Der Präventive Hausbesuch. Innovation für mehr Selbstständigkeit im Alter

Eine empirische Studie zur Akzeptanz von Präventiven Hausbesuchen bei Senioren ohne Pflegebedarf nach SGB XI in und um Trier


Forschungsarbeit, 2017

48 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Gesundheit und selbstständige Lebensführung im Alter
2.2 Prävention
2.3 Hintergründe zum Präventiven Hausbesuch
2.4 Kernelemente des Präventiven Hausbesuchs
2.5 Assessment und Beratung

3 Zielsetzung
3.1 Strukturdaten
3.2 Fragestellung und Hypothese

4 Methode und Zielgruppe
4.1 Forschungsdesign
4.2 Untersuchungsinstrumente: Informationsbrief und Fragebogen
4.3 Grundgesamtheit und Stichprobe
4.4 Pretest
4.5 Teilnehmergewinnung
4.6 Datenerhebung
4.7 Datenauswertung

5 Ergebnisse
5.1 Soziodemografie und Gesundheitszustand der Teilnehmer
5.2 Gesundheitsförderliche Aktivitäten
5.3 Einschätzung zukünftiger Risiken
5.4 Hilfe und Unterstützung
5.5 Information und Wert der Einzelberatung
5.6 Achtsamkeit
5.7 Persönliche Anmerkungen

6 Diskussion
6.1 Methodenkritik
6.2 Diskussion der Untersuchungsergebnisse

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Anlagen

Informationsbrief (Faltblatt DIN A5)

Fortsetzung des Informationsbriefs

Fragebogen

Gedächtnisprotokoll zum Interview von R. H.

Anmerkung:

Zur besseren Lesbarkeit verzichtet die Autorin darauf, bei Berufs- und Personenbezeichnungen sowohl die männliche als auch die weibliche Form zu verwenden. Wird die männliche oder die weibliche Form verwendet, schließt dies die jeweils andere immer mit ein.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Auszug aus Erfassungsbereiche STEP-m (vgl. DIP 2009: 74)

Abb. 2: Informationsbrief (vgl. DIP 2009); eigene Darstellung (vgl. Anlage)

Abb. 3: Fragebogen; eigene Darstellung (vgl. Anlage)

Abb. 4: Untersuchungsinstrumente und Sammelmappe; eigene Darstellung

Abb. 5: Gesundheitsförderliche Aktivitäten; eigene Darstellung

Abb. 6: Zukunftssorgen; eigene Darstellung

Abb. 7: Hilfe in der Not; eigene Darstellung

Abb. 8: Einzelberatungswunsch; eigene Darstellung

Abb. 9: Einzelberatungswunsch: Nein; eigene Darstellung

Abb. 10: Einzelberatungswunsch: Ja; eigene Darstellung

Abb. 11: Krankenschwester in der Nähe; eigene Darstellung

Abb. 12: Vergütung der Dienstleistung; eigene Darstellung

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Klassifikation von Präventionsmaßnahmen (Hurrelmann et al. 2014: 37)

Tab. 2: Konzeptionelle Kernelemente des PHB (vgl. DIP 2009: 61 ff.); eigene Darstellung

Tab. 3: Soziodemografische Merkmale und Nutzen der Beratung; eigene Darstellung

Tab. 4: Kategorienbildung der Originalaussagen (Auszug); eigene Darstellung

Tab. 5: Auseinandersetzung mit Pflegebedürftigkeit; eigene Darstellung

Tab. 6: Informationskontrolle Fragen 13 und 17; eigene Darstellung

Tab. 7: Persönliche Anmerkungen – Auszug aus den Originalaussagen; eigene Darstellung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Dieser Hausarbeit liegt eine empirische Studie zur Akzeptanz von Präventiven Hausbesuchen in der Region Trier zugrunde. Der Präventive Hausbesuch (PHB) ist eine Maßnahme, die international seit dreißig Jahren erforscht und inzwischen auch in Deutschland wissenschaftlich untersucht wurde. Es handelt sich um ein Beratungsangebot für nicht pflegebedürftige ältere Menschen in ihrem Zuhause, das dazu dienen soll, die Gesundheit und Selbstständigkeit zu erhalten (vgl. DIP 2008: 8). In der Region Trier wird der PHB bisher nicht angeboten.

Das deutsche Gesundheitswesen wandelt sich seit vielen Jahren. Regelmäßig werden Kranken- und Pflegeversicherungsleistungen angepasst. Diese Veränderungen sind insbesondere dadurch bedingt, dass sich Medizin und Pflege weiterentwickeln und die Menschen in Deutschland immer älter werden. Mit einer steigenden Lebenserwartung werden aber auch die Risiken körperlicher Einschränkungen, Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit größer (vgl. Maßem 2016: 6). „Beachtenswert ist besonders der Zusammenhang von höherem Alter und eingeschränkter Gesundheitskompetenz, denn der Anteil älterer Menschen … wird auch künftig weiter steigen.“ (Schaeffer et al. 2017: 57). Gleichzeitig möchte die Mehrheit der Älteren so lange wie möglich in ihrem Haus oder ihrer vertrauten Wohnung leben (vgl. Millich 2016: 50). Diese Hintergründe zeigen, warum es immer wichtiger wird, die Gesundheit älterer Menschen in den Fokus zu nehmen und neue präventive Strategien zu erproben.

