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Erwin Schulhoff unter besonderer Berücksichtigung seiner Kammer- musikalischen Werke

Titel: Erwin Schulhoff unter besonderer Berücksichtigung seiner Kammer- musikalischen Werke

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 35 Seiten , Note: 1

Autor:in: Mag. Herbert Bahl (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Erwin Schulhoff wurde wegen seiner jüdischen Abstammung von den Nazis verfolgt, seine Musik entartet, und im Internierungslager Wülzburg wurde er unter menschenunwürdigen Verhältnissen inhaftiert, die seinen frühen Tod zur folge hatten. Sinn dieser Arbeit ist eine Beschäftigung mit seinen Werken, ganz konkret mit seiner Kammermusik. Natürlich werden nicht alle Werke besprochen, sondern nur wenige; diese sollen genauer untersucht, bzw. analysiert werden. Sein sozio- kulturelles Umfeld, seine revolutionäre geistige Haltung als auch seine wichtigsten biographischen Daten sollen jedoch nicht zu kurz kommen.

Schwerpunkte bliden das "Concertino für Flöte, Viola und Kontrabaß", "Duo für Violine und Violoncello", "Sextett für zwei Violinen, zwei Bratschen, zwei Violoncelli", "Streichquartett", "Hot-Sonate", "Fünf Stücke für Streichquartett" abschließend wird ein Chronologisches Werkverzeichnis (nur Kammermusik) aufgelistet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Teil I

1.1 Vorwort

1.1.1 Einleitende Gedanken

2. Schulhoffs Kurzbiographie mit besonderer Berücksichtigung seiner Werke für Kammermusik

2.1. Schulhoffs soziales und kulturelles Umfeld in seiner Heimatstadt Prag

3. Dadaismus

3.1. Kurze Einführung in den Dadaismus

3.1.1. Erwin Schulhoff und Dada

3.1.2. Das Saxophon

3.1.3. Jazz und afro-amerikanische Musik

Teil II

4. Einleitung

5. Concertino für Flöte, Viola und Kontrabaß

5.1. Die Entstehung

5.1.1. Concertino für Flöte, Viola und Kontrabaß, Analyse

5.2. Donaueschingen

6. Duo für Violine und Violoncello

6.1. Die Entstehung

6.1.1. Duo für Violine und Violoncello, Analyse

7. Sextett für zwei Violinen, zwei Bratschen, zwei Violoncelli

7.1. Die Entstehung

7.1.1. Sextett für zwei Violinen, zwei Bratschen, zwei Violoncelli, Analyse

8. Streichquartett 1

8.1. Die Entstehung

8.1.1. Streichquartett 1, Analyse

9. Hot-Sonate

9.1. Die Entstehung

9.1.1. Hot-Sonate, Analyse

10. Fünf Stücke für Streichquartett

10.1. Die Entstehung

10.1.1. Fünf Stücke für Streichquartett, Analyse

11. Chronologisches Werkverzeichnis (nur Kammermusik)

12. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte kammermusikalische Werke des Komponisten Erwin Schulhoff unter Berücksichtigung seines sozialen und kulturellen Umfelds, seiner dadaistischen Prägung und seines Interesses an Jazz sowie Volksmusik, um eine musikwissenschaftliche Analyse seines Schaffens jenseits rein biographischer Daten zu leisten.

  • Biographische Einordnung im Kontext des 20. Jahrhunderts und des Nationalsozialismus
  • Einfluss des Dadaismus auf die ästhetische Haltung Schulhoffs
  • Integration von Jazz-Elementen und afro-amerikanischer Musik in klassische Formen
  • Analyse der kammermusikalischen Kompositionen, insbesondere in Bezug auf Struktur und Rhythmik
  • Bedeutung der Donaueschinger Kammermusik-Aufführungen für die Etablierung neuer Musik

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Das Saxophon

„Das Saxophon ist weder eine Trompete, noch eine Ziehharmonika.[...] In der Nähe betrachtet gleicht es einer Ofenröhre, einem Staubsauger „Elektro-Lux“ oder einer „Perolin“-Luftverbesserungsspritze.[...]Das Saxophon eignet sich am Besten zum Ausdruck aller menschlichen und animalischen Gefühle...[...]“

er ist zu diesem „neuen“ Instrument also durchaus positiv eingestellt und schreibt weiters:

„Die Musik lässt sich von jedem knutschen. Meist trägt sie die gemeinste Jägerwäsche aus linearem Kontrapunkt, weil sie in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Ihre Eltern hießen Tonika und Dominante, eine alte Tante mütterlicherseits mit Namen Unterdominate, das Prototyp der Asexualität leitete ihre Erziehung. Das Saxophon hat mit einem Male dieser Verwandtschaft ein vernünftiges Ende bereitet, was insoferne einen großen Vorteil in sich birgt, daß mit dem höchstnotwendigen Abbau der gänzliche überflüssigen Kunst auch das damit verbundene Pathos verschwindet.“13

Zusammenfassung der Kapitel

1.1 Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation zur Beschäftigung mit Schulhoffs Kammermusik und dankt den unterstützenden Institutionen für die Literaturrecherche.

1.1.1 Einleitende Gedanken: Diese Gedanken legen den Fokus auf die Bedeutung der Aufarbeitung der Geschichte des 20. Jahrhunderts und deren Auswirkungen auf Leben und Werk eines spezifischen Komponisten.

2. Schulhoffs Kurzbiographie mit besonderer Berücksichtigung seiner Werke für Kammermusik: Das Kapitel bietet einen chronologischen Überblick über die wichtigsten Lebensdaten und Werke Schulhoffs, orientiert am Werkverzeichnis von Josef Bek.

2.1. Schulhoffs soziales und kulturelles Umfeld in seiner Heimatstadt Prag: Es wird die loyale und intellektuelle Atmosphäre Prags beschrieben, die den Komponisten in einer finanziell gut situierten jüdischen Familie aufwachsen ließ.

3. Dadaismus: Hier wird der Dadaismus als revolutionäre Bewegung eingeführt, die bürgerliche Kunstwerte infrage stellte.

3.1. Kurze Einführung in den Dadaismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundsätze des Dadaismus als Antwort auf die Katastrophe des Ersten Weltkrieges.

3.1.1. Erwin Schulhoff und Dada: Der Text beleuchtet Schulhoffs persönliche Kriegserfahrungen und sein Engagement in der Bewegung als Beitrag zum „Zukunftsland“.

3.1.2. Das Saxophon: Es wird Schulhoffs positive Einstellung zum Saxophon als neuem Ausdrucksmittel zur Überwindung traditioneller akademischer Musikformen dargelegt.

3.1.3. Jazz und afro-amerikanische Musik: Die Untersuchung zeigt auf, wie Schulhoff Jazz-Elemente nutzte, um die europäische Musikanschauung zu erweitern.

4. Einleitung: Überleitung zum zweiten Teil der Arbeit, in dem spezifische Werke einer detaillierten Analyse unterzogen werden.

5. Concertino für Flöte, Viola und Kontrabaß: Diskussion dieses Werkes im Kontext der Eindrücke von der slawischen Bauernfestwoche.

5.1. Die Entstehung: Bericht über die Uraufführung im Rahmen der Donaueschinger Kammermusik-Aufführungen.

5.1.1. Concertino für Flöte, Viola und Kontrabaß, Analyse: Strukturelle Analyse der vier Sätze des Werkes mit Fokus auf Rhythmik und harmonischem Aufbau.

5.2. Donaueschingen: Erläuterung der Bedeutung der Donaueschinger Festspiele für die Förderung der „Neuen Musik“.

6. Duo für Violine und Violoncello: Vorstellung des Werkes, das Leos Janacek gewidmet ist.

6.1. Die Entstehung: Angaben zu Entstehungszeit und Uraufführung des Duos.

6.1.1. Duo für Violine und Violoncello, Analyse: Detaillierte Analyse der vier Sätze und der motivischen Arbeit im Duo.

7. Sextett für zwei Violinen, zwei Bratschen, zwei Violoncelli: Vorstellung des Werkes, das Francis Poulenc gewidmet wurde.

7.1. Die Entstehung: Angaben zur Entstehung und Uraufführung im Jahr 1924.

7.1.1. Sextett für zwei Violinen, zwei Bratschen, zwei Violoncelli, Analyse: Analyse der polytonalen Struktur und des thematischen Aufbaus der vier Sätze.

