Wenn Unternehmen größer werden und immer mehr die Form eines Konzerns annehmen, kommt es oft zu einem Abbau von Flexibilität und zu einer Zunahme von Bürokratie. Während kleine Unternehmen noch überschaubare Organisationsstrukturen aufweisen, entsteht mit zunehmender Größe oft ein starres Gebilde, das nicht mehr in der Lage ist, sich auf ändernde Marktbedingungen rechtzeitig einzustellen. Gerade vor dem Hintergrund der globalisierten Märkte und unter dem verschärften Wettbewerb, bleibt es heute nicht mehr nur den Großkonzernen vorbehalten, sich als „global player“ im internationalen Markt zu behaupten. Zunehmend muss sich auch der Mittelstand auf die Erschließung internationaler Märkte einlassen.
Bei der Internationalisierung und der Organisation bereits international tätiger Unternehmen bietet sich die Holdinggesellschaft als Strukturform an. Was eine Holdinggesellschaft ist, was sie auszeichnet, inwiefern sie sich von anderen Formen der Konzernführung unterscheidet und welche Vorteile sie bietet, soll in der folgenden Arbeit beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff der Holding
2.1. Ursprünge der Holding
2.2. Definition der Holding
3. Formen der Holding und Abgrenzung gegenüber anderen Formen der Konzernführung
3.1. Formen der Holding
3.2. Kennzeichen der Holding
3.3. Abgrenzung gegenüber anderen Formen der Konzernführung
4. Vorteile bei internationaler Verbundführung durch Holdinggesellschaften
4.1. Vorteile und Chancen bei internationaler Verbundführung durch Holdinggesellschaften
4.2. Probleme und Risiken beim Aufbau von Holdinggesellschaften
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Holdinggesellschaft als geeignete Strukturform für international tätige Unternehmen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern sich die Holding von anderen Formen der Konzernführung unterscheidet und welche spezifischen Vorteile sowie Risiken eine internationale Verbundführung durch Holdinggesellschaften für Unternehmen bietet.
- Grundlagen und Definition der Holdinggesellschaft
- Differenzierung der verschiedenen Holding-Typen
- Abgrenzung der Holding zu alternativen Konzernstrukturen
- Analyse der Vorteile bei internationaler Anwendung
- Bewertung von Problemen und Risiken beim Aufbau einer Holdingstruktur
Auszug aus dem Buch
2.2. Definition der Holding
Zur Umschreibung der Holdinggesellschaft seien hier zunächst zwei Definitionen aus verschiedenen Lexika angeführt:
„Holding(gesellschaft): Dachgesellschaft; Obergesellschaft, die selbst keine Güter produziert und vertreibt, sondern nur Beteiligungen an anderen Gesellschaften (Tochtergesellschaften) hält, verwaltet und mit ihnen diese kontrolliert.“12
„Holdinggesellschaft:[von engl. to hold >halten<], i.w.S. eine Gesellschaft, die Anteile von anderen Gesellschaften als Vermögensanlage erwirbt und verwaltet, i.e.S. eine Gesellschaft, die darüber hinaus auch die wirtschaftl. Beeinflussung oder Beherrschung der anderen Gesellschaften bezweckt.“13
Der Begriff „Holding“ kommt aus dem Englischen und entstammt dem englischen Substantiv „hold“, was soviel bedeutet wie „Halten“, „Halt“, „Griff“, aber auch „Gewalt“ und „Einfluss“. Auch das davon abgeleitete Verb „to hold“ lässt mit seiner Übersetzung „(inne-) haben, besitzen“ darauf schließen, dass sich Holdinggesellschaften durch das „Halten“ von Beteiligungen u.ä. kennzeichnen lassen. Eine ausreichende Definition liefert dies allerdings noch nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den zunehmenden Bedarf an flexiblen Organisationsformen für mittelständische und große Unternehmen im globalen Wettbewerb und stellt die Holding als mögliche Lösungsstruktur vor.
2. Begriff der Holding: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge der Holding in den USA und Europa und führt verschiedene Definitionen ein, um den Begriff Holding i.w.S. von Holding i.e.S. abzugrenzen.
3. Formen der Holding und Abgrenzung gegenüber anderen Formen der Konzernführung: Es werden verschiedene Typisierungen von Holdinggesellschaften vorgestellt sowie die Abgrenzung zu anderen Unternehmensformen wie Kartellen, Fusionen oder Kooperationen vorgenommen.
4. Vorteile bei internationaler Verbundführung durch Holdinggesellschaften: Dieses Kapitel analysiert die Chancen und Vorteile von Holdings bei der internationalen Marktbearbeitung und beleuchtet kritisch die damit verbundenen Risiken und organisatorischen Probleme.
5. Resümee: Das Schlusswort fasst zusammen, dass die Holding trotz ihres hohen Alters eine hochgradig flexible Organisationsform bleibt, deren Einführung jedoch stets von den spezifischen Umständen eines Unternehmens abhängt.
Schlüsselwörter
Holdinggesellschaft, Konzernführung, Internationalisierung, Finanzholding, Managementholding, Dachgesellschaft, Tochtergesellschaft, Unternehmensstruktur, Beteiligungsmanagement, Konzernleitung, Strategische Führung, Operative Führung, Organisationsstruktur, Risikomanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Holdinggesellschaft als Organisationsform für international agierende Konzerne und analysiert deren Funktion, Struktur und Einsatzmöglichkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Kernbereichen gehören die Definition des Begriffs Holding, die Unterscheidung verschiedener Holding-Typen sowie die Vor- und Nachteile bei der Anwendung in einem internationalen Geschäftskontext.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis über Holdingstrukturen zu vermitteln, um deren Eignung als Instrument zur Steuerung von Unternehmensverbünden zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse und strukturierte Darstellung bestehender Konzepte und Definitionen aus der betriebswirtschaftlichen Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Typisierung der Holdingformen, die Abgrenzung gegenüber anderen Konzernformen sowie die Analyse der Chancen und Risiken einer internationalen Verbundführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wesentliche Begriffe sind Holdinggesellschaft, Konzernführung, Internationalisierung, Managementholding, Finanzholding und Organisationsstruktur.
Was unterscheidet eine Managementholding von einer Finanzholding?
Die Managementholding greift aktiv in die Führung und das strategische Geschäft der Tochtergesellschaften ein, während sich die Finanzholding primär auf die reine Vermögensverwaltung und Finanzkontrolle beschränkt.
Welche Rolle spielen "Zwischenholdings" in der Hierarchie?
Eine Zwischenholding fungiert als zusätzliche Führungsebene zwischen der Dachholding und den operativen Tochtergesellschaften, was besonders bei der Zusammenfassung ähnlicher Produkte oder Märkte zur Synergienutzung sinnvoll ist.
Warum wird die Principal-Agent-Problematik als Risiko genannt?
In Holdingstrukturen kann zwischen der Holdingführung (Principal) und den eigenständigen Tochtergesellschaften (Agenten) eine Informationsasymmetrie entstehen, die opportunistisches Verhalten der Tochtergesellschaften begünstigen kann.
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- Martin Keßler (Author), 2005, Holding. Formen und Vorteile internationaler Verbundsysteme durch Holdinggesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41283