Der Deutschunterricht in der Schule stützt sich, nach eigener Erfahrung, mehr auf Bücher als auf andere Medien. Hörspiele kommen dabei nur sehr selten oder gar nicht zum Einsatz. Es ist also kaum noch die Rede vom Hörspiel und das nicht nur in der Schule.
Das Radio, als Beginn der Hörspielgeschichte, wurde längst gegen den Fernseher ausgetauscht. Die Jugendlichen und auch die Erwachsenen empfinden es zeitgemäßer im World Wide Web zu surfen und in Chats zu kommunizieren, als vor dem Radio zu sitzen und Hörspielen ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Namen wie Erwin Wickert, Ernst Jandl oder Frederike Mayröcker sind unbekannt und Begriffe wie „traditionelles und neues Hörspiel“ sind Fremdwörter. Ist heute von Hörspielen die Rede, denkt jeder an die Abenteuer von Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksberg. Ab und zu trifft man vielleicht auf Gedanken an die Vertonung bekannter Werke wie „Der kleine Hobbit“, die aber nicht ursprünglich als Hörspiel verfasst wurden. Und eine große Fangemeinde denkt wohl an „Die drei ???“ und „TKKG“.
In dieser Ausarbeitung soll kurz auf die Definition und die Merkmale des Hörspiels eingehen, um dann einen Schwerpunkt auf die Einbindung und Verwendbarkeit des Hörspiels in den Unterricht an einem Beispiel zu setzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Hörspiel
2.1 Definition Hörspiel
2.2 Merkmale des Hörspiels
3. Erstellung eines Hörspiels am Beispiel „Von dem Fischer und seiner Frau“
3.1 Grundlagen der Überlegungen zur Eignung eines Textes
3.2 Verwendbarkeit des Prosatextes „Von dem Fischer und seiner Frau“
3.2.1 Inhaltsangabe „Von dem Fischer und seiner Frau“
3.2.2 Hörspiel „Von dem Fischer und seiner Frau“
4. Fazit
5. Zusatzleistung für den Ästhetikschein
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die didaktische Eignung und praktische Umsetzung des Märchens "Von dem Fischer und seiner Frau" als Hörspiel im Deutschunterricht. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie durch die mediale Transformation des Prosatextes in eine akustische Form Lernziele wie Sprechgestaltung, Kreativitätsförderung und das Verständnis dramatischer Strukturen erreicht werden können.
- Definition und wesentliche Merkmale des Mediums Hörspiel
- Kriterien für die Eignung literarischer Texte zur Hörspielproduktion
- Analyse des Spannungsbogens und der parallelen Szenenstruktur des Märchens
- Methoden der akustischen Gestaltung und Stimmführung
- Reflexion über den Einsatz als Unterrichtsprojekt
Auszug aus dem Buch
Spannungsbogen
Eine möglichst klare szenische Gliederung ist Voraussetzung für eine übersichtliche Arbeit an dem Märchen. Die Schüler sollten den Text zunächst in Szenen unterteilen. Bei dem vorliegenden Märchen „Von dem Fischer und seiner Frau“ ist das Szenario deutlich zu erkennen. Nach dem anfänglichen Leben in dem Topf (Szene 1: S. 1, Z. 1 – S. 1, Z. 4), folgt das Leben in einem Häuschen (Szene 2: S. 1, Z. 5 – S. 2, Z. 45), in einem Schloss (Szene 3: S. 2, Z. 46, – S. 3, Z. 82), wie ein König (Szene 4: S. 3, Z. 83 – S. 4, Z. 114), wie ein Kaiser (Szene 5: S. 4, Z. 115 – S. 5, Z. 152), wie ein Papst (Szene 6: S. 5, Z. 153 – S. 6, Z. 191) und schließlich das Leben wie Gott (Szene 7: S. 7, Z. 192 – S. 8, Z. 225). Haben die Schüler diese Unterteilung vorgenommen, lässt sich beobachten, dass die Wünsche der Frau einen immer weiter ansteigenden Spannungsbogen kennzeichnen. Die Macht und der Reichtum der Frau nehmen immer weiter zu. Die Eskalation wird aber nicht nur an den Wünschen der Frau deutlich. Sie lässt sich außerdem an ihrem Verhalten, an dem Verhalten des Mannes und an der Beschreibung des Wassers beobachten.
