Auswirkungen von Remittances auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung der Empfängerländer


Bachelorarbeit, 2017
60 Seiten, Note: 2,0

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Inhalt

1 Einleitung

2. Bestandsaufnahme
2.1. Aktuelle Datenlage zu Remittances
2.2. Probleme in der Datenerhebung

3. Remittances und Einkommen
3.1. Auswirkungen von Remittances auf absolute Armut
3.2. Auswirkungen von Remittances auf das Armutsrisiko
3.3. Auswirkungen von Remittances auf die Einkommensverteilung
3.4. Hemmen Armut und Einkommensungleichheit das Wirtschaftswachstum?

4. Remittances und Ausgabenverhalten
4.1. Wie verändern sich Konsum und Investitionen von Haushalten durch Remittances?.
4.2. Welche Auswirkungen hat das veränderte Ausgabenverhalten auf die gesamte Volkswirtschaft?

5. Remittances und Bildung
5.1. Welchen Einfluss nehmen Remittances auf die Bildung in den Empfängerländern?
5.2. Brain Drain, Brain Gain, Brain Waste
5.3. Die Bedeutung von Bildung in der langfristigen Entwicklung einer Volkswirtschaft

6. Remittances und Währung
6.1. Einfluss der Remittances auf die heimische Währung des Empfängerlandes
6.2. Die Holländische Krankheit
6.3. Auswirkungen der Wechselkursänderungen auf das langfristige Wirtschaftswachstum

7. Remittances und Regierung
7.1. Remittances verändern die Anforderungen an die Regierung
7.2. Politikveränderungen und ihre Folgen für das wirtschaftliche Wachstum

8. Entwicklungshilfe
8.1. Fördert Entwicklungshilfe die langfristige wirtschaftliche Entwicklung?
8.2. Die Hintergründe der unterschiedlichen, meist geringen Wirkung von Entwicklungshilfe
8.3. Erfüllt Entwicklungshilfe sein Ziel?

9. Ergebnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Armutsverteilung in Abhängigkeit von Remittances in Latenamerika (Acosta u.a. 2008).

Tabelle 2: Verteilung der Remittances in Lateinamerika (Acosta u.a. 2008)

Tabelle 3: Einkommenstabilität in Michoacän, Mexiko (Germano 2013)

Tabelle 4: Anforderung von staatlicher Hilfe in Michoacän, Mexiko (Germano 2013)

Tabelle 5: Gini Koeffizient in Abhängigkeit von Remittances in Lateinamerika (Acosta u.a. 2008)

Tabelle 6: Durchschnittliche Ausgabenanteile in Ecuador (Göbel 2013)

Tabelle 7: Marginale Ausgabenanteile in Guatemala (Adams 2005)

Tabelle 8: Durchschnittliche Ausgabenanteile in Albanien (Castaido, Reilly 2007)

Tabelle 9: Durchschnittliche Ausgabenanteile in Tadschikistan (Clement 2011)

Tabelle 10: Remittancesverteilung in El Salvador nach Einkommen (Acosta 2006)

Tabelle 11: Verteilung derRemittances in Südafrika (Lu, Treimann 2007)

Tabelle 12: Demokratiebedürfnis in Verbindung mit Remittances in Subsahara-Afrika (Konte 2016)

Tabelle 13: Durchschnittliche Ausgaben am Haushalt eines Staates (Daten nach Ahmed (2012))

Tabelle 14: Staatliche Ausgaben in Jordanien (Ahmed 2012)

Tabelle 15: Auswirkungen von Entwicklungshilfe auf Wirtschaftswachstum (Doucouliagos, Paldam 2007)

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Finanzströme in Entwicklungsländer (Oxfamblogs 2015)

Abbildung 2: Teufelskreis der Armut (Aktion Deutschland Hilft 2017)

Abbildung 3: Kuznets-Kurve (Asiafoundation 2009)

Abbildung 4: Engelkurven für verschiedene Einkommenselastizitäten (eigene Darstellung in Anleh­nung an(RSTB 2010))

Abbildung 5: Auswirkung des Braindrains auf das Wirtschaftswachstum (Özden, Schiff 2006)

Abbildung 6: Remittances, effektiver Wechselkurs, handelbare und nicht-handelbare Güter (Acosta u.a. 2009)

Abbildung 7: Folgen der Holländischen Krankheit (Magud, Sosa 2010)

Abbildung 8: Spazierstockeffekt (eigene Darstellung in Anlehnung an Blanchard 2009)

Abbildung 9: Chronologische Ordnung der Studien zur Korrelation von Entwicklungshilfe und Wirtschaftswachstum (Doucouliagos, Paldam 2007)

Abbildung 10: Zusammenhang von Wachstum, Entwicklungshilfe und Regierungsführung (Burnsi­de, Dollar 2004)

1 Einleitung

Migration ist kein neues Phänomen. Schon immer mussten Menschen ihre Heimat verlassen oder taten es freiwillig, um es an einem anderen Ort besser zu haben. Auch der Umstand, dass den Hin­terbliebenen in der Heimat etwas abgegeben wird ist nicht neu, aber erst die Flüchtlingskrise hat das Thema wieder verstärkt in den Fokus der Nachrichten gerückt. Zuerst ging es vor allem um politi­sche Migration aufgrund von Krieg, mittlerweile geht der Diskurs im öffentlichen Raum auch im­mer häufiger um wirtschaftliche Migration. Über Remittances, die vor allem mit wirtschaftlicher Migration eng verbunden sind, wird dagegen noch immer nur selten berichtet.

Auch aus wissenschaftlicher Betrachtung wurden Remittances lange Zeit wenig beachtet. Das stark gestiegene Interesse beruht dabei unter anderem auf stark gestiegener Zahlen offizieller Remittan­ces. Dabei bedingt es sich gegenseitig. Eine größeres Interesse an Informationen über Remittances sorgt für eine genauere Informationsbeschaffung, die dann wiederum von wissenschaftlicher Seite genutzt wird, um ein relativ neues Forschungsfeld zu bearbeiten oder aber auch von Banken und Regierungen, die über Gebühren oder mögliches Steuern der Verwendungen einen eigenen Nutzen daran erhoffen.

Remittances beschreiben Rücküberweisungen von Migranten an ihre Familie oder Bekannte in ihre Heimatländer. Überwiegend handelt es sich dabei um Geldtransfers, aber auch das Überbringen von Wertgegenständen und Konsumartikeln zählen dazu. (Adams u.a. 2008)

Es gibt zwei verschiedene Betrachtungsweisen von Remittances, die bei der Bewertung der Auswir­kungen herangezogen werden. Einerseits (und das ist die geläufigere Betrachtung) werden Remit­tances als externes, zusätzliches Einkommen angesehen, welches auf das reguläre Haushaltsein­kommen aufgerechnet wird. Die andere Betrachtung besteht darin, dass die erhaltenen Remittances als Kompensation für die verlorene Arbeitskraft und deren Einkommen im Falle von Nicht-Migrati­on gesehen werden. Es lässt sich feststellen, dass die meisten Ökonomen Remittances als externes, zusätzliches Einkommen der Haushalte betrachten, so dass diese auch die Ausgangsdefinition für die folgenden Einordnungen von Auswirkungen ist. (Acosta u.a. 2008)

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es die Auswirkungen der Remittances auf die Zielländer herauszuar­beiten, insbesondere auf deren langfristige wirtschaftliche Entwicklung. Im nächsten Kapitel wird zunächst der aktuelle Datenstand zu den Remittances beschrieben und problematisiert. In den darauffolgenden Kapiteln wirdjeweils ein Bild dazu erstellt, wie die Ausprägungen verschiedener Kanäle durch Remittances beeinflusst werden. Dies geschieht anhand wissenschaftlicher Arbeiten, von denen viele die Auswirkungen auf einzelne Länder und Kanäle identifiziert haben. Für allgemeinere Schlussfolgerungen werden die Ursachen möglicher Unterschiede erklärt.

Im zweiten Abschnitt derjeweiligen Kapitel wird die Rolle des jeweiligen Kanals für die gesamt­wirtschaftliche Entwicklung betrachtet, mit Hilfe verschiedener bestehender Theorien erläutert, um somit die Auswirkungen der Remittances zu erarbeiten. Zuletzt werden die Ergebnisse zusammen­gefasst und mit einer anderen Form von Geldtransfers, der Entwicklungshilfe verglichen.

Verschiedene geläufige Annahmen zu den Auswirkungen von Remittances auf ihre Heimatländer gehen weit auseinander. Einerseits steht die Ermöglichung der Handlungsfreiheit der Empfänger, durch die Befreiung von Armut und der Finanzierung von Investitionen, die ansonsten aufgrund nicht vorhandenem Kreditzugang verwehrt bliebe. Andererseits motivieren die Remittances zu weiterer Emigration, sorgen für einen unverhältnismäßigen Lebensstandard und reduzieren das Bedürfnis erwerbstätig zu werden, so dass sie die Entwicklung der heimischen Wirtschaft hemmen. Den Anfang macht im kommenden Kapitel eine kurze Übersicht zu den aktuellen Remittances.

2. Bestandsaufnahme

2.1. Aktuelle Datenlage zu Remittances

Die offiziellen Remittances machen in viele Staaten einen Großteil des Einkommens aus, in 25 Staaten sogarüber 10 % des jeweiligen BIPs (Bruttoinlandsprodukts). Spitzenreiter in dieser Betrachtung ist Tadschikistan mit zuletzt 42 % des BIPs. Da die Remittances teilweise einen sehr großen Teil der Haushaltseinkommen im Empfängerland ausmachen, können sie auch einen großen Einfluss auf die Entwicklung dieser Länder haben. 2015 betrugen die offiziellen Remittances 601 Mrd. US-$, was ca. 0,8 % des globalen BIPs (74,15 Billionen US-$) entspricht. Knapp dreiviertel der Remittances fließen in Entwicklungsländer (441 Mrd. US-$). (Ratha u.a. 2016, Weltbank 2017a)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das enorme Wachstum hängt dabei überwiegend mit dem größeren Interesse an den Daten zu Re­mittances und der einfacheren Informationsbeschaffung zusammen. Außerdem erhoben viele Staa­ten lange Zeit keine Daten zu ihren Migranten oder deren Zahlungsströme, so dass auch diese Daten neu hinzukommen. Weiter sind die Möglichkeiten der Rücküberweisungen vielseitiger geworden und können einfacher quantifiziert werden. Somit sorgen auch die Zunahme von Banküberweisun­gen, aufgrund sinkender Gebühren und dem Ausbau des Bankenwesens in Entwicklungsländern oder die Verwendung von virtuellen Transfersystemen, wie Azimo oder PayPal für zusätzlich ge­messene Remittances. Dementsprechend nehmen die offiziellen Daten für Remittances viel stärker zu, als die realen Transfers. Trotz Rückgangs an schwer bestimmbaren inoffiziellen Transfers, bei­spielsweise über Bargeldmitnahmen von Bekannten, machen diese immer noch einen großen Anteil aus. Schätzungen darüber wie groß der Anteil der nicht-messbaren Remittances ist, gehenje Land und Studie sehr weit auseinander, so dass teilweise bis weit über 50 % der offiziellen Remittances über inoffiziellem Weg hinzugerechnet werden können. (Eberl 2009, Mussil 2010)

2.2. Probleme in der Datenerhebung

Neben den bereits angesprochenen informellen Transfers von Remittances, gibt es weitere Probleme die das Entstehen einer vergleichbaren Datenlage erschweren. So werden unterschiedliche Defini­tionen verwendet, bei denen auch Gehaltszahlungen für im Ausland arbeitende Personen einbezo­gen werden können. Weiter ist auch bei formellen Transfers nicht immer eindeutig erkennbar, ob es sich um eine Remittanceszahlung handelt oder beispielsweise um die Begleichung einer Rechnung. Bei den globalen Daten für Remittances wird sich fast ausschließlich auf die offiziellen Daten der Weltbank bezogen. Da die Weltbank die bereitgestellten Daten der einzelnen Länder zusammen­fasst, welche Remittances teilweise verschieden definieren, dienen diese Daten nur unter Vorbehalt zu weiteren Schlussfolgerungen. Nichts desto trotz ist die Weltbank zum Aufstellen regelmäßiger Zahlen auf die von den Ländern bereitgestellten Daten angewiesen. Oftmals werden die Daten der Weltbank zu Remittances verwendet, weil es die einzigen, regelmäßig erhobenen Daten auf globaler Ebene sind. (Mussil 2010)

Für die meisten wissenschaftlichen Studien zum Thema Remittances werden daher repräsentative Haushaltsbefragungen erstellt, die ebenfalls verfälscht werden können durch den Aufbau der Befra­gung, statistische Toleranzen oder nicht wahrheitsgemäßen Aussagen der Befragten. Insgesamt er­gibt sich dadurch jedoch ein realistischeres und genaueres Bild des Remittancesfluss, gemäß der ge­wählten Definition, auch weil keine Spekulationen zur Höhe inoffizieller Remittances eingerechnet werden müssen. Es gibt aber einige Studien auf Basis der, von denjeweiligen Ländern veröffent­lichten Daten. Diese werden hauptsächlich bei länderübergreifenden Vergleichsstudien verwendet.