Im Rahmen von Modellprojekten werden derzeit in verschiedenen Bundesländern PHB erprobt und wissenschaftlich begleitet. Dazu gehören auch sieben Modellregionen in Rheinland-Pfalz, die diese häusliche Beratung erstmals anbieten können und mit Landesmitteln über dreieinhalb Jahre gefördert werden (vgl. DIP 2016). Die Angebote richten sich an hochbetagte Menschen, die auf freiwilliger Basis von besonders qualifizierten Pflegeexperten in ihrem Zuhause besucht und beraten werden.

Die Region Trier gehört nicht zu den Modellregionen. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der PHB den dort lebenden älteren Menschen und auch den möglichen Dienstleistern unbekannt ist.

Unterdessen weist das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) darauf hin, dass Angebote der Prävention und Gesundheitsförderung selbstverständlicher Teil der kommunalen Sorge- und Unterstützungskultur werden müssen (vgl. DIP 2016a: 4).

Hier setzt die vorliegende Studie „Pflegebedürftig? Nein danke!“ an. Ziel ist es, zuhause lebende ältere Menschen aus Trier und der umliegenden Region zu kontaktieren, über den PHB zu informieren und anschließend zu befragen. Dabei soll erforscht werden, wie sich die Lebenssituation der Teilnehmenden darstellt und ob ein „Interesse am PHB“ oder an einer „Krankenschwester in der Nähe“ bekundet wird. Die Hypothese ist, dass die älteren Menschen mehrheitlich, nach einer angemessenen Information, einen Nutzen im PHB sehen und das Angebot annehmen würden.

Dieser Studie geht eine umfangreiche Recherche der einschlägigen internationalen und nationalen Literatur voraus.

Die bedeutendste Literatur zum PHB in Deutschland wurde vom DIP in Köln veröffentlicht. Die Herausgeberwerke zum „Projekt mobil“ und „Beraterhandbuch“ sind bis heute die wichtigsten pflegewissenschaftlichen Grundlagenwerke, obgleich sie bereits in den Jahren 2008 und 2009 veröffentlicht wurden. Die im Rahmen dieser Studie durchgeführte Befragung wurde teilweise angelehnt an eine Adressatenbefragung des DIP im Kreis Siegen-Wittgenstein (vgl. DIP 2010).

Ergänzend zur Literaturrecherche wurde im Vorfeld eine beratende Krankenschwester des rheinland-pfälzischen Modellprojekts interviewt. Ebenso konnte im Rahmen des ersten rheinland-pfälzischen Pflegetags in Mainz eine Einschätzung einer Ministeriumsmitarbeiterin eingeholt werden.

Und weil die Studie „Pflegebedürftig? Nein danke!“ nur mit Hilfe von außen durchgeführt werden kann, spielen persönliche Gespräche, Emails und die Teilnahme an Seniorenveranstaltungen eine große Rolle.

In dieser Arbeit werden im zweiten Kapitel die theoretischen Hintergründe und darauf aufbauend der PHB erläutert. Im nachfolgenden Kapitel werden die Ziele der Studie sowie die Forschungsfragen und Hypothesen detailliert dargestellt. Im vierten Kapitel wird die Untersuchungsmethode nachvollziehbar erläutert. Ebenso wird die Zielgruppe beschrieben, und wie Kooperationspartner und Studienteilnehmer gewonnen werden können. Im Mittelpunkt des fünften Kapitels stehen die gewonnenen Ergebnisse. Gegenstand von Kapitel 6 ist die Diskussion der Ergebnisse. Im siebten Kapitel schließt die Arbeit mit einem Fazit für die Region Trier.

2 Theoretischer Bezugsrahmen

Auf nationaler Ebene ist der PHB (vgl. Abschnitt 2.3) ein neuartiges Beratungsangebot für ältere Menschen, zu dem das DIP bereits seit Jahren forscht und publiziert. Die Dokumentationen zum „Projekt mobil“ und „Beraterhandbuch“ sind unverzichtbare Grundlagenwerke und Kernstücke dieser Arbeit. Sie gelten, obwohl sie bereits vor fast zehn Jahren veröffentlicht wurden, weiterhin als State of the Art.

Auf wichtige länderbezogene Projekte, die vor dem Hintergrund der geplanten Studie bedeutend sind, wird unter Absatz 2.3 eingegangen. Ausdrücklich weist das DIP darauf hin, dass sich Angebote der Prävention und Gesundheitsförderung zukünftig stärker um die Zielgruppe der älteren Menschen bemühen müssen, auch dahingehend, dass sie selbstverständlicher Teil der kommunalen Sorge- und Unterstützungskultur werden sollen (vgl. DIP 2016 a: 4).

