Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den G4-Leitlinien. Vorteile im Vergleich zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex für kleine und mittlere Unternehmen


Hausarbeit, 2018
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Regelwerke zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
2.1 G4 Standard
2.2 Deutsche Nachhaltigkeitskodex

3 Vergleich von DNK und G

4 Vor- und Nachteile von G4 für KMU

5 Zusammenfassung/Fazit

6 Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Kriterien und allgemeine Standardangaben im G

Tabelle 2: DNK Bereiche mit zugeordneten Kriterien

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Ab 2017 wird eine Pflicht zur Berichterstattung von Nachhaltigkeitsleistungen für große Unternehmen (Kapitalmarktorientiert oder Banken und Versicherungen mit jeweils über 500 Mitarbeitern) in Europa eingeführt. Da von dieser Berichtspflicht mittelbar auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betroffen sind und es nicht geklärt ist, in welcher Form und nach welchem Berichtsstandard berichtet werden muss (Taubken, 2017, S. 361), stellt sich die Frage nach dem passenden Regelwerk für KMU. Wobei KMU nach der europäischen Kommission wie folgt definiert ist: „ Die Größenklasse der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) setzt sich aus Unternehmen zusammen, die weniger als 250 Personen beschäftigen und die entweder einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR erzielen oder deren Jahresbilanzsumme sich auf höchstens 43 Mio. EUR beläuft.“ (Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 2003, S. 39)

Da international der Berichtsstandard G4 nach der Global Reporting Initiative (GRI) besondere Anerkennung findet und national die Vorgaben des Rates für nachhaltige Entwicklung (RNE) in Form des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) vor allem für KMU von großer Bedeutung sind (Heinrich, 2017, S. 223), sollen diese beiden Werke im Bezug auf KMU verglichen und Vorteile für eine Berichterstattung nach dem G4 erörtert werden. Somit wird folgender Forschungsfrage nachgegangen: Welche Vorteile generiert die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach dem G4-Standard im Vergleich mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex für kleine und mittlere Unternehmen?

In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die beiden Organisationen, die hinter den angesprochenen Standards stehen, und deren Regelwerke kurz beschrieben, bevor ein Vergleich dieser in Bezug auf die Anwendung durch Unternehmen stattfindet. Abschließend sollen die Vor- und Nachteile des G4 für KMU dargelegt und ein Fazit, bezogen auf die Forschungsfrage, gezogen werden. In dieser Arbeit sollen weder die einzelnen Kriterien der Standards noch weitere Möglichkeiten der Nachhaltigkeitsberichterstattung thematisiert werden.

2 Regelwerke zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

Es kann für die zum Teil synonym verwendeten Begriffe Corporate Social Responsability-Report (Corporate Social Responsability im Weiteren CSR), CSR-Bericht oder Nachhaltigkeitsbericht keine allgemeingültige Definition gegeben werden, da ein einheitlicher Standard noch im Entstehen ist (Heinrich, 2017, S. 223). Jedoch spielen Zertifikate und Nachweise in der heutigen wirtschaftlichen Welt eine bedeutende Rolle. Es finden sich unterschiedliche Instrumente, um zum einen, die CSR nachzuweisen oder zum anderen, von Teilen davon zu berichten (Ernst & Young GmbH, 2012, S. 34). Unter CSR versteht man die gesamtgesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens, welche das Kerngeschäft betrifft. CSR wird in die drei Bereiche ökonomische, soziale und ökologische Verantwortung unterteilt (IHK, 2016). Ein Nachhaltigkeitsbericht soll die CSR-Verantwortung von Unternehmen widerspiegeln. Hierbei ist auf Wesentlichkeit und Transparenz in der Berichterstattung zu achten. Hinzu kommt, dass es notwendig ist authentisch und ohne Greenwashing zu kommunizieren (Mayer, 2017, S. 101). Unter Greenwashing versteht man ein Angeben von nachhaltigen unternehmerischen Leistungen, die entweder nicht vorhanden sind oder im Missverhältnis zu den negativen Auswirkungen des unternehmerischen Handelns stehen (IHK, 2015).