3. Remittances und Einkommen

3.1. Auswirkungen von Remittances auf absolute Armut

Die Remittances sendenden Personen haben oftmals die Absicht mit dem Versand der Remittances ihren Verwandten oder Freunden zu helfen und die sozial besser zu stellen. Im äußersten Fall sogar sollen mit Hilfe der Remittances grundlegendste Bedürfnisse erfüllt werden können. Auf die wirt­schaftliche Gesamtsituation wirkt es sich negativ aus, wenn die Nicht-Erfüllung der Grundbe­dürfnisse aufgrund von Armut, zu einer beschränkten Teilhabe der betroffenen Personen am alltägli­chen Wirtschaftsleben führt. Folglich können sich diese Personen nicht aktiv an der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Landes beteiligen, dazu beitragen und profitieren in geringerem Maße von ihr. Beides führt zu einer Verringerung des Wachstumspotentials. Dass die Armutsreduktion ein äußerst wichtiger Aspekt in der Entwicklung ist, zeigt bereits die Tatsache, dass das erste Entwicklungsziel in der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen „Bekämpfung von extremer Armut (und Hun­ger)“ lautet. (UN 2001)

Die meistzitierte Aussage zu dem Zusammenhang von Remittances und Armut stammt von Adams und Page (2005). Demnach führt eine zehnprozentige Erhöhung der offiziellen Remittances pro Kopf zu einer Verringerung des Anteils in Armut lebender um 3,5 %. Hierzu werteten sie Erhebungen, oft in Form von repräsentativen Umfragen, zu den Themen Remittances, Armut und Einkommen aus 71 Entwicklungsländern aus. (Adams, Page 2005)

Weiterhin stellen Adams und Page (2005) fest, dass 1 US-$ mehr Remittances zu einer Anteilsver­ringerung der in Armut lebenden um 2,04 %, während ein 1 US-$ höheres Durchschnittseinkommen zu einer Anteilsverringerung von lediglich 0,98 % führt. Daraus bescheinigen sie eine starke armutsreduzierende Wirkung von Remittances. Dabei spielt die Relation der beiden Größen sicherlich eine Rolle. So lag pro Kopf das durchschnittliche Einkommen in den betrachteten Entwicklungsländern bei 1628,60 US-$, während die Remittances lediglich 17,15 US-$ ausmachen. Ferner teilt sich das zusätzliche Einkommen fast ausschließlich auf die nicht in Armut lebenden Personen auf, während der zusätzliche US-$ Remittances zu ähnlichen Anteilen auf die Empfänger verteilt wird. (Adams, Page 2005)

Ebenfalls eine positive Wirkung von Remittances auf die Armutsverringerung stellten, unabhängig von der betrachteten Region, durch die Bank alle Auswertungen fest (zB. Bang u.a. 2016, Adams, Cuecuecha 2013). Das erscheint bei der Betrachtung von Remittances als zusätzliches Einkommen (ohne Gegenrechnen eines eventuellen Aufwand) und dem Festhalten an der Armutsgrenze bei 1 US-$ pro Tag und Kopf insgesamtjedoch trivial.

Im nächsten Fall spielt die Betrachtungsunterscheidung der Remittances eine Rolle.

Wie eingangs beschrieben können Remittances als externes, zusätzliches Einkommen angesehen werden, welches auf das reguläre Haushaltseinkommen aufgerechnet oder als Kompensation für die verlorene Arbeitskraft und deren zu erwartendes Einkommen im Falle von Nicht-Migration gesehen wird. (Acostau.a. 2008)

Diese Unterscheidung ist insbesondere sehr wichtig für die Beurteilung der Auswirkungen auf die Armut, da viele Haushalte erst in Armut rutschen als unmittelbare Folge des fehlenden Einkommens der migrierten Person. Schließlich ist das Referenzeinkommen der Haushalte in der Betrachtung der Remittances als zusätzliches Einkommen geringer und damit einhergehend gibt es eine stärkere Verringerung von Armut und Einkommensunterschieden bei dieser Betrachtung. Bei der Betrach­tung der Remittances als Kompensationszahlung, wären viele Haushalte ohne Emigration gar nicht erst in Armut geraten wären. Es gibt hier keine klare Aussage dazu, welche Betrachtung die richti­gere ist.

Tabelle 1 zeigt den Anteil der Personen an, die unter der Armutsgrenze leben in zehn verschiedenen lateinamerikanischen Ländern. Dabei wird das Einkommen pro Kopf und Tag als Referenz genom­men zur Einteilung in extreme Armut (unter 1 US-$ pro Tag und Kopf) und in moderate Armut (un­ter 2 US-$). Dabei fällt der Anteil der in Armut lebenden um durchschnittlich 14 % für extreme Ar­mut und 8 % für moderate Armut. Wenn jedoch, die Remittances nicht als externes Einkommen, sondern als Einkommenskompensation für die verlorene Arbeitskraft gesehen werden, fällt die Ar­mutsverringerung auf jeweils ca. 3 % (s. Spalten „Imputed non-remittances income“).

Dies lässt darauf schließen, dass die armutsreduzierende Wirkung von Remittances vor allem die Haushalte betrifft, die durch die Emigration einer oder mehrerer Arbeitskräfte in Armut gerät. Noch deutlicher wird das ganze, wenn man die Länder mit der größten Armutsreduktion durch Remittan­ces, insbesondere Mexiko und El Salvador, anschaut. (Acosta u.a. 2008)

Remittances and poverty headcount in counterfactuaI scenario of non-migration Country Poverty headcount (%)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Armutsverteilung in Abhängigkeit von Remittances in Latenamerika (Acosta u.a. 2008)

In Tabelle 2 ist die Verteilung der Remittances-empfangenden Haushalte in Einkommensklassen dargestellt. Dabei sind die Haushalte in die Einkommensklassen sortiert in die sie,je nach Einkom­mensdefinition, gehören. In der ersten Spalte wird das reine Einkommen betrachtet, in der Zweiten werden mögliche Einkommen eingerechnet die von den sendenden Personen im Heimatland hätten erwirtschaftet werden können und in der Dritten ist die finale Zugehörigkeit der Haushalte mit Ein­berechnung von Remittances dargestellt. In fast allen Ländern mit hoher Armutsreduktion nimmt der Anteil der Haushalte in der niedrigsten Einkommensklasse von der ersten zur zweiten Betrachtung stark ab, was den hohen Anteil von Haushalten in Armut in Folge der Migration identifiziert. Die Differenz zeigt, dass viele Haushalte potentiell ein Einkommen über der Armutsgrenze erzielen könnten ohne Emigration. (Acosta u.a. 2008)

Haiti fällt in der Argumentation etwas aus dem Rahmen. Das liegtjedoch an der schlechten gesamt­wirtschaftlichen Situation in Haiti, so dass auch mittlere bis höhere Einkommensklassen, per Defi­nition in Armut leben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: 'Verteilung der Remittances in Lateinamerika (Acosta u.a. 2008)

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Remittances die Armut in den Heimatländern reduziert, die Höhe der Reduktionjedoch von der Klassifikation der Remittances abhängt, vor allem wenn in ei­nem Land der Anteil der Emigrierenden mit geringem Ausgangskapital hoch ist. Werden nämlich die Remittances als Einkommenskompensation betrachtet, ist die Armutsreduktion deutlich geringer als bei einer Betrachtung der Remittances als reines zusätzliches Einkommen.

Eine wichtige noch zu klärende Frage ist, inwiefern die Armutsreduktion nur für die Dauer der Re­mittances gilt oder ob das zusätzliche Einkommen zur langfristigen Produktivitätssteigerung führen kann, mit dem das Armutsrisiko für den Wegfall der Remittances überwunden wird. (Ambrosius, Zeeb 2009)

3.2. Auswirkungen von Remittances auf das Armutsrisiko

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Tabelle 4: Anforderung von staatlicher Hilfe inMichoacän, Mexiko (Germano 2013)

Die Auswirkungen von Armut auf die wirtschaftliche Entwicklung beschränken sich nicht nur auf die aktuelle, absolute Armut. Auch das Armutsrisiko oder vorübergehende Armut wirken sich nega­tiv auf die langfristige Entwicklung aus. Ein geringeres Armutsrisiko durch den Erhalt von Remit­tances verdeutlichen unter anderem repräsentative Umfragen, die Germano (2013) in Michoacän, Mexiko durchgeführt hat, einer ärmerem, ländlichen Region. Folgend sind Korrelationen bezüglich der Einkommenssicherheit und der Anforderungen von staatlicher Hilfe dargestellt.

Für Tabelle 3 sollte die erwartete, zukünftige Einkommensstabilität angegeben werden. Die Skala ging dabei von 0 (sehr unsicheres Einkommen) bis 4 (sehr stabiles Einkommen). In der Abbildung sind die zu erwartende Korrelationen aufgelistet. So erhöht der Erhalt von Remittances (RI) die Wahrscheinlichkeit ein ähnliches Einkommen in nächster Zeit zu erhalten und gewährt damit ein insgesamt optimistischeren Ausblick auf die zukünftige, finanzielle Situation. Ähnlich dem, schätz­ten Personen, die im Erhalt von staatlicher Unterstützung (IMSS) sind, wie beispielsweise als Rentner oder staatlich Angestellter (ISSSTE), ihr Einkommen als sicherer an, als die restliche Bevölkerung. Ebenso positiv wirkt ein höheres Einkommen auf die Betrachtung des zukünftigen Einkommens, während Arbeiter des primären Sektors (Farmer) eher ungewiss stehen bezüglich ihres zukünftigen Einkommens. (Germano 2013)

Außerdem kommt zur positiven Aussicht hinzu, dass sie sehr viel seltener in finanzielle Not geraten und somit seltener staatliche Unterstützung anfragen. In Tabelle 4 ist die Korrelation des Erhalts von Remittances und anderen Eigenschaften zur Tatsache, ob schon mal staatliche Unterstützung angefordert wurde dargestellt. Hierbei ist eine sehr starke negative Korrelation festzustellen zwi­schen dem Erhalt von Remittances (RI) und der Tatsache, ob bereits staatliche Unterstützung ange­fordert werden musste. Folglich rutschen Personen, die Remittances erhalten seltener in die Armut. (Germano 2013)

Unterstützt wird diese Aussage auch durch Adams (2004). Nach ihm reduzieren Remittances in Guatemala zwar die absolute Armutjedoch in einem sehr viel geringeren Umfang als das Risiko in Armut zu rutschen oder die Schwere der betroffenen Armut, also wie weit unter der Armutsgrenze das Einkommen einer Person ist. (Adams 2004)

3.3. Auswirkungen von Remittances auf die Einkommensverteilung

Während die Auswirkungen von Remittances auf die Armutsverringerung generell positiv oder zu­mindest neutral sind, lässt sich für die Veränderung der Einkommensverteilung keine generelle Aus­sage treffen. Allgemein sind Remittances sehr ungerecht verteilt, selbst wenn alle Einkommens­gruppen gleich viel erhalten, profitiert unmittelbar nur ein Bruchteil der Haushalte.

Hierbei spielen das Ausgangsniveau der Einkommenssituation und ein weiteres Mal die Verteilung der Remittances erhaltenden Haushalte eine wichtige Rolle. Der Gini-Koeffizient, der als Maß für Ungleichheit genutzt wird, verändert sich desto stärker,je größer der Anteil der Remittances in ei­nem Land ist. (Bang u.a. 2016, Acosta u.a. 2008, Ratha u.a. 2016)

In Tabelle 5 sind Gini-Koeffizienten für Einkommen mit und ohne Remittances, für beide Betrach­tungsdefinitionen aufgelistet. Die Remittances könnenje nach betrachteter Region positiv oder ne­gativ auf die Einkommensverteilung wirken, insgesamtjedoch sind die Auswirkungen in positiver und negativer Richtung meist gering. Dies liegt daran, dass die Remittances oft nur einen sehr klei­nen Anteil vom Gesamteinkommen des Landes ausmachen. Wenn der Anteil der Remittances sehr hoch ist, wie im Beispiel von Haiti, wo die Remittances über 20 % des BIPs ausmachen, sind auch größere Veränderungen in der Einkommensstruktur möglich. (Ratha u.a. 2016)

Ferner ist die Selektion der Migranten aus einem Land relevant für die Zusammensetzung der Re­mittances empfangenden Haushalte. Findet eine positive Selektion statt, beispielsweise durch hohe Kosten für die Migration aufgrund von restriktiver Einwanderungspolitik in den Zielländern, wo­durch Ärmere von der Migration ausgeschlossen werden, erhalten überwiegend bereits besser Ge­stellte Remittances und die Ungleichheit erhöht sich. (Acosta u.a. 2008)

Führt die restriktive Einwanderungspolitikjedoch dazu, dass Migranten beispielsweise nicht legal anerkennt werden, so dass Möglichkeiten zu besseren Jobs verwehrt werden oder ist das Risiko für die erfolgreiche Migration sehr hoch, meiden insbesondere besser Gestellte die Migration. Folglich erhalten diese dann weniger Remittances, verglichen mit den ärmeren Haushalten. Dies und der Fall der negativen Selektion, bei der die Migration praktisch jedem ermöglicht ist, führen zu einer Ver­ringerung von Einkommensunterschieden. (Bang u.a. 2016, Adams 2004)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Gini Koeffizient in Abhängigkeit von Remittances in Lateinamerika (Acosta u.a. 2008) .

