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Der Pantheismus in der Literatur. Die Problematik der Liebe und der Natur in der Lyrik des jungen Goethe

Titel: Der Pantheismus in der Literatur. Die Problematik der Liebe und der Natur in der Lyrik des jungen Goethe

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 27 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Elisabeth Hartmann (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Begriff des Pantheismus entwickelte sich im Zeitalter der Aufklärung. Er wurde 1709 von dem niederländischen Theologen J. De La Faye in einer gegen den irischen Freidenker John Toland (1670-1722) gerichteten Streitschrift geprägt. John Toland hatte die Lehre der Pantheisten, von denen er erstmals 1705 spricht, in seinen "Origines Judaicae" von 1709 auf die Formel gebracht.

Die bedeutendsten literarischen und philosophischen Vertreter des Pantheismus sind Baruch de Spinoza, Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang von Goethe, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Schleiermacher und Friedrich Schelling (im weiteren Sinne).

Grundlegender Gedanke des Pantheismus ist, dass der Mensch die Einsicht gewinnt, die uns gegebene Natur mit ihren Gesetzen oder Ideen (Erscheinungen/Gestalten) sinnlich wahrzunehmen und dabei "Göttliches" empfindet, das von keinem Materialismus und Sensualismus erklärt werden kann. Dieses "Göttliche" entziehe sich immer einer vollen Erkenntnis. Wir haben von ihm nur eine "bildliche Vorstellung" im Reich der Poesie und nur eine "hypothetische Erklärung" im Reich der Philosophie. Aus historischer Perspektive der Philosophie diene der Terminus zur Kennzeichnung der antiken Philosophie der Eleaten (Xenophanes, Parmenides, Zenon).

Der Begriff Pantheismus (von altgriechisch: "alles Gott" beziehungsweise "Allgottvorstellung") bezeichnet also demnach die Anschauung, Gott sei eins mit dem Kosmos und der Natur, Welt und Gott identisch. Die Welt beziehungsweise Natur sei Gott (Einheits- und Ursprungsgedanke Goethes). Es entsteht gedanklich also eine Einheit des "Ich" (Gott) mit der Welt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Goethe und der Pantheismus

3 Verschiedene Auslegungen und Formen des Pantheismus

4 Hauptteil

4.1 Analyse und Interpretation des Gedichts „Mailied“ (1771)

4.2 Der Konflikt zwischen Liebe und Natur

4.2.1 Die Liebe bei Goethe

4.2.2 Die Natur bei Goethe

5 Fazit

6 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das pantheistische Weltbild Goethes und dessen Reflexion in seinem lyrischen Schaffen, insbesondere in der Analyse des Gedichts „Mailied“ von 1771. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das ambivalente Spannungsfeld zwischen Liebe, Naturerleben und individueller Subjektivität in Goethes Werk konstituiert ist und welche Rolle diese Motive innerhalb der Epoche des Sturm und Drang spielen.

  • Pantheismus-Verständnis im Zeitalter der Aufklärung
  • Goethes philosophischer Standpunkt und sein Einheitsdenken
  • Strukturanalyse des Gedichts „Mailied“ (1771)
  • Die Dialektik von Liebe und Natur bei Goethe
  • Wirkung und Rezeption der Naturphilosophie

Auszug aus dem Buch

4.2 Der Konflikt zwischen Liebe und Natur

Ist das „Mailied“ „als jubelndes Bekenntnis der Liebe zu Friederike“ zu sehen? Mit welcher Liebe schildert noch der alte Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ (fiktionale Elemente) die Gestalt, das Wesen seiner Friederike? „Ich war grenzenlos glücklich an Friederikes Seite“, sagt er. Wahrscheinlich muss man diese These kritisch betrachten – genauso wie die Ansicht, dass es sich hierbei um einen „Musenkuss“ handelt. Man muss sich allerdings von dem gefährlichen biografischen Kreis wegbegeben und das Gedicht als autonomes Kunstwerk betrachten. Natürlich könnte man bei dem Vers „auf jenen Höhn“ (Raum) die Assoziation zum Olymp - jenem lichtüberfluteten Berg der Götter bei den Griechen - bekommen, da dies wie ein Schwebezustand auf den Leser wirkt. Goethe verunsichert jedoch den Leser, da es hier keine Kausalitätsverknüpfung gibt. Man fragt sich: Auf was bezieht er sich denn? – Auf die „Morgenwolken“ (Zeit: „Witterungslehre“ (Meteorologie) Goethes) als Vergleiche mit der Liebe, die „So golden schön“ sind und eine kosmische Kraft, das Unsichtbare, eine Entrealisierung und ungebrochene Einheit bilden. Harmonie und vollkommene Einheit sind vergleichbar mit dem Phalanstère oder Phalansterium, das eine von dem französischen Philosophen Charles Fourier (1772-1836) erdachte Wohngenossenschaft ist. Fourier prägte auch den Begriff des Feminismus. Diese Menschen sollten dort gemeinsam leben, lieben und arbeiten. Bestandteil des Konzepts war die freie Liebe. Diese Utopie wurde während der 68er-Bewegung wieder aufgegriffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definition des Pantheismusbegriffs unter Berücksichtigung historischer und philosophischer Quellen sowie Einordnung in das Denken Goethes.