Diese und andere Veröffentlichungen, wie beispielsweise die PON-Studie, eine Adressatenbefragung im Kreis Siegen-Wittgenstein, liegen dieser Hausarbeit schwerpunktmäßig zugrunde (vgl. DIP 2010).

2.1 Gesundheit und selbstständige Lebensführung im Alter

Das Ziel, Gesundheit und Selbstständigkeit im Alter weitestgehend zu erhalten, gewinnt in gesellschaftlicher und individueller Perspektive an Bedeutung. Demografische Prognosen sagen eine stetig wachsende Anzahl alter Menschen an der Gesamtbevölkerung voraus und weisen auf die überproportionale Zunahme der über 80-Jährigen hin (vgl. DIP 2008: 8).

„Eine Maßnahme, die für ältere Menschen seit ca. 30 Jahren international beforscht und zunehmend diskutiert wird, ist der Präventive Hausbesuch.“ (DIP 2008: 9). Die BVPG beschreibt den PHB als vielversprechendes Mittel zur Prävention im Alter und erklärt, dass dieser der Erhaltung der Selbstständigkeit und der Vermeidung von Pflegebedürftigkeit bei älteren, noch selbstständigen Menschen diene, durch ein multidimensionales Assessment (vgl. Abschnitt 2.4) und anschließende wiederholte risikoorientierte, qualifizierte, individuelle Beratungen (vgl. BVPG 2007).

Das DIP fügt hinzu, dass das Wissen, dass im Falle eines eintretenden Hilfebedarfs ein bekannter Ansprechpartner zur Verfügung steht und Unterstützung möglich ist, Sicherheit im täglichen Leben schafft, insbesondere, wenn alte Menschen allein leben oder nur auf ein begrenztes oder auf kein persönliches Netzwerk zurückgreifen können (vgl. DIP 2009: 54).

Im Jahr 2015 wurde das nationale Gesundheitsziel „Gesund älter werden“ im Präventionsgesetz verankert, das Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten, insbesondere den Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen, vorsieht (vgl. PrävG § 20 SGB V). Mit der Umsetzung dieses Ziels übernehmen die Kommunen eine herausragende Rolle.

2.2 Prävention

In dieser Arbeit wird die Bezeichnung PHB fortlaufend verwendet, weshalb an dieser Stelle der Begriff „Prävention“ erläutert wird.

Der Begriff (Krankheits-)Prävention entwickelte sich in der Sozialmedizin des 19. Jahrhunderts aus der Debatte um soziale Hygiene und Volksgesundheit. Mit den Begriffen Vorbeugung, Vorsorge, Prophylaxe oder Prävention wurden alle Ansätze zusammengefasst, die Krankheiten vermeiden wollten. Ziel war es, das Verbreiten von Krankheiten zu verringern und ihre Auswirkungen zu vermindern. Den entscheidenden Ansatz stellte dabei das Zurückdrängen von Krankheitsauslösern dar bzw. die Absicht, diese ganz auszuschalten. Dies bezog sich z. B. auf ungenügende hygienische Lebensbedingungen oder belastende Arbeitssituationen, die die Lebensqualität und -dauer der Bevölkerung schwer beeinträchtigten (vgl. Hurrelmann et al. 2014: 13).

Fachwissenschaftlich waren an der Aufdeckung dieser Zusammenhänge vor allem naturwissenschaftliche Disziplinen und innovative Bereiche der Medizin beteiligt, weshalb aus ihren Reihen heraus die ersten Ansätze eines vorbeugenden, prophylaktischen und präventiven Handelns formuliert wurden (vgl. Hurrelmann et al. 2014: 13).

„Prävention versucht, durch gezielte Interventionsmaßnahmen das Auftreten von Krankheiten oder unerwünschten physischen oder psychischen Zuständen weniger wahrscheinlich zu machen bzw. zu verhindern oder zumindest zu verzögern.“ (Hurrelmann et al. 2014: 36).

Hurrelmann et al. differenzieren die Präventionsmaßnahmen in drei Kategorien: Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention (vgl. Tab. 1). Sie folgen damit der ursprünglichen Klassifikation von Gerald Caplan aus dem Jahr 1964, der bereits damals die Zeitpunkte der Prävention differenzierte (vgl. Hurrelmann et al. 2014: 36 f.).

Tab. 1: Klassifikation von Präventionsmaßnahmen (Hurrelmann et al. 2014: 37)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zum heutigen Zeitpunkt ist der PHB (vgl. Abschnitt 2.3) in der Kategorie Primärprävention angesiedelt. Anzumerken ist, dass Präventionsmaßnahmen im fortgeschrittenen Lebensalter durchaus auch in Krankheitsphasen angezeigt sein können (vgl. Maßem 2016: 8).

2.3 Hintergründe zum Präventiven Hausbesuch

Unter der Bezeichnung „Präventiver Hausbesuch“ (PHB) wurden bereits international und seit einigen Jahren auch in deutschen Modellregionen vergleichbare Konzepte erprobt und weiterentwickelt. All diese Konzepte verbindet das Ziel, alte Menschen zu befähigen, so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in ihrem eigenen Zuhause führen zu können.