3.4. Hemmen Armut und Einkommensungleichheit das Wirtschaftswachstum?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Teufelskreis der Armut (Aktion Deutschland Hilft 2017)

Die Ursachen und Folgen der Armut sind in Abbildung 2 dargestellt. Es ist zu sehen, dass die Fol­gen der Armut ihre Ursachen indizieren und dabei in allen Bereichen eine geringe Produktion nach sich ziehen. Die geringe Produktion ist gleichzusetzen mit einer schwachen Wirtschaftsleistung. Da ohne externen Input kein Ausbrechen aus dem Teufelskreis möglich ist, bleibt es auch langfristig bei derselben schwachen Wirtschaftsleistung und das Wirtschaftswachstum ist praktisch null.

Für die gesamte Volkswirtschaft gehen somit in Armut lebende, sowohl als Kunden als auch produ­zierende Arbeitskräfte verloren. Sie verfügen über nicht genügend Einkommen um ausreichend zu konsumieren, beispielsweise um die Produkte andere Personen zu erwerben, als auch um ausrei­chend zu investieren, beispielsweise in Bildung oder bessere Produktionsmittel für ein zukünftig höheres Einkommen. (Aktion Deutschland Hilft 2017)

Wenn ein Zusammenhang von Einkommensverteilung und Wirtschaftswachstum gesucht wird, fin­ det sich meistens die Kuznets-Kurve. In Abbildung 3 ist diese dargestellt. Sie zeigt den Zusammen­hang zwischen dem Einkommen in einer Volkswirtschaft und deren Verteilung. Dabei beeinflusst ein Wirtschaftswachstum die Einkommensverteilung zunächst negativ, so dass Ungleichheit zu­nimmt. Das geschieht, da in der ersten Wachstumsphase die Nachfrage vor allem nach gebildeten Arbeitskräften steigt, während das Arbeitsangebot für gering Gebildete abnimmt. Hierdurch entsteht eine Lohnspreizung zu Gunsten der bereits besser Gebildeten bzw. Verdienenden. (Thapa 2008)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ab einem gewissen Niveau der Volkswirtschaft verringert sich das Wachstum, Angebot und Nach­frage in verschiedenen Arbeitsbereichen gleichen sich stärker an, so dass die untere Einkommens­schicht aufholt und die Ungleichheit wieder abnimmt. (Thapa 2008)

So zu sehen, wenn die Einkommensungleichheit abnimmt, steht die Volkswirtschaft gerade im Punkt maximaler Ungleichheit. Von diesem Punkt aus kann eine Verringerung der Einkommensun­gleichheit sowohl Wirtschaftswachstum als auch Rezession bewirken. Die daraus folgende Frage ist, wie der Umkehrschluss wirkt, wie Einkommensungleichheit das Wirtschaftswachstum beein­flusst. Dazu werden einzelne Aspekte betrachtet.

Große Einkommensunterschiede sorgen auch dafür, dass Wirtschaftswachstum nicht überall gleich­mäßig ankommt. Der oft beschriebene „Trickle-down-Effekt“, nach dem Wirtschaftswachstum durch Konsum und Investitionen der Wohlhabenden bzw. Erstprofiteure nach unten sickert, so dass am Ende alle von profitieren, findet dann nicht statt. Grund hierfür ist, dass auch relative Armut zu einer Ausgrenzung aus dem alltäglichen Wirtschaftsleben führen kann. Dadurch wird sich auch bei weiterem Wachstum die Armut in einem Land nicht verringern und die mit der Armut verbundenen Hindernisse bleiben bestehen. Außerdem ist ein Teil der Bevölkerung bei großer Einkommensun­gleichheit im Alltag beschränkt, beispielsweise im Zugriff auf Bildung und Gesundheit, was wieder­um die Bildung von Humankapital beschränkt und das Wachstum langfristig hemmt. (Gower u.a. 2012)

Weiteres verschenktes Potential fällt bei der Betrachtung der Konsumfunktion auf. So konsumieren Ärmere mehr ihres zusätzlichen Einkommens, was der Binnenwirtschaft zu gute kommt, während bei Reicheren der Großteil ihres weiteren Einkommens gespart wird. Höhere Ersparnisse bedeuten hierbeijedoch keine höhere Investition und schon gar keine höhere Produktion im langfristigen Gleichgewicht, da bei großer Einkommensungleichheit eine zu hohe Sparquote entsteht. Diese führt ein Land in eine „dynamisch ineffiziente Situation“, so dass das Gesparte nicht in die Volkswirt­schaft reinvestiert werden kann und langfristige Produktion abnimmt. Die dynamisch ineffiziente Situation beschreibt im Solow-Modell den Zustand in dem eine Verringerung der Sparquote sowohl kurzfristig, als auch dauerhaft zu einer Steigerung des Pro-KopfKonsums führt. Stattdessen besteht die Möglichkeit, dass die Ersparnisse aus dem zusätzlichen Einkommen im Ausland angelegt wer­den und so aus der Volkswirtschaft herausfließen. Zu guter Letzt können aus der Ungleichheit politische Spannungen entstehen, die zur Austragung von Konflikten führen und somit die gesamte Wirtschaft zurückwerfen. Ergo, führt eine Verringerung von Einkommensunterschieden zu Steige­rung des Wachstumspotential derjeweiligen Volkswirtschaft. (Gabler Wirtschaftslexikon 2017a)

4. Remittances und Ausgabenverhalten

4.1. Wie verändern sich Konsum und Investitionen von Haushalten durch Remittances?

Nach der Betrachtung der Armutsverringerung durch Remittances und der unmittelbaren Auswir­kung auf die Empfänger, wird hier deren Verwendung betrachtet, ergo, in wie fern sich das Ausga­beverhalten von Haushalten ändert, durch den Empfang von Remittances und thematisiert ob somit ein langfristiger Profit entsteht.

Es gibt dabei zwei unterschiedliche Thesen zu den Auswirkungen, auf die die meisten Studien hin­auslaufen. Die Positive These beinhaltet, dass die Remittances hauptsächlich in Bildung, Gesund­heit und Wohnen investiert werden und somit für eine langfristige Produktivitätssteigerung sorgen. Die Negative dagegen besagt, dass Remittances vor allem zu einer Erhöhung des Lebensstandards durch mehr Konsum führen und somit in die Abhängigkeit zur Erhaltung des neuen Lebensstan­dards. (Göbel 2013)

Eine Theorie, die die unterschiedlichen Verwendungen von Einkommen beschreibt, ist die der En­gelkurven. Diese ist in Abbildung 4 dargestellt. In der Abbildung ist der Verlauf zwischen Einkom­men und den Ausgaben für Güter verschiedener Einkommenselastizitäten dargestellt. Zunächst wer­den Güter mit niedriger Einkommenselastizität vom vorhandenen Einkommen erworben. Güter mit niedriger Einkommenselastizität sind oft notwendig um die eigenen Grundbedürfnisse zu decken. Bei höherem Einkommen, welches übrig bleibt nach der Deckung der Grundbedürfnisse, wird das übrige Einkommen insbesondere für Luxusgüter verwendet, also Güter die nicht zwingend notwen­dig sind. Die höhere Einkommenselastizität beschreibt, dass der Erwerb dieser Güter stärker vom verfügbaren Einkommen abhängt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Engelkurven für verschiedene Einkommenselastizitäten (eigene Darstellungin Anleh- nungan (RSTB 2010))

Jetzt ist Konsum, vor allem in Form von Nahrungsmitteln, ein sehr notwendiges Gut was einer sehr niedrigen Einkommenselastizität entspricht. Es macht bei niedrigem Einkommen den größten Teil der Ausgaben aus. Investitionen hingegen haben einen zukünftigen Nutzen und besitzen eine höhere Einkommenselastizität. Das bedeutet, dass mit höherem Einkommen ein größerer Anteil für Investi­tionen genutzt wird. (Castello, Reilly 2007)

Darauf zurückführend lassen sich, die im Folgenden unterschiedlichen Verwendungen der Remit­tances erklären.

Ein Beispiel, welches die positive These zur Verwendung von Remittances unterstützt, stellt Göbel (2013) in Ecuador fest in dem es einen sehr starken Unterschied im Ausgabenverhalten von Remit­tances empfangenden Haushalten zu den restlichen Haushalten gibt. (Göbel 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 6: Durchschnittliche Ausgabenanteile inEcuador (Göbel 2013)

Tabelle 6 zeigt die durchschnittlichen Ausgabenanteile von Haushalten in Ecuador. Dabei nehmen bei Remittances empfangenden Haushalten die Investitionen fürs Wohnen mit gut 41% den größten Anteil der Ausgaben ein, während die restlichen Haushalten ihren Großteil für Nahrung ausgeben. Auch in Bildung und Gesundheit wird deutlich mehr investiert, als in den restlichen Haushalten. Die verbleibenden Prozente in der Tabelle (bis zu den 100%) beziehen sich auf weitere, hier nicht gelistete Kategorien. Folgend erklärt sich, dass Remittances in Ecuador ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der gesamten Wirtschaft sind. Sie helfen bei der Akkumulation von Humankapital und finanzieren in der Immobilienwirtschaft viele weitere Einkommen. (Göbel 2013)

Auch wenn die Verwendung der Remittances, als Finanzierung von Investitionen in dieser Studie unbestritten ist, so sind die expliziten Auswirkungen der Remittances nicht so einfach festzustellen. So sind die enormen Unterschiede auch darauf zurückzuführen, dass in Ecuador eine starke positive Selektion bei der Emigration stattfindet, insbesondere durch hohe Kosten. So beziffert Göbel (2013) beispielsweise die Kosten für eine erfolgreiche Emigration in die USA auf 10.000 bis 14.000 US-$. (Göbel 2013)

Die starke positive Selektion führt dazu, dass überwiegend besser gestellte Haushalte Remittances erhalten und diese, wie in Tabelle 6 zu sehen, durch ihr höheres Einkommen einen geringeren Anteil ihres Einkommens für notwendige Güter, wie Nahrung auszugeben, als es Haushalte mit einem ge­ringeren Einkommen tun.

Ein weiteres Beispiel für die positive These zu den Auswirkungen von Remittances fand Adams (2005) in Guatemala.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 7:Marginale Ausgabenanteile in Guatemala (Adams 2005)

Tabelle 7 zeigt, zu welchen Anteilen die nächste Einheit zusätzliches Einkommen für diverse Kate­gorien, in Guatemala ausgegeben wird. Dabei wird zwischen Remittances empfangenden Haushalte und Haushalte ohne Remittances unterschieden. Es wird deutlich, dass der Anteil in den Remittan­ces empfangenden Haushalten, der für den Konsum von Nahrung ausgegeben wird, zurück geht und dafür der Anteil für Investitionen in Humankapital steigt. Dass beim Empfang von internen Remit­tances mehr in Wohnen investiert wird ist darauf zurückzuführen, dass die Rückkehr bei Binnenmi­gration wahrscheinlicher ist und damit für die emigrierte Person vorgesorgt wird. (Adams 2005)

Für die Auswirkungen in Ghana spricht keine der beiden Thesen. Nach Adams u.a. (2008) verändert sich die Ausgabenstruktur durch den Erhalt von Remittances nicht. Sie führen an, dass die Remit- tances hauptsächlich zur Deckung der Grundbedürfnisse genutzt werden und dabei aufgrund von gefestigten Familienstrukturen und lokalen Beziehungenjeweils besonders vielen Leuten zu Gute kommen. (Adamsu.a. 2008)

Zarate-Hoyos (2004) stellt in Mexiko fest, dass Remittances vor allem in ländlichen Regionen hin zu einer Verschiebung der Investitionen weg von Bildung und hin zu Wohnen und in Fahrzeuge. Hierbei spielen die geringe Rolle von besserer Bildung für Migration eine Rolle, sowie dass die meisten Grundbedürfnisse bereits gedeckt sind. (Zarate-Hoyos 2004)

Castaldo und Reilly (2007) fanden in Albanien geringe Unterschiede im Ausgabenverhalten von Haushalten mit bzw. ohne Empfang von Remittances.

