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Volonté de tous oder Volonté générale? Über Rousseaus Differenzierung von Willens-Formen in der Gesellschaft

Titel: Volonté de tous oder Volonté générale? Über Rousseaus Differenzierung von Willens-Formen in der Gesellschaft

Essay , 2016 , 4 Seiten , Note: 5,0 (CH-System, 6=Bestnote)

Autor:in: Adina Kuhn (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wie lässt sich eine Form des Zusammenlebens finden, die mit aller gemeinsamen Kraft die Person und die Güter jedes Teilhabers verteidigt und schützt, und durch die ein jeder, der sich allen anderen anschliesst, dennoch nur sich selber gehorcht und ebenso frei bleibt wie zuvor?“ (Petitjean 2006)
Diese Kernfrage des menschlichen Zusammenlebens, die sich Jean-Jacques Rousseau im 18. Jahrhundert stellte, ist auch heute noch von Bedeutung. Im Contrat Social, seinem Werk über den Gesellschaftsvertrag, erläutert der Genfer Philosoph und überzeugte Idealist seine Vorstellungen einer gerechten, staatlichen Ordnung. Dafür verwendet er die Begriffe eines "volonté de tous" und eines "volonté générale".
So beschäftigt sich dieser Essay mit Rousseaus Differenzierung von Willens-Formen in der Gesellschaft und hinterfragt, was er von aktuellen Demokratie-Formen halten könnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

2.1 Begriffsdefinitionen

2.2 Der Gesellschaftsvertrag

3. Analyse der Willensformen

3.1 Volonté de tous

3.2 Volonté générale

4. Anwendung auf aktuelle politische Prozesse

4.1 Fallbeispiel: US-Demokratie

4.2 Gesellschaftliche Polarisierung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Rousseaus Differenzierung zwischen dem Gesamtwillen (volonté de tous) und dem Gemeinwillen (volonté générale) im Kontext moderner demokratischer Gesellschaften und prüft deren Relevanz anhand aktueller politischer Entwicklungen.

  • Grundlagen des rousseauschen Gesellschaftsvertrags
  • Abgrenzung von Gemeinwille und Partikularinteressen
  • Transformation politischer Kulturen in modernen Demokratien
  • Einfluss von Polarisierung auf das Gemeinwohl
  • Die Notwendigkeit des Gemeinwillens als Orientierungshilfe

Auszug aus dem Buch

Die politische Kultur in den Vereinigten Staaten

Die politische Kultur in den Vereinigten Staaten zum Beispiel verändert sich sehr stark: Die Lager der Demokraten und Republikaner wurden extrem polarisiert. So stellt auch der Philosoph Jonathan Haidt fest, dass Amerika alles andere als vereint und mit jedem Jahrzehnt noch weniger vereinbar sei. (Haidt & Hetherington 2012) Ein Kämpfen im Sinne der volonté particulière scheint sich als legitimes, demokratisches Verhalten durchzusetzen, wie es sich auch in der diesjährigen, hitzigen Präsidentschaftswahl abzeichnete.

Des Weiteren zeigt eine Langzeitstudie von ANES (American National Election Study), dass das durchschnittliche Vertrauen der US-Bürger in die Regierung seit den 70er-Jahren frappant gesunken ist: Noch ungefähr ein Drittel sei ihr gegenüber wohlgesinnt, wobei dieser Anteil bei den Republikanern dann grösser sei, wenn ein Präsident ihrer Partei im Weissen Haus sitze. Diese Varianz sei bei den Demokraten minder ausgeprägt: Sie scheinen die Regierung weniger mit der Präsidentschaft zu identifizieren. (Haidt & Hetherington 2012) Trotz Rousseaus Einsicht, dass sein idealistisches Modell des Gesellschaftsvertrages nur in kleinen Staaten umsetzbar wäre, würde er die Herrschaft durch einen Partikularwillen, wie sie in der USA vorzufinden ist, sicherlich ablehnen. Er würde kritisieren, dass eine derartige Spaltung des «sittlichen Ichs» das Ziel von Gleichheit unmöglich macht und das Allgemeinwohl folglich ausklammert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Kernfrage von Jean-Jacques Rousseau zur gerechten staatlichen Ordnung ein und stellt die Relevanz der Differenzierung zwischen Gemein- und Partikularwillen dar.

2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Gesellschaftsvertrags nach Rousseau sowie die Notwendigkeiten für die Bildung einer gerechten politischen Einheit.

3. Analyse der Willensformen: Hier wird die Unterscheidung zwischen der volonté de tous, als Summe individueller Interessen, und der unfehlbaren volonté générale vertieft.

4. Anwendung auf aktuelle politische Prozesse: Das Kapitel überträgt Rousseaus Theorie auf die USA und untersucht die Auswirkungen politischer Polarisierung auf das Gemeinwohl.

5. Fazit: Die abschließende Betrachtung betont die Eigenverantwortung der Bürger, sich am Gemeinwohl zu orientieren, um Erkenntnisschwäche im politischen Handeln zu vermeiden.

Schlüsselwörter

Jean-Jacques Rousseau, Contrat Social, Gemeinwille, volonté générale, volonté de tous, Gesellschaftsvertrag, Partikularwille, Demokratie, politische Polarisierung, Allgemeinwohl, politische Kultur, US-Demokratie, Gleichheit, Gesellschaftskritik, Staatstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Rousseaus politische Theorie der Willensbildung im Staat und hinterfragt deren Übertragbarkeit auf moderne, westliche Demokratien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Unterscheidung zwischen dem Gesamtwillen und dem Gemeinwillen, die Bedingungen für ein gerechtes Zusammenleben sowie die aktuelle politische Polarisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Rousseaus theoretisches Konstrukt des Gemeinwillens dabei helfen kann, heutige demokratische Prozesse und deren Spaltungstendenzen zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dem Essay verwendet?

Es handelt sich um einen essayistischen Ansatz, der philosophische Literatur analysiert und diese mit aktuellen empirischen Studien zur politischen Kultur verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition der rousseauschen Willensformen und der Anwendung dieser Erkenntnisse auf die aktuelle politische Situation in den USA.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Rousseau, Gemeinwille, volonté générale, Gesellschaftsvertrag, Polarisierung, Gemeinwohl und politische Kultur.

Warum hält Rousseau den Gemeinwillen für unfehlbar?

Der Gemeinwille ist für Rousseau von transzendentalem Charakter und strebt nach dem objektiv Guten und der Gleichheit, während der Gesamtwille bloß Sonderinteressen summiert.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die USA?

Der Autor argumentiert, dass Rousseau die heutige politische Spaltung in den USA als Hindernis für ein echtes Gemeinwohl ablehnen würde.

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Details

Titel
Volonté de tous oder Volonté générale? Über Rousseaus Differenzierung von Willens-Formen in der Gesellschaft
Hochschule
Universität Zürich
Note
5,0 (CH-System, 6=Bestnote)
Autor
Adina Kuhn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
4
Katalognummer
V412820
ISBN (eBook)
9783668642508
Sprache
Deutsch
Schlagworte
volonté über rousseaus differenzierung willens-formen gesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Adina Kuhn (Autor:in), 2016, Volonté de tous oder Volonté générale? Über Rousseaus Differenzierung von Willens-Formen in der Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412820
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Leseprobe aus  4  Seiten
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