Zum Leben und der Aktualität des Jean-Jacques Rousseau


Akademische Arbeit, 2015

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext

3. Biographie
3.1. Die Person Rousseau
3.2. Werdegang.

4. Rousseaus Schaffen
4.1. Seine Theorie.
4.2. Wichtige pädagogische Werke

5. Der Beitrag Rousseaus für die heutige Elementarpädagogik

6. Fazit..

Literaturverzeichnis.

1. Einleitung

Mit seiner Theorie über die Ungleichheit der Menschen sowie dem Plädoyer, „das Kind erstmal Kind sein zu lassen“ (Lischewski 2014, S. 142), revolutioniert Jean-Jacques Rousseau das Bild vom Kind. Im 18. Jahrhundert stößt er damit noch auf Widerstand. In dieser Zeit, dem sogenannten pädagogischen Jahrhundert, setzt der Aufklärer jedoch einen relevanten Meilenstein für die Pädagogik.

Seine Werke sind noch heute ein fixer Bestandteil im Repertoire ausgewählter Buchhandlungen, obwohl sie bereits über 250 Jahre alt sind. Dem Generalisten begegnet man auch in den verschiedensten Studien, beispielsweise dem Studium der Philosophie, der Pädagogik und der Geschichte.

In dieser Arbeit wird der Fokus ausschließlich auf die pädagogischen Aspekte des Jean-Jacques Rousseau gerichtet.

Doch was genau lässt sich nun, bezogen auf Rousseau, als Gewinn für die heutige Pädagogik deklarieren? Die folgende Arbeit geht unter anderem dieser Frage nach. Diese Fragestellung ist relevant, da von der These ausgegangen wird, dass seine grundlegenden Ansichten und Prinzipien über das Kind auch noch im 21. Jahrhundert von großer Bedeutung sind. Aus diesem Grund wird angenommen, dass er in der Erziehungs- und Bildungsdebatte bis zum heutigen Tag an Gültigkeit nicht verloren hat.

Um ein konkreteres Verständnis über Rousseau zu gewinnen, wird zu Beginn näher auf seine Person selbst eingegangen. Es wird Einsicht gewährt in seinen Werdegang, sein literarisches Schaffen und seine Theorie über die Natur der Dinge. Darauf aufbauend soll schlussendlich dargestellt werden, was er für die heutige Elementarpädagogik nachhaltig geleistet hat.

2. Historischer Kontext

Engelke, Borrmann und Spatscheck erläutern einige geschichtliche Zusammenhänge: Zur Lebenszeit Rousseaus regiert König Ludwig XV. in Frankreich. Der Verstaatlichungsprozess im 16. Jahrhundert verschafft dem Land einen Durchbruch, beispielsweise bezüglich der Etablierung des Militärwesens oder des Aufbaus eines organisierten Staatsapparates. Als Folge der Verstaatlichung verändern sich die gesellschaftlichen Strukturen und die Gesellschaft kritisiert nun die herrschenden Machtverhältnisse. (vgl. Engelke et al., S.65-66)

Die Autoren greifen somit einen wesentlichen historischen Eckpunkt der französischen Geschichte auf. Unter Ludwig XV. herrscht in Frankreich der Absolutismus. Sein Vorgänger Ludwig XIV., auch Sonnenkönig genannt, trägt zur damaligen Zeit bereits wesentlich zur Zentralisierung des Staates bei. Die absolutistische Herrschaft der Könige bröckelt aber zunehmend und so wird deren Legitimität als Herrscher in Frage gestellt. Dieser Legitimitätsverlust lässt sich durch das Aufkommen der Aufklärung erklären. Rousseau selbst gilt als Vertreter der Aufklärung in Frankreich.

Die drei soeben genannten Autoren definieren die Zeit der Aufklärung wie folgt: „Ihr Kennzeichen ist das Bewusstsein zunächst von wenigen einzelnen Protagonisten, dass die menschliche Vernunft das Wesen des Menschen ausmacht und daher den allgemeingültigen Wertmaßstab für alle menschlichen Tätigkeiten und Lebensverhältnisse in sich enthält.“ (Engelke et al., S.66)

Die aufgeklärte Bewegung erlebt in den folgenden Jahren noch einen massiven Aufschwung und bereits unter Ludwig XVI. führt dies zur Französischen Revolution.

Knoop und Schwab betonen, dass Rousseau elf Jahre vor dem Sturm auf die Bastille stirbt, welcher den Beginn der Französischen Revolution mit sich zieht. (vgl. Knoop/Schwab 1999, S. 43)

Dieses historische Ereignis kann Rousseau demnach nicht mehr miterleben.

3. Biographie

3.1. Die Person Rousseau

Jean-Jacques Rousseau gilt als bedeutender Philosoph, Pädagoge, Schriftsteller und Gelehrter der Naturwissenschaften. Besonders das Bild vom Kind wurde durch ihn revolutioniert, obgleich es nicht von Anfang an durchgesetzt werden kann. Doch vorerst näheres zu seiner Person selbst sowie zu seinem familiären Umfeld.

