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Der IWF - Schatten der Globalisierung ? Eine kritische Auseinandersetzung mit den zentralen Aussagen von Joseph Stiglitz ' "Die Schatten der Globalisierung"

Title: Der IWF - Schatten der Globalisierung ? Eine kritische Auseinandersetzung mit den zentralen Aussagen von Joseph Stiglitz ' "Die Schatten der Globalisierung"

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Magister Artium Roland Sonntag (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Katalysiert durch die skandalträchtige Berichterstattung über die gewälttätigen Proteste im Rahmen der Tagungen des WTO in Seattle 1999 und im Zuge des G8-Wirtschaftsgipfels in Genua 2001 hat die Kritik an der Arbeit der internationalen Finanzinstitutionen, insbesondere des IWF, der Weltbank und der WTO Einzug in den öffentlichen Diskurs gehalten. Bis dato weithin unbekannte NGO’s wie Attac erhielten ein Forum, um für die negativen Begleiterscheinungen einer weitgehend von Finanz-, und Handelsinteressen getragenen Globalisierung der internationalen Kapital– und Handelsströme eine breitere Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Unterstützung erhielten die Globalisierungskritiker im Jahre 2002 von unerwarteter Seite: Joseph Stiglitz, einer der renommiertesten Wirtschaftswissenschaftler der Gegenwart, Nobelpreisträger und Ex – Chefvolkswirt der Weltbank, übte in seinem Buch "Globalization and its Discontents " überaus scharfe Kritik an der Arbeit der internationalen Finanzinstitutionen, vor allem am Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Neo–Keynesianer Stiglitz kommt zu dem vernichtenden Urteil, dass der IWF mit seiner Wirtschaftspolitik seinen Auftrag, die Welt vor zukünftigen Wirtschaftskrisen zu schützen und die Stabilität der Weltwirtschaft zu gewährleisten, verfehlt habe.
Im Rahmen meiner Seminararbeit werde ich zunächst die zentralen Aussagen des überaus
kontrovers diskutierten Buches mit dem deutschen Titel „Die Schatten der Globaliserung“ vorstellen, ehe
die von Joseph Stiglitz aufgeworfene Kritik am IWF, auf ihre Stichhaltigkeit untersucht werden soll.
So werde ich zunächst jene Argumente vorstellen, welche Stiglitz’ Kritik an der Arbeit des IWF relativieren bzw. ihr zum Teil massiv widersprechen. Im Zentrum steht dabei eine Auseinandersetzung mit den stiglitzschen, neo–keynesianisch geprägten Vorstellungen der Wirtschaftspolitik.
Anschließend werde ich jene Argumente vortragen, welche die Kritik Stiglitz’ stützen bzw. noch weiter verschärfen. Dabei werde ich insbesondere die Schwachstellen des Washington Consensus in den Focus meiner Untersuchung stellen. Im Fazit der Seminararbeit werde ich eine abschließende Beurteilung der stiglitzschen Argumentation in „Schatten der Globalisierung“ vornehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung:

