In den letzten Jahrzehnten haben viele Entwicklungen stark dazu beigetragen, dass sich die verschiedenen Kulturen unseres Planeten zunehmend vermischen bzw. „aufeinander treffen“. Man denke nur an Schlagworte wie „Globalisierung“, „Multikulturalisierung“ oder auch „Völkerbund“. Auch der mittlerweile weltweite Tourismus, die Entstehung von immer größeren multinationalen Großkonzernen, die immer günstiger werdenden Transportkosten im Personenverkehr und andere Entwicklungen sind in diesem Zuge zu nennen. Immer öfter treffen Menschen verschiedener Kulturen, sei es geschäftlich, aus offiziellen Anlässen oder aus privaten Gründen aufeinander. Dabei kommt es häufig mangels Informationen, Vorbereitung oder auch nur auf Grund von einfachem „Nicht-Wissen“ zu Situationen, die, durch den unterschiedlichen kulturellen Background hervorgerufen, Konflikte, Enttäuschungen, negative Erfahrungen, etc. verursachen. Vor allem bei geschäftlichen Anlässen kann dies unangenehme (oft finanzielle) Folgen haben.
Im Harvard Business Manager war Anfang dieses Jahres zu lesen: "Weil Ford den Posten des China-Chefs falsch besetzte, verlor der Konzern gegenüber der Konkurrenz 5 Jahre"
Deshalb gibt es heute verschiedene Anbieter für so genannte „interkulturelle Trainings“, die ihre Kunden auf entsprechende Situationen vorbereiten. Wie und was in diesen Trainings ablaufen kann bzw. soll, ist Inhalt dieser Arbeit. Um einen möglichst praxisnahen Bezug herzustellen greife ich im Besonderen auf die Informationen und Inhalte des IFIM (Institut für interkulturelles Management) und des IKUD (Institut für Interkulturelle Didaktik e.V.) zurück.
Zu Beginn möchte ich zunächst den Begriff „Kultur“ definieren, für den es zahlreiche Definitionen gibt. Ich greife hier diejenigen heraus, die mir am anschaulichsten und für mein Thema am sinnvollsten erscheinen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Definition „Kultur“
1.2. Was ist „Interkulturelles Training“
1.3. Geschichtlicher Rückblick
2. Ziele interkulturellen Trainings
2.1. Zielgruppen für kulturspezifisches Training
2.2. Zielgruppen für kulturübergreifendes Training
2.3. Zusammenfassung
3. Inhalte interkulturellen Trainings
3.1. Aufbau
3.2. Methoden interkulturellen Trainings
3.3. Beispiel
4. Angebotsbeispiel
5. Trends
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz, Ziele und Methoden interkultureller Trainings im Kontext der zunehmenden Globalisierung und internationaler Zusammenarbeit. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch gezielte Vorbereitung auf fremde Kulturen Konflikte vermieden und die Effektivität beruflicher sowie privater Auslandsaufenthalte gesteigert werden kann.
- Grundlagen und Definitionen des Kulturbegriffs
- Differenzierung zwischen kulturspezifischen und kulturübergreifenden Trainingsformen
- Didaktische Konzepte und methodische Ansätze wie Fallmethode und Simulation
- Praxisbeispiel einer interkulturellen Auslandsvorbereitung für China
- Zukünftige Trends und die Bedeutung der Qualitätssicherung in der Branche
Auszug aus dem Buch
3.3. Beispiel
Ich möchte hier ein Beispiel zu der Fallmethoden-Variation „Culture Assimilator“ einfügen. Dies ist ein Text, der eine bestimmte Situation in einem anderen Kulturkreis beschreibt und im Normalfall vier mögliche Lösungen vorgibt. Der „Kulturfremde“ muss sich für eine Lösung entscheiden. Danach erfährt er ob seine Wahl richtig oder eher falsch war mit den jeweiligen Gründen. Meist sind viele Situationen für ein spezielles Land in Büchern zusammengefasst, die dann durchgearbeitet werden. Somit können viele verschiedene kulturelle Unterschiede erarbeitet und die Sensibilität der Teilnehmer geschult werden. Ich habe das Beispiel aus dem Buch von Müller/Thomas entnommen:
"Sylvia und Chris, ihr amerikanischer Mitbewohner, bastelten ziemlich viel zusammen an ihren Autos. Eines Tages stellte Sylvia fest, daß sie die Zündkerzen wechseln mußte. Da sie dies noch nie gemacht hatte und deshalb überhaupt keine Ahnung hatte, wie das ging, fragte sie Chris, ob sie das mal zusammen erledigen könnten. Sylvia wollte gerne mit Chris einen Zeitpunkt ausmachen, wann sie den Zündkerzenwechsel durchführen könnten, doch es gelang ihr nicht, Chris auf einen bestimmten Tag festzulegen. Sylvia schlug einige Male einen Tag vor, an dem Chris auch meinte, daß es bei ihm wahrscheinlich klappen könnte. Doch an dem betreffenden Tag war Chris meist gar nicht da oder er hatte doch keine Zeit. Ein paar Tage später trafen sich beide zufällig am Nachmittag vor der Garage und stellten fest, daß jetzt jeder Zeit für die Reparatur hätte. Chris wechselte daraufhin sofort mit Sylvia die Zündkerzen.
