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Gesellschafts- und Zivilisationskritik in Hermann Hesses "Der Steppenwolf" im historischen Kontext der Weimarer Republik

Titel: Gesellschafts- und Zivilisationskritik in Hermann Hesses "Der Steppenwolf"  im historischen Kontext der Weimarer Republik

Facharbeit (Schule) , 2016 , 17 Seiten , Note: 14 Punkte

Autor:in: Marlene Bromba (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hermann Hesse ist der deutsche Autor des 20. Jahrhunderts, der weltweit am meisten gelesen wird. Nicht nur wegen seines literarischen Werkes, sondern auch wegen seiner moralischen Haltung gegen die Widerstände der Zeit des Nationalsozialismus ist Hermann Hesse berühmt geworden. Dafür wurde ihm 1946 der Literaturnobelpreis zugesprochen.

Gesellschaftliche Kritik und die Besinnung auf die eigene Individualität, die sich gegen Autoritäten durchsetzen und behaupten muss, sind wesentliche Themen seines Werkes. Hermann Hesses "Der Steppenwolf" erscheint 1927 in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und einer ausgeprägten politisch-kulturellen Zerrissenheit. Er beschreibt mit stark autobiographischen Zügen den individuellen Konflikt des Protagonisten Harry Haller mit der Massenkultur, der Industriegesellschaft und der herrschenden Klasse. Dieser Protest gegen das Establishment und die Stilisierung des eigenen Ichs hin zur Selbstisolation bildeten noch die Identifikationsmuster der meist jungen Leser in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Die Bearbeitung des von mir gewählten Themas setzt ein prinzipielles Verständnis der komplexen Zusammenhänge zwischen Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft der zwanziger Jahre voraus. Nach einer kurzen Biographie Hermann Hesses und einer Zusammenfassung der Romanhandlung werde ich zunächst den historischen Kontext der Weimarer Republik bis zum Erscheinen des Romans beschreiben.

Bei der eigentlichen Bearbeitung des Themas habe ich unter Berücksichtigung der zentralen Motive des Originaltextes die Schwerpunkte auf die moralische und kulturelle Dekadenz des Bildungsbürgertums, den Kulturpessimismus und auf die Mahnungen gegen politische und gesellschaftliche Entwicklungen, die auf eine kriegerische Auseinandersetzung hinauslaufen können, gesetzt. In einer abschließenden Betrachtung möchte ich herausarbeiten, welche Schlussfolgerungen man aus dem Leitgedanken des Romans und der darin enthaltene Kritik für die Gegenwart ziehen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

„Der Steppenwolf“ im historischen Kontext der Weimarer Republik

1. Einleitung

2. Biographie

3. Zusammenfassung der Handlung

4. Historischer Kontext, Weimarer Republik und die „Goldenen Zwanziger“

5. Gesellschaftskritik, Zivilisationskritik, Kritik am Bildungsbürgertum

5.1. Harry Hallers Identitätsverlust

5.2 Kritik an der Gesellschaft

5.3. Kulturpessimismus

5.4. Kritik am Bildungsbürgertum

6. „Zwischen zwei Kriegen“ – Mahnung vor dem nächsten Krieg

7. Fazit und abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Gesellschafts- und Zivilisationskritik in Hermann Hesses Roman „Der Steppenwolf“ vor dem historischen Hintergrund der Weimarer Republik, um aufzuzeigen, wie das Werk als Mahnung vor gesellschaftlichen und politischen Fehlentwicklungen verstanden werden kann.

  • Historische Einordnung der Weimarer Republik und der „Goldenen Zwanziger“
  • Analyse von Harry Hallers Identitätskonflikt und seiner Rolle als Außenseiter
  • Kritik an der moralischen Dekadenz und dem Versagen des Bildungsbürgertums
  • Reflektion über die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen und politischer Manipulation

Auszug aus dem Buch

5.2 Kritik an der Gesellschaft

In Harry Hallers Manuskript und im Vorwort des Herausgebers bleibt so gut wie kein Bereich der damaligen Epoche von der Kritik verschont. Er verurteilt den ausufernden marktwirtschaftlichen Kapitalismus „wo ja sonst auf jedem halben Quadratmeter ein Geschäft, ein Advokat, ein Erfinder, ein Arzt, ein Barbier oder ein Hühneraugenheilkünstler einem seinen Namen entgegenschrie“25, die „von Akteingesellschaften ausgesogene Erde“26 und die „Macht und Ausbeutung“27 des Kapitals. Die Wissenschaft und deren Vertreter verachtet er als überheblich und wichtigtuerisch, „die ganze Eitelkeit, das ganze oberflächliche Spiel einer eingebildeten, seichten Geistigkeit,(...)auf Mängel und Hoffnungslosigkeiten unserer Zeit, unserer Geistigkeit, unserer Kultur“.28