1. Die zentralen Aussagen von Stiglitz in "Schatten der Globalisierung"

1.1. Gebrochen Versprechen

1.2. Der Wandel der internationalen Finanzinstitutionen

1.3. Die Implementierung des Washington Consensus und sein Scheitern

1.4. Die Rolle des IWF im Zuge der Ostasienkrise

1.5. Die Rolle des IWF in Russland

1.6. Stiglitz' Vorschläge zur Reform des IWF

1.6.1 Das Governance - Problem

1.6.2. Abkehr vom Washington Consensus

1.6.3. Zurück zum ursprünglichen Auftrag

2. Eine Analyse der Kritik Joseph Stiglitz'

2.1. Argumente gegen die zentralen Thesen von Joseph Stiglitz

2.1.1 Der IWF ist nicht gescheitert

2.1.2 Kritik an Stiglitz' neo - keynesianischer Haltung

2.1.3. Kritik an Stiglitz Analyse zur Ostasien -, und Russlandkrise

2.1.4. Weitere kritische Anmerkungen

2.2. Argumente für die zentralen Thesen von Joseph Stiglitz

2.2.1. Das Scheitern des IWF

2.2.2. Die Defizite des Washington Consensus

2.2.3. Die Rolle von Sonderinteressen

2.2.4. Der Mangel an Demokratie und Transparenz

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit setzt sich kritisch mit den zentralen Thesen von Joseph Stiglitz in seinem Buch „Die Schatten der Globalisierung“ auseinander, um die Rolle und das Wirken internationaler Finanzinstitutionen wie des IWF zu hinterfragen. Ziel ist es, Stiglitz' scharfe Kritik an der Wirtschaftspolitik des IWF sowie am Washington Consensus darzustellen und diese anschließend auf ihre Stichhaltigkeit hin zu analysieren.

  • Die Rolle des IWF und der Weltbank in der Weltwirtschaft
  • Das Scheitern des Washington Consensus bei der ökonomischen Transformation
  • Die Auswirkungen der Liberalisierung auf Krisen in Asien und Russland
  • Die Notwendigkeit und Möglichkeiten einer Reform der internationalen Finanzinstitutionen

Auszug aus dem Buch

1.2. Der Wandel der internationalen Finanzinstitutionen

Um die negativen Begleiterscheinungen des Prozesses der Globalisierung verstehen zu können, so Stiglitz, müsse „man die drei wichtigsten Institutitionen betrachten, die die Globalisierung lenken: den Internationalen Währungsfonds, die Weltbank und die Welthandelsorganisation.“10, wobei er sich in seinem Buch, vor allem auf die Rolle des IWF und der Weltbank konzentriert.

Stiglitz erinnert an die ursprüngliche Aufgabenzuweisung des IWF: Nämlich „die Stabilität der Weltwirtschaft zu gewährleisten“11 und einer neue Weltwirtschaftskrise wie in den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts vorzubeugen. Seine Aufgabe sei es, „ internationaler Druck auf Länder aus zuüben, die keinen angemessenen Beitrag zur Aufrechterhaltung der globalen Gesamtnachfrage leisteten und so ihre Volkswirtschaft in eine Rezession trudeln ließen.“12 Zudem sollte er gegebenenfalls von einem Abschwung bedrohte Länder „mit Liquidität in Form von Krediten versorgen.“13

Allerdings habe sich der IWF seit seiner Gründung stark verändert: „Während sein Handeln ursprünglich von der Überzeugung getragen war, dass die Märkte oftmals nicht störungsfrei funktionierten, predigt er heute mit ideologischer Inbrunst die Überlegenheit des Marktes.“14 Zudem stelle er, statt, wie angedacht, die Länder zu einer expansiven Wirtschaftspolitik zu drängen, sogar „in der Regel nur dann Mittel bereit, wenn sich Länder zu einer kontraktiven Wirtschaftspolitik“15 verpflichteten.

So wurde unter maßgeblichem Einfluss der neokonservativen Regierungen Reagan und Thatcher in den USA bzw. Großbritannien in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts „die keynesianische Einstellung des IWF, die Marktversagen und die Rolle des Staates bei der Schaffung von Arbeitsplätzen betonte, [...] durch das Mantra der freien Marktwirtschaft ersetzt“16, das als „Teil des neuen „Washington Consensus“ eine völlig neue Herangehensweise an Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung und Stabilisierung signalisierte.“17

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kritik am IWF und der Weltbank ein, die durch globale Proteste und Joseph Stiglitz' Werk verstärkt wurde, und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.

1. Die zentralen Aussagen von Stiglitz in "Schatten der Globalisierung": Dieses Kapitel erläutert Stiglitz' Vorwurf, dass der IWF seine ursprünglichen Ziele verfehlt habe, und analysiert die Kritik am Washington Consensus sowie an der Rolle des IWF in Asien und Russland.

1.1. Gebrochen Versprechen: Stiglitz argumentiert, dass die Globalisierung für viele Länder nicht den versprochenen Wohlstand brachte, sondern soziale Desintegration und Instabilität, wodurch der IWF seinen Auftrag verfehlte.

1.2. Der Wandel der internationalen Finanzinstitutionen: Das Kapitel beschreibt den historischen Wandel des IWF von einer Institution zur Sicherung globaler Stabilität hin zu einem Akteur, der ideologisch marktliberale Politik durchsetzt.

1.3. Die Implementierung des Washington Consensus und sein Scheitern: Es wird dargelegt, wie die einseitigen Reformvorgaben des IWF oft zu Rezessionen und dem Verlust der wirtschaftlichen Souveränität in den betroffenen Ländern führten.

1.4. Die Rolle des IWF im Zuge der Ostasienkrise: Stiglitz kritisiert, dass der IWF durch das Drängen auf Kapitalmarktliberalisierung und verfehlte Auflagen die Krise in Asien eher verschlimmert als gelöst habe.

1.5. Die Rolle des IWF in Russland: Die Anwendung der Schocktherapie und übereilte Privatisierung werden hier als Hauptfaktoren für den wirtschaftlichen Niedergang und die soziale Krise im post-sowjetischen Russland identifiziert.

1.6. Stiglitz' Vorschläge zur Reform des IWF: Stiglitz fordert eine grundlegende Neuausrichtung der internationalen Institutionen hinsichtlich Governance, Transparenz und einer Rückkehr zu wachstumsorientierten, weniger restriktiven Strategien.

1.6.1 Das Governance - Problem: Dieses Unterkapitel thematisiert die undemokratischen Entscheidungsstrukturen des IWF, bei denen Industrienationen und Sonderinteressen dominieren.

1.6.2. Abkehr vom Washington Consensus: Es wird argumentiert, dass Erfolgsbeispiele wie Polen oder China zeigen, dass eine Abkehr von den starren Vorgaben des IWF für eine stabile Entwicklung notwendig ist.

1.6.3. Zurück zum ursprünglichen Auftrag: Stiglitz plädiert für eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Rolle des IWF, Marktversagen abzumildern und soziale Gerechtigkeit zu fördern, statt als Akteur der Allzuständigkeit zu agieren.

2. Eine Analyse der Kritik Joseph Stiglitz': In diesem Kapitel werden Gegenargumente von Kritikern Stiglitz' beleuchtet, die seine Analysen als einseitig oder zu stark keynesianisch geprägt empfinden.

2.1. Argumente gegen die zentralen Thesen von Joseph Stiglitz: Die Kritiker betonen, dass der IWF weiterhin eine unverzichtbare Funktion im globalen Krisenmanagement wahrnehme und die von Stiglitz geforderte Geldpolitik zur Inflation führen könne.

2.1.1 Der IWF ist nicht gescheitert: Argumentiert wird hier, dass der IWF und die Weltbank trotz Mängeln notwendige Stabilitätsanker und Treibstoffe für die Weltwirtschaft darstellen.

2.1.2 Kritik an Stiglitz' neo - keynesianischer Haltung: Kritisiert wird, dass Stiglitz die Rolle von Regierungsversagen in den Krisenländern vernachlässige und seine Lösungsvorschläge zu einfach seien.

2.1.3. Kritik an Stiglitz Analyse zur Ostasien -, und Russlandkrise: Die Gegenseite macht politisches Missmanagement und Korruption in den Ländern selbst verantwortlich, nicht primär die IWF-Rezepte.

2.1.4. Weitere kritische Anmerkungen: Es wird darauf hingewiesen, dass der IWF bereits Fehler eingestanden habe und Stiglitz' Forderungen nach Transparenz in der Finanzwelt teils als unrealistisch angesehen werden.

2.2. Argumente für die zentralen Thesen von Joseph Stiglitz: Dieser Abschnitt stützt Stiglitz' Diagnose, indem er die Verschärfung der Armut und das Versagen der Standardmethoden belegt.

2.2.1. Das Scheitern des IWF: Die drastische Zunahme von absoluter Armut in vielen Regionen wird als Beleg für das Scheitern der bisherigen Politik des IWF angeführt.

2.2.2. Die Defizite des Washington Consensus: Hier werden die strukturellen Schwächen des Consensus-Reformpakets, wie die Ausblendung von Verteilungsfragen und institutionellen Voraussetzungen, detailliert.

2.2.3. Die Rolle von Sonderinteressen: Aufgezeigt wird, wie der IWF häufig Instrumente zur Durchsetzung der Interessen wohlhabender Industrienationen und Finanzkreise fungiert.

2.2.4. Der Mangel an Demokratie und Transparenz: Stiglitz' Vorwurf eines eklatanten Demokratiedefizits bei den BWI-Zwillingen wird durch die ungleiche Stimmrechtsverteilung untermauert.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Stiglitz zwar keine völlig neuen Erkenntnisse liefert, aber die Heuchelei in der Globalisierungsdebatte erfolgreich entlarvt, auch wenn seine Reformvorschläge politisch schwer umsetzbar erscheinen.

Schlüsselwörter

IWF, Weltbank, Globalisierung, Stiglitz, Washington Consensus, Ostasienkrise, Russlandkrise, Neo-Keynesianismus, Marktwirtschaft, Privatisierung, Governance, Entwicklungshilfe, Kapitalmarktliberalisierung, Finanzkrisen, Demokratiedefizit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht eine kritische Auseinandersetzung mit dem Werk "Die Schatten der Globalisierung" von Joseph Stiglitz und beleuchtet dessen Sicht auf das Wirken internationaler Finanzorganisationen wie des IWF.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Kritik am Washington Consensus, dem Wandel der Rolle des IWF, der Verantwortung für Krisen in Asien und Russland sowie den Reformforderungen an diese Institutionen.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Thesen von Joseph Stiglitz detailliert darzustellen und diese auf ihre inhaltliche Stichhaltigkeit hin zu prüfen, indem auch Gegenargumente von Kritikern in die Untersuchung einbezogen werden.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine literaturgestützte, kritische Auseinandersetzung und Analyse der wissenschaftlichen Argumentation, bei der unterschiedliche Perspektiven zu den Stiglitzschen Thesen gegenübergestellt werden.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die zentralen Aussagen von Stiglitz, die Analyse dieser Kritik durch externe Experten sowie die stützenden Argumente für seine Thesen, unterteilt in verschiedene inhaltliche Unterpunkte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind IWF, Globalisierung, Washington Consensus, Finanzkrisen, Governance, Demokratiedefizit und wirtschaftliche Souveränität.

Welche spezifische Rolle spielt der Washington Consensus in der Arbeit?

Der Washington Consensus wird als das Standard-Reformpaket identifiziert, dessen "grandioses Versagen" Stiglitz belegt, indem er auf die negativen Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung und soziale Stabilität in den betroffenen Ländern hinweist.

Wie bewertet der Autor die Umsetzbarkeit der Stiglitzschen Reformvorschläge?

Im Fazit äußert der Autor Skepsis bezüglich der kurzfristigen Umsetzung der Reformvorschläge von Stiglitz, da weder die USA noch andere Industrienationen bereit seien, ihre faktischen Vetorechte oder ihren Einfluss aufzugeben.

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Details

Title
Der IWF - Schatten der Globalisierung ? Eine kritische Auseinandersetzung mit den zentralen Aussagen von Joseph Stiglitz ' "Die Schatten der Globalisierung"
College
University of Freiburg  (Institut für Neuere und Neueste Geschichte)
Course
Hauptseminar Neuere und Neueste Geschichte
Grade
1,2
Author
Magister Artium Roland Sonntag (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V41253
ISBN (eBook)
9783638395496
Language
German
Tags
Schatten Globalisierung Eine Auseinandersetzung Aussagen Joseph Stiglitz Schatten Globalisierung Hauptseminar Neuere Neueste Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Roland Sonntag (Author), 2005, Der IWF - Schatten der Globalisierung ? Eine kritische Auseinandersetzung mit den zentralen Aussagen von Joseph Stiglitz ' "Die Schatten der Globalisierung", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41253
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