Ist der Drogenkonsum von Jugendlichen im ländlichen Raum höher als in den städtischen Gebieten? Entwicklung, Analyse und Kritik empirischer Studien


Hausarbeit, 2016

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodik

3. Textzusammenfassung
3.1 Studie I
3.2 Studie II

4.Textbewertung und Studienvergleich

5.Diskussion

6. Fazit

I Literaturverzeichnis

II Anhang

Auf Grund der besseren Lesbarkeit wird im nachfolgenden Text bei geschlechtsbezogenen Bezeichnungen die männliche Schreibweise verwendet. Alle maskulinen Personen- und Funktionsbezeichnungen in dieser Hausarbeit gelten für Frauen und Männer in gleicher Weise.

Abstract

Einleitung: Drogenkonsum ist ein sehr präsentes Thema, welches oft diskutiert wird. Gerade bei Jugendlichen Menschen ist das Wort „Droge“ schon lange kein Tabu-Thema mehr. Dabei ist es gerade wichtig die Spätfolgen des oft verharmlosten Konsums zu wissen. Folgende Literaturarbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht herauszufinden, ob es Zusammenhänge gibt in zwischen dem Wohnort der Jugendlichen und bestehendem Drogenkonsum.

Methoden: Es wurde eine Literaturrecherche in der Datenbank „PubMed“ und „MEDPILOT“, welches momentan zu „LIVIVO“ umbenannt wurde, durchgeführt. Durch die Suchwörter „rural“ , „adolescent“ und „drug use“ bzw. „drugs“ wurden zwei Studien zum Thema gefunden. Diese wurden mit dem STROBE-Statement miteinander verglichen. Beide Studien befassen sich mit dem Drogenkonsum von Jugendlichen und dem Zusammenhang der Umgebung in der sie aufwachsen.

Ergebnisse: Durch die Studien konnte heraus gefunden werden, dass es einen Einfluss für den Konsum gibt und dieser vom Lebensraum abhängt. In der ersten Studie ist der Wert des Drogenkonsums (Alkohol, Tabak, Cannabis) im ländlichem Raum höher als in den mehr besiedelten Räumen des Landes. In der zweiten Studie dagegen ist kein signifikanter Unterschied zu sehen, jedoch konsumieren auch hier mehr Jugendliche schädliche Substanzen auf dem Land.

Diskussion: Dass gerade jüngere Schüler einen hohen Wert an Drogenkonsum haben, ist erschreckend. Ob es eine Rolle spielt ob man im ländlicheren Raum lebt oder doch in der Stadt, konnte nicht eindeutig beleget werden. Jedoch ist es klar, dass die Werte hoch sind. In Deutschland ist ein eben solches Muster erkennbar. Für die Zukunft gilt es, die Schüler und Jugendlichen aufzuklären und über die Langzeitfolgen zu informieren um schlimmeren Krankheiten im späteren Leben vorzubeugen.

Schlüsselwörter:

ländlich, Jugendliche, Drogenkonsum, Alkoholkonsum ,Teenager

keywords:

rural, adolescent, drug use / drugs, alcohol use,teens

1. Einleitung

Es kommen ständig neue Substanzen hinzu, der Drogenmarkt boomt. Immer neue noch gefährlichere Drogen, solche wo die gesundheitlichen Folgen nur erahnt werden können. Auch der Alkohol- und Zigarettenkonsum ist nicht zu vergessen. Diese Drogen sind ebenso schädlich für die Gesundheit und hier weiß man jedoch über die Spätfolgen Bescheid, aber will sie nicht wirklich wahr haben oder sie werden verharmlost.

In Deutschland konsumieren rund 9,5 Millionen Menschen Alkohol in gesundheitsschädlichen Mengen.1 Schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen gelten in Deutschland als alkoholabhängig.2 Kinder und Jugendliche haben ebenso wie Erwachsene den Drang diese Drogen zu probieren - oft bleibt es nicht nur beim Testen. Gerade im Alter, in dem die Organe und der Körper noch wachsen und sich fortbilden, ist es besonders gefährlich solche Substanzen zu konsumieren.3

Der Lebensraum der Jugendlichen ist ein Faktor der zu beachten gilt. Das man in einer großen Stadt schneller an Drogen und Alkohol heran kommt ist nicht immer die Realität, gerade auch in den ländlichen oft öden Dörfern und kleinen Gemeinden ist es nicht all zu schwer an Drogen, Zigaretten und Alkohol heran zu kommen. Das ist gefährlich, denn in den Städten hat man viel Abwechslung und mehr Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten. Währenddessen in den ländlichen Räumen die Auswahl gerade oft für jüngere Menschen sich in Grenzen hält.4

Der Konsum von Drogen ist auf der ganzen Welt zu beobachten, in allen Altersklassen und Sozialschichten. Ganz kann man ihn nicht bekämpfen aber durch Präventionsprogramme und Maßnahmen für Freizeitgestaltung von Kindern kann viel entgegen gewirkt werden.

