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Alt werden in Deutschland. Soziale Arbeit mit türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten der 1. Generation

Title: Alt werden in Deutschland. Soziale Arbeit mit türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten der 1. Generation

Bachelor Thesis , 2014 , 88 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ersin Kahraman (Author)

Social Work
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Der demographische Zuwachs an älteren Migranten ist ein Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die größte Gruppe von Migranten bilden die sogenannten Arbeitsmigranten. Unter den Arbeitsmigranten sind die aus der Türkei immigrierten Migranten die größte Kohorte. Sie sind heute noch als die „Gastarbeiter“ bekannt.

In Deutschland sind etwa 20% der türkischstämmigen Bevölkerungsgruppe über 40 Jahre und älter. Diese Tatsache wird in dieser Thesis zum Anlass genommen, um über das Altwerden in Deutschland mit Bezug auf die türkische Bevölkerungsgruppe zu berichten. Bedenkt man hierbei, dass gerade die ältere Generation türkischer Migranten, die nun am längsten in Deutschland leben, ursprünglich gar keine Verweilabsichten hatten, sondern schnellstmöglich zurückkehren wollten, stellt sich die Frage, welche besonderen Herausforderungen bei der Arbeit mit älterwerdenden und altgewordenen türkischen Mitbürgern besteht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Türkische „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik

2.1 Außenpolitische Gründe von Arbeitsmigration in die Bundesrepublik

2.2 Motivation und Ursache der Migration türkischstämmiger Arbeiter

2.3 Das Anwerbeabkommen vom 30. Oktober 1961

2.4 Neufassung deutsch-türkisches Abkommen 1964

2.5 Der Anwerbestopp 1973

3. Altern in der Migration

3.1 Daten und Fakten

3.2 Situation der älteren Generation türkischstämmiger Migrantinnen und Migranten in Deutschland: Ein kurzer Abriss

3.3 Bedeutung der Religion

3.4 Konstitution von türkischen Migranten

3.5 Lebensbedingung und Wohnumfeld

3.6 Ökonomische Situation

4. Befragung

4.1 Problemzentriertes Interview

4.2 Experteninterview

4.3 Methodische Überlegung

4.4 Entwicklung der Frage

4.5 Durchführung

4.6 Reflektion

5. Inhaltliche Diskussion

5.1 Besonderheiten der türkischen Sprache

5.2 Datum und Grund der Migration

5.3 Bildung

5.4 Finanzielle Situation

5.5 Sprache

5.6 Familiäre Lage

5.7 Soziale Lage

5.8 Religiosität

5.9 Gesundheitliche Konstitution

5.10 Unterstützungsbedarf

6. Herausforderung an die Soziale Arbeit

6.1 Ethnische Altenheime

6.2 Tagespflegeeinrichtungen

6.3 Häusliche Pflege

6.4 Begegnungscafés

6.5 Funktion der Sozialen Arbeit

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Lebenslage älterer Migrantinnen und Migranten der ersten Generation aus der Türkei in Deutschland, um den spezifischen Unterstützungsbedarf im Alter zu ermitteln und Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit aufzuzeigen.

  • Historische Hintergründe der Arbeitsmigration ab den 1960er Jahren
  • Die sozioökonomische und gesundheitliche Situation älterer türkischer Migranten
  • Die Rolle der Familie als zentrales Unterstützungssystem
  • Barrieren bei der Inanspruchnahme von Regelangeboten der Altenhilfe
  • Anforderungen an eine kultursensible Soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

2.3 Das Anwerbeabkommen vom 30. Oktober 1961

Das letztlich am 30. Oktober 1961 getroffene Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei gilt für viele allerdings als ein Abkommen zweiter Klasse. Dieses Abkommen war insofern von den vorgehenden Anwerbevereinbarungen zu unterscheiden, da es sich nicht wie beispielsweise im Falle von Italien auf eine pauschale Bedarfsmeldung bezog, sondern nur auf ein konkretes Beschäftigungsangebot der Unternehmen. Es war also auf den individuellen und betriebswirtschaftlichen Bedarf gerichtet (Özil, Hofmann, & Dayioglu-Yücel, 2012, S. 26). Das Anwerbeabkommen wurde zunächst beschränkt auf unverheiratete Personen. Familienzusammenführung und Familiennachzug waren nicht vorgesehen. Jeder Bewerber musste sich einer Gesundheitsprüfung unterziehen und eine Eignungsprüfung absolvieren (Hunn, 2005, S. 59 ff.). Auch wurde eine zeitliche Grenze von maximal zwei Jahren festgesetzt. Des Weiteren wurden anfänglich ausschließlich Arbeitskräfte aus den europäischen Gebieten der Türkei akquiriert. Eine Begrenzung wurde vorgesehen, um den temporären Charakter der Abmachung hervorzuheben. Der Familiennachzug war unter anderem nicht gewollt, da man potenzielle Schwierigkeiten in puncto Betreuung und Unterbringung der Familienangehörigen vermeiden wollte (bpb, 2014).

