Wie gelang es den Frankokanadiern, die französische Sprache und Kultur auf dem amerikanischen Kontinent zu bewahren?


Hausarbeit, 2017
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abstract

2. Einleitung

3. Essentielle Daten und Informationen über Québec

4. Die Historie Québecs
4.1 Der Ursprung der französischen Sprache in Kanada 5
4.2 Die Unterdrückung der Frankokanadier 6
4.3 Die „Stille Revolution“

5. Die Sprachenproblematik

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Abstract

Le Québec est une province au Canada qui est exceptionnelle. C’est la seule province dans toute l‘Amérique du Nord où on parle le français. Même si les Francophones au Québec sont et étaient toujours une minorité après que la France dut céder ses colonies américaines aux Britanniques, ils réussirent à garder leur langue et culture dans cet environnement anglophone. Pendant leur histoire, les Québécois devaient beaucoup de fois défendre leur langue française à cause d’une défavorisation des Franco-canadiens au Québec sous l’administration de la Grande-Bretagne. En plus, le contact avec la France a été restreint par les colons britanniques. Malgré tout, ils n’arrêtaient jamais à lutter pour une égalité des droits au Canada et devaient essuyer beaucoup de revers. C’est la raison pour laquelle ils pouvaient développer un nouveau sentiment de nationalité et d’appartenance après la Révolution tranquille. Peu à peu, le Québec se changeait d’une nation-église à une nation-état. Après une période d’ignorance concernant la question de la langue au Québec dans le domaine de la politique pendant laquelle quelques groupes qui battaient pour une norme linguistique au Québec se constituaient, les Franco-canadiens finalement réussirent à mettre des lois de langue en vigueur. Avec la « Charte de la langue français » ou la « Loi 101 », le Québec devint une province monolingue.

2. Einleitung

In Québec, welches aufgrund seiner kolonialen Vergangenheit einen Sonderstatus in Nord-Amerika einnimmt (vgl. Sarcher 1994), befindet man sich unter sieben Millionen Frankophonen, die von 300 Millionen Anglophonen umgeben sind. Québec ist eine kulturelle Besonderheit und sieht sich als eigenständige Gesellschaft. Diese Gesellschaft muss vor allem während des 19. und 20. Jahrhunderts mehrmals ihr Durchhaltevermögen, ihre Willensstärke, ihren Optimismus, ihre Energie und ihren Glauben an sich selbst beweisen. Québec nimmt aufgrund vieler Faktoren, vor allem aber durch die französische Sprache, eine außergewöhnliche Stellung auf dem nordamerikanischen Kontinent ein. Zudem unterscheidet sich das „Québécois“ sehr von dem Französisch, das man in Frankreich spricht. In Québec benutzt man Wörter, die im Französischen in Europa nicht (mehr) existieren. Das kanadische Französisch basiert „auf der Koiné des Pariser ‚usage‘ des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts“ (Hoerkens 1998).

Folglich unterscheiden sich die Frankokanadier nicht nur von ihrem Umfeld auf dem nordamerikanischen Kontinent, sondern auch von Frankreich. Sie sind wie Außenseiter. Wie haben sie es also geschafft ihre französische Sprache und Kultur in ihrem amerikanischen Umfeld bis heute zu behaupten und zu wahren? In dieser Arbeit wird diese Frage auf der Basis der frankokanadischen Historie beantwortet. Es wird auf den Ursprung der französischen Sprache und die damit verbundene Kolonialpolitik eingegangen, die anschließende Unterdrückung des Französischen in Kanada aufgezeigt und die „Stille Revolution“ der Frankokanadier erläutert. Neben dem Faktor der Historie wird auch die damit verbundene Sprachenproblematik in Québec für die Beantwortung der Fragestellung berücksichtigt. Schlussendlich wird ein Fazit gezogen, in dem um eine möglichst umfassende Antwort auf die Leitfrage dieser Arbeit bemüht wird.

3. Essentielle Daten und Informationen über Québec

Québec hat eine Fläche von 1.540.680 km², was 15,5% der Gesamtfläche Kanadas ausmacht. Somit ist Québec die größte Provinz des Landes. 83% der Einwohner Québecs sprechen Französisch als ihre Muttersprache, ungefähr 8% Englisch und 10% keine der beiden Sprachen. Jedoch sprechen nur 6% weder das Französische, noch das Englische zu Hause. Mehr als 40% der Québécois können beide Sprachen sprechen (vgl. Gouvernement du Québec 2017).

4. Die Historie Québecs

4.1 Der Ursprung der französischen Sprache in Kanada

Der französische Einfluss beginnt im Jahr 1534 mit dem Eintreffen Jaques Cartiers, der im Auftrag des französischen Königs Francois I ein Kreuz in der Bucht von Gaspé errichtet. In den Jahren 1535 und 1542 erforscht Cartier das neue Land außerhalb Europas. Der erste Versuch der Kolonisation scheitert aufgrund des Klimas und der Disziplinlosigkeit der ersten französischen Kanadier. Am dritten Juli 1608 gelingt es dem Forscher Samuel Champlain die erste Kolonie Québecs zu errichten. Mit der Gründung der Stadt Québec legt er den Grundstein für eine französische Kolonisation in Kanada. Québec fungiert von nun an als Ausgangspunkt für diverse Explorationen in das Landesinnere. Im Jahr 1641 wird auch die Kolonie Ville-Marie, die der Vorläufer der Stadt Montréal ist, gegründet. Mit der Zeit vergrößern die Franzosen ihre Region der Kolonisation in Kanada und weiten somit die „Nouvelle-France“ aus. 1674 übernimmt die französische Krone die Verwaltung der Kolonie. Die koloniale Bourgeoisie, also Grundherren, durch Pelzhandel reich gewordene Händler und Geschäftsleute, das Militär und die katholische Kirche, bestimmt zu dieser Zeit „die Geschicke der Kolonie“ (Hoerkens 1998).