Nachhaltigkeit ist im sogenannten Burndtlandreport wie folgt definiert: „Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.“ (World Commission on Environment and Development, 1987, S. 41) Es wird somit beschrieben, dass eine heutige Bedürfnisbefriedigung nicht zu Lasten von zukünftigen Generationen gehen soll (Generationengerechtigkeit).

Für eine solche Berichterstattung stehen verschiedene Standards und Leitlinien zur Verfügung. Es kann nach der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS), der ISO 26000, dem UN Global Compact, dem DNK, dem G4 oder anderen berichtet werden (Taubken, 2017, S. 367f). Im Folgen sollen der DNK des RNE und der G4 des GRI näher beleuchtet werden. Wobei mit dem G4-Standard begonnen werden soll, da der DNK auf diesen aufbaut (Heinrich, 2017, S. 223). Für weiterführende Detailinformationen wird auf die angegebenen Quellen verwiesen.

2.1 G4 Standard

Die GRI ist eine gemeinnützige Multistakeholderstiftung und wurde 1997 auf die Initiative von CERES (US-Investoreninitiative) gegründet (Mayer, 2017, S. 111). Die GRI stellt kostenfreie Standards zur CSR-Berichterstattung zur Verfügung und entwickelt diese seit 20 Jahren weiter, um einen sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Nutzen für Jeden zu generieren. Der Hauptsitz der unabhängigen Organisation ist Amsterdam, Niederlassungen sind in Brasilien, China, Kolumbien, Indien, Südafrika und den USA angesiedelt. Es wird in über 100 Ländern nach den GRI-Standards berichtet (GRI, 2017). In dieser Arbeit wird nur der G4-Standard thematisiert, da dieser bis 30.06.2018 Gültigkeit besitzt (GRI, 2017b).

In den Leitlinien zum G4-Berichtsstandard wird ein Unternehmen schrittweise zur Erstellung eines GRI konformen Nachhaltigkeitsberichtes angeleitet. Es sollen sowohl die Stakeholder als auch die Nachhaltigkeitsleistungen des Unternehmens im gesellschaftlichen und ökologischen Kontext dargestellt werden, die im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse festgelegt wurden (GRI, 2015, S. 2ff). In einer Wesentlichkeitsanalyse werden wichtige Nachhaltigkeitsbereiche, die sowohl für das Unternehmen, als auch für die Stakeholder von Bedeutung sind, herausgefunden und in einer Matrix dargestellt. Dadurch erhält das Unternehmen einen Überblick, welche Bereiche für welche Stakeholder wesentlich sind (Mayer, 2017, S. 41). Bei der Berichterstellung ist auf die Prinzipien der Wesentlichkeit und Vollständigkeit der Ausführungen zu achten. (GRI, 2015, S. 2ff) „Das Prinzip der Wesentlichkeit impliziert […] eine Konzentration auf bedeutende und relevante Informationen und im Umkehrschluss das Weglassen unbedeutender Informationen.“ (Mayer, 2017, S. 40)

Weitere Grundsätze, die die Berichtsqualität maßgeblich beeinflussen, werden ebenso dargestellt und beschrieben. Ein Unternehmen kann zwischen zwei Ausführungen des G4 wählen, die sich im Umfang des Berichts unterscheiden. Die Angaben für einen Kernbericht (Core) umfassen bei den Standardangaben insgesamt 34 Kriterien und bei einem umfassenden Bericht (Comprehensive) 57 Kriterien. Diese sind in die Bereiche Strategie und Analyse, Organisationsprofil, ermittelte wesentliche Aspekte und Grenzen, Einbindung von Stakeholdern, Berichtsprofil, Unternehmensführung und Ethik und Integrität aufgeteilt. Hinzukommen bei beiden Typen branchenbezogene Angaben und spezifische Standardangaben, somit kann man von, je nach Branche, 241 Kriterien inkl. Unterpunkte ausgehen (GRI, 2015, S. 2ff). Den Prinzipien des UN Global Compact sind entsprechend Kriterien des G4 zugeordnet (GRI, 2015, S. 88) und ist mit diesem konform.