In Tabelle 8 ist das Ausgabeverhalten von Haushalten in Albanien aufgelistet. Die Einteilung erfolg­te dabei in Nahrungsmittel (Food), andere einmalige Ausgaben, wie beispielsweise Freizeit, Hoch­zeit oder Renovierungen (Non food), Haushaltsgeräte und Fahrzeuge (Durables) und Grundversor­gung von beispielsweise Strom, Heizung und Internet (Utilities). Investitionen für Bildung, Gesund­heit und Wohnen wurden nicht abgefragt, da einerseits ein großer Teil der Bevölkerung subventio­nierte Medikamente erhält und da es andererseits praktisch keinen Mietmarkt für Immobilien gibt. Demnach wohnten 98% aller Personen in Albanien in Eigentum, so dass sich keine Referenz zu den Wohnausgaben erstellen lies.

Für Haushalte mit internen Remittances unterscheidet sich das Ausgabeverhalten nur bei den Aus­gaben für die Grundversorgung signifikant von den restlichen Haushalten. Haushalte mit internatio­nalen Remittances geben etwas mehr für Haushaltsgeräte, Fahrzeuge und die Grundversorgung aus, anteilsmäßigjedoch weniger fürNahrung und andere einmalige Verpflichtungen. (Castaido, Reilly 2007)

Average budget shares by remittance status

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Notes:

(1) No. Observations: 2931 for food and non-food. 2901 for durables. 2930 for utilities.

(2) P-values show the level of significance at which we can reject the hypothesis of equal means between the sample proportion of remittance-receiver and non-receiver households.

Tabelle 8: Durchschnittliche Ausgabenanteile in Albanien (Castaldo, Reilly 2007)

Clement (2011) sah in Tadschikistan eine geringfügige Erhöhung des Konsumanteils in den Ausga­ben, vor allem bei Erhalt internationaler Remittances. Einen größeren, signifikanten Einfluss haben die Remittances auf die Investitionsstruktur. Vom Investitionsanteil wird mehr für Gesundheit aus­gegeben und weniger für Miete und Produktionsmittel. Die beschriebene Ausgabenstruktur von Haushalten in Tadschikistan ist in Tabelle 9 dargestellt. Dabei sieht man die Ausgabenanteile der Remittances empfangenden Haushalte in der ersten Spalte und die der restlichen Haushalte in der Zweiten. Die verschiedenen Bereiche sind in Konsum und Investition untergeordnet. (Clement 2011)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 9: Durchschnittliche Ausgabenanteile in Tadschikistan (Clement 2011)

Problematisch ist das dargestellte Ausgabenverhalten unter der Beachtung, dass Remittances einen riesigen Anteil am Gesamteinkommen ausmachen. Die offiziellen Remittances in Tadschikistan be­trugen in den letzten Jahren knapp 30 bis 50% des BIPs. Die empfangenen Remittances werden trotzdem kaum für langfristige Investitionen genutzt. Der Anteil der Produktionsmittel nimmt ab und auch in Bildung wird anteilsmäßig nicht viel mehr investiert. Ursache hierfür könnte die miser­able Qualität des Bildungswesen sein, sowie die geringe Rendite besserer Bildung in Tadschikistan. Insgesamt sorgen die Remittances hier für eine Erhöhung des aktuellen Lebensstandards, der auf­grund fehlender langfristiger Investitionen nur durch den weiteren Zufluss von Remittances gehal­ten werden kann und zur dauerhaften Abhängigkeit von ihnen führt. (Clement 2011)

Bei der Betrachtung der Verwendung von Remittances in verschiedenen Haushalten lässt sich keine einheitliche Aussage treffen. Je nach betrachtetem Land finden sich Beispiele für die positive These der Auswirkungen und für die Negative. Relevante Faktoren bei der Verwendung der Remittances sind dabei insbesondere die Ausgangssituation des Haushaltes, als auch die des Staates. Zu aller erst werden die eigenen Grundbedürfnisse gedeckt, was vor allem die hohen Konsumanteile, in den ärmsten Ländern, Ghana und Tadschikistan erklärt. In den besser gestellten Ländern, wie Guatemala und noch mehr in Ecuador, wo die Remittances gerade den besser Gestellten zufließen, ist eine star­ke Investitionsneigung sichtbar. Folglich wirken die Remittances über den Ausgabenkanal nur in letzteren Ländern positiv auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung.

4.2. Welche Auswirkungen hat das veränderte Ausgabenverhalten auf die gesamte Volkswirt­schaft?

Nachdem die Verwendung der Remittances anhand verschiedener Beispiele gezeigt wurde, kommt die Frage auf, in wie fern die gesamte Volkswirtschaft von den Zusatzausgaben Einzelner profitiert. Dass sie insgesamt profitiert ist dabei unstrittig, insbesondere über den Ausbau des Binnenmarktes. Viele Nutzen sind unmittelbar nicht bestimmbar und erschweren es eine eindeutige Aussage zu den Auswirkungen zu tätigen. So sorgt einerseits der Kauf einer Waschmaschine dabei Zeitersparnisse im Haushalt zu generieren, die als Arbeit woanders produktiv eingesetzt werden können, anderer­seits fließt beim Erwerb dieser erst einmal der Großteil der Ausgaben aus der Volkswirtschaft ab. Weiter können mehrNahrung und Wohnraum, obgleich es keine Investitionen im klassischen Sinne sind, zu einer höheren Produktivität führen u.a. aufgrund Verbesserungen im persönlichen Wohler­gehen. (Castaido, Reilly 2007, Göbel 2013)

Investitionen in Bildung und Gesundheit zur Akkumulation von Humankapital sind die wichtigsten Ausgaben für langfristiges Wirtschaftswachstum, da es eine entscheidende Rolle bei der Produktivi­tät zukünftiger Arbeit spielt. In den betrachteten Ländern haben die Remittances gerade in Ecuador und Guatemala einen positiven Effekt für die Akkumulation von Humankapital. Dass dieser Effekt in anderen Ländern geringer auffällt, zeigt den großen Einfluss des sozialen Status und anderer so- zioökonomischer, als auch demographischer Aspekte auf die Verwendung und somit die Auswirkun­gen derRemittances. (Göbel 2013)

Mittelbar haben aber auch in den anderen betrachteten Ländern die Ausgaben der Remittances eine positive Wirkung. Remittances, die in den Bau neuer Immobilien investiert werden, finanzieren das Einkommen anderer Personen in ihrem Land. Mit einem Teil dieses Einkommens können andere Akteure dann produktive Investitionen tätigen, beispielsweise in Bildung oder den Erwerb neuer Produktionsmitteln. Selbiges gilt auch für den Erwerb von Dienstleistungen, unabhängig davon ob diese für Konsum oder Bildungsinvestitionen dienen. Die Bildung einer Immobilienblase ist hierbei unwahrscheinlich, da die Remittances keine zurückzuzahlenden Kredite darstellen und in den meisten Empfängerländern ein ausreichendes Bevölkerungswachstum vorzufinden ist, so dass sich der Markt für die Immobilien zukünftig sicher bildet. (Göbel 2013)

Ein weiterer schwer zu messender Aspekt ist die Unabhängigkeit, die mit dem regelmäßigen Zu­fluss von Remittances einhergeht. Zwar nimmt die Notwendigkeit zu arbeiten ab und die Arbeitszeit verringert sich, jedoch ermöglichen sich dadurch riskantere Investitionen wie beispielsweise den Aufbau einer eigenen Selbstständigkeit. (Özden, Schiff 2006)

Alles in allem fällt die Betrachtung der Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft positiv aus. Die Remittances ermöglichen den Konsum und die Produktion von mehr Gütern und Dienstleistun­gen, was mit einem Wirtschaftswachstum gleichzusetzen ist. Fraglich ist, in wie weit langfristiges Wachstum unterstützt wird. Viele der positiven Auswirkungen sind kurzfristig, mittelbar und somit nur ungenau bestimmbar. Der meist unveränderte Investitionsanteil in den Ausgaben deutet zumin­dest in die Richtung, dass die Produktivitätssteigerung ähnlich bleibt und eng mit der Dauer des Er­halts der Remittances verbunden ist.

5. Remittances und Bildung

5.1. Welchen Einfluss nehmen Remittances auf die Bildung in den Empfängerländern?

Nach der Betrachtung von Ausgabenveränderungen durch Remittances, ist gerade für die langfristi­gen wirtschaftlichen Auswirkungen die Betrachtung von Bildungsausgaben wichtig. Sie dienen hierbei als Indikator für die Akkumulation von Humankapital, welches grundlegend für langfristige Produktivitätserhöhungen ist. Auch wenn die sich in wissenschaftlichen Arbeiten ergebenden Zu­sammenhänge teilweise verschieden sind, lassen die Mehrheit der Ergebnisse eine positive Korrela­tion vermuten. Generell spielen hierbei die Möglichkeit für die Kosten des Schulbesuches aufzu­kommen und die Verringerung von Kinderarbeit, durch Deckung entstehender Opportunitätskosten eine wichtige Rolle. Die Remittances substituieren dann ein mögliches zusätzliches Einkommen, das durch Kinderarbeit erwirtschaftet würde. (Acosta 2006, Nguyen, Nguyen 2015)

Andererseits können die Remittances, aber auch das erarbeitete Einkommen von Erwachsenen sub­stituieren und folglich die Produktion verringern. (Yang 2008)

Acosta (2006) fand heraus, dass insgesamt die Wahrscheinlichkeit eines Schulbesuches eines 11 bis 17-Jährigen in El Salvador, durch den Erhalt von Remittances um 7,1% steigt und dass der Effekt mit zunehmenden Alter abnimmt. Werdenjetzt in der Betrachtung demographische und sozioöko- nomische Aspekte miteinbezogen, so dass beispielsweise nur Haushalte verglichen werden die der­selben Einkommensgruppe angehören und keine Kleinkinder beinhalten, steigt die Wahrscheinlich­ keit eines Schulbesuches nur noch um 1,8% und ist nicht mehr signifikant. Hintergrund dafür ist die Verteilung der Remittances in El Salvador.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 10: Remittancesverteilung in El Salvador nach Einkommen (Acosta 2006)

In Tabelle 10 ist die Verteilung der Remittances erhaltenden Haushalte in den einzelnen Einkom­mensgruppen, in El Salvador dargestellt. In der zweiten Spalte ist die durchschnittliche Bildungs­dauer des Haushaltsmitglieds mit der höchsten Bildung, in denjeweiligen Einkommensgruppen dar­gestellt. Diese verdeutlicht eine hohe Korrelation von Bildung und Einkommen. In der vierten Spal­te sind die anteilsmäßigen Haushalte dargestellt, die in denjeweiligen Einkommensgruppen, Remit­tances erhalten. Dabei ist der Anteil bei der wohlhabenderen Hälfte (Einkommensgruppen 6-10) deutlich höher, als bei den unteren 50%. Demnach erhalten vor allem wohlhabendere und besser ge­bildete Haushalte Remittances, die die hohen Emigrationskosten eher aufbringen können. Somit sind es überwiegend jene Haushalte die Remittances erhalten, die ohnehin eine höhere Schulbe­suchsquote und längere Ausbildungsdauer aufweisen. Auch erhalten Haushalte mit Neugeborenen oder Kleinkindern seltener Remittances, während gerade in Haushalten mit Neugeborenen oder Kleinkindern, die Schulbesuchsquote der bereits älteren Kinder unterdurchschnittlich ist. (Acosta 2006)

Lu und Treimann (2007) sahen einen starken positiven Zusammenhang und gaben, unter Einbezug andererFaktoren, eine 30% höhere Schulbesuchsquote fürRemittances empfangende schwarze Haushalte in Südafrika an. Auch dieser starke Zusammenhang relativiert aufgrund der Zusammen­setzung der Remittance erhaltenden Haushalte (s. Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Tabelle 11 ist die Verteilung der Remittances in südafrikanischen Haushalten nach Zugehörigkeit der Ethnien dargestellt. Dabei ist deutlich, dass den mit Abstand größten Anteil an den Remittances erhaltenden Haushalten, schwarze Haushalte auf dem Land stellen, für die die Arbeitsemigration oft eine Notwendigkeit zum Lebensunterhalt darstellt und die den Großteil ihres Einkommens darüber beziehen. Weiterhin ist der Anteil in der weißen Bevölkerungsgruppe am geringsten. Da die ländli­chen Regionen generell einen schwächeren Zugang zu Bildung haben und die schwarze Bevölke­rung 1993 u.a. durch die Apartheid stark benachteiligt ist, ergibt sich als Referenz die Gruppe mit dem geringsten Bildungsstand, was die sehr stark positiven Auswirkungen erklärt. Hierbei halfen die Remittances deutliche Diskrepanzen bezüglich des Bildungsniveaus in Südafrika abzubauen. (Lu, Treimann 2007)