Die Schüler kennen also den Spannungsverlauf des Märchens. Es ist wichtig diesen immer im Hinterkopf zu haben, damit die Spannung für den Hörer deutlich gemacht werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vernachlässigte Rolle von Hörspielen im schulischen Deutschunterricht und definiert das Ziel, die Einbindung dieses Mediums anhand eines Märchens praktisch zu untersuchen.
2. Das Hörspiel: Dieses Kapitel erläutert, dass eine abschließende Definition für das Hörspiel schwierig ist, und definiert stattdessen grundlegende Merkmale wie die Nutzung akustischer Mittel, Dialogstrukturen und den bewussten Einsatz von Musik oder Zeitraffung.
3. Erstellung eines Hörspiels am Beispiel „Von dem Fischer und seiner Frau“: Der Hauptteil beschreibt die methodischen Grundlagen für die Arbeit mit dem Text, analysiert die szenische Struktur und den Spannungsaufbau sowie die praktische Umsetzung von Stimmen und Geräuschen im Unterricht.
4. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass das Märchen aufgrund seiner klaren Struktur und lebendigen Dialoge ein hervorragend geeignetes Medium zur Hörspielproduktion für Schüler darstellt.
5. Zusatzleistung für den Ästhetikschein: Dieses Kapitel dokumentiert die praktische Durchführung eines Hörspiel-Projekts im Rahmen eines Seminars, bei dem die Studierenden mit kreativen Mitteln verschiedene Adaptionen des Märchens produzierten.
Schlüsselwörter
Hörspiel, Deutschunterricht, Märchen, Von dem Fischer und seiner Frau, Sprecherziehung, Hörspielproduktion, Dramatik, Spannungsbogen, mediale Transformation, Szenische Gliederung, akustische Gestaltung, Gruppenarbeit, Kreativitätsförderung, Unterrichtsprojekt, Sprachwirkung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufarbeitung und Produktion von Hörspielen im schulischen Kontext, wobei das Märchen "Von dem Fischer und seiner Frau" als konkretes Praxisbeispiel dient.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen des Mediums Hörspiel, die methodische Analyse eines literarischen Textes für die Transformation und die praktische Durchführung eines Audioprojekts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch den Einsatz von Hörspielen im Unterricht Lernziele wie Sprechgestaltung, kreatives Arbeiten und das Verständnis für erzählerische Strukturen bei Schülern gefördert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Analyse des Prosatextes im Hinblick auf seine szenische Struktur und akustische Umsetzbarkeit sowie die Dokumentation und Reflexion eines durchgeführten Hörspiel-Projekts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung von Hörspielmerkmalen, die Analyse der dramaturgischen Struktur des Märchens und die detaillierte Darstellung der technischen und sprecherischen Umsetzung im Unterricht.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind die mediale Transformation, die parallele Szenenstruktur, Sprecherziehung, akustische Merkmale sowie die didaktische Eignung von Literatur für Hörspiele.
Warum eignet sich gerade dieses Märchen für ein Hörspiel?
Laut der Autorin bietet das Märchen durch seine klare, wiederkehrende Szenenstruktur und die ausgeprägten, emotional gesteigerten Dialoge ideale Voraussetzungen, um Lernenden einen strukturierten Zugang zum Hörspiel zu ermöglichen.
Welchen Stellenwert nimmt die Kreativität der Schüler ein?
Die Arbeit betont, dass bei der Geräuscherzeugung und Rollengestaltung keine Grenzen gesetzt sind, da die künstliche Erzeugung von Klängen die Auseinandersetzung mit dem Medium und die Wahrnehmung im auditiven Bereich intensiviert.
- Quote paper
- Lydia Plagge (Author), 2004, Hörspiele: Die Verwendbarkeit des Märchens "Vom Fischer und seiner Frau", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41279