Das DIP bezeichnet den PHB als eine Maßnahme, deren Kernelement die Information und Beratung von Personen in ihrer häuslichen Umgebung zu Themen der selbstständigen Lebensführung, Gesunderhaltung und Krankheitsvermeidung ist (vgl. DIP 2009: 53).

Grundsätzlich ist die Konzeption einer zugehenden gesundheits- und alltagsbezogenen Beratung für verschiedene Zielgruppen denkbar. Das Forschungsprojekt „mobil“ sah folgende Kriterien für die Zielgruppe vor:

- 75 Jahre und älter
- ohne Einstufung in die Pflegeversicherung
- ohne bekannte kognitive Beeinträchtigung (vgl. DIP 2009: 58).

Derzeit wird der PHB in ausgewählten Regionen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg im Rahmen von Modellprojekten erprobt. Unter dem Projekttitel „PräSenZ“ startete das baden-württembergische Modell im Jahr 2014 und endete im September 2017.

Das rheinland-pfälzische Projekt „Gemeindeschwester plus“, richtet sich in sieben Modellregionen an Hochbetagte ab 80 Jahren ohne Pflegegrad. Begonnen hat es im Jahr 2015 und ist auf einen Erprobungszeitraum von dreieinhalb Jahren ausgelegt. Mit dem Projekt soll erforscht werden, ob und wie eine PFK zur Stärkung präventiver und gesundheitsfördernder Angebote und Strukturen für selbstständig lebende ältere Menschen etabliert werden kann, um die bestehenden Leistungsangebote in den Kommunen sinnvoll und wirksam zu erweitern (vgl. DIP 2016: 5).

Beide Projekte werden ganz oder teilweise mit Landesmitteln gefördert und durch das pflegewissenschaftliche Institut DIP in Köln begleitet.

2.4 Kernelemente des Präventiven Hausbesuchs

PHB tragen das grundlegende Merkmal, aufsuchend zu sein oder, anders formuliert, sind Angebote einer Bringstruktur. Die Initiative, Kontakt zum Angebot herzustellen, geht nicht in erster Linie vom Nachfrager (hier dem alten Menschen) aus, sondern wird von der Einrichtung ergriffen, an welcher der Hausbesuch angebunden ist (vgl. DIP 2009: 60).

Die konzeptionellen Kernelemente des PHB und die zu erwartenden Ergebnisse werden in Tabelle 2 dargestellt (vgl. Maßem 2016: 10).

Tab. 2: Konzeptionelle Kernelemente des PHB (vgl. DIP 2009: 61 ff.); eigene Darstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.5 Assessment und Beratung

Selbstständige Lebensführung im höheren Lebensalter ist ein multidimensionales Geschehen. Darunter versteht man, den vielgestaltigen Lebenshintergrund des Seniors, dessen Fähigkeiten und aktuellen Schwierigkeiten sowie umweltbezogene Faktoren und deren Wechselwirkungen in die Überlegungen einzubeziehen (vgl. DIP 2008: 10). Hier beginnt das multidimensionale Assessment (vgl. Tab. 2).

Der Begriff des Assessments kommt aus dem Englischen und kann mit Abschätzung, Einschätzung oder Beurteilung übersetzt werden.

„Mit multidimensionalen Assessments werden in der Geriatrie umfassende Einschätzungsinstrumente bezeichnet, die körperliche, psychische, soziale, medizinische und umgebungsbezogene Faktoren sowie die alltagsrelevanten Fähigkeiten erfassen, und deren Ergebnis die Grundlage für gezielte weitere Maßnahmen darstellt.“ (DIP 2009: 69).

Grundlage der durch das DIP begleiteten Projekte ist der Fragenkatalog STEP-m (vgl. DIP 2008: 36ff.). Dieser macht einen strukturierten Austausch zur Lebens- und Gesundheitssituation möglich. Darauf wird die weitere Beratung und Begleitung aufgebaut.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 : Auszug aus Erfassungsbereiche STEP-m (vgl. DIP 2009: 74)

Die Beratungsinhalte des STEP-m gehören zu den Kernkompetenzen der professionellen Pflege (vgl. Abb. 1). Betrachtet man weiter den ambulanten Pflegesektor, dann fällt auf, dass gerade dort die Expertenstandards des DNQP eine große Rolle spielen, nämlich dann, wenn es um Beratung geht, wie beispielsweise zur Sturzprophylaxe, Förderung der Harnkontinenz, Mangelernährung und anderen Themen. So bringen die PFK der ambulanten Pflege ideale Voraussetzungen mit, um sich weiter als Beratende für PHB zu qualifizieren (vgl. Maßem 2016: 16).

3 Zielsetzung

Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz fördert derzeit das Modellprojekt „Gemeindeschwester plus“. Unter der wissenschaftlichen Begleitung des DIP wird der PHB erstmals in ausgewählten Regionen erprobt, indem berufserfahrene PFK hochbetagte Menschen in ihrem Zuhause beraten und unterstützen. Die Stadt Trier und die umliegende Region sind nicht Teil des Projekts.