Yang (2008) stellte fest, dass in den Philippinen ein Großteil der Remittances für Bildung verwen­det wird. Weiter gab er an, dass auf eine Steigerung der erhaltenen Remittances um 10%, eine 10,3% Steigerung der Studenten bei 17 bis 21-Jährigen folgt, sowie eine Verringerung der wöchent­lichen Arbeitsstunden um 2,9. Dies wird mit der wichtigen Rolle der beruflichen Qualifikation in der Emigration erklärt. Insgesamt folgen hieraus entgegengesetzte Effekte auf die Produktion. Einerseits ergibt sich eine höhere Produktivität durch mehr Humankapital, andererseits ein geringerer Arbeitseinsatz, der die Gesamtproduktion verringert. (Thapa 2008, Yang 2008)

Nguyen und Nguyen (2015) konnten keinen signifikanten Einfluss von Remittances auf den Schul­besuch oder die Kinderarbeit in Vietnam feststellen. Ursache hierfür ist, dass Vietnam sehr kommunistisch geprägt ist und daher bereits eine sehr breite Schulbildung der gesamten Bevölkerung aufweist. Die Schulbesuchsquote ist unabhängig der Remittances in alles Haushalten sehr hoch. (Nguyen, Nguyen 2015)

Lopez-Cordova (2006) fand ebenfalls heraus, dass der positive Zusammenhang zwischen Remittan­ces und der Schulbesuchsquote mit zunehmendem Alter stark abnimmt. Während für 5-Jährige in Mexiko die Wahrscheinlichkeit eines Schulbesuches durch den Erhalt von Remittances um 11% steigt, nimmt sie bei den 15 bis 17-Jährigen um 7% ab. Angeführt wird hierbei der geringe zu er­wartende Rückfluss für bessere Bildung bei Emigration in die USA (Lopez-Cordova 2006). Der Großteil der emigrierenden Mexikaner geht in die USA und geht dort unabhängig seiner eigenen Qualifikation, einfachen Tätigkeiten nach, weswegen mögliches Kapital für weitere Bildung bereits für die Emigration angespart wird. (Özden, Schiff 2006)

Ob sich Remittaces positiv auf die Bildung im Empfängerland auswirken, hängt von vielen Fakto­ren ab. Die Verteilung der Remittances empfangenden Haushalte, die großteils vom Aufwand zur Emigration abhängt, spielt hier eine wichtige Rolle. Im einzelnen sind die vorzufindenden Rahmen­bedingungen im Empfängerland für den Schulbesuch ausschlaggebend. Dazu gehören die Qualität der Schulen, die Rendite aus der weiteren Qualifikation, sowie Einkommen und Bildungsstand der Haushalte und Remittances beeinflussen von diesen nur den Einkommensrahmen. Alles in allem lässt sichjedoch ein positiver Einfluss von Remittances auf die Bildung feststellen, insbesondere auf grundlegenden Schulbesuch und damit einer gerechteren Bildungsverteilung. (Qzden, Schiff 2006, Thapa 2008)

5.2. Brain Drain, Brain Gain, Brain Waste

Was bei der Betrachtung der langfristigen Entwicklung im Heimatland durch die überwiegend posi­tiven Auswirkungen von Remittances auf die Bildung noch fehlt, ist das Problem eines Braindrains, da Personen aus Remittances empfangenden Haushalten vermehrt emigrieren.

Braindrain beschreibt das Abwandem von Wissen und Fertigkeiten, durch die Emigration von quali­fizierten Fachkräften, während beim Braingain das durch Migration entstandene Humankapital be­schrieben wird. Hierzu werden auch positive Auswirkungen von Remittances gezählt, die als Folge von Emigration gezahlt werden. (Özden, Schiff. 2006)

Es kommt die Frage auf, inwiefern das Land durch die bessere Bildung profitiert. Es besteht die Ge­fahr eines Teufelskreis in dem die Remittances für die Ausbildung genutzt werden, um mit Hilfe dieser auszuwandem, was letztlich zu einer Verschiebung der Ausbildungskosten vom Geberland ins Empfängerland sorgt. (Langthaler 2008)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Abbildung 5 sind die Auswirkungen des Braindrains auf das BIP-Wachstum in Abhängigkeit der Emigrationsrate von Personen mit tertiärer Bildung. Während die Auswirkungen bei einer geringen Emigrationsrate kaum relevant sind, hemmt der Braindrain bei höheren Emigrationsraten das BIP- Wachstum. Außerdem lässt sich erkennen, dass die Auswirkungen des Braindrains stark länderspe­zifisch sind und die Auswirkungen nicht zwingend negativ sein müssen.

Grundlegend spielt die Größe eines Landes eine Rolle. Bevölkerungsreiche Länder können den Wegzug von Personen besser kompensieren und erfahren weniger negative Auswirkungen. Geringe­re relative Emigrationsraten und ein größerer, absoluter Pool an qualifizierten Arbeitskräften sind Gründe hierfür. Dagegen schadet er besonders kleineren Volkswirtschaften mit schwachem Bil­dungsniveau und hohen Emigrationsraten, wie beispielsweise viele Karibikstaaten aufweisen. (Öz- den, Schiff 2006, Langthaler 2008)

Extrembeispiele hierfür sind Guyana und Jamaika, in denen 89% bzw. 85% der Personen mit Hoch­schulabschluss auswandern. (Rötzer 2005, Rathau.a. 2016)

Die unterschiedlichen Auswirkung bei hohen Emigrationsrate hängt vor allem von der Zusammen­setzung der Emigranten ab. Ein großer Anteil Geringqualifizierter kann Druck vom Arbeitsmarkt nehmen und so soziale Probleme verringern, während bei einem großen Anteil Hochqualifizierter Wachstumspotential des Heimatlandes verloren geht. (Özden, Schiff 2006, Ratha u.a. 2016)

Dies erklärt auch die unterschiedliche Auswirkungen, beispielsweise in Guatemala und in der Dominikanischen Republik. Obwohl der Anteil der Personen mit tertiärer Bildung der emigriert ähnlich ist, unterschieden sich die Länder hinsichtlich der Einschreibungsrate für tertiäre Bildung deutlich voneinander. So betrug die Einschreibungsrate in Guatemala nur 9% während sie in der Dominikanischen Republik 35% betrug. Daraus folgt, dass aus der Dominikanischen Republik insgesamt viel mehr Hochqualifizierte auswandern. Trotz höherer Gesamtemigration aus der Dominikanischen Republik bleibt der Anteil der Hochqualifizierten an der gesamten Emigration deutlich größer, weshalb hier die negativen Folgen des Braindrains überwiegen (UNESCO 2009). Dass Personen, wie am Beispiel vieler Mexikaner in den USA, einer Tätigkeit nachgehen, die unter ihrer Qualifikation liegt, nennt sich Brain Waste. Dieser tritt auch in Ländern auf, in denen die wirt­schaftliche Entwicklung und damit die Nachfrage nach qualifizierter Arbeit nicht mit dem Bildungs­niveau mithalten können. Folglich geht der Ertrag aus Bildungsinvestitionen zurück, so dass ein Teil der Rendite für die Volkswirtschaft ausbleibt. (Özden, Schiff 2006)

5.3. Die Bedeutung von Bildung in der langfristigen Entwicklung einer Volkswirtschaft

Nachdem die Veränderungen auf die Bildung durch Remittances betrachtet wurden, wird folgend ihre Rolle, vor allem in der Betrachtung als Humankapital, in der langfristigen Entwicklung einer Volkswirtschaft behandelt.

Wirtschaftswachstum entsteht einerseits auch durch Bevölkerungswachstum, vor allem aber durch eine höhere Produktivität. Dass die Produktivität des Sachkapitals unmittelbar vom Humankapital abhängt, ist im Uzawa-Lucas-Modell dargestellt. Dieses basiert auf dem neoklassischen Produkti­onsmodell, wobei der Arbeitseinsatz durch Humankapitaleinsatz ersetzt wurde. Heraus kommt eine Produktionsfunktion die von Sachkapital (K) und Humankapital (H) abhängt:

Y = AK“(uH)'-a

Dabei ist (A) der Technologieparameter der Produktion, (a) die Produktionselastizität des Sachkapi­tals und (u) die in die Produktion investierte Zeit. Ähnlich dem Solow-Modell wird hier ein Teil (1- u) (der Arbeitszeit) gespart und für das Humankapital der nächsten Periode investiert. Auch müssen hier ein Teil der Ersparnisse (δ) abgeschrieben werden. Das Humankapital entwickelt sich demnach in Abhängigkeit von der Effektivität des Bildungssektor (B):

Ht+1 = B(l-u)H-5H

Mit Hilfe des Modell erklärt Lucas, dass das Humankapital der entscheidende Faktor für die lang­fristige Produktion einer Volkswirtschaft ist und dass zwei Volkswirtschaften mit gleichem Human­kapital, unabhängig von der Ausgangslage, langfristig das selbe Produktions- und Einkommensni­veau erreichen werden. Genauso erklärt Lucas, dass ein unterschiedliches Humankapitalniveau aus­schlaggebend ist, weshalb eine Volkswirtschaft von Sachkapitalzufluss mehr profitiert als eine An­dere. (Lucas 1988, Doepke 2008)

Ein wichtiger Aspekt von Bildung als Teil des Humankapitals ist, dass es sich um eine sehr stabile Ressource handelt, die sich im Vergleich mit anderen Rahmenbedingungen einer Volkswirtschaft nur langsam verändert. Sie kann im Gegensatz zu Gesundheit oder politischer Stabilität, in Folge ei­ner Epidemie oder eines Putsches nicht innerhalb kurzer Zeit verloren gehen, braucht aber auch lan­ge Zeit zu entstehen. (Thapa 2008).

Weiterhin entstehen externe Nutzen aus der Bildung, die für eine nachhaltige Entwicklung essenzi­ell sind. Hierzu gehören eine Senkung des Bevölkerungswachstums oder ein stärkeres Umweltbe­wusstsein und ein dadurch veränderterUmgang mit Naturressourcen, beispielsweise durch das ein­kalkulieren von Folgeschäden, wie Bodenerosionen aufgrund von Übernutzung. Außerdem erhöht sich die soziale Stabilität durch den Aufbau einer Zivilgesellschaft, was neben einer höheren Profi - tabilität des Sachkapitals durch die bessere Bildung wichtige Aspekte beim Anwerben von ADI sind. (Streeten 1994)

Des Weiteren hilft eine breite Bildungsverteilung Einkommensunterschiede zu reduzieren, die ihrer­seits hindernd auf die Wirtschaftsentwicklung wirken. (Thapa 2008)

Zusammengefasst zeigt sich, dass Bildung eine eminent wichtige Rolle in der langfristigen Ent­wicklung einer Volkswirtschaft einnimmt, die auch über eine reine Produktivitätssteigerung hinaus geht. Es zeigt sichjedoch auch, dass die Auswirkungen einer besseren Bildung durch Remittances auf die Heimatländer von vielen anderen Faktoren abhängen. Unter anderem, wie schon bei der Be­trachtung anderer Kanäle zuvor,je nach Verteilung der Haushalte die Remittances erhalten, ergeben sich länderspezifisch sehr unterschiedliche Folgen. Überwiegend steigt das Bildungsniveau durch die Remittances, teilweise aber werden die entstehenden „Früchte“ der besseren Bildung, durch weitere Emigration außerhalb der Heimatländer konsumiert, so dass diese nie in den Genuss dieser kommen.

6. Remittances und Währung

6.1. Einfluss der Remittances auf die heimische Währung des Empfängerlandes

Nachdem die Auswirkungen der Remittances auf einzelne Haushalte betrachtet wurden, wird im folgenden Abschnitt ein größerer Bogen gespannt und die Betrachtung auf die Währung der Volks­wirtschaft gerichtet. Die Währung spielt eine essenzielle Rolle im Handel und Auswirkungen auf den Wechselkurs der Währung haben großen Einfluss auf die heimische Wirtschaft, insbesondere aufgrund multilateralen Handels.

Die Währung stellt den wichtigsten Baustein bei der Bewertung einer Volkswirtschaft dar. Der Wechselkurs ermöglicht den Vergleich und den Handel verschiedener Volkswirtschaften mit verschiedenen Währungen, so dass sich ein gemeinsamer, vergleichbarer Nenner ergibt.

In Abbildung 6 sind in der oberen Hälfte die realen effektiven Wechselkurse dargestellt. In der unteren Hälfte ist das Verhältnis vom handelbaren Sektor zum nicht-handelbaren Sektorjeweils im Vergleich zu den Remittances zum BIP von sechs verschiedenen Ländern zwischen 1990 und 2003 dargestellt. Der nicht-handelbare Sektor beinhaltet alle Güter und Dienstleistungen, die aufgrund unrentabler Transportkosten am Ort der Verwendung entstehen. In den oberen sechs Graphen sind der Verlauf der realen effektiven Wechselkurse und der zufließenden Remittances im betrachteten Zeitraum abgebildet. Dabei ist eine deutliche Korrelation von beiden zu erkennen. Als Referenzwert 100 für die Änderungen des Wechselkurses dient das Jahr 1995.

