg.

83 Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 85.

84 Vgl. ebd., ร. 91.

85 In einigen Quellen wird die Belegung des Stalag XIII D mit bis zu 70.000 Gefangenen angegeben. Vgl. Institut für Medien und Projektarbeit, Kriegsgefangene in Nürnberg während des Zweiten Welt­kriegs, http://xenos.imedana.de/tafel/krieg.htm (letzter Zugriff am 17.9.2017].

86 Vgl. Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7], ร. 88.

87 Vgl. ebd., ร. 92.

88 Vgl. Karl Kunze, Kriegsende in Franken und der Kampf um Nürnberg im April 1945, 1995, ร. 135.

89 Vgl. ebd., ร. 304 f.

90 Den ca. 12.000 deutschen Verteidigern standen ca. 30.000 gut ausgerüstete amerikanische Solda­ten der 7. US-Armee gegenüber, abgesehen davon war die militärische Gesamtlage Deutschlands zu diesem Zeitpunkt bereits völlig aussichtlos.

91 Vgl. hierzu auch Peter Heigl und Wayne Lempke, Toyland - Bomber über Nürnberg: Nürnberg im Zweiten Weltkrieg = Toyland - fire from the sky : Nuremberg during World War II, Nürnberg 2009.

92 Peter Heigl und Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände (Hg.), Die US-Armee in Nürn­berg auf Hitlers „Reichsparteitagsgelände": = The US army in Nuremberg on Hitler's Nazi Party rally grounds, Nürnberg, Glockenhofstr. 29a 2- Aufl2005, ร. 17. Zitiert nach Dietzfelbinger und Liedtke 2004 (wie Anm. 7), ร. 93.

93 Einige Quellen sprechen vom 24.04.1945 als Datum der Siegesparade und der Sprengung: Schmidt und Geschichte für Alle e.v 2002 (wie Anm. 13), ร. 94.

94 Vgl. hierzu Schmidt et al. 2015 (wie Anm. 9), ร. 31; Das kollektive Bildgedächtnis memoriert her­ausragend präsente Bilder, diese haben eine besondere Bedeutung in der Erinnerungskultur, vgl. hierzu und zum kollektiven Memorieren von Nürnberg und Reichsparteitag: Gerhard Paul, Visual History: ein Studienbuch, 2006, ร. 13.

95 Vgl. hierzu auch Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Gerade aufLeMO gesehen: Sprengung des Hakenkreuzes, 2017, https://www.hdg.de/lemo/bestand/medien/video- sprengung-hakenkreuz.html (letzter Zugriff am 14.9.2017].

96 Vgl. Pascal Metzger Geschichte für Alle e.v., Stellungnahme zum zukünftigen Umgang mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände -steiiungnahme-reichsparteitagsgeiaende.pdf, 2015, ร. 2, https://museen.nuernberg.de/fileadmin/mdsn/pdf/Dokuzentrum/Downloads/Zukunft_Reichspar teitagsgelaende/stellungnahme-reichsparteitagsgelaende.pdf (letzter Zugriff am 5.3.2016].

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten

Details

Titel
Abriss, Erhalt oder Rekonstruktion? Die Kontroverse um den künftigen Umgang mit den baulichen Überresten des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes Nürnberg
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt  (Lehrstuhl für Neuere/Neueste Geschichte)
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
72
Katalognummer
V412335
ISBN (eBook)
9783668634831
ISBN (Buch)
9783668634848
Dateigröße
1761 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reichsparteitagsgelände, Reichsparteitag, Nationalsozialismus, Baugeschichte, Denkmalschutz, Sanierung, Zeppelintribüne, Kongresshalle, Nürnberg, Norisring, Zeppelinfeld, Albert Speer, Pragmatismus, Aufarbeitung, Verdrängung, Erinnerungskultur, Kulturelles Gedächtnis, Kollektives Gedächtnis, Abriss, Verfallen lassen
Arbeit zitieren
B.A. Alexander Würth (Autor), 2017, Abriss, Erhalt oder Rekonstruktion? Die Kontroverse um den künftigen Umgang mit den baulichen Überresten des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes Nürnberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412335

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