Das Ziel der geplanten Studie „Pflegebedürftig? Nein danke!“ war es, mithilfe von Kooperationspartnern mit zuhause lebenden Senioren aus Trier und der umliegenden Region in Kontakt zu treten und zunächst zum PHB zu informieren. Es wurde davon ausgegangen, dass der PHB unbekannt ist. Anschließend sollte durch eine Befragung erforscht werden, wie die Lebenssituation der Studienteilnehmer aussieht und ob diese ein Interesse am PHB bekunden. Ebenso sollte erforscht werden, wie die Senioren die Aussage „Krankenschwester in der Nähe“ bewerten und welche Reaktion die Frage zur Vergütung der Dienstleistung hervorruft.

3.1 Strukturdaten

Der Schwerpunkt dieser Studie lag auf der Datenerhebung, die mithilfe Dritter gewonnen werden sollten. Vor Studienbeginn wurden verschiedene Einrichtungen der Seniorenarbeit und Gesundheitshilfen kontaktiert. So ließen sich fachliche Hintergründe zum PHB und der geplanten Studie vorab erläutern. Ebenso sollte die Motivation der Forscherin transparent werden, um darauf aufbauend um Mithilfe zu werben. Die Teilnehmeranzahl sollte mit den Kooperationspartnern gemeinsam festgelegt werden. Ziel war es, ca. 100 Senioren für die Teilnahme zu gewinnen.

Folgende Einrichtungen und Personengruppen wurden kontaktiert:

- Gesundheitspark Trier e. V.
- Seniorenbüro Trier e. V.
- Angehörige der Klienten des Demenzzentrums Trier e. V.
- Caritasverband Trier e. V.:
- Quartiersmanagement Trier-West
- Stadtteilprojekt Mariahof
- Stadtteilinitiative L(i)ebenswertes Kürenz
- Senioren Stadtteil Trier-Ost
- Senioren der Fidei
- Angehörige der Anästhesiemitarbeiter BKT
- Angehörige der Lehrer der Fachschule für Altenpflege
- Ortsansässige Krankenversicherungen (AOK, Barmer)
- Allgemeinmedizinische und internistische Arztpraxen

Die Sachkosten für die Studie wurden auf circa 180,– Euro berechnet.

3.2 Fragestellung und Hypothese

Die Fragestellung der Studie „Pflegebedürftig? – Nein danke!“ lautete: Wie sieht die Lebens- und Gesundheitssituation der älteren Menschen in Trier und der umliegenden Region aus und welches Interesse haben sie am PHB? Die Hypothese lautete, dass die älteren Menschen mehrheitlich einen Nutzen im PHB sehen und das Angebot annehmen würden, vorausgesetzt sie würden darüber angemessen informiert.

Die Detailfragen des Fragebogens wurden anteilig an eine Befragung des DIP angelehnt (vgl. Kapitel 5) (vgl. DIP 2010: 9ff.).

Die Einzelfragen an die Senioren in Trier und der Region lauteten:

- Wie beurteilen die hier lebenden älteren Menschen ihren Gesundheitszustand und ihre Alltagsbewältigung?
- Welche Bedeutung haben gesundheitsförderliche Aktivitäten?
- Haben die Menschen Zukunftssorgen? Welche?
- Wer hilft und unterstützt sie?
- Welches Interesse haben sie am PHB?
- Wie bewerten sie die Aussage „Krankenschwester in der Nähe, die auf die Senioren Acht gibt und an die man sich vertrauensvoll wenden kann“?
- Wie könnte der PHB vergütet werden?
Die Fragen basierten auf folgenden Hypothesen:
- Die hier lebenden älteren Menschen nehmen gesundheitsfördernde Aktivitäten ernst.
- Sie haben Zukunftssorgen und teilen sie mit.
- Studienteilnehmende, die über den PHB informiert sind, begrüßen die (wiederkehrende) zugehende Beratung im eigenen Zuhause.
- Eine Krankenschwester in der Nähe vermittelt Sicherheit.
- Die Vergütung des PHB obliegt der Solidargemeinschaft.

4 Methode und Zielgruppe

Vor Studienbeginn wurden wichtige Erkenntnisse aus den einschlägigen nationalen und internationalen Forschungsarbeiten zum PHB gesammelt. Ebenso wurden die durch das DIP begleiteten Modellprojekte „mobil“, „PräSenZ“ und „Gemeindeschwester plus“ erkundet. Ergänzend zur Literaturanalyse fand ein Experteninterview mit einer Gemeindeschwester der Modellregion Prüm in Rheinland-Pfalz statt (Anlage) (vgl. R. H. 2017). Hierauf wurde die Studie „Pflegebedürftig? Nein danke!“ begründet.

Die gewünschten Kooperationspartner (vgl. Abschnitt 3.1) wurden erstmals informiert und um persönliche Gespräche gebeten.