2 Goethe und der Pantheismus: Untersuchung von Goethes philosophischem Standort, seinem Einheitsdenken in der Lyrik und seiner kritischen Haltung gegenüber traditionellen Kunstauffassungen.

3 Verschiedene Auslegungen und Formen des Pantheismus: Differenzierung zwischen verschiedenen pantheistischen Strömungen, von indischen Ansätzen bis zum immanent-transzendenten Pantheismus bei Goethe.

4 Hauptteil: Detaillierte Analyse des Gedichts „Mailied“ sowie die Untersuchung der zentralen Motive Liebe und Natur als miteinander verwobene Elemente.

4.1 Analyse und Interpretation des Gedichts „Mailied“ (1771): Fokus auf die formale Struktur, den Rhythmus und die emotional-ästhetische Gestaltung des Gedichts im Kontext des Sturm und Drang.

4.2 Der Konflikt zwischen Liebe und Natur: Analyse der wechselseitigen Abhängigkeit von Naturerfahrung und Liebesempfinden.

4.2.1 Die Liebe bei Goethe: Untersuchung der Liebe als kosmische Kraft und deren Bezug zur Idee des Ewig-Weiblichen im lyrischen Werk.

4.2.2 Die Natur bei Goethe: Erörterung der Naturwahrnehmung als schöpferische und göttliche Kraft, die durch das autonome Subjekt erfahren wird.

5 Fazit: Kritische Reflexion über die Bedeutung der Liebe und Natur für das Individuum sowie die Auswirkungen technischer Entwicklungen auf das biologische Gleichgewicht.

6 Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Werkausgaben.

Schlüsselwörter

Pantheismus, Goethe, Mailied, Sturm und Drang, Naturerleben, Liebe, Individualität, Einheitsdenken, Metamorphose, Lyrikanalyse, Subjektivität, Philosophie, Aufklärung, Sinnlichkeit, Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das philosophische Verständnis des Pantheismus im Denken Goethes und analysiert dessen konkrete Manifestation in ausgewählten lyrischen Werken, primär im Gedicht „Mailied“ von 1771.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Dialektik von Liebe und Natur, dem Einheitsgedanken in Goethes Schriften und der Rolle der individuellen Subjektivität im Kontext naturphilosophischer Strömungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Konflikt bzw. die tiefe Verbundenheit zwischen dem Naturerleben und dem Liebesbegriff bei Goethe anhand des „Mailieds“ zu untersuchen und dabei aufzuzeigen, wie diese Elemente eine „Religion“ der Verbundenheit bilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt primär literaturwissenschaftliche Analyseansätze (Interpretation, Struktur- und Formanalyse) in Verbindung mit geistesgeschichtlichen und philosophischen Kontextualisierungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte formale und inhaltliche Analyse des Gedichts „Mailied“ sowie die Untersuchung der Konzepte von Liebe und Natur bei Goethe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Pantheismus, Sturm und Drang, Liebe, Natur, Subjektivität, Metamorphose und das lyrische Ich bei Goethe.

Warum spielt das „Mailied“ eine so zentrale Rolle in der Arbeit?

Es dient als exemplarisches Beispiel für Goethes „Erlebnislyrik“ und verdeutlicht das Zusammenspiel von emotionaler Intensität, Naturbeherrschung und rationalen Elementen, die für die Zeit des Sturm und Drang prägend waren.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Natur bei Goethe?

Die Autorin hebt hervor, dass für Goethe Kunst, Religion und Wissenschaft eine Einheit bilden und er die Natur als „göttliche“ Kraft wahrnahm, die jedoch durch menschliche Herrschaftsansprüche gefährdet wird.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Pantheismus in der Literatur. Die Problematik der Liebe und der Natur in der Lyrik des jungen Goethe
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Lyrik des jungen Goethe
Note
2,3
Autor
Elisabeth Hartmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
27
Katalognummer
V412948
ISBN (eBook)
9783668641105
ISBN (Buch)
9783668641112
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pantheismus literatur problematik liebe natur lyrik goethe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisabeth Hartmann (Autor:in), 2014, Der Pantheismus in der Literatur. Die Problematik der Liebe und der Natur in der Lyrik des jungen Goethe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412948
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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