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Das narratives Interview. Herkunft, Merkmale, Aufbau und Auswertung

Titel: Das narratives Interview. Herkunft, Merkmale, Aufbau und Auswertung

Referat (Ausarbeitung) , 2010 , 15 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sebastian Meyer (Autor:in)

Pädagogik - Wissenschaftstheorie, Anthropologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das narrative Interview wurde in Deutschland von Fritz Schütze und seinen Kollegen als Forschungsmethode entwickelt. Es fügt sich in eine Reihe von qualifizierten Verfahren ein, die mit weitreichenden, auch gesellschaftstheoretischem Anspruch in den 1970er Jahren ausgebaut wurden. Dieses steht in dem Brauch der Phänomenologie und des symbolischen Interaktionismus.
Biographen sollen nicht in erster Linie schildern, beschreiben, oder argumentieren, sondern hinsichtlich der Konzepte selbst erlebte Ereignisse und die persönliche Teilnahme entlang der Zeit rekonstruieren. Die Rekonstruktion dieser Erfahrungen in der Erzählung weist dabei bestimmte Muster auf, die den Mustern des Handelns und seiner Begrenzung in der Realität entsprechen. Ereignisse und Handlungen werden erst dann zu Erfahrungen, wenn sie erst der rückblickenden Rekonstruktion unterliegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Warum ein Interesse an Lebensläufen besteht

2. Herkunft der Methode

3. Allgemeine Merkmale des narrativen Interviews

4. Formale Merkmale des narrativen Interviews

5. Aufbau des narrativen Interviews

5.1 Die Erzählaufforderung

5.2 Die biographische Selbstpräsentation

5.3 Die Erzählkoda

5.4 Die erzählgenerierende Nachfragephase

5.5 Der Interviewabschluss

6. Zur Auswertung von autobiographischen Stegreiferzählungen

6.1 Schritte der Auswertung autobiographischer Stegreiferzählungen

7. Die Prozessstruktur der Verlaufskurve

8. Alternativen der Analyse und Auswertung autobiographisch- narrativer Interviews

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der biographieforschung als sozialwissenschaftliche Methode, insbesondere mit dem narrativen Interview nach Fritz Schütze, um Prozessstrukturen individueller Lebensläufe rekonstruierbar zu machen.

  • Grundlagen und theoretische Herkunft des narrativen Interviews
  • Struktur des Interviewverlaufs von der Erzählaufforderung bis zur Koda
  • Methodik der Datenauswertung und Analyse von Stegreiferzählungen
  • Bedeutung der Prozessstruktur von Verlaufskurven für die Lebensführung
  • Möglichkeiten der biographischen Beratung auf Basis der Analyseergebnisse

Auszug aus dem Buch

2. Herkunft der Methode

Das narrative Interview wurde in Deutschland von Fritz Schütze und seinen Kollegen als Forschungsmethode entwickelt. Es fügt sich in eine Reihe von qualifizierten Verfahren ein, die mit weitreichenden, auch gesellschaftstheoretischem Anspruch in den 1970er Jahren ausgebaut wurden. Dieses steht in dem Brauch der Phänomenologie und des symbolischen Interaktionismus. Biographen sollen nicht in erster Linie schildern, beschreiben, oder argumentieren, sondern hinsichtlich der Konzepte selbst erlebte Ereignisse und die persönliche Teilnahme entlang der Zeit rekonstruieren. Die Rekonstruktion dieser Erfahrungen in der Erzählung weist dabei bestimmte Muster auf, die den Mustern des Handelns und seiner Begrenzung in der Realität entsprechen. Ereignisse und Handlungen werden erst dann zu Erfahrungen, wenn sie erst der rückblickenden Rekonstruktion unterliegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Warum ein Interesse an Lebensläufen besteht: Es wird die sozialwissenschaftliche Bedeutung der Biographieforschung erläutert, insbesondere die Relevanz von Prozessstrukturen und individuellen Lebensverläufen.