In den unteren Graphen ist das Verhältnis von handelbarem Sektor zu nicht-handelbarem Sektor in den jeweiligen Ländern dargestellt. Hierbei ist ein konträres Verhalten zu den Änderungen im Re- mittanceszufluss zu sehen. Eine Erhöhung des Anteils der Remittances geht einher mit einer Verrin­gerung des Anteils des handelbaren Sektors. (Acosta u.a. 2009)

Die in Abbildung 6 dargestellten Zusammenhänge wurden in vielen weiteren Studien bestätigt und sind als Holländische Krankheit bekannt. Beispielsweise kommen Amuedo-Dorantes und Pozo (2004) durch Auswertung von Wirtschaftsdaten aus 13 Ländern aus Lateinamerika und der Karibik zu dem Schluss, dass eine Verdopplung der empfangenen Remittances in einem Land den realen effektiven Wechselkurs um 23% erhöht. Ferner haben sie den Zusammenhang des Wechselkurses und dem erhöhtem Zufluss von Entwicklungshilfe untersucht und hierbei keine Korrelation feststellen können. Hintergrund hierfür ist, dass Remittances als Geldzufluss großteils im Empfängerland verbleiben, während Entwicklungshilfe oft an den Import aus den Geberländern gebunden ist. (Amuedo-Dorantes, Pozo 2004)

Eine Ausnahme stellt nach Taguchi und Lama (2016) Bangladesch da. Hier nimmt das Verhältnis des handelbaren Sektors zum nicht-handelbaren Sektor, trotz Anstieg der Remittances, geringfügig zu. Begründet wird dies damit, dass herstellende Unternehmen in Bangladesch durch die Politik unterstützt werden, mittels Subventionierung von Wasser und Energie, und somit steigenden Lohnkosten, durch eine Währungskursaufwertung entgegenwirkt. Außerdem werden diese beim Ausbau der Infrastruktur bevorzugt einbezogen um ADI anzuwerben. Somit konstatieren sie, dass die Auswirkungen der Remittances, die zu einer Aufwertung der Währung führen, nicht zwingend sind, sondern durch politische Maßnahmen abgewendet werden können. (Taguchi, Lama 2016)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6.2. Die Holländische Krankheit

Die Holländische Krankheit, benannt nach dem Phänomen das in Folge der Entdeckung von Erd­gasvorkommen vor den Niederlanden in den 1960er auftrat, beschreibt den Vorgang, wenn ein ver­meintlicher Wohlstandschub durch Devisenzufluss u.a. aufgrund von Wechselkursentwicklungen zu ungewollten ökonomischen Kosten führen kann. Im klassischen Fall der Holländischen Krankheit ist die Ursache die Erschließung neuer Rohstoffvorkommen und die daraus folgende Fokussierung auf diesen exportierenden Wirtschaftszweig. Im Fall der Remittances führt der Zufluss zu einer er­höhten Nachfrage der heimische Währung und somit unmittelbar zu deren Aufwertung. Weiter füh­ren die Remittances zu geringerer Arbeitsdauer und einer erhöhten (absoluten) Konsumnachfrage der empfangenden Haushalte. Dadurch entstehen höhere Löhne, zu Beginn insbesondere im nicht­handelbaren Sektor, deren Güter nicht importiert werden können. Mittelbar folgt eine Abwanderung von Arbeitskräften aus dem handelbaren Sektor, so dass für diesen letztlich zu den geringeren Ein­nahmen durch die Wechselkursaufwertung noch höhere Produktionskosten hinzukommen, aufgrund der höheren Lohnkosten und einem geringeren Arbeiterangebot. (Amuedo-Dorantes, Pozo 2004, Acosta u.a. 2009)

6.3. Auswirkungen der Wechselkursänderungen auf das langfristige Wirtschaftswachstum

Nachdem die Kausalkette der Holländischen Krankheit erläutert wurde, lässt sich daraus schlussfol­gern, dass die Aufwertung des Wechselkurses zu einem geringeren Wirtschaftswachstum führt? Die Überprüfung von Folgen der Holländischen Krankheit haben Magud und Sosa (2010) durch Aus­wertung von verschiedenen wissenschaftlichen Studien zu dem Thema durchgeführt.

Die Ergebnisse der Auswertung sind in Abbildung 7 zu sehen. Es wurden die Ergebnisse einzelner Arbeiten zu den aufgestellten Fragestellung zugeordnet und tabelliert. Dabei schließen sie, dass auch Remittances (und nicht nur das Erschließen neuer Rohstoffvorkommen) zur Holländischen Krankheit führen. Sie sehen bestätigt, dass Remittances zur Aufwertung des Wechselkurses („Ap­preciation“) führen und oft zu einer Deindustrialisierung, d.h. eine Abwanderung vom handelbaren Sektor in den nicht-handelbaren Sektor („Lower T/NT output“). Auch wenn in der Folge die Expor­te der Volkswirtschaft sich verringern, ist das nicht zwingend mit einem geringeren Wirtschaftsw­achstum gleich zu setzen, da die Binnenwirtschaft an Bedeutung gewinnt. (Magud, Sosa 2010)

Literature Review in Numbers: Dutch Disease Empirmi vs.Theoretical Papers

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Source Autho re cal culat io n s.

1/ n percent of total observatio ns. Numlerof observations in parenťiesis.

Abbildung 7: Folgen der Holländischen Krankheit (Magud, Sosa 2010)

Ferner gibt es auch positive Effekte aufgrund des aufgewerteten Wechselkurses. So werden Importe günstiger und somit bieten sich vermehrte Investitionsmöglichkeiten für heimische Unternehmen. Auch werden viele Staaten bei ihren Aufwendungen für zwingende (Lebensmittel-)Importe entlastet.

Alles in allem lässt sich nicht allgemein beurteilen, ob die Wechselkursänderungen den Empfänger­ländern langfristig schaden. Großteils hängt es dabei von der Struktur dieser ab, in wie fern sie pro­fitieren. Bei einer starken Exportorientierung ist zu erwarten, dass die mittelbaren Folgen der Re­mittances auf die Währung dieser schaden, da sich deren Exporte für das Ausland verteuern, was einen geringeren Absatz nach sich zieht. Die Bedeutung der Remittances in den exportorientierten Staaten istjedoch meist gering. Die Staaten mit einem hohen Remittancesanteil weisen in der Regel große Handelsbilanzdefizite auf, so dass zumindest kurzfristig Erleichterung beim Import die zu­sätzlichen Hindernisse im Export überwiegen. (WHO 2017)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bezüglich der langfristigen Auswirkungen hängt es in diesen Staaten dabei ab, ob der Spazierstock­effekt auftritt. Der Spazierstockeffekt ist in Abbildung 8 zu sehen. Demnach verändert sich die Han­delsbilanz bei einer Aufwertung der Währung, wie beschrieben zunächst positiv (von A zu В in Ab­bildung 8). Langfristig nimmt das Handelsbilanzdefizit zu und überschreitet das Ausgangsdefizit (nach Punkt C). Gründe für diese Entwicklung sind, dass sich die Handelsmenge langsamer anpasst als die Preise sich ändern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit sich ändert. In dessen Folge sich verbilligenden Importe, heimisch produzierte Güter verdrängen und die anhaltenden Importe somit einen verstärkten Abfluss von Devisen verursachen.

Der Spazierstockeffekt muss jedoch nicht auftreten. Möglich ist auch, dass die günstigeren Importe genutzt werden um in eine höhere heimische Produktivität zu investieren. Diese führt zu einem hö­heren Export und verhindert, dass sie das Handelsbilanzdefizit wieder aufbaut. (Gabler Wirtschafts­lexikon 2017b)

Eine Volkswirtschaft besteht nicht nur aus den einzelnen Haushalten und der Währung, mit deren Hilfe ein Handel zwischen ihnen stattfindet, sondern auch aus einer Regierung, die die Rahmenbe­dingungen aufstellt und teilweise aktiv in den Markt eingreift. Aufgrund ihrer übergeordneten Rolle auf die Wirtschaft und der enormen Größe in der möglichen Betrachtung als Wirtschaftsakteur, hat die Regierung eines Staates einen riesigen Einfluss auf dessen Entwicklung. Nachfolgend steht die Betrachtung der Auswirkungen von Remittances auf diese.

7. Remittances und Regierung

7.1. Remittances verändern die Anforderungen an die Regierung

Zu Beginn ist zu klären, welche Anforderungen eine Regierung erfüllen sollte. Der Zweck einer Re­gierung ist die Gewährleistung von (Rechts-)Sicherheit, Freiheit und Rahmenbedingungen, die dem Allgemeinwohl dienen. In Letzteres fallen dabei Investitionen, die der Allgemeinheit dienen und das Wirtschaftswachstum unterstützenjedoch von einzelnen Privatpersonen nicht getätigt werden würden, wie die Bereitstellung öffentlicher Güter. Zu weiteren Aktionsfeldern, die gedeckt sein sollten, gehören Investitionen in Einzelne, die der gesamten Wirtschaft helfen, beispielsweise in Form von Bildung oder sozialer Sicherung. (Konte 2016)

Bei der Betrachtung der Einkommensverteilung ist deutlich geworden, dass der Erhalt von Remit­tances für die betroffenen Haushalte eine erhöhte Einkommenssicherheit darstellt und zu einer Un­abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation im eigenen Land führt. Dementsprechend sind Re- mittancesempfänger ebenfalls zufriedener bezüglich ihrer eigenen finanziellen Situation und insge­samt optimistischer bezüglich der zukünftigen Gesamtsituation im eigenen Land. Weiter nehmen sie weniger aktiv im politischen Geschehen teil und üben, da sie insgesamt optimistischer sind, weniger Druck auf die Politik aus. Dies drückt sich unter anderem in einer geringeren Demonstrationsbereit­schaft aus. Außerdem gehen Remittancesempfänger seltener wählen und wenn sie es tun, wählen sie eher die aktuelle Regierung. (Germano 2013)

Aufgrund der relativen Unabhängigkeit der eigenen finanziellen Situation von der wirtschaftlichen Lage im eigenen Land, verursachen Remittances eine Prioritätenverschiebung bezüglich der Politikanforderungen in den Remittances erhaltenden Haushalte. Auf die Frage, welches das wich­tigste anzugehende Problem der Politik sei, werden von Remittancesempfänger viel seltener wirt­schaftliche Punkte genannt. Stattdessen liegt der Fokus vor allem auf sicherheitsrelevanten Punkten, wie das Vorgehen gegen organisierte Kriminalität. Auch in Subsahara-Afrika ist bei Remittances- empfängem ein generell höheres Bedürfnis bezüglich Sicherheit und Stabilität zu messen, da die Verlustangst der gesicherten Existenz größer ist. (Germano 2013, Konte 2016)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Note: The coefficients reported on each line are those obtained by dropping the country on that line. a Significant at 1%. b Significant at 5%. b Significant at 10%.