Allerdings wurde der Aspekt der temporären Arbeitsaufnahme drei Jahre später mit der am 3. Dezember 1964 vereinbarten Regelung aufgehoben. Viele der türkischen Arbeitswilligen versuchten ohnehin die Regelung der begrenzten Aufenthaltsgenehmigung zu entgehen, indem sie durch den konsularischen Weg versuchten, eine Einreisegenehmigung zu erlangen. Ungeachtet dessen, dass diese Möglichkeit komplizierter und aufwändiger war und über private Übersetzungsbüros vollzogen wurde, sahen viele der Arbeitswilligen eine wirkliche Alternative darin. Durch dieses Prozedere wurde der Arbeitsaufwand für die türkischen Behörden erheblich intensiviert. Sie versuchten daher, das eigens für die Bewerber eingerichtete Verbindungsbüro in Istanbul für die Akquirierung von Arbeitskräften zu monopolisieren, um die Ausreise nicht mehr konsularisch vollziehen zu können. Eine solche Monopolisierung war jedoch nicht gewünscht, da das Verbindungsbüro unter diesen Umständen als Kontrollinstanz fungiert hätte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Alterns von Migranten der ersten Generation in Deutschland ein und skizziert die wissenschaftliche Relevanz sowie den Aufbau der Arbeit.

2. Türkische „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik: Hier werden die geschichtlichen Hintergründe, die Motive und die politischen Rahmenbedingungen der Anwerbung türkischer Arbeitskräfte beleuchtet.

3. Altern in der Migration: Dieses Kapitel analysiert statistische Daten und lebensweltliche Faktoren, die das Altern in der Fremde für die betroffene Kohorte prägen.

4. Befragung: Hier werden die methodischen Überlegungen, die Auswahl der Interviewpartner sowie die Durchführung und Reflexion der qualitativen Experten- und Betroffeneninterviews dargelegt.

5. Inhaltliche Diskussion: In diesem Hauptteil werden die Interviewergebnisse anhand spezifischer Kategorien wie Sprache, Bildung, familiäre Lage und Gesundheit ausgewertet.

6. Herausforderung an die Soziale Arbeit: Abschließend werden konkrete Handlungsmöglichkeiten, insbesondere die Notwendigkeit einer kultursensiblen Altenhilfe, diskutiert.

7. Resümee: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit von Anerkennung und professioneller, kultursensibler Unterstützung für diese Generation.

Schlüsselwörter

Migration, Gastarbeiter, erste Generation, Altern, türkische Migranten, Soziale Arbeit, Altenhilfe, kultursensible Pflege, Arbeitsmigration, familiäres Unterstützungssystem, Akkulturation, soziale Isolation, Bildungsdefizite, Gesundheitssektor, Lebensabend.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorthesis im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Lebenssituation von Migranten der ersten Generation aus der Türkei, die mittlerweile ein hohes Alter erreicht haben, und analysiert die Anforderungen an eine angemessene soziale Versorgung in Deutschland.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte, die aktuelle gesundheitliche und ökonomische Lage der Betroffenen, die Bedeutung familiärer Netzwerke sowie die Rolle von Religion und Sprache.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen im Alter dieser Bevölkerungsgruppe aufzuzeigen und Strategien zu formulieren, wie die Soziale Arbeit durch kultursensible Ansätze zur Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin führt eine qualitative Untersuchung durch, die problemzentrierte Interviews mit Betroffenen sowie Experteninterviews mit Fachkräften aus dem Sozial- und Pflegebereich kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die gewonnenen Interviewergebnisse systematisch ausgewertet. Dabei werden Faktoren wie Sprachbarrieren, Bildungsdefizite, die prekäre finanzielle Situation sowie die Bedeutung von Familie und Religion detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind „Gastarbeiter“, „erste Generation“, „Altenhilfe“, „kultursensible Pflege“, „Akkulturation“ und „soziale Netzwerke“.

Warum ist die Sprache Türkisch in den Interviews von Bedeutung gewesen?

Die Verwendung der Muttersprache im Interview war essenziell, um sprachliche Barrieren abzubauen und den Befragten zu ermöglichen, ihre sensiblen persönlichen Erlebnisse und Emotionen authentisch auszudrücken.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf Alteneinrichtungen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass bisherige Altenhilfesysteme oft nicht auf die spezifischen kulturellen und religiösen Bedürfnisse dieser Generation ausgerichtet sind und daher eine interkulturelle Öffnung oder ethnisch ausgerichtete Pflegeeinrichtungen notwendig sind.

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Details

Title
Alt werden in Deutschland. Soziale Arbeit mit türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten der 1. Generation
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln  (Katholische Hochschule Köln)
Grade
1,0
Author
Ersin Kahraman (Author)
Publication Year
2014
Pages
88
Catalog Number
V413210
ISBN (eBook)
9783668642362
ISBN (Book)
9783668642379
Language
German
Tags
deutschland soziale arbeit migrantinnen migranten generation türkische Gastarbeiter Migration Altern Alt werden alte Menschen Türkei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ersin Kahraman (Author), 2014, Alt werden in Deutschland. Soziale Arbeit mit türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten der 1. Generation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413210
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