Die moderne, amerikanisch geprägte Massenkultur steht für Harry in diametralem Widerspruch zu seiner intellektuellen Individualität, „in der von mir bisher so sorgfältig gemiedenen, so tief verachteten Welt der Bummler und Vergnügungsmenschen, in dieser glatten, klischierten Welt der Marmortischchen, der Jazzmusik, der Kokotten“.29

Er kann sich in keiner Weise identifizieren mit den Menschen, die Freude suchen „in den überfüllten Eisenbahnen und Hotels, in den überfüllten Cafés bei schwüler aufdringlicher Musik, in den Bars und Varietés der eleganten Luxusstädte (...) in den Vorträgen für Bildungsdurstige(...) diese Massenvergnügen, diese amerikanischen“.30

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Autors Hermann Hesse, des Romans und der Zielsetzung der Facharbeit vor dem Hintergrund der Weimarer Republik.

2. Biographie: Darstellung der Lebensgeschichte Hermann Hesses, unter besonderer Berücksichtigung seiner Krisen und literarischen Entwicklung.

3. Zusammenfassung der Handlung: Überblick über die Ereignisse im Roman, vom Fund des Manuskripts bis zu Harry Hallers Erfahrungen im Magischen Theater.

4. Historischer Kontext, Weimarer Republik und die „Goldenen Zwanziger“: Analyse der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen der Zeit zwischen den Weltkriegen.

5. Gesellschaftskritik, Zivilisationskritik, Kritik am Bildungsbürgertum: Detaillierte Betrachtung von Hallers Identitätssuche sowie seiner tiefgreifenden Kritik an den Werten und der Massenkultur seiner Epoche.

6. „Zwischen zwei Kriegen“ – Mahnung vor dem nächsten Krieg: Diskussion des Leitthemas Krieg und der Unfähigkeit der Gesellschaft, aus der Geschichte zu lernen.

7. Fazit und abschließende Betrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Thematik und Übertragung der Erkenntnisse auf die heutige Zeit.

Schlüsselwörter

Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Weimarer Republik, Bildungsbürgertum, Gesellschaftskritik, Zivilisationskritik, Identitätsverlust, Kulturpessimismus, Massenkultur, Krieg, politische Manipulation, Individualität, Geschichte, Weimar, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Hermann Hesses Roman „Der Steppenwolf“ hinsichtlich seiner gesellschafts- und zivilisationskritischen Elemente und setzt diese in den historischen Kontext der Weimarer Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen der Identitätsverlust des Protagonisten Harry Haller, die Kritik am Bildungsbürgertum, der Kulturpessimismus und die Warnung vor neuen kriegerischen Auseinandersetzungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Autorin untersucht, wie der Roman als Spiegel seiner Zeit fungiert und welche Lehren aus der dort formulierten Kritik für die Gegenwart gezogen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Originaltextes unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zur historischen und biografischen Kontextualisierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Weimarer Republik, eine Untersuchung der verschiedenen Formen der Gesellschaftskritik im Roman sowie die explizite Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie „Der Steppenwolf“, „Weimarer Republik“, „Bildungsbürgertum“, „Gesellschaftskritik“ und „Identitätsverlust“ definieren.

Wie steht Harry Haller zum Bildungsbürgertum seiner Zeit?

Harry Haller distanziert sich scharf vom Bildungsbürgertum, da er diesem vorwirft, durch moralische Doppelmoral und politische Passivität den intellektuellen Boden für den Krieg bereitet zu haben.

Welchen Stellenwert nimmt der Humor im Roman ein?

Laut dem Text wird der Humor vom „Gericht der Unsterblichen“ als ein wesentlicher Lösungsweg für Harry Hallers Existenzprobleme und seine Zerrissenheit angesehen.

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Details

Titel
Gesellschafts- und Zivilisationskritik in Hermann Hesses "Der Steppenwolf" im historischen Kontext der Weimarer Republik
Note
14 Punkte
Autor
Marlene Bromba (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V412674
ISBN (eBook)
9783668637610
ISBN (Buch)
9783668637627
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesellschafts- zivilisationskritik hermann hesses steppenwolf kontext weimarer republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marlene Bromba (Autor:in), 2016, Gesellschafts- und Zivilisationskritik in Hermann Hesses "Der Steppenwolf" im historischen Kontext der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412674
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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