8. Streichquartett 1: Vorstellung des 1924 in Prag vollendeten Streichquartetts.

8.1. Die Entstehung: Widmungsdetails und Informationen zur Uraufführung in Venedig.

8.1.1. Streichquartett 1, Analyse: Untersuchung des rhythmisch-homophonen Satzbildes und der thematischen Gestaltung der Sätze.

9. Hot-Sonate: Vorstellung der unter dem Titel „Jazz-Sonate“ bekannten Komposition.

9.1. Die Entstehung: Angaben zu Fertigstellung und Uraufführung im Berliner Rundfunk.

9.1.1. Hot-Sonate, Analyse: Analyse der Verbindung von klassischer Sonatenform mit Jazz-Elementen.

10. Fünf Stücke für Streichquartett: Vorstellung der Tanzsuite, die dadaistische und folkloristische Elemente vereint.

10.1. Die Entstehung: Informationen zu Entstehung und Widmung an Darius Milhaud.

10.1.1. Fünf Stücke für Streichquartett, Analyse: Beschreibung der Suite als Kombination aus schnellen und langsamen Sätzen.

11. Chronologisches Werkverzeichnis (nur Kammermusik): Aufstellung von Schulhoffs kammermusikalischen Werken basierend auf dem Verzeichnis von Josef Bek.

12. Schlusswort: Resümee über Schulhoffs Schicksal als jüdischer Komponist und die heutige Wiederentdeckung seiner Musik.

Schlüsselwörter

Erwin Schulhoff, Kammermusik, Musikwissenschaft, Dadaismus, Jazz, Neue Musik, Donaueschingen, Konzertanalyse, Nationalsozialismus, Folkloristische Elemente, Streichquartett, Saxophon, Polytonalität, Werkverzeichnis, Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit ausgewählten kammermusikalischen Werken des Komponisten Erwin Schulhoff und analysiert diese unter Einbeziehung biographischer, sozialer und künstlerischer Hintergründe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind Schulhoffs Kurzbiographie, der Einfluss des Dadaismus, die Integration von Jazz und Volksmusik in die Kammermusik sowie die Analyse ausgewählter Kompositionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Schulhoffs Kammermusik genauer zu betrachten und zu analysieren, anstatt lediglich allgemeine biographische Daten aufzuführen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt auf Basis existierender Werkverzeichnisse und zeitgenössischer Kritiken eigene strukturelle Analysen der ausgewählten Kompositionen durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil (Teil II) werden gezielt Werke wie das Concertino für Flöte, Viola und Kontrabaß, das Duo für Violine und Violoncello, das Sextett, das erste Streichquartett, die Hot-Sonate und die Fünf Stücke für Streichquartett analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Erwin Schulhoff, Kammermusik, Dadaismus, Jazz, Neue Musik, Donaueschingen und Musik des 20. Jahrhunderts.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Dadaismus bei Schulhoff?

Der Dadaismus spielt laut der Arbeit eine nicht zu unterschätzende Rolle für Schulhoffs Selbstverständnis als „Antikünstler“, der traditionelle Musikformen zugunsten einer lebendigeren und direkteren Ausdrucksweise infrage stellte.

Welche Rolle spielte der Jazz für Schulhoffs Kompositionsweise?

Der Jazz diente Schulhoff als Mittel zur Erweiterung der harmonischen und rhythmischen Ausdrucksmöglichkeiten, wodurch er „ernste“ Musik mit moderner Unterhaltungsmusik verbinden konnte.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erwin Schulhoff unter besonderer Berücksichtigung seiner Kammer- musikalischen Werke
Hochschule
Universität Wien  (Musikwissenschaft)
Veranstaltung
Musik in Theresienstadt
Note
1
Autor
Mag. Herbert Bahl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
35
Katalognummer
V41312
ISBN (eBook)
9783638395984
ISBN (Buch)
9783638692571
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erwin Schulhoff Berücksichtigung Kammer- Werke Musik Theresienstadt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Herbert Bahl (Autor:in), 2005, Erwin Schulhoff unter besonderer Berücksichtigung seiner Kammer- musikalischen Werke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41312
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Leseprobe aus  35  Seiten
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