4.1 Forschungsdesign

In der vorliegenden Studie wurde ein quantitatives Querschnittsdesign als gesteuerte Erhebung in Form einer Ist-Analyse gewählt. Der Schwerpunkt beruhte auf der Datenerhebung zur Lebenssituation der älteren Menschen in Trier und der umliegenden Region. Diese Daten sollten die Basis bilden, um die Hypothese zum Nutzen von PHB überprüfen zu können.

4.2 Untersuchungsinstrumente: Informationsbrief und Fragebogen

Zunächst wurde ein Informationsbrief als Faltblatt im Format DIN A5 entwickelt (vgl. Abb. 2). Darin wurden die Studie vorgestellt, allgemeine Hintergründe zum PHB erläutert und einige Beratungsthemen stichpunktartig benannt (vgl. DIP 2009). Der Brief sollte neugierig machen, leicht zu verstehen und informativ sein. In einem Hinweis auf den beiliegenden Fragebogen wurde um eine Teilnahme gebeten (vgl. Anlage).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Informationsbrief (vgl. DIP 2009); eigene Darstellung (vgl. Anlage)

Informationsbrief und Fragebogen waren miteinander verbunden. „Bei der Erstellung eines Fragebogens ist auf die qualitative und quantitative Übereinstimmung des Instrumentariums mit dem Forschungsziel zu achten. Alle theoretischen Begriffe müssen im Fragebogen abgebildet sein; die Frageformulierungen, die Antwortkategorien und die Art der Frage müssen geeignet sein, die angezielten Informationen reliabel (d. h. zuverlässig) und valide (d. h. gültig) zu erfassen.“ (Porst 2014: 17).

Der hier entwickelte Fragebogen enthielt Fragestellungen, die teilweise an eine Adressatenbefragung des DIP angelehnt waren (vgl. DIP 2010: 9ff.). Hinzu kamen neue Fragen, wie z. B. die Frage 17 (Krankenschwester in der Nähe) oder die Frage 19 (Vergütung des PHB) und andere. Insgesamt wurden 22 Fragen entwickelt (vgl. Abb. 3), die an der Forschungsfrage und den Einzelfragen ausgerichtet waren (vgl. Anlage).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Fragebogen; eigene Darstellung (vgl. Anlage)

Zunächst wurde damit begonnen, förderliche Aspekte aus Sicht der Zielgruppe in den Vordergrund zu stellen. Einerseits sollte der Fragebogen dem Leser deutlich machen, dass eine Mitwirkung an der Studie wichtig und wertvoll ist. Andererseits sollten Frage- und Antwortkategorien zum Mitmachen ermuntern und zum Nachdenken anregen.

Als rücklauffördernd wurden folgende Aspekte formuliert:

- leicht verständlich und gut zu lesen,
- übersichtlich gestaltet, beidseitig bedrucktes DIN-A4-Blatt,
- einfach auszufüllen durch Ankreuzmöglichkeiten, wenig Freitext und
- nur wenig Zeit beanspruchend.

Zur Informationskontrolle wurden auch Fragen entwickelt, die zueinander im Verhältnis standen und so die Aussagekraft erhöhen sollten. Dies ergab sich z. B. bei den beiden Fragen „Ich sehe einen Nutzen in der häuslichen Beratung zur Erhaltung der Gesundheit und Selbstständigkeit.“ und der Frage „Würden Sie es begrüßen, wenn es eine Krankenschwester (oder einen Krankenpfleger) in Ihrer Nähe gäbe, die auf die Senioren Acht gibt und an die man sich vertrauensvoll wenden kann?“.

In der Gesamtbetrachtung wurde auf eine sachliche und freundliche Sprache geachtet und ein Dank für die Unterstützung eingeschlossen. Ein Hinweis machte deutlich, dass die Teilnahme freiwillig und anonym war und die gewonnenen Daten ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken Verwendung finden würden (vgl. Mayer 2011: 21).

Forschungsethische Fragen wurden i. R. einer Präsenzveranstaltung WAN an der HFH in Mannheim am 24.02.2017 diskutiert. Dazu gehörte z. B. die kritische Auseinandersetzung mit den Fragen zu den Zukunftssorgen und der Pflegebedürftigkeit. Welche emotionalen Folgen könnten die genannten Aspekte bei gesunden älteren Menschen auslösen? Die übereinstimmende Meinung war, dass einerseits die Anonymität gewährleistet sein muss. Andererseits könnte jedoch auch ein Denkprozess bei den Teilnehmenden ausgelöst werden, vielleicht sogar Ängste entstehen. Hier wurde der Ansatz diskutiert, dass die Studienleiterin im Bedarfsfall ihre Beratung oder einen Fachvortrag in den Teilnehmergruppen anbieten könnte. Mögliche Themen wären: Umgang mit Schmerzen und Medikamenten, Vorbeugung von Stürzen, Mundgesundheit, Bluthochdruck, Umgang mit Belastungsgrenzen oder andere Themen.