Folgende Literaturarbeit setzt sich mit dem Thema des Drogenkonsums von Jugendlichen und deren Lebensraum auseinander. Wobei unter Lebensraum zwischen städtischen oder ländlicheren Raum unterschieden wird. Hierbei stellt sich die Frage: Ist der Drogenkonsum von Jugendlichen im ländlichen Raum höher als in den städtischen Gebieten?

2. Methode

Zentrale Frage dieser Hausarbeit ist, ob der Drogenkonsum in ländlichen Raum höher ist als in städtischen Gebieten. Dafür wurden relevante Studien in den Datenbanken MEDPILOT (jetzt LIVIVO) und PubMed gesucht. Die Suche wurde auf vollständige freie Texte in den Datenbanken beschränkt.

Mit Hilfe von englischen Suchbegriffen (rural, adoloscent, drug use /drugs ) wurde am 23.04.2016 nach Studien, welche an die Forschungsfrage angelehnt sind, gesucht. Die Suche wurde von Anfang an durch das Kriterium „Peer Reviewed“ eingeschränkt. Vorher wurden die Worte darauf untersucht, ob diese wirklich Schlagwörter sind: „adolescent" war vorher „teens", der neue Suchbegriff hatte jedoch eine bessere Trefferzahl. In beiden Datenbanken wurden zuerst die Schlüsselwörter überprüft. Nach dem Überprüfen wurden diese durch den Operator „AND“ weiter eingeschlossen. Folgend wurde ein Srceening der Abstracts und Überschriften der gefundenen Studien durchgeführt. Die geeigneten Studien, welche sich inhaltlich aber auch methodisch miteinander vergleichen lassen, wurden dann anhand dieser Literaturrecherche herausgefiltert. Vorher wurde das Erscheinungsdatum eingeschränkt, alle Studien der letzten 10 Jahren wurden somit mit in die Suche berücksichtigt. Außerdem wurden Dopplungen, Zeitungsartikel oder nicht verfügbare Texte nicht berücksichtigt.

Die zwei Studien wurden mit dem STROBE-Statement verglichen. „Das STROBE-Statement besteht aus einer Checkliste von 22 Punkten“ (von Elm, et al., 2008), welche sich dem EMEDFormat ähnelt und um die Komponenten „Titel und Abstract“, sowie „zusätzliche Informationen“ erweitert ist. Die Checkliste stellt eine Leitlinie zum Erstellen von Beobachtungsstudien dar, kann jedoch auch als Vergleichsinstrument genutzt werden.

Trefferzahl der Schlagwörter:

PubMed :

rural=174351 adolescent=1744354 drugs= 16624 MEDIPILOT:

rural= 1904424 adolescent=1793537 drug use= 362584

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Flussdiagramm / Auswahlverfahren der Studien

3. Textzusammenfassung

Folgendes Kapitel fasst die zwei ausgewählten englischen Studien kurz in deutscher Sprache zusammen. Bei beiden Studien wurde der Drogenkonsum von Jugendlichen und die Berücksichtigung der Lebensräume analysiert.

3.1 Studie I

Studie I „Rural Adolescent Alcohol, Tobacco an Illicit Drug Use: A Comparison of Students in Victoria, Australia and Washington State, United States“ wurde September 2011 von J Rural Health veröffentlicht.

Ziel dieser Studie war es, den Unterschied zwischen den verschiedenen Ländern (Australischer Hintergrund) und (Amerikaner Hintergrund) zu vergleichen. Dabei ging man auf die verschiedenen Lebensräume ein. Es gibt widersprüchliche Forschungsergebnisse bezüglich des Einflusses von ländlicher Wohnumgebung auf den Alkohol-, Tabakkonsum und illegalen Drogenmissbrauch von Jugendlichen. Deswegen zeigt diese Studie den Effekt von Ländlichkeit bezüglich auf den Missbrauch von Alkohol, Tabak und illegaler Drogen unter Jugendlichen auf. Hierbei dienen 2 repräsentative Staaten aus 2 Ländern: zum Einen Washington in den United States, zum Anderen Victoria in Australien.

Die International Youth Development Study (IYDS) rekrutierte Schüler aus der 7. Jahrgangsstufe (Alter 12- 13) und der 9. Jahrgangsstufe (Alter 14-15) aus beiden Ländern. Insgesamt 3729 Schüler reagierten auf Fragen zu dem Gebrauch von Alkohol, Tabak, Cannabis und illegalen Drogen (nvic=1,852; nwa=1,877). In beiden Ländern wurden weibliche und männliche Teilnehmer gleichberechtigt behandelt, das Alter lag zwischen 12-15 Jahren.