Knoop und Schwab führen an, dass er am 28. Juni 1712 in Genf geboren wird. Seine Eltern kommen ursprünglich aus zwei verschiedenen Welten – der Vater entstammt einer Hugenottenfamilie, die Mutter einer angeseheneren Bürgersfamilie. (vgl. Knoop/ Schwab 1999, S.43)

Rousseau ist demnach kein gebürtiger Franzose, sondern Schweizer. Dieser Tatsache sind sich möglicherweise nur wenige Menschen bewusst. Die französische Sprache beherrscht er dennoch von Geburt an, da Genf im französischsprachigen Teil der Schweiz liegt. Der Begriff „Hugenotte“ beschreibt die Zugehörigkeit einer Person zum calvinistischen Glauben.

Soëtard zitiert Rousseaus „Bekenntnisse“, worin über den frühen Tod der Mutter am 7. Juli 1712 berichtet wird: „Nach zehn Monaten wurde ich krank und schwächlich geboren, kostete meine Mutter das Leben, und meine Geburt war mein erstes Unglück.“ (Soëtard 2012, S. 10)

Dieses Zitat aus Rousseaus Feder beschreibt seine pessimistische Einstellung, die vor allem seine Kindheit prägt. Die negativen Auswirkungen der Entbindung führen demnach zum Tod der Mutter. Dieser frühzeitige Verlust bestimmt sein Leben nachhaltig. Dieser Pessimismus lässt sich im folgenden Zitat wiederfinden, in dem Soëtard erneut Rousseau zitiert:

„ ‚So wuchs ich‘, […]‚ in mein sechzehntes Jahr hinein: unruhig, mit allem und mir selbst unzufrieden, ohne Liebe zu meinem Beruf, ohne Freuden, die meinem Alter angepasst waren, verzehrt von Wünschen, deren Gegenstand ich nicht kannte, weinend, ohne jeden Grund zu Tränen, seufzend, ohne zu wissen, worüber, kurz, zärtlich an den Gaukelbildern meiner Phantasie hängend, da ich rings um mich nichts erblickte, was sie hätte aufwiegen können.‘ “ (Soëtard 2012. S.16)

Des Weiteren schreibt der soeben genannte Autor über den ersten Ortswechsel in Rousseaus Kindheit.

Der Vater des jungen Jean-Jacques schafft es 1718 nicht mehr, sich mit den andauernden Geldsorgen zu arrangieren. Ihm bleibt nichts anderes mehr übrig, als das geerbte Haus seiner verstorbenen Frau zu verkaufen und mit seinen Kindern aus dem Patrizierviertel ins Genfer Handwerkerviertel zu ziehen. (vgl. Soëtard 2012, S. 11)

Der Tod der Mutter hatte somit auch ökonomische Folgen für die Familie. Jean-Jacques Rousseau muss also aus seiner bürgerlich ansehnlichen Umgebung wegziehen.

Soëtard erwähnt, dass der Junge die hinterlassenen Bücher der Mutter, die hauptsächlich Romane waren, bereits ab dem 5. Lebensjahr verschlingt. Aufgrund des Ehrgeizes des Fünfjährigen spezialisieren sich Vater und Sohn bald auf die ernsthafteren Werke, die in der Bibliothek des Großonkels zu finden sind. Plutarch ist ab diesem Zeitpunkt der Lieblingsautor des jungen Jean-Jacques. (vgl. Soëtard 2012, S. 11)

Möglicherweise sind es diese Bücher, die Rousseau in dieser schwierigen Lebensphase Halt geben. Hier lässt sich bereits die Wissbegierde des Kindes feststellen. Dabei ist die Tatsache maßgeblich, dass sein Vater Hugenotte ist, denn Jean-Jacques Rousseaus Einstellung zur Bildung wird möglicherweise auch von seinem calvinistischen Vater beeinflusst. Erzogen wird er von dem ebenfalls calvinistischen Pfarrer Lambercier, da der Vater in eine andere Stadt fliehen muss.

Die erste richtige Frau an Rousseaus Seite ist sodann Thérèse Levasseur. In ihr findet er einen „ruhenden Pol“. Bevor er sie aber 1745 heiratet, werden deren fünf Kinder jeweils nach der Geburt in ein Pariser Findelhaus gebracht. Als Grund hierfür werden die geringen finanziellen Mittel angegeben, mit denen das Paar zu kämpfen hat. (vgl. ORF 2012, online)

Während er einerseits Arbeiten über die Natur des Menschen schreibt, übergibt er andererseits seine eigenen Kinder einem Findelhaus. Dieses Verhalten wird auch noch heute hinterfragt und kritisiert.

Engelke, Borrmann und Spatscheck führen die letzten Jahre Rousseaus aus. Chronische Krankheiten sowie Vereinsamung und große Geldprobleme bestimmen letztendlich sein Ableben. Im Alter von 66 Jahren erliegt der Mann am 2. Juli 1778 einem plötzlichen Tod. (vgl. Engelke et al. 2009, S 69)

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Zum Leben und der Aktualität des Jean-Jacques Rousseau
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V412847
ISBN (eBook)
9783668641679
ISBN (Buch)
9783668641686
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leben, Jean-Jacques Rousseau, Pädagogik, Literatur, Menschen, Kind
Arbeit zitieren
Verena Stahl (Autor), 2015, Zum Leben und der Aktualität des Jean-Jacques Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412847

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