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Inszenierte Authentizität. Eine Aufführungsanalyse von "TESTAMENT" als Expertentheater

Title: Inszenierte Authentizität. Eine Aufführungsanalyse von "TESTAMENT" als Expertentheater

Master's Thesis , 2013 , 40 Pages , Grade: A

Autor:in: Ehito Terao (Author)

Theater Studies, Dance
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit analysiert die Theateraufführung "TESTAMENT" von She She Pop. Die Aufführung wird als eine besondere Art des so genannten Expertentheaters interpretiert. Fokussiert wird die Frage, wie die Authentizität im wechselwirkenden Prozess der Selbstinszenierung der Darsteller entstehen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Was ist Expertentheaer?

1. Wirklichkeit und Theatralität

2. „König Lear“ und „TESTAMENT“

2.1 Der Grundbegriff der Aufführungsanalyse

2.2 Zusammenfassung von „TESTAMENT“

2.3 Transformation von „König Lear“

3. „Authentizität“ des Expertentheaters

3.1 Begriffsbestimmung der Authentizität

3.2 Inszenierung des Expertentheaters

3.3 Vergleich authentischer Darstellungen

3.4 Authentizität als (Schau)Spiel

4. Schauspieltheorie des Expertentheaters

4.1 Definition des professionellen Schauspielers

4.2 Schauspieltheorie von Micharl Kirby

4.3 Differenzierungen bei der Darstellung von „TESTAMENT“

4.4 Spielerische Darstellung als Figurationsprozess

Schluss: Prozess als theatralische Möglichkeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die besondere Struktur und Wirkung der Aufführung „TESTAMENT“ der Gruppe SheShePop als Form des Expertentheaters. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie das Wechselspiel zwischen authentischem Erleben der Laiendarsteller, ihrer Rolle als "Experten" und dem theatralischen Rahmen einer Inszenierung konstruiert wird und welche Rolle die Wahrnehmung der Zuschauer dabei einnimmt.

  • Strukturanalyse von Expertentheater-Aufführungen
  • Die Transformation klassischer Stoffe (König Lear) in heutige Lebenswelten
  • Authentizität als prozessuale Wirkung zwischen Darstellung und Wahrnehmung
  • Vergleich der Darstellungsformen von Experten vs. professionellen Schauspielern
  • Die Entwicklung einer neuen Schauspieltheorie für das Expertentheater

Auszug aus dem Buch

3.4 Authentizität als (Schau)Spiel

Wenn man die Authentizität der Darstellung von „TESTAMENT“ im Vergleich zu autobiographischem Theater und anderem Expertentheater untersucht, ist der Begriff des Spiels wegweisend. Iser zitiert die Spieltheorie von Hans-Georg Gadamer als „die Bewegung des Hin und Her“, die „kein Ziel hat“, und nennt das Spiel eine „Ko-Existenz von Fiktivem und Imaginärem“. Es ist eine Art des augenblicklichen Mitschuldverhältnisses zwischen der Darsteller und dem Zuschauer, was durch das Funktionieren des Spiels entsteht, das jeweils improvisatorisch vorangeht, z.B. Quiz, Gamble, Fragen an die Zuschauer usw. Da geht es nicht mehr darum, ob die Antwort oder die Reaktion vorher bestimmt wird, sondern darum, dass die Grenze zwischen der Bühne und dem Zuschauerraum durch die Form des auf einer bestimmten Regel bestehenden Spiels mit klarer Absicht überschritten wird und der Zuschauer dieses Verhältnis als „authentisch“ wahrnimmt.

„TESTAMENT“ hat drei andere Besonderheiten im spielerischen Sinne als Rimini Protokoll, das das „Spiel“ sehr gern benutzt. Zuerst geht es darum, dass die Mitglieder von SheShePop selbst zusammen mit den Vätern als Laien auf der Bühne erscheinen. Sie inszenieren sich selbst als subjektive Künstler dieser Aufführung und „spielen“ die Rolle als Künstler gegenüber Vätern und Zuschauern. In diesem Sinne könnte „TESTAMENT“ vielleicht dem autobiographischen Theater näher als anderem Expertentheater sein. Zweitens werden den drei Vätern als Laien viele theatralische Aufgaben gestellt. Sie führen vielfältige Aufgaben nach der Inszenierung aus, wie zum Beispiel Trompeteblasen und Singen am Anfang, den Tanz im zweiten Akt, die Entkleidungsszene im dritten Akt. Infolgedessen ist es kein spielerisches Mitschuldverhältnis, sondern „Peinlichkeit“, was die Zuschauer im Blick auf die alten Leiber wahrnehmen. Die Väter sind keine Experten der Ausdruckstechnik wie Musiker oder Politiker, vielmehr einfach ältere Menschen, die eben ihre besondere präsente Anziehungskraft durch das Alter haben. Das ist genau, „was Gesellschaft aus ihnen gemacht hat bzw. in welcher Weise sie in der Gesellschaft wirken – und damit das Soziale an ihnen in den Vordergrund gerät“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Was ist Expertentheaer?: Diese Einleitung führt in das neue Theaterphänomen des Expertentheaters ein, bei dem Laien auf der Bühne ihre eigenen Lebensgeschichten präsentieren und die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit dekonstruieren.