Überlegen Sie bitte, warum es nie geklappt haben könnte, mit Chris einen Zeitpunkt zum Zündkerzenwechseln zu vereinbaren!
(1) Chris wollte mit Sylvia keinen Termin vereinbaren, weil er eigentlich keine Lust hatte, die Zündkerzen zu wechseln.
(2) Chris hatte viel um die Ohren und wollte sich daher zeitlich nicht festlegen, um sich in seinen Zeitplänen nicht noch mehr als notwendig nach anderen richten zu müssen.
(3) Christ liebte es, in den Tag hinein zu leben und nicht alles im voraus zu planen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die zunehmende globale Vernetzung und die daraus resultierende Notwendigkeit interkultureller Kompetenz zur Vermeidung von Konflikten.
2. Ziele interkulturellen Trainings: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen kulturspezifischen und kulturübergreifenden Trainingszielgruppen sowie deren jeweilige Motivationsfaktoren.
3. Inhalte interkulturellen Trainings: Hier werden der Aufbau einer Trainingseinheit sowie spezifische didaktische Methoden wie die Fallmethode und Simulation vorgestellt.
4. Angebotsbeispiel: Dieses Kapitel präsentiert ein konkretes viertägiges Seminarprogramm für den Einsatz in China als praktisches Anwendungsbeispiel.
5. Trends: Der Abschnitt diskutiert die künftige Bedeutung interkultureller Trainings für Unternehmen und die Notwendigkeit einer Qualitätsstandards-Entwicklung.
6. Fazit: Das Fazit unterstreicht den hohen Wert interkultureller Vorbereitung für den persönlichen und beruflichen Erfolg im globalen Kontext.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Training, Globalisierung, Kultur, Kompetenzvermittlung, Kulturspezifisches Training, Kulturübergreifendes Training, Fallmethode, Simulation, Personalmanagement, Auslandsvorbereitung, interkulturelle Didaktik, Konfliktmanagement, Sensibilisierung, Selbstreflexion, Wirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Feld der interkulturellen Trainings, deren Entstehung, Zielgruppen, methodischem Aufbau und der Bedeutung für die moderne Arbeitswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Kultur, die Analyse der Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen (Auslandsmitarbeiter, Partner, Inlandsmitarbeiter) sowie die methodische Gestaltung von Trainingsangeboten.
Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Relevanz interkultureller Trainings zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie diese zur Vermeidung von Missverständnissen und zur Steigerung der beruflichen Effizienz beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Informationsanalyse, die unter anderem Konzepte des IFIM und des IKUD sowie pädagogisches Fachhintergrundwissen einbezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Zielgruppenanalyse, die Erläuterung didaktischer Modelle wie Fallmethode und Simulation sowie die Präsentation eines konkreten Seminarbeispiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind interkulturelles Training, Kultur, interkulturelle Kompetenz, globale Zusammenarbeit, Fallmethode und Auslandsvorbereitung.
Warum ist das "Culture Assimilator"-Beispiel für den Leser hilfreich?
Es veranschaulicht durch eine konkrete Alltagssituation (Zündkerzenwechsel), wie tiefgreifend kulturelle Prägungen das menschliche Zeitmanagement und soziale Erwartungen beeinflussen können.
Was ist das zentrale Fazit zur Bedeutung interkultureller Trainings?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass interkulturelle Trainings essenziell sind, um die globale Zusammenarbeit zu fördern und dass sie idealerweise als fester Bestandteil in die Ausbildung oder berufliche Entsendung integriert werden sollten.
- Quote paper
- Martin Kendlbacher (Author), 2004, Interkulturelles Training - Ziele, Inhalte, Trends, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41303