2. Herkunft der Methode: Dieses Kapitel verortet das narrative Interview in der Tradition der Phänomenologie und des symbolischen Interaktionismus.

3. Allgemeine Merkmale des narrativen Interviews: Es werden die methodischen Besonderheiten der Datenerzeugung sowie die Offenheit gegenüber dem Interviewpartner beschrieben.

4. Formale Merkmale des narrativen Interviews: Hier werden Richtlinien für die Durchführung, wie den Verzicht auf Standardisierung und das Aufmerksamkeitsgebot, thematisiert.

5. Aufbau des narrativen Interviews: Das Kapitel detailliert die Phasen des Interviews von der Eingangsaufforderung bis hin zum Abschluss.

6. Zur Auswertung von autobiographischen Stegreiferzählungen: Es werden die theoretischen Grundlagen und die sechs Analyseschritte zur Verarbeitung der erhobenen Datentexte dargestellt.

7. Die Prozessstruktur der Verlaufskurve: Der Fokus liegt auf der Analyse von Verlaufskurven und deren Einfluss auf die Handlungsspielräume des Individuums.

8. Alternativen der Analyse und Auswertung autobiographisch- narrativer Interviews: Abschließend werden verschiedene Stoßrichtungen der Auswertung, einschließlich der biographischen Beratung, diskutiert.

Schlüsselwörter

Biographieforschung, Narratives Interview, Fritz Schütze, Lebenslauf, Prozessstruktur, Stegreiferzählung, Fallkurve, Steigkurve, Datenanalyse, Textanalyse, Wissensanalyse, Identität, Soziale Phänomene, Biographieanalyse, Kontrastiver Vergleich

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie durch narrative Interviews und die systematische Auswertung autobiographischer Erzählungen die Prozessstrukturen von Lebensläufen wissenschaftlich erfassbar gemacht werden können.

Welche Themenfelder stehen im Vordergrund?

Zentrale Themenfelder sind die methodischen Grundlagen der Biographieforschung, die Durchführung narrativer Interviews sowie die mehrstufige Auswertungslogik nach Fritz Schütze.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, Ereignisverstrickungen und lebensgeschichtliche Erfahrungen zu rekonstruieren, um das Verständnis für individuelle Identitätsentwicklung und biographische Prozesse zu vertiefen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär beschrieben?

Die Arbeit fokussiert auf das narrative Interview als qualitative Forschungsmethode, eingebettet in den theoretischen Rahmen des symbolischen Interaktionismus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des Interviewaufbaus, die methodischen Schritte der Auswertung – wie formale Textanalyse und analytische Abstraktion – sowie die Bedeutung von Verlaufskurven.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Biographieforschung, Narratives Interview, Prozessstruktur, Verlaufskurve und Stegreiferzählung.

Was unterscheidet eine „Fallkurve“ von einer „Steigkurve“?

Eine Fallkurve schränkt den Handlungsspielraum ein und ist oft von Fremdbestimmtheit geprägt, während eine Steigkurve dem Individuum neue Möglichkeiten der Identitätsentfaltung eröffnet.

Warum ist die „Erzählkoda“ für den Interviewer relevant?

Die Koda signalisiert das Ende der Berichterstattung und markiert den Übergang zur Nachfragephase, in der der Interviewer unklare Punkte gezielt aufgreifen kann.

Welchen Zweck erfüllt der „kontrastive Vergleich“ in der Auswertung?

Er dient dazu, über die Einzelfallanalyse hinauszugehen, indem verschiedene Interviewtexte auf ihre Ähnlichkeiten oder Unterschiede hin untersucht werden, um theoretische Modelle zu konstruieren.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das narratives Interview. Herkunft, Merkmale, Aufbau und Auswertung
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Erziehungswissenschaft
Note
2,0
Autor
Sebastian Meyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V412702
ISBN (eBook)
9783668644762
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Narratives Interview qualitative Forschungsmethoden empirische Forschungsmethoden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Meyer (Autor:in), 2010, Das narratives Interview. Herkunft, Merkmale, Aufbau und Auswertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412702
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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