Tabelle 12: Demokratiebedürfnis in Verbindung mitRemittances in Subsahara-Afrika (Konte 2016)

Für Tabelle 12 wurden Umfragen in 20 verschiedenen Staaten in Subsahara-Afrika getätigt, in de­nen verschiedene politischen Ziele bewertet und aus denen ein Demokratiebedürfnis abgeleitet wur­de. Für die dargestellte Tabelle istjeweils das beschriebene Land aus der Betrachtung ausgeschloss­en, so dass die Korrelation für die restlichen 19 Staaten gilt. In der ersten Spalte ist eine signifikant - e, negative Korrelation zu sehen zwischen dem Erhalt von Remittances und dem Demokratiebedürfnis, unabhängig davon welches Land ausgeschlossen wird. Interessant ist der Zu­sammenhang vor dem Hintergrund, dass Remittances ein höheres Einkommen bedeuten. Mit einem höheren Einkommen und wirtschaftlicher Unabhängigkeit im generellenjedoch auch ein höheres Bedürfnis nach Freiheit einhergeht, diese Kausalitätjedoch durch den Erhalt von Remittances nicht mehr gilt. (Konte 2016)

7.2. Politikveränderungen und ihre Folgen für das wirtschaftliche Wachstum

Für das langfristige Wachstum einer Volkswirtschaft ist eine gute Regierungsführung unabdingbar. Adams und Klobodu (2016) stellen fest, dass eine freiere, demokratischere Regierung in der Regel auch ein höheres Wirtschaftswachstum bedeutet. Politische Freiheit ist dabei nicht zwingend für ein hohes Wirtschaftswachstum, wie beispielsweise Singapur oder aktuell Äthiopien zeigenjedoch oft­mals ein Indiz für wirtschaftliche Freiheit, die ein wichtiger Faktor für langfristiges Wirtschafts­wachstum ist. Eher schädlich für das Wirtschaftswachstum ist die Regierungsdauer einer Regierung. Je länger dieselbe Regierung steht, desto geringer werden tendenziell die Wachstumszahlen. Gerade in der Zeit nach einem Regierungswechsel nehmen die Wachstumsraten zu, was einerseits daran liegt, dass die Regierung erstmal seine „Macht“ festigen muss, auch durch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Andererseits kommen Regierungswechsel manchmal erst nach einer Konfliktsituation zu Stande, in der die Wirtschaft stagniert oder sogar geschrumpft ist. (Adams, Klobodu 2016)

Problematisch ist, dass der Zufluss von Remittances die Wahrscheinlichkeit eines Regierungswech­sels verringert bzw. die Regierungsdauer verlängert. Nicht nur, wie bereits beschrieben, in demokra­tischeren Staaten, sondern auch in autoritär geführten. Das geschieht indem Regierungen mit den Remittances ihre eigenen Ausgaben für die Bereitstellung von öffentlichen Gütern substituieren können. Die dadurch freiwerdenden Mittel werden dann vermehrt in die Beibehaltung des Status- quo investiert, in Militär, Sicherheit und Gehälter staatlicher Angestellte, die loyaler zur Regierung stehen. Dieser Effekt ist in allen Regierungsformen zu findenjedoch besonders ausgeprägt bei automatisch Geführten. (Ahmed 2012)

Verdeutlicht wird dies von Ahmed (2012) einerseits mittels der durchschnittlichen, staatlichen Aus­gaben in Abhängigkeit des Remittanceszufluss, welche in Tabelle 13 gelistet sind. Dabei nehmen die Ausgaben für Gehälter mit zunehmendem Remittanceszufluss zu, während die Ausgaben für öf­fentliche Güter tendenziell abnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

So liegt der Anteil für die Bereitstellung öffentlicher Güter in Ländern mit niedrigem Remittance- santeil bei durchschnittlich 38%, während er in Ländern mit höheren Remittancesanteilen abnimmt. Dem entgegen nehmen die Ausgaben für staatliche Gehälter, mit zunehmendem Remittances zu. Andererseits dient das Beispiel Jordaniens zur Verdeutlichung (s. Tabelle 14). In der zweiten Zeile sind die offiziellen Remittances (in Prozent des BIPs) zu sehen, welche mit 15,0% zwischen 1990 und 1994 und 20,2% zwischen 2000 und 2004 sehr hoch liegen, deutlich über den in Tabelle 13 ge­wählten Grenzen. Dementsprechend liegen auch die staatlichen Ausgaben für Gehälter (in der vier­ten Zeile) mit 62,9% bis 68,4% sehr hoch. Im betrachteten Zeitraum nehmen die staatlichen Ausga­ben für Gehälter zu, analog der Remittances. Nebenbei sinken währenddessen, aber auch die Ausga­ben für die Gewährleistung von öffentlichen Gütern und für das Gesundheitswesen (dritte bzw. sie­bente Zeile). (Ahmed 2012)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Verlagerung der staatlichen Ausgaben ist gleich einer Verringerung von staatlichen Investitio­nen, welche essenziell für das langfristige Wirtschaftswachstum sind. Fehlende Investitionen in Hu­mankapital verringern langfristige Produktivitätssteigerungen. Schleppender Infrastrukturausbau verringert die Investitionsbereitschaft privater Träger und hindert beim Anwerben von ADIs, wo­durch weiteres Wachstumspotential verschenkt wird. Ferner führen die höheren Löhne im staatli­chen Dienst zu größerer Konkurrenz für die heimische Privatwirtschaft, an deren Ende sie sich durch Anpassen des Lohnniveaus in ihrer eigenen internationalen Wettbewerbsfähigkeit schadet. Da das für die Gesamtwirtschaft kontraproduktive Verhalten dazu führt, dass sich auch schlechte Re­gierungen länger halten, entsteht weiterer Schaden für das langfristige Wachstum dadurch, dass Wachstumspotential durch den Wechsel, hin zu einer weniger autokratischen Regierung ungenutzt bleibt.

Weiter bedeuten Remittances auch ein Zufluss von harter Währung, also Währung die langfristig wertstabil bleibt und für die meisten Importe benötigt wird. Gerade in Ländern mit hoher Inflation und einem großen Handelsbilanzdefizit, ist der Zugriff auf harte Währung ein essenzielles Problem, da sonst wichtige Importe nicht getätigt werden können und so zum Entstehen einer Staatskrise füh­ren kann. Dies führtjedoch auch dazu, dass große Strukturprobleme in der heimischen Wirtschaft überschattet oder zumindest soweit verringert werden, dass sich deren Lösung hinausgezögert.

Zusammenfassend besitzen Remittances ein großes Wachstumspotential, auch weil sie die Regie­rung in vielen Ausgabenbereichen entlasten, beispielsweise bezüglich sozialer Sicherung und somit Platz für Investitionen schaffen, welche langfristiges Wirtschaftswachstum ermöglichen. Das Nut­zen des Wachstumspotential bedarfjedoch einer guten Regierungsführung, die einerseits ihre eige­nen Ausgaben dementsprechend anpasst und andererseits auch versucht die empfangenden Haushal­te bei deren Verwendung zu steuern, so dass mit ihnen langfristig nutzende Investitionen getätigt werden. Ein Beispiel hierfür ist der Versuch der mexikanischen Regierung mit dem „3x1 Pro­gramm“. Dabei können Emigranten aus dem Ausland Geld in gemeinnützige Projekte ihrer Wahl in­vestieren, wie beispielsweise Bildungseinrichtung oder Sportanlagen, die bei Genehmigung mit der dreifachen Summe von der Regierung gefördert werden. So soll ein Teil der Remittances der Allge­meinheit zu Gute kommen, anstatt nur einem Haushalt. (Ambrosis, Zeeb 2009)

Meistens wird das Wachstumspotential der Remittances aber nicht genutzt, sondern sie verursachen sogar einen „Ressourcenfluch“. Das liegt daran, dass sie schlechtere Regierungsführungen ermögli­chen. Die empfangenden Haushalte entkoppeln sich von der wirtschaftlichen Situation im Land, be­anspruchen weniger staatliche Unterstützung und entfremden sich von der eigenen Politik. Der Staat muss weniger Verpflichtungen nachkommen, weswegen er weniger auf (Steuer-)Einnahmen angewiesen ist und ein geringeres Bedürfnis empfindet wirtschaftliches Wachstum zu erzielen. Folglich sorgen die Remittances für eine schlechtere Regierungsführung und wirken über den Re­gierungskanal mittelbar kontraproduktiv für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung der Emp­fängerländer. (Konte 2016)

8. Entwicklungshilfe

8.1. Fördert Entwicklungshilfe die langfristige wirtschaftliche Entwicklung?

Kurz auf die Einleitung zurückgegriffen und kurz zusammengefasst, sind Remittances meist ein Geldtransfer aus wohlhabenderen Ländern in Entwicklungsländer zur Unterstützung der dort heimi­schen Bevölkerung. Eine weitere Form dieses Geldtransfers ist die Entwicklungshilfe.

Als Entwicklungshilfe versteht sich die Bereitstellung von finanzieller, technischer und personeller Leistungen von staatlicher Seite, die in erster Linie zur Verbesserung der Lebenssituation und wirt­schaftlichen Entwicklung in den Empfängerländern dienen. Was alles unter diese Definition fällt ist sehr breit gefächert. So beinhaltet Entwicklungshilfe auch die anfallenden Verwaltungskosten im Geberland, den Erlass von Schulden aus früher gewährten Darlehen, Forschungskosten zu Entwick­lungsländer spezifischen Themen, Studienfinanzierung für ausländische Studenten und die Unter­haltskosten für Flüchtlinge im ersten Jahr. Unterstützungen privater Seite oder über NGOs sind bei der Berechnung der Entwicklungshilfejedoch ausgeschlossen. (OECD 1972, Brühl 2013)

Allgemein bekannt ist Entwicklungshilfe in der Regel durch herausstechende Beispiele, die es in verschiedene Internet- oder Zeitungsartikel schaffen. So wird dann darüber berichtet, dass dieselbe Straße von verschiedenen Ländern finanziert wurde, so dass der Großteil der Hilfe in unbekannte Taschen versickert sei oder dass subventionierte Hilfslieferungen den lokalen Produzenten und Ver­käufern schaden würden. Dies sindjedoch nur einzelne, extreme Beispiele für Auswirkungen von Entwicklungshilfe und im Folgenden sollen allgemeinere Auswirkungen bestimmt werden.

Generelle Auswirkungen von Entwicklungshilfe auf die langfristige Entwicklung in den Empfän­gerländern sind umstritten. Es gibt verschiedene Studien, die alle möglichen Thesen unterstützen. Die Thesen reichen davon, dass Entwicklungshilfe immer positive Auswirkungen auf das Empfän­gerland hat bis dazu, dass Entwicklungshilfe irrelevant bis hinderlich für die langfristige Entwick­lung des Empfängerlandes ist. (Dreher 2016)

Am wahrscheinlichsten ist es, dass die Auswirkungen von Entwicklungshilfe, abhängig von exter­nen Faktoren sind und irgendwo dazwischen liegen. Dementsprechend ergeben sich die unter- schiedlichen Ergebnisse, durch die Betrachtung unterschiedlicher Rahmenbedingung in den einzel­nen Ländern und Regionen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine Zusammenfassung verschiedener Studien, die die Auswirkungen von Entwicklungshilfe auf das Wirtschaftswachstum untersucht haben, ist in Tabelle 15zu sehen. Dabei ist in der ersten Zeile die Verteilung der Ergebnisse von 68 verschiedenen Studien zu sehen. Demnach bescheinigen 46% der Studien, der Entwicklungshilfe eine (meist sehr geringe) positive Rolle für das Wirtschafts­wachstum, während 54% die Auswirkungen der Entwicklungshilfe als insignifikant bis negativ se­hen. (Doucouliagos, Paldam 2007)

Weiter sehen Doucouliagos und Paldam (2007) einen Trend zu einer Irrelevanz von Entwicklungs­hilfe in der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung. Diese ergibt sich aus Abbildung 9. In dieser wurden die Ergebnisse der betrachteten Studien chronologisch geordnet. Dabei nimmt in den Studi­en sowohl positive und negative Korrelationen von Entwicklungshilfe und Wirtschaftswachstum im Laufe der Zeit betragsmäßig ab. Begründet wird dieser Trend auch damit, dass früher eine positive­re Erwartungshaltung bezüglich der Auswirkung von Entwicklungshilfe bestand und diese die Stu­dienergebnisse beeinflussten. (Doucouliagos, Paldam 2007)

Auch Mallik (2008) erhält bei der Betrachtung der ärmsten sechs Länder in Afrika, die zumindest theoretisch das größte Wachstumspotential haben, kein positives Bild. Trotz teilweise 35 Jahre lang gewährleisteter Entwicklungshilfe sind diese Länder weiterhin von Armut geprägt und das BIP/Kopf im betrachteten Zeitraum ist konstant geblieben oder hat sogar abgenommen. (Mallik 2008)

The trend is the regression:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

0.185 -0.00027/ (9.7) (-4.4)

Chronological order, t

Time series graph oí aid-growth effects: Looking tor μ(Ν)—*·μ.

Abbildung 9: Chronologische Ordnung der Studien zur Korrelation von Entwicklungshilfe und Wirtschaftswachstum (Doucouliagos, Paldam 2007)

8.2. Die Hintergründe der unterschiedlichen, meist geringen Wirkung von Entwicklungshilfe

Ein äußerst relevanter Aspekt in dieser Betrachtung ist dabei in der Definition der Entwicklungshil­fe zu finden. Wie bereits beschrieben ist der Begriff der Entwicklungshilfe sehr dehnbar und kann viele verschiedene Formen beinhalten. Theoretisch kann Entwicklungshilfe auch geleistet werden, ohne dass Geld das Geberland überhaupt verlässt.