4.3 Grundgesamtheit und Stichprobe

Bei Studienbeginn hatten sieben Einrichtungen des Gesundheitswesens und fünf Ehrenamtliche ihre Unterstützung zugesagt (vgl. Abschnitt 3.1). In jeder Teilnehmergruppe gab es eine feste Ansprechperson, die meist einen direkten Kontakt zu den älteren Menschen in Trier oder der umliegenden Region hatte.

Basierend auf den Erkenntnissen aus der Studie „mobil“, dass die Häufigkeit von Pflegebedürftigkeit zwischen dem 75. und 80. Lebensjahr exponentiell ansteigt, wurde das Zugangsalter für die Studie „Pflegebedürftig? – Nein danke!“ zunächst auf 75 Jahre und älter festgelegt (vgl. DIP 2008: 21). Dieses Zugangsalter differierte zum aktuellen Modellprojekt „Gemeindeschwester plus“ mit einer Altersgrenze von 80 Jahren und älter (vgl. DIP 2016a: 10). Das niedrigere Zugangsalter innerhalb der Studie „Pflegebedürftig? – Nein danke!“ wurde mit dem Anspruch eines möglicherweise umfangreicheren Erkenntnisgewinns festgelegt. Später wurde das Zugangsalter weiter herabgesetzt auf 70 Jahre und älter.

Eine weitere Zugangsvoraussetzung war, dass die älteren Menschen keinen Pflegegrad nach SGB XI hatten. Dieses Kriterium war wiederum ein übereinstimmendes Merkmal zur Studie „mobil“ und dem Modellprojekt „Gemeindeschwester plus“.

Von der Teilnahme ausgeschlossen waren ältere Menschen, die nicht mehr im Privathaushalt lebten, Personen ohne Einwilligungsfähigkeit in die Teilnahme und ohne ausreichende Deutschkenntnisse.

Die Stichprobengröße orientierte sich an der Anzahl der Teilnehmergruppen. Zur Frage, wie viele ältere Menschen innerhalb einer Frist von zwei Wochen erreichbar sein würden, wurde die individuelle Einschätzung der jeweiligen Ansprechperson beachtet und eine Teilnehmeranzahl definiert. Hieraus ergab sich ein Stichprobenumfang von (insgesamt) zehn Teilnehmergruppen und einer Studienteilnehmer­zahl von 300. Insgesamt wurden 300 Fragebögen ausgegeben. Eine Rücklaufquote von 30% korrekt ausgefüllter Fragebögen wurde als Minimalziel angesehen.

4.4 Pretest

In der 10. KW 2017 wurden vier Informationsbriefe und Fragebögen an zwei Seniorinnen (85 und 82 Jahre) und zwei Senioren (beide 75 Jahre) ausgegeben, mit der Bitte, die Untersuchungsinstrumente auf Verständlichkeit und Handhabbarkeit zu überprüfen. Die Fragebögen sollten ausgefüllt und im Freiumschlag per Post zurückgesandt werden. Drei Senioren waren der Forscherin persönlich bekannt.

Zur Auswertung kamen drei der vier ausgegebenen Fragebögen anonym zurück. Eine konkrete Rückmeldung bezog sich auf den Umfang des Informationsbriefs und lautete „zu viel zu lesen“. Daraufhin wurde der Text reduziert und das ursprüngliche DIN-A4-Format in ein DIN-A5-Faltblatt umgewandelt.

Da gleich mehrere Freitextfelder nur kurz und knapp beantwortet oder unbeantwortet blieben, wurden sämtliche Freitextfragen überarbeitet, sodass die Antworten bis auf zwei Freitextfelder im Ankreuzverfahren beantwortet werden konnten.

Im Pretest wurden aber auch Informationen offenkundig, die sehr deutlich machten, wie wichtig eine anonyme Beteiligung ist, beispielsweise bei der Frage 10 „Würden Ihre Kinder oder die Angehörigen Sie pflegen?“. Hier zeigte sich, dass keine nahestehenden älteren Menschen in die Untersuchung eingebunden sein sollten und eine anonyme Beteiligung unbedingt gewährleistet sein musste.

Nachträglich wurde die Frage „Haben Sie einen Pflegegrad?“ ergänzt.

4.5 Teilnehmergewinnung

Bei Studienbeginn standen zehn Kooperationspartner mit je einer Ansprechperson fest. Alle Ansprechpersonen wurden in einem persönlichen Gespräch zur Studie, den Einschlusskriterien und dem Studienablauf informiert. So konnten in der 12. und 13. KW 2017 alle Informationsbriefe und nummerierten Fragebögen mit Antwortkuverts an die Ansprechpersonen übergeben werden. Diese waren verantwortlich für die regelrechte Weiterleitung an die Zielgruppe. Drei Teilnehmergruppen erhielten Fragebögen mit frankierten Rückumschlägen. Sieben Teilnehmergruppen erhielten Sammelmappen für die Rückgabe der Antwortkuverts (vgl. Abb. 4). Die Mappen sollten zunächst in der 13. und 15. KW 2017 abgeholt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Untersuchungsinstrumente und Sammelmappe; eigene Darstellung