Die Daten wurden analysiert, um einen einmaligen und einen derzeitigen Gebrauch (letzte 30 Tage) von Substanzen bei Jugendlichen in verschiedenen Volkszählungsgebieten (städtisch, Groß- und Kleinstädte, ländlich) zu vergleichen. Die Ergebnisse wurden angeglichen und auf die Größe der Schulen gewichtet, um die Häufigkeit bei einem durchschnittlichen Alter von 14 Jahren zu vergleichen. Der Gebrauch von (einmalig, derzeitig) Alkohol, Tabak und Cannabis war in beiden Ländern in ländlichen Gegenden signifikant höher als bei Schülern in städtischen Gegenden (Wahrscheinlichkeit für den derzeitigen Gebrauch = 1,31).

Zusammengefasst kann man sagen, dass der Gebrauch von Substanzen bei Jugendlichen aus ländlichen Gegenden häufiger auftritt als bei Jugendlichen aus städtischen Gegenden, dies gilt für beide Staaten, Washington und Victoria. Zukünftige Studien sollten das Risiko von Jugendlichen aus ländlichen Gegenden im Hinblick auf den Drogenmissbrauch untersuchen.

Studie II

„Violence and Drug Use in Rural Teens : National Prevalence Estimates From the 2003 Yoth Risk Behavior Survey“ wurde Oktober 2008 im „Journal of School Health“ von Johnson AO, Mink MD, Harun N, Moore CG, Martin AB, Bennett KJ, veröffentlicht.

Das Ziel dieser Studie war es, nationale Schätzungen des Drogenkonsums zu vergleichen und die Einwirkung auf die Gewalt zwischen Jugendlichen aus städtischen und ländlichen Regionen zu verdeutlichen.

In Abhängigkeit von 28 Variablen aus der 2003 veröffentlichten Studie über Risikoverhalten bei Jugendlichen wurden gewalttätige Aktivitäten, Viktimisierung, suizidales Verhalten, Tabakkonsum, Alkoholkonsum und der Konsum illegaler Drogen von Jugendlichen aus ländlichen, städtischen und vorstädtischen Gebieten im ganzen Land verglichen.

Insgesamt waren die Jugendlichen aus ländlichen Regionen eher dazu gewillt, über gewalttätiges Verhalten, Mobbing, Suizidverhalten und Drogenkonsum zu berichten als Jugendliche aus Vorstädten und Städten. Unter den Nichtweißen Jugendlichen zeigte sich eine gleich oder höhere Rate von gewalttätigen Verhalten und Mobbing auf als bei Weißen, aber diese Verbindung verschwand innerhalb der ländlichen Bevölkerung.

Schlussfolgernd betrachtet bietet das Risikoverhalten von Jugendlichen in der ländlichen Umgebung keinen Schutz und muss als Risikofaktor betrachtet werden. Gemeinschaftliche Präventionsmaßnahmen sollen sich auf das Erreichen von ländlichen Gebieten fokussieren und Programminhalte müssen zudem auf die speziellen Bedürfnisse zugeschnitten sein. So können weiße Jugendliche von einer Prävention von Tabak und Alkoholkonsum profitieren, Nichtweiße Jugendliche von einer Maßnahme gegen Gewalt und Mobbing.

[...]


1 http://www.drogenbeauftragte.de/drogen-und-sucht/alkohol/alkohol-situation-in-deutschland.html 16.06.2016 /10:02 Uhr

2 http://www.drogenbeauftragte.de/drogen-und-sucht/alkohol/alkohol-situation-in-deutschland.html 16.06.2016 /10:04Uhr

3 http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugend-psychiatrie/warnzeichen/alkohol-undoder-drogenkonsum/folgen/ 20.6.2016 /15:13Uhr

4 http://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-663-11236-5_8#page-1 22.06.2016/09:46Uhr

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Ist der Drogenkonsum von Jugendlichen im ländlichen Raum höher als in den städtischen Gebieten? Entwicklung, Analyse und Kritik empirischer Studien
Hochschule
Westsächsische Hochschule Zwickau, Standort Zwickau
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V412656
ISBN (eBook)
9783668639164
ISBN (Buch)
9783668639171
Dateigröße
942 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ländlich, Jugendliche, Drogenkonsum, Alkoholkonsum, Teenager
Arbeit zitieren
Patrizia Weise (Autor), 2016, Ist der Drogenkonsum von Jugendlichen im ländlichen Raum höher als in den städtischen Gebieten? Entwicklung, Analyse und Kritik empirischer Studien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412656

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