Praktisch fließt trotzdem viel Geld in die Entwicklungsländer und es gibt Ursachen für die unter­schiedliche Wirkung. Da Entwicklungshilfe von staatlicher Seite an staatliche Seite fließt, haben beide Seiten entscheidenden Einfluss auf deren Verwendung und damit auf deren Auswirkungen. Auf die enge Verbindung der Entwicklungshilfe und die Regierung im Empfängerland sind viele Studien eingegangen. In Abbildung 10 haben Burnside und Dollar (2004) die Korrelationsergebnis­se verschiedener Länder injeweils drei gleich große Gruppen, nach Höhe der erhaltenen Entwick­lungshilfe und ihrer Regierungsführung sortiert. Dabei ist ein deutlicher Einfluss der Regierungs­führung auf die Wirkung der Entwicklungshilfe zu erkennen. Während bei guter Regierungsführung sich das Wachstum durch den Zufluss von Entwicklungshilfe im Schnitt erhöht, sorgt der Zufluss von Entwicklungshilfe bei schlechter Regierungsführung zu einer Verringerung der Wachstumsrate. Ferner erklären sie, dass in einem armen Land mit guter Regierungsführung, Entwicklungshilfe in Höhe von 1% des BIPs des Empfängerlandes zu einer nachhaltigen Steigerung der Wachstumsrate um 0,5% führt. (Burnside, Dollar 2004)

Unmittelbare Folge der Entwicklungshilfe ist eine Erhöhung der Staatsausgaben. Diese zusätzlichen Ausgaben müssenjedoch sinnvoll investiert werden, um langfristiges Wachstum zu erzielen. Oft­mals werden diese sehr kurzfristig investiert oder als Substitution für laufende Ausgaben verwendet, um das Staatsdefizit zu verringern. Diese These wird auch dadurch gestärkt, dass sich die staatliche Investitionsquote nur äußerst selten durch den Zufluss von Entwicklungshilfe erhöht. Die sehr kurz­sichtige Verwendung, der Entwicklungshilfe ist auch dem Verhalten der Geberländer geschuldet, die trotz konstanter Leistung von Entwicklungshilfe ihre Empfängerländer häufig wechseln, auch auf­grund eigener Interessen. Die Empfängerländer können daher nicht mit einem sicheren Zufluss rechnen, weshalb das Risiko für dauerhafte Ausgabenerhöhungen, beispielsweise für ein besseres Bildungssystem, sehr hoch sind. (Esterly 2003, Mallik 2008)

Weiteren großen Einfluss auf die Verwendung haben die Geberländer in dem sie entscheiden wie viel Gelder, an welche Regierung fließen und nicht selten stellen sie ihrerseits Bedingungen. Vor diesem Hintergrund gibt es auch verschiedene Intentionen für die Gewährleistung der Entwick­lungshilfe, die zu verschiedenen Auswirkungen führen. Je offener das Geberland gegenüber Immi­gration aus dem Empfängerland ist oder war, desto größer sind die Auswirkungen der dazwischen fließenden Entwicklungshilfe. Durch die erfolgte Migration entstehen Verflechtungen zwischen bei­den Staaten, die ein gegenseitig wirtschaftliches und politisches Interesse fördern, weswegen der ei­gene Nutzen für die erfolgreiche Verwendung der Entwicklungshilfe größer ist.

Andererseits ist bei politischer Motivation der Entwicklungshilfe, deren Auswirkung auf das lang­fristige Wirtschaftswachstum geringer bis negativ. Außenpolitisch relevante Länder erhalten mehr Entwicklungshilfejedoch wird ihnen in der Regel freie Hand über deren Verwendung gewährt, weswegen diese häufiger in Korruption und Misswirtschaft versickern. (Minasyan, Nunnenkamp 2015, Dreher 2016)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein weiteres Problem ist, dass die eigentlichen Nutznießer der Entwicklungshilfe, die jeweilige Be­völkerung des Empfängerlandes, keinen Einfluss auf deren Verwendung haben, obwohl sie oftmals am besten wissen wie ihnen geholfen werden kann. (Easterly 2003)

Insgesamt sind die Auswirkungen von Entwicklungshilfe sehr stark von den betroffenen Regierun­gen abhängig, weshalb es sowohl positive als auch negative Beispiele gibt. Weitere Gründe für un­terschiedliche Ergebnisse liegen in der sehr breiten Definition von Entwicklungshilfe und in den verschiedenen Rahmenbedingungen der Empfängerländer. Des weiteren sind viele mögliche kausa­le Zusammenhänge nicht genau bestimmbar. Wird Entwicklungshilfe vor allem in strukturschwache Länder, mit niedrigen Wachstumsraten gesendet und korreliert deswegen nicht mit Wirtschafts­wachstum? Oder ersetzt in einem anderen Fall die Entwicklungshilfe eine ansonsten getätigte ADI? All das sorgt dafür, dass sich nur selten positive Auswirkungen von Entwicklungshilfe auf das lang­fristige Wirtschaftswachstum feststellen lassen. (Mallik 2008)

8.3. Erfüllt Entwicklungshilfe sein Ziel?

Um ein weiteres Mal auf die Definition der Entwicklungshilfe zurückzukommen, so ist die Intenti­on für Entwicklungshilfe sehr vielseitig. Natürlich wird sie auch verwendet als „Hilfe zur Selbsthil­fe“, also um in den Empfängerländern eigenständiges dauerhaftes Wirtschaftswachstum zu ermögli­chen. Nichtsdestotrotz spielt Eigeninteresse der Geberländer oft eine wichtige Rolle. Auch wenn das Ziel langfristiges Wirtschaftswachstum ist, spielen nicht selten Gedanken mit, wie die Schaffung ei­nes weiteres Absatzmarktes oder die Entlastung von Migrationsrouten für das Geberland. Andere Ziele von Entwicklungshilfe sind beispielsweise Kontaktpflege und Einflussnahme aufRegierungs­entscheidungen im Empfängerland, indirekte Bezahlung für die Bekämpfung von Kriminalität oder Aufnahme von Migranten oder die akute Bekämpfung von humanitären Notsituationen in Folge von Krieg oder anderen Umweltkatastrophen. In all diesen Fällen kann Entwicklungshilfe sein Ziel er­füllen und trotzdem nicht für langfristiges Wirtschaftswachstum sorgen. (Easterly 2003)

9. Ergebnis

Auch wenn sowohl Remittances als auch Entwicklungshilfe meist einen Devisenfluss von einem In­dustrieland in ein Entwicklungsland beinhalten, so unterscheiden sie sich vor allem dadurch dass Entwicklungshilfe von einem Staat an eine andere Regierung fließt, während Remittances von Pri­vatperson an Privathaushalt fließen. Daraus ergibt sich, dass es bei Remittances viel mehr Entschei- der gibt, die Einfluss auf die Verwendung und Auswirkungen des Zuflusses haben und damit auch mehr Rahmenbedingungen die Auswirkungen beeinflussen. Dem entgegen werden die Auswirkungen der Entwicklungshilfe insbesondere durch die zuständigen Regierungen bestimmt. Insgesamt erfüllen Remittances häufiger ihren Zweck als Entwicklungshilfe, was teilweise der eindimensionalen Zielsetzung der Remittances zu verdanken ist, die fast immer eine direkte Verbesserung des sozialen Standes des Empfängerhaushaltes ist.

Auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung haben bis auf einzelne Ausnahmen, sowohl Remit­tances als auch Entwicklungshilfe einen geringen Einfluss in den Empfängerländern. Der Einfluss istjedoch nur schwer bestimmbar, da bereits viele unmittelbare Auswirkungen nicht absehbar sind und die realen Auswirkungen somit von den hier beschriebenen abweichen können.

Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben sind besonders bei der Entwicklungshilfe die Auswirkun­gen auf langfristiges Wirtschaftswachstum auch deshalb sehr gering, weil dies oft nicht ihr Primär­ziel ist. Dieser Zusammenhang lässt sich teilweise auf die Remittances übertragen, denn auch bei Remittances ist die Intention oft eine andere als für langfristiges wirtschaftliches Wachstum in der Heimat des Gebers zu sorgen. Vielmehr geht es um die Rückzahlung der Migrationskosten, Verbes­serung der Lebenssituation der Familie oder die Vorsorge für die eigene Rückkehr, welche zumin­dest über Umwege der langfristigen Entwicklung förderlich sein können. (Mussil 2010)

Für mich ergeben sich insgesamt leicht positive Auswirkungen der Remittances auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung in den Empfängerländern. Bedauerlicherweise sind die Auswirkungen nicht deutlich positiver, da der Zufluss von Remittances an sich ein enormes Wachstumspotential beinhaltet, dasjedoch kaum genutzt wird.

Sicher problematisch hingegen sind die mittelbaren Auswirkungen der Remittances auf die Regie­rungsführung. Insbesondere da die Regierung maßgeblich für die Schaffung der grundlegenden Rahmenbedingungen ist, die langfristig wirtschaftliches Wachstum ermöglichen. Ohne den Ausbau von technischer und sozialer Infrastruktur, wie beispielsweise der Energieversorgung, Bildung oder Gesundheit, ist kein langfristiges Wirtschaftswachstum zu erreichen. (Burnside, Dollar 2004)

Die durch Remittances indizierte wirtschaftliche Unabhängigkeit verursacht eine Prioritätenver­schiebung bei den betroffenen Haushalten, hin zu mehr öffentlicher Sicherheit, so dass ein geringe­res Interesse an Investitionen in andere Bereiche vorliegt. Außerdem führen die Remittances zur teilweisen Auskopplung der empfangenden Haushalte aus der Gesellschaft und vor allem zur Ent­fremdung von der Regierung. Einerseits wird das aus Remittances erhaltene Einkommen nicht ver­steuert, auf der anderen Seite übernehmen die Remittances viele Aufgaben von staatlicher Seite. Die Remittances stellen ganz klar eine soziale Sicherung für die empfangenden Haushalte dar. Auch wenn sie Armut nur bedingt reduzieren, so reduzieren sie das Risiko in die Armut zu geraten erheb­lich. Weiter ermöglichen sie fehlende staatliche Investitionen in das Bildungs- und Gesundheitswe- sen zu decken. Praktisch geschieht das oft nur in einem Rahmen der dem der Nicht-Remittances empfangenden Haushalte entspricht. Wenn die Regierung durch beispielsweise mangelnden Infra­strukturausbau, die Schaffung nötiger Rahmenbedingungen für langfristige Entwicklung, aufgrund fehlender Verpflichtungen nicht vorantreibt, hindern die Remittances über den Regierungskanal das langfristige Wirtschaftswachstum im Empfängerland.

Auf die restlichen betrachteten Kanäle fallen die Auswirkungen der Remittances positiver aus. Die Einkommensverteilung im Empfängerland wird, wie auch die Ausgabenstruktur sehr unterschied­lich beeinflusst, aber überwiegend positiv für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Auswirkungen sind dabei vor allem abhängig von der vorzufindenden Selektion bei der Emigration aus dem Emp­fängerland. Diese Selektion beeinflusst entscheidend die Verteilung der empfangenden Haushalte im Empfängerland, dieje nach eigenem sozialen Stand ein anderes Konsum- und Investitionsprofil haben. Vor allem bei dem Erhalt von Remittances in wohlhabenderen Haushalten, sorgen sie für ein Ansteigen der langfristig orientierten Investitionen. Die Einkommensverteilung wird vorrangig dann durch den Erhalt der Remittances ausgeglichener, wenn eine sehr positive oder negative Se­lektion bei der Emigration aus dem Empfängerland stattfindet.

Die Auswirkungen auf den Bildungskanal beeinflussen viele Faktoren. So zählen hierzu die erwar­tende Rendite für weitere Bildung, der Bildungsstand des empfangenden Haushaltes und die vor­herrschende Bildungsqualität im Empfängerland. Einzig in Mexiko, wo ein hohes Emigrationsinter­esse, sowie niedrige Bildungsrendite im Falle einer Emigration in den empfangenden Haushalten vorherrscht, wirken die Remittances negativ auf die Bildungsinvestitionen. In allen anderen betrachteten Ländern führt der Zufluss von Remittances zu gleichbleibenden bis höheren Bil­dungsinvestitionen.

Der Betrachtung der Remittances auf die Währung des Empfängerlandes ist etwas anders. Die Re­mittances führen zwar klar zu einer Aufwertung der heimischen Währung gegenüber anderen Wäh­rungen, jedoch ist die Kausalkette nicht eindeutig. Die Aufwertung kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft des Empfängerlandes haben.

Welche davon überwiegen istje nach Wirtschaftsstruktur des betrachteten Landes unterschiedlich. Primär spielt hier die Bedeutung des exportierenden und handelbaren Sektors eine Rolle. Je weniger ausgeprägt diese sind, desto positiver sind die Auswirkungen der Remittances auf deren Wirt­schaftswachstum.

Abschließend zusammengefasst spielen zu viele Faktoren, in der Betrachtung der Auswirkungen der Remittances auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung eine Rolle, als das ein eindeutiges Fa­zit gezogen werden kann. Die beeinflussenden Faktoren gehen über die hier, im Rahmen dieser Ba­chelorarbeit, Betrachteten hinaus. Als wichtigster Einflussfaktor ergibt sich aus dieser Arbeit die Se­lektion bei der Emigration, wodurch ein Großteil der unterschiedlichen Auswirkungen zu erklären sind.

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60 von 60 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen von Remittances auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung der Empfängerländer
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
60
Katalognummer
V412500
Dateigröße
2131 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Remittances, Geldrücküberweisungen, Entwicklungsländer, Migration
Arbeit zitieren
Mustafa Abd Alla (Autor), 2017, Auswirkungen von Remittances auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung der Empfängerländer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412500

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