Aufgrund einer sehr niedrigen Rücklaufquote von weniger als 15% bis zur 15. KW 2017, nahm die Studienleiterin kurzfristig an insgesamt sechs Seniorenveranstaltungen in Trier teil und warb persönlich um Unterstützung. In diesen Veranstaltungen begründeten die älteren Menschen sehr offen, warum sie sich noch nicht zur Teilnahme entschließen konnten. Einige Aussagen waren: „zu viel zu lesen“, „Zweifel an der Anonymität“, „der Fragebogen sei nicht in 5 Minuten auszufüllen“, „so alt bin ich noch nicht“. Durch das direkte Gespräch mit den Senioren konnten einige Barrieren abgebaut werden. Außerdem stellt sich heraus, dass auch „Jüngere“ an der Studie interessiert waren, sodass die Altersgrenze auf 70 Jahre und älter herabgesetzt wurde. Im Zuge dieser persönlichen Begegnungen wurden viele Fragebögen sofort ausgefüllt und taggleich im verschlossenen Kuvert an die Studienleiterin zurückgereicht.

Bereits im Vorfeld wurde den Kooperationspartnern ein kostenloser Fachvortrag zu einem Gesundheitsthema, im Sinne eines Anreizes, vorgeschlagen. Diese Überlegung rührte daher, dass es im Rahmen dieser Studie maßgeblich auf die Unterstützung durch die Kooperationspartner ankam, weswegen dieses Angebot erneut bekräftigt wurde. Drei Teilnehmergruppen haben zwischenzeitlich den kostenlosen Gesundheitsvortrag gebucht und bereits Termine für das 3. und 4. Quartal vereinbart. Unabhängig davon erhielten alle Kooperationspartner abschließend kleine Präsente zum Dank. Die Rücklauffrist wurde bis zur 18. KW verlängert und dann beendet.

4.6 Datenerhebung

Mit der Studienleiterin waren insgesamt zehn Personen an der Datenerhebung beteiligt. Alle Ansprechpersonen der Teilnehmergruppen hatten einen maßgeblichen Anteil an der Information und Motivation der älteren Menschen. Sie erklärten die Studie „Pflegebedürftig? Nein danke!“, verteilten die Untersuchungsinstrumente und motivierten die Senioren, den Fragebogen zeitnah auszufüllen. Sie sammelten die verschlossenen Kuverts wieder ein oder wiesen auf die Rückgabe per Post hin.

Informationsbrief und Fragebogen (vgl. Abschnitt 4.2) wurden nach dem Nicht-Zufallsprinzip an die Zielgruppe ausgegeben. Der Zeitraum der Datenerhebung erfolgte von der 12. bis zur 18. KW.

Parallel zur Datenerhebung begann die Erfassung der ersten „Rückläufer“ in einer EDV-gestützten Datenbank. Hier trug ein EDV-Experte maßgeblich dazu bei, dass die Datenerfassung reibungslos ablaufen konnte.

Unterdessen galt es, achtsam zu bleiben, nämlich im Hinblick auf emotionale Risiken, die sich bei den Teilnehmenden hätten einstellen können, und es war wichtig, die Anonymität zu gewährleisten. Von den Kooperationspartnern wurden unterdessen keine Besonderheiten mitgeteilt.

4.7 Datenauswertung

„Quantitative Ergebnisse werden in Form von Daten oder Zahlen dargestellt, die mithilfe deskriptiver oder analytischer Statistik gewonnen wurden. Bei der Darstellung quantitativer Daten muss man um höchste Objektivität bemüht sein.“ (Mayer 2011: 24).

Für die statistische Auswertung des Datenmaterials wurde eine Datenbank in Microsoft Excel erstellt. Der Fragebogen diente als Vorlage für die elektronische Datei. Die Datenerfassung erfolgte von der 13. bis 20. KW 2017. Alle ausgefüllten Fragebögen von Teilnehmenden ab 70 Jahren und ohne Pflegegrad nach SGB XI wurden erfasst.

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Details

Titel
Der Präventive Hausbesuch. Innovation für mehr Selbstständigkeit im Alter
Untertitel
Eine empirische Studie zur Akzeptanz von Präventiven Hausbesuchen bei Senioren ohne Pflegebedarf nach SGB XI in und um Trier
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
48
Katalognummer
V412461
ISBN (eBook)
9783668651005
ISBN (Buch)
9783668651012
Dateigröße
1852 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Studienschwerpunkt: Ambulante Dienste
Schlagworte
Präventive Hausbesuche, Gesundheit und Selbstständigkeit im Alter, Akzeptanz von Präventiven Hausbesuchen, Senioren ohne Pflegebedarf, Innovation, Selbstständige Lebensführung im Alter, Prävention, Gemeindeschwester, Präventionsmaßnahmen im Alter
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Brigitte Maßem (Autor), 2017, Der Präventive Hausbesuch. Innovation für mehr Selbstständigkeit im Alter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412461

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