1. Wirklichkeit und Theatralität: Das Kapitel erörtert das historische Spannungsfeld zwischen Wirklichkeit und Fiktionalität im Theater und definiert Theatralität als einen liminalen Prozess, der aus der wechselseitigen Beziehung zwischen Bühne und Zuschauern entsteht.

2. „König Lear“ und „TESTAMENT“: Dieses Kapitel analysiert die Aufführung von „TESTAMENT“ als eine gezielte Transformation von Shakespeares Text in ein Familiendrama, das als Rahmen für die Auseinandersetzung zwischen den Generationen dient.

3. „Authentizität“ des Expertentheaters: Hier wird der Begriff der Authentizität theoretisch fundiert und als flüchtige Wirkung bestimmt, die durch das Zusammenspiel von Inszenierung und Wahrnehmung auf der Bühne erzeugt wird.

4. Schauspieltheorie des Expertentheaters: Das Kapitel entwickelt eine formale Schauspieltheorie auf Basis von Michael Kirby und unterteilt die Sprache der Laiendarsteller in drei Kategorien, um ihren Figurationsprozess zu beschreiben.

Schluss: Prozess als theatralische Möglichkeit: Die Arbeit resümiert, dass „TESTAMENT“ durch seine spielerische Struktur einen einzigartigen Prozess erzeugt, der die Bedeutung des Schauspielers und der Rollenfigur radikal hinterfragt.

Schlüsselwörter

Expertentheater, Authentizität, Aufführungsanalyse, Theatralität, Inszenierung, SheShePop, König Lear, Laiendarstellung, Figurationsprozess, Wahrnehmungsästhetik, dokumentarisches Theater, autobiographisches Theater, Generationskonflikt, Schauspieltheorie, Michael Kirby

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Aufführung „TESTAMENT“ der Gruppe SheShePop, in der Laien (echte Kinder und ihre Väter) Shakespeares „König Lear“ nutzen, um eine eigene, authentische Theaterform jenseits des klassischen Schauspiels zu entwickeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition des Expertentheaters, das Spannungsfeld zwischen Authentizität und Inszenierung, die Rolle der Wahrnehmung im Theater sowie die theatralische Transformation von literarischen Klassikern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die spezifische Struktur der Aufführung „TESTAMENT“ zu entschlüsseln und zu erklären, wie diese Produktion Authentizität erzeugt, obwohl sie mit unprofessionellen Darstellern arbeitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theaterwissenschaftlicher Aufführungsanalyse, phänomenologischen Ansätzen zur Wahrnehmung und formalistischen Schauspieltheorien, insbesondere von Michael Kirby.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Transformation von Shakespeares Text, eine theoretische Begriffsbestimmung von Authentizität im Expertentheater und die Entwicklung einer eigenen Theorie über die spielerische Darstellung als Figurationsprozess.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff des Expertentheaters sind dies Authentizität, Theatralität, Inszenierung, Figurationsprozess und die spezifische "Sprache der Präsenz" der Darsteller.

Wie unterscheidet sich "TESTAMENT" von anderen Expertentheater-Formen?

Im Gegensatz zu Rimini Protokoll, wo Experten ihre Profession (z.B. Politiker) darstellen, müssen die Darsteller in „TESTAMENT“ als Familienmitglieder ihre eigene Identität in einer spielerischen, oft scheiternden Inszenierung immer wieder neu verhandeln.

Warum spielt der Begriff des "Scheiterns" eine so wichtige Rolle?

Das "Scheitern" der Selbstinszenierung verhindert, dass die Darsteller in einer festen "Rolle" verharren, und zwingt die Zuschauer dazu, das Geschehen nicht als fertiges Produkt, sondern als lebendigen, authentischen Prozess wahrzunehmen.

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Details

Title
Inszenierte Authentizität. Eine Aufführungsanalyse von "TESTAMENT" als Expertentheater
College
Keio University  (Institut für Germanistik)
Grade
A
Author
Ehito Terao (Author)
Publication Year
2013
Pages
40
Catalog Number
V412633
ISBN (eBook)
9783668638921
ISBN (Book)
9783668638938
Language
German
Tags
inszenierte authentizität eine aufführungsanalyse testament expertentheater
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ehito Terao (Author), 2013, Inszenierte Authentizität. Eine Aufführungsanalyse von "TESTAMENT" als Expertentheater, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412633
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