1756 bricht nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der frankophonen Bevölkerung und den benachbarten englischen Kolonien der siebenjährige französisch-englische Krieg aus. Nach dem Krieg muss Frankreich ihre amerikanischen Kolonien Großbritannien überlassen, was in dem Vertrag von Paris 1763 fixiert wird (vgl. Wolf 1985).

Dieser Vertrag besiegelt also das Ende des politischen Einflusses durch die französische Krone, und somit auch „die Isolation Québecs in allen sprachkulturellen Belangen“ (Hoerkens 1998).

4.2 Die Unterdrückung der Frankokanadier

Als die Briten 1760 die Kolonie Québec übernehmen, werden die Frankokanadier allein gelassen (vgl. Sarcher 1994). Der Kontakt wird nicht komplette unterbunden: Es herrscht ein reger Briefkontakt und Verwandtschaftsbesuche werden durchgeführt, jedoch können die Québécois mit ihrer französischen Sprache und Kultur nicht weiter durch Frankreich unterstützt werden, wodurch ein „gespaltenes Verhältnis zu Frankreich“ (Sarcher 1994) entsteht. Frankreich muss aufgeben und die Kolonie den Briten überlassen. Deshalb halten die Frankokanadier umso mehr an ihrer Sprache fest, da sie befürchten, dass andere Spracheinflüsse von außen, also das Englische, das Französische verunreinigen könnten. Zudem nimmt die Kirche in Québec eine immer wichtigere Rolle ein. Vor allem ab 1764, als das britische Recht in Kraft gesetzt wird, welches den Katholizismus verbietet, nimmt ihre Bedeutung zu (vgl. Hoerkens 1998).

Einer der Gründe für die Übernahme der Kolonie Québec in britische Hände ist, dass Québec sehr attraktiv für den Handel von Fellen ist. Außerdem herrschen schwierige soziale Konditionen und eine schwierige Wirtschaft das Leben in Großbritannien, zudem gibt es eine Hungersnot in Irland. Daher wird Québec zu einem nützlichen

Handelspartner.

Zehn Jahre später, im Jahr 1774, erlangen die Frankokanadier mit der Québec-Akte schlussendlich die Religionsfreiheit und die „französische Zivilgerichtsbarkeit“ (Hoerkens 1998) zurück. Jedoch werden Anordnungen und Erlasse immer noch in französischer und englischer Sprache veröffentlicht; Protokolle werden ausschließlich in Englisch abgefasst (vgl. Hoerkens 1998).

Im darauffolgenden Jahr gelingt es den Amerikanern unter der Leitung von Richard Montgomery bis Montréal vorzudringen. Die Frankokanadier verteidigen ihr Territorium und es gelingt ihnen, die Amerikaner zurückzudrängen. Nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kommen mehr als 50000 amerikanische Bürger nach Québec. Daraufhin bilden sich zwei Regionen der Kolonisation. Sie unterschieden sich in ihrer Population, ihrer Sprache und ihrer Kultur. Im Jahr 1791 spricht man von einer Unterteilung in „HautCanada“ und „Bas-Canada“, welches die heutige Region der Provinz Québec beschreibt. Dabei werden jedoch nicht „völlig eigenständige einsprachige Distrikte geschaffen“ (Hoerkens 1998), wodurch Konflikte entstehen. Durch den Ausgang der französischen Revolution und den politischen Ereignissen in Frankreich, wird den Frankokanadiern die letzte Hoffnung auf eine Wiedereingliederung in das Mutterland Frankreich genommen. Zudem bleibt dem Französischen „die Anerkennung als offizielle Sprache für den parlamentarisch-juristischen Bereich versagt“ (Hoerkens 1998), wodurch Gefühle des nationalen Selbstbewusstseins bei den Frankokanadiern aufkommen (vgl. Hoerkens 1998).

Beide Regionen hatten ihre eigenen Gouverneure und Parlamente. Zwischen den Frankokanadiern und der anglophonen Bevölkerung gibt es jedoch immer Spannungen. Daher möchte man die beiden Regionen wieder vereinen, weshalb die Konflikte um die Sprachenfrage erneut auftauchen. Großbritannien möchte „dem Französischen [keine] […] legale Grundlage“ (Hoerkens 1998) zugestehen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Wie gelang es den Frankokanadiern, die französische Sprache und Kultur auf dem amerikanischen Kontinent zu bewahren?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V412916
ISBN (eBook)
9783668639300
ISBN (Buch)
9783668639317
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frankokanadiern, sprache, kultur, kontinent
Arbeit zitieren
Mandy Annalena Riemer (Autor), 2017, Wie gelang es den Frankokanadiern, die französische Sprache und Kultur auf dem amerikanischen Kontinent zu bewahren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412916

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