Die zu berichtenden Inhalte werden im Weiteren in der G4-Leitlinie beschrieben und in dieser Arbeit nicht detailliert dargelegt. Eine Übersicht über die Einteilung der Kriterien soll folgende Tabelle ermöglichen.

Tabelle 1: Kriterien und allgemeine Standardangaben im G4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an GRI, 2015, S. 12)

Die GRI empfiehlt eine externe Prüfung des Berichtes, um die Authentizität zu gewährleisten. Dies ist jedoch keine Verpflichtung für ein berichtendes Unternehmen (GRI, 2015, S. 86). Eine andere Möglichkeit der Berichterstattung bietet der DNK des RNE.

2.2 Deutsche Nachhaltigkeitskodex

Der RNE wurde 2001, vier Jahre nach dem GRI, erstmals vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder einberufen und ist ein Beratungsgremium der Bundesregierung. Der Rat besteht aus 15 für jeweils drei Jahre berufenen Mitglieder, die aktuell von Bundeskanzlerin Angela Merkel am 01.11.2016 aus Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ernannt wurden. Die Aufgaben des RNE gliedern sich in die Entwicklung von Beiträgen zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von Handlungsfeldern und Projekten und die Stärkung der öffentlichen Diskussion über das Thema Nachhaltigkeit (RNE, 2017b, S. 1).

Der DNK wurde 2012 vom RNE als freiwilliger Standard zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen eingeführt und entstand im engen Dialog zwischen RNE, Unternehmen und Investoren (Zwick, 2017, S. 235). Die Inhalte des DNK wurden aus den globalen Standards der GRI und der EFFAS ausgewählt und sind vom Unternehmen zu beschreiben (Bertelsmann Stiftung, 2016, S. 6). Er reduziert die vielschichtigen und z. T. komplizierten Forderungen des G4 auf wesentliche Indikatoren. Die wichtigsten Informationen zur Nachhaltigkeit in einem Unternehmen bleiben jedoch Bestandteil des DNK und sind anhand von Leistungsindikatoren festgelegt. Somit ist ein solcher Bericht vergleichbar mit anderen, nach diesem Standard verfassten Berichten (Heinrich, 2017, S. 223). Weiterhin ist eine Entsprechenserklärung nach DNK vorteilhaft, da die Europäische Berichtspflicht in nationales Recht umgesetzt wird. Somit können KMU auch mittelbar betroffen sein, wenn diese Teil einer Lieferkette von berichtspflichtigen Unternehmen sind (Bertelsmann Stiftung, 2016, S. 4f). Für das Geschäftsjahr 2017 müssen Unternehmen mit mehr wie 500 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von mehr als 20 Millionen Euro oder Umsatzerlöse von mehr als 40 Millionen Euro eine nicht finanzielle Erklärung abgeben (Mayer, 2017, S. 108).

Der DNK gliedert sich in die vier Bereich Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft und definiert darin insgesamt 20 Kriterien (RNE, 2017a). In diesen können Unternehmen kurz beschreiben wie sie ihre CSR Tätigkeit im Unternehmen verankert haben und fortführen wollen (Zwick, 2017, S. 235). Hierbei wird über die Kriterien der geforderte Unternehmensbereiche entweder transparent berichtet (comply) oder das Ausbleiben einer Erklärung eines Punktes glaubhaft vom Berichterstatter begründet (explain) (Bertelsmann Stiftung, 2016, S. 6). Eine Übersicht über die Kriterien des DNK wird in nachfolgender Tabelle dargestellt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den G4-Leitlinien. Vorteile im Vergleich zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex für kleine und mittlere Unternehmen
Hochschule
Hochschule Fresenius Idstein
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V412387
ISBN (eBook)
9783668637078
ISBN (Buch)
9783668637085
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeitsbericht, KMU, CSR, DNK, GRI, G4, CR, Corporate Social Responsibility, Wertorientierte Unternehmensführung, Nachhaltig, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitskodex, Global Reporting
Arbeit zitieren
Volker Julius (Autor), 2018, Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den G4-Leitlinien. Vorteile im Vergleich zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex für kleine und mittlere Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412387

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