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Eine Epidemie des Zionismus. Die satirische Sichtweise Efraim Sevelas auf die Emigration der 70er Jahre

Titel: Eine Epidemie des Zionismus. Die satirische Sichtweise Efraim Sevelas auf die Emigration der 70er Jahre

Hausarbeit , 2010 , 19 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Natalia Gubergritz (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Slawische Länder
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es war das Jahr 66 v. Chr. als das jüdische Volk im Kampf gegen die römische Belagerung eine endgültige Niederlage erlitt und ein Verbot erleiden musste, welches das Schicksal der ganzen Nation für immer veränderte. Das Verbot Jerusalem, die Heilige Stadt, die Ruhestätte der großen Könige, die einst den wichtigsten Tempel des jüdischen Volkes beherbergte, zu betreten, veranlasste die Juden das Land zu verlassen und über den Vorderen Orient und Babylonien nach Europa zu wandern. Somit war der Grundstein für die jüdische Diaspora gelegt. Juden wanderten vor allen Dingen nach Mittel- und Osteuropa, bildeten Siedlungsgebiete, erduldeten Repressionen und Schicksalsschläge, wurden geduldet, vertrieben und mussten nach neuen Siedlungsorten suchen. Die jüdische Geschichte ist überfüllt vom Leiden und vom Tod. Es schien lange Zeit das Schicksal der Juden zu sein, auf ewig verfolgt zu sein und sich auf, nicht enden wollenden Wanderungen zu befinden, jedoch immer den Wunschtraum im Gedächtnis beibehaltend einmal in das Gelobte Land zurückkehren zu können. Währenddessen versuchten die Juden mehr und mehr sich in den jeweiligen Siedlungsgebieten an die Umgebung anzupassen, von anderen akzeptiert zu werden und nicht negativ aufzufallen. Mit der Oktoberrevolution in Russland zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts schien dies für die Juden im Osten tatsächlich möglich zu sein, denn die Ideologie des Kommunismus brachte die Vision von Gleichheit und damit auch die Hoffnung auf Akzeptanz für die Ostjuden. Erneut wurde diese Hoffnung allerdings enttäuscht, und vielen Ostjuden blieb wiedermal nur die Emigration. Die jüdische Diaspora war Mitte des letzten Jahrhunderts über die ganze Welt verteilt, hatte sich sogar bis nach Amerika ausgebreitet. 1948 wurde dann endlich, nach zwei tausend Jahren der Rastlosigkeit und Bitterkeit, der Katastrophe des Holocaust, und langem politischen Hin und Her, der große jüdische Wunschtraum Wirklichkeit, denn der Staat Israel wurde mit der Hauptstadt Jerusalem an dem Ort gegründet, an dem einst der Heilige Tempel gestanden haben soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Zionismus und die dritte Emigrationswelle

4. Haltet das Flugzeug an – ich steige aus! – Das Werk

4.1. Autobiographischer Hintergrund

4.2. Kulturhistorischer Hintergrund

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die satirische Darstellung der jüdischen Emigration aus der Sowjetunion in den 1970er Jahren anhand des Werkes "Ostanovite samolët – ja slezu!" von Efraim Sevela. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern das Buch autobiographische Züge aufweist und wie es die soziokulturellen Gegebenheiten sowie die Identitätskrise sowjetischer Juden reflektiert.

  • Die historische Entwicklung des Zionismus und der dritten Emigrationswelle
  • Die literarische Verarbeitung von Identitätsverlust und Entfremdung
  • Die Rolle der Satire als Mittel zur Bewältigung politischer und persönlicher Krisen
  • Der biografische und kulturhistorische Kontext des Autors Efraim Sevela
  • Die Topik der ewigen jüdischen Suche nach Heimat

Auszug aus dem Buch

4. Haltet das Flugzeug an - ich steige aus! – Das Werk.

Ostanovite samolët – ja slezu! wurde im Jahre 1975 in Jerusalem von Efraim Sevela, (*8.3.1928; richtiger Name: Efim Evel’evič Drabkin) geschrieben und 1977 veröffentlicht. Selbstverständlich war es in Russland selbst bis zu den 1990er Jahren nicht erhältlich, denn es herrschte eine starke Zensur und Literatur von Dissidenten, wie Sevela es einer war, konnte nur im „Samisdat“ oder „Tamisdat“ veröffentlicht werden. Diese povest‘, eine Gattung, die nur in der russischen Literatur existiert, eine Mischung aus Roman und Erzählung darstellt und in der Länge variieren kann, handelt vom Leben und Leiden eines einfachen jüdischen Mannes in der Sowjetunion und in der Emigration der sechziger und siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts.

„Остановите самолёт – я слезу, […] это по большому счёту о дрязгах с начальством и поисках колбасы. О маленьком человеке, который пытается просто жить, а ему не дают.“

So wird diese povest‘ auf einer Internetseite über den Autor zusammengefasst. Genauer hätte der unbekannte Verfasser dieser Zeilen es nicht treffen können. Geschrieben ist Ostanovite samolët – ja slezu! in der Form eines Monologes, von einem Ich-Erzähler dargelegt, in welchem der Protagonist an Bord eines, sich auf dem Weg von New York nach Moskau befindenden, Flugzeuges seinem Sitznachbarn in allen Details sein Leben schildert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel verortet die jüdische Emigration historisch seit der römischen Belagerung und führt in die spezifische Problematik der sowjetischen Juden und das Werk von Efraim Sevela ein.

Zionismus und die dritte Emigrationswelle: Hier wird der Zionismus als Nationalbewegung analysiert und die schwierige Situation der Juden in der Sowjetunion zwischen staatlicher Repression, Antisemitismus und dem Wunsch nach Ausreise beleuchtet.

Haltet das Flugzeug an – ich steige aus! – Das Werk: Dieser Abschnitt widmet sich der inhaltlichen und stilistischen Analyse der Erzählung, ihrer Entstehungsgeschichte sowie der Bedeutung der Satire als Stilmittel.

Autobiographischer Hintergrund: Dieses Kapitel stellt Parallelen zwischen dem Leben des Autors Efraim Sevela und der Romanfigur Arkadij Rubinčik her.

Kulturhistorischer Hintergrund: Hier wird der Kontext der sowjetischen Gesellschaft unter Brežnev und das Phänomen der "otkazniki" sowie der Einfluss des "Tauwetters" auf die Literatur untersucht.

Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung des Werkes als Zeugnis einer entwurzelten Generation.

Schlüsselwörter

Efraim Sevela, Zionismus, dritte Emigrationswelle, Sowjetunion, Ostanovite samolët – ja slezu!, Identität, jüdische Diaspora, Satire, Dissidenten, otkazniki, Emigration, sowjetisches Judentum, Heimatlosigkeit, Literaturwissenschaft, Assimilation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die literarische Auseinandersetzung mit der Emigration sowjetischer Juden in den 1970er Jahren anhand des satirischen Werkes von Efraim Sevela.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte des Zionismus, dem Leben als Dissident in der UdSSR, dem schwierigen Integrationsprozess in Israel und den USA sowie der Suche nach einer Heimat.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Werk "Ostanovite samolët – ja slezu!" autobiographische Aspekte mit kulturhistorischen Ereignissen verknüpft, um die Identitätskrise der Emigranten darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Berücksichtigung biografischer Hintergründe und zeitgeschichtlicher Dokumente untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Zionismus, die Analyse des Werkes selbst, sowie eine tiefgehende Betrachtung des biografischen und historisch-kulturellen Kontexts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Zionismus, Emigration, Efraim Sevela, Identität, Satire, Sowjetjudentum und Entfremdung.

Warum wird der Zionismus im Buch mit einer Epidemie verglichen?

Sevela nutzt diesen Vergleich satirisch, um die ansteckende Begeisterung unter den Juden und die Unausweichlichkeit des Emigrationsdrangs in dieser Zeit zu beschreiben.

Welche Rolle spielt die Figur Arkadij Rubinčik?

Er dient als Stellvertreter des einfachen sowjetischen Juden, dessen Identitätssuche und Scheitern in verschiedenen politischen Systemen die tragische Hauptaussage des Werkes verdeutlicht.

Wie endet die Erzählung und welche Bedeutung hat dieser Schluss?

Die Erzählung endet mit der Verhaftung des Protagonisten kurz vor der Landung in Moskau, was die Illusion einer Rückkehr und die Sinnlosigkeit des ewigen Wanderns unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine Epidemie des Zionismus. Die satirische Sichtweise Efraim Sevelas auf die Emigration der 70er Jahre
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
2,7
Autor
Natalia Gubergritz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V412617
ISBN (eBook)
9783668641754
ISBN (Buch)
9783668641761
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literatur Slawistik Russistik Russische Literatur Sevela jüdische Literatut Gegenwartsliteratur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natalia Gubergritz (Autor:in), 2010, Eine Epidemie des Zionismus. Die satirische Sichtweise Efraim Sevelas auf die Emigration der 